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Aktashit

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Aktashit
Datei:Aktashite-509294.jpg
Aktashit (grauer Anflug) auf mintgrünem, faserigem Emmonsit aus Moctezuma, Municipio Moctezuma, Sonora, Mexiko (Gesamtgröße: 2,2 cm × 2,2 cm × 0,9 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

2008 s.p.<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Ats<ref name="Warr" />

Andere Namen

Aktašit<ref name="Rösler" />

Chemische Formel Cu6Hg3[AsS3]4<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfide und Sulfosalze
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

II/C.12-030<ref name="Lapis" />

2.GA.30
03.04.13.02
Kristallographische Daten
Kristallsystem trigonal
Kristallklasse; Symbol trigonal-pyramidal; 3<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe R3 (Nr. 146)Vorlage:Raumgruppe/146<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 13,73 Å; c = 9,33 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 3<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte ≈ 3,5 (VHN50 = 300–346; durchschnittlich 313)<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 5,5; berechnet: 5,72<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit fehlt<ref name="Lapis" />
Bruch; Tenazität uneben bis muschelig; spröde<ref name="Handbookofmineralogy" />
Farbe grauschwarz
Strichfarbe schwarz
Transparenz undurchsichtig
Glanz Metallglanz
Weitere Eigenschaften
Chemisches Verhalten empfindlich gegen Salpetersäure

Aktashit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ mit der chemischen Zusammensetzung Cu6Hg3[AsS3]4<ref name="StrunzNickel" /> und damit chemisch gesehen ein Kupfer-Quecksilber-Sulfoarsenid.

Mit dem Sulfoantimonid Gruzdevit (Cu6Hg3[SbS3]4) bildet Aktashit eine Mischkristallreihe.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Aktashit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem, entwickelt aber nur selten gut ausgebildete, pyramidale Kristalle bis 0,2 mm Größe, die zonar mit Gruzdevit verwachsen sein können. Meist findet er sich in Form von xenomorphen Körnern und körnigen Mineral-Aggregaten.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde Aktashit in der Antimon-Quecksilber-Lagerstätte Aktashskoye in der russischen autonomen Republik Altai (südwestliches Sibirien) und beschrieben 1968 durch Vladimir I. Vasil'ev, der das Mineral nach dessen Typlokalität benannte. Vasil'ev publizierte seine Forschungsergebnisse zu dem neu entdeckten Mineral zunächst ohne Prüfung durch die IMA/CNMNC. Die Anerkennung erfolgte jedoch nachträglich 2008 durch das Sulfosalze-Subcommittee.<ref name="Mindat" />

Das Typmaterial des Minerals wird im Museum für Geologie Zentralsibiriens ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); CSGM) in Nowosibirsk (Russland) unter der Inventarnummer III-14/1 sowie im Mines ParisTech (École des mines; ENSM) in Paris (Frankreich) unter der Inventarnummer 50655 aufbewahrt.<ref name="IMA-Typmaterialkatalog" /><ref name="IMA-Depositories" />

Klassifikation[Bearbeiten]

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz ist der Aktashit noch nicht verzeichnet.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer II/C.12-030. Dies entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : S,Se,Te ≈ 1 : 1“, wo Aktashit zusammen mit Gruzdevit, Nowackiit, Sinnerit und Watanabeit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer II/C.12 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Aktashit dagegen in die Abteilung der „Sulfoarsenide, Sulfoantimonide und Sulfobismuthide“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach der Kristallstruktur und der möglichen Anwesenheit von zusätzlichem Schwefel, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Insel-Sulfarsenide (Neso-Sulfarsenide) usw., ohne zusätzlichen Schwefel (S)“ zu finden ist, wo es nur noch zusammen mit Gruzdevit und Nowackiit die „Nowackiitgruppe“ mit der Systemnummer 2.GA.30 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat MineralName die System- und Mineralnummer 03.04.13.02. Dies entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfosalze“, wo das Mineral als einziges Mitglied/zusammen mit Gruzdevit und Nowackiit in einer unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 03.04.13 innerhalb der Unterabteilung „Sulfosalze mit dem Verhältnis 3 > z/y und der Zusammensetzung (A+)i(A2+)j[ByCz], A = Metalle, B = Halbmetalle, C = Nichtmetalle“ zu finden ist.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Aktashit kristallisiert trigonal in der Raumgruppe R3 (Raumgruppen-Nr. 146)Vorlage:Raumgruppe/146 mit den Gitterparametern a = 13,73 Å und c = 9,33 Å sowie 3 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Die Kristallstruktur von Aktashit besteht aus einem Gerüst von eckenverknüpften HgS4- und CuS4-Tetraedern mit Kanälen parallel zur Z-Achse.<ref name="Vasilev-et-al" /><ref name="StrunzNickel" />

Eigenschaften[Bearbeiten]

Aktashit ist unempfindlich gegenüber Standard-Ätzmitteln. Er reagiert allerdings auf Salpetersäure (HNO3) zunächst, indem er braun wird und anschließend eine blau bis violett gefärbte Lösung bildet.<ref name="AM56-1971-359" />

Aktashit ist ein guter elektrischer Leiter.<ref name="AM56-1971-359" />

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Aktashit bildet sich durch hydrothermale Vorgänge in komplexen polymetallischen arsen- und quecksilberhaltigen Lagerstätten. Naturgemäß treten in solchen Lagerstätten eine Vielzahl von Begleitmineralen auf, so unter anderem die Arsen- und Quecksilberminerale Auripigment, Cinnabarit, Enargit, Luzonit, Realgar und Tennantit; die Antimonminerale Chalkostibit, Stibnit und quecksilberhaltiger Tetraedrit sowie die als „Durchläufe-“ bekannten Minerale Chalkopyrit, Pyrit und Sphalerit. Hinzu treten noch gesteinsbildende Minerale wie Calcit und Quarz. Gelegentlich ist auch Dickit anzutreffen.

Als seltene Mineralbildung konnte Aktashit nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden, wobei bisher (Stand 2016) rund 20 Fundorte als bekannt gelten. Neben seiner Typlokalität Aktashskoye in Südwestsibirien trat das Mineral in Russland noch in der Arsen-Quecksilber-Antimon-Lagerstätte Gal-Khaya in Sacha (Jakutien) in Ostsibirien, in der Gold-Lagerstätte Vorontsovskoe bei Turinsk in der Oblast Swerdlowsk im Ural sowie in Saranovskii Mine bei Gornosawodsk in der Region Perm auf.

In Europa fand man Aktashit in der hydrothermalen, stratiformen Lagerstätte Jas Roux im Gemeindeverband Valgaudemar (Département Hautes-Alpes) in Frankreich und in der Miniera di Monte Arsiccio bei Sant’Anna di Stazzema in der italienischen Region Toskana.

Weitere Fundorte liegen unter anderem bei Bomby im Thunder Bay District (Ontario) in Kanada, in der Erz-Lagerstätte Lianhecun im Kreis Jiuzhaigou in der chinesischen Provinz Sichuan, in der Arsenlagerstätte Lukhumi nahe Mestia (Ratscha-Letschchumi und Niederswanetien) in Georgien, die Grube Zareh Shuran bei Takab in West-Aserbaidschan, die Antimon-Quecksilber-Lagerstätten im Ferghanatal und im Alaigebirge in Kirgisistan, die Goldmine Moctezuma am gleichnamigen Ort im mexikanischen Bundesstaat Sonora sowie in den Erzgruben bei Cortez im Lander County und Adam Peak im Humboldt County im US-Bundesstaat Nevada.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Aktashite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="AM56-1971-359"> </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Aktashit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 23. Mai 2025. </ref> <ref name="IMA-Depositories"> Catalogue of Type Mineral Specimens – Depositories. (PDF; 311 kB) Commission on Museums (IMA), 18. Dezember 2010, abgerufen am 23. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste"> Vorlage:IMA-Liste </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Typmaterialkatalog"> Catalogue of Type Mineral Specimens – A. (PDF 357 kB) Commission on Museums (IMA), 9. Februar 2021, abgerufen am 23. Mai 2025 (Gesamtkatalog der IMA). </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Mindat"> Aktashite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 23. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Rösler"> </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Vasilev-et-al"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Aktashite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 23. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>