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Alberto Nisman

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Natalio Alberto Nisman (* 5. Dezember 1963 in Buenos Aires, Argentinien; † 18. Januar 2015 ebenda) war ein argentinischer Jurist und Sonderstaatsanwalt für die Ermittlungen zum Bombenanschlag auf das Amia-Gebäude von 1994.<ref>Christoph Sydow: Terrorermittler in Argentinien: Mysteriöser Tod im Badezimmer. In: Spiegel Online. 19. Januar 2015, abgerufen am 23. Januar 2015.</ref>

Leben[Bearbeiten]

Alberto Nisman stammte aus einer mittelständischen jüdischen Familie in Buenos Aires.<ref>After 17 years on Argentine bomb case, prosecutor was sure ‘truth will triumph’(Engl.),Washington Post, 1. Februar 2015</ref> Nach dem Studium in seiner Heimatstadt begann er seine berufliche Laufbahn als Staatsanwalt in Morón in der Provinz Buenos Aires. Verheiratet war er mit der Richterin Sandra Arroyo Salgado, mit der er zwei Töchter hatte.<ref name="quien">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Quién era el fiscal Natalio Alberto Nisman.] (deutsch: Wer war Staatsanwalt Natalio Alberto Nisman). La Nación, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 17. Januar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lanacion.com.arVorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>La ex mujer explicó a la Justicia detalles de cómo fue el regreso anticipado de Nisman al país. In: clarin.com, 24. Januar 2015, abgerufen am 22. Februar 2015</ref>

Im Jahr 2005 wurde er vom Präsidenten Néstor Kirchner als Staatsanwalt eingesetzt für die Ermittlungen zur Aufklärung eines Bombenanschlages auf das jüdische Gemeindezentrum Amia in Buenos Aires, bei dem im Juli 1994 85 Menschen getötet und 300 verletzt worden waren.<ref name="SPON-a34d9cbed493">Jens Glüsing: Eine Netflix-Serie erzählt den rätselhaften Tod des argentinischen Sonderstaatsanwalts Nisman vor fünf Jahren als Krimi. In: Der Spiegel. 18. Januar 2020, abgerufen am 21. Oktober 2022.</ref> Aus der Veröffentlichung von Depeschen US-amerikanischer Botschaften durch Wikileaks ging hervor, dass Nisman während seiner Arbeit enge Kontakte zur US-Botschaft und zur CIA hatte.<ref name="elmundo-388458"/> Er erhob 2013 Anklage gegen mehrere Vertreter der iranischen Regierung. Die iranische Regierung lieferte die beschuldigten Staatsbürger jedoch nicht aus. Deshalb verhandelte der damalige argentinische Außenminister Timerman mit dem Iran ein, danach nicht in Kraft getretenes, Abkommen. Es sollte Nisman ermöglichen, die Beschuldigten im Iran zu befragen und sah die Einsetzung einer gemeinsamen „Wahrheitskommission“ vor.<ref name="SPON-a34d9cbed493"/><ref name="rfi-110083"/> In seiner Anklageschrift von 2015<ref>Argentinien veröffentlicht Anklageschrift gegen Präsidentin. In: Zeit Online. 21. Januar 2015, abgerufen am 23. Januar 2015.</ref> beschuldigte er daraufhin die damalige argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner und andere hochrangige Funktionäre, dass sie die Aufklärung des Terrorattentates zu verhindern versuchten.<ref>Sandro Benini: Viele glauben nicht an einen Suizid. In: Tages-Anzeiger. 20. Januar 2015, abgerufen am 23. Januar 2015.</ref>

Tod und nachfolgende Entwicklung bis 2017[Bearbeiten]

Wenige Stunden vor seiner Anhörung vor dem argentinischen Nationalkongress wurde Nisman am Abend des 18. Januar 2015 in seiner Wohnung erschossen aufgefunden, neben ihm eine Pistole und eine leere Patronenhülse.<ref name="SPON-a34d9cbed493"/> Nach dem Tod von Nisman kam es zu einer Großdemonstration vor dem argentinischen Parlament mit der Forderung, dass die Regierung den Fall zu erklären habe.<ref name="indep-704951">Was Argentine prosecutor Alberto Nisman moonlighting for the FBI? In: independent.co.uk. 22. Oktober 2015, abgerufen am 21. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er wurde auf einem jüdischen Friedhof nahe Buenos Aires beerdigt.<ref>Argentinischer Staatsanwalt beerdigt. In: juedische-allgemeine.de, 30. Januar 2015, abgerufen am 22. Februar 2015</ref> Die größte argentinische Zeitung Clarín berichtete nach dem Tod, Informanten aus der CIA hätten ihr mitgeteilt, dass Nisman ermordet wurde.<ref name="elmundo-388458">La CIA defiende la teoría de que a Nisman lo mató el servicio secreto. In: elmundo.es. 31. Januar 2015, abgerufen am 21. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Kirchner war zunächst der These eines Selbstmords gefolgt, später deutete sie an, dass Nisman einem Mordkomplott von Geheimdienstleuten zum Opfer gefallen sein könnte. Kirchner kündigte die Auflösung des Dienstes an.<ref>Kommentar von Victoria Eglau: Zöpfe stutzen: Kirchner will Geheimdienst auflösen. In: Deutschlandfunk, 31. Januar 2015</ref>

Laut Nisman hatte der Richter Claudio Bonadio ihn mit Morddrohungen unter Druck gesetzt.<ref name="eldisens-2010">Mariana Escalada & Agustín Ronconi: Bonadío, acusado en 2010 por Nisman de querer matarlo, investigará ahora su denuncia contra CFK - El Disenso. In: eldisenso.com. Abgerufen am 21. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Bonadio wurde zuvor vom AMIA-Fall aufgrund seiner politischen Verbindungen zur früheren konservativen Regierung von Carlos Menem durch die Bundeskammer wegen Befangenheit abgerufen.<ref name="clarin-00">AMIA: separan a Bonadio de la causa que investigaba las irregularidades. In: clarin.com. Abgerufen am 21. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Gerardo Pollicita übernahm als Nachfolger von Nisman die Klage gegen Kirchner<ref>FAZ.net vom 13. Februar 2015: Argentiniens Staatschefin Kirchner angeklagt</ref>; das zuständige Gericht und später das Bundesgericht wiesen die Anklage zurück.<ref>Kirchner entgeht Anklage auf faz.net</ref> Bonadio übernahm später den Fall und erließ im Dezember 2017 einen Haftbefehl gegen Cristina Kirchner und 11 weitere Personen<ref name="hrw-171219">Argentina: Far-Fetched ‘Treason’ Charges Against Ex-Officials. In: hrw.org. 28. Oktober 2020, abgerufen am 22. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> aufgrund der mutmaßlichen Verschleierung des AMIA-Anschlags wegen „Hochverrats“.<ref name="com-Claudio">Redacción Lavoz: Claudio Bonadio, el más famoso de los jueces “de la servilleta” – Política – La Voz del Interior. In: lavoz.com.ar. Abgerufen am 21. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Ermittlungen in Argentinien: Haftbefehl gegen Ex-Präsidentin Kirchner. In: tagesschau.de, 7. Dezember 2017 (abgerufen am 7. Dezember 2017).</ref> Ende 2017 kam der Bundesrichter Julian Ercolini zu dem Urteil, bei dem Tod Nismans könne es sich nicht um einen Suizid gehandelt haben.<ref>Bundesrichter: Staatsanwalt Nisman wurde ermordet. In: FAZ, 27. Dezember 2017.</ref> Laut der zuständigen Staatsanwältin Viviane Fein fanden sich schlussendlich keine Befunde für einen Mord. So gäbe es keine Hinweise, dass sich eine weitere Person während des vermutlichen Todeszeitpunkts in dem Badezimmer aufgehalten habe.<ref name="SPON-a34d9cbed493"/>

Die Bundesstrafkammer sprach Cristina Kirchner und ihre Beamten im Oktober 2021 vom Vorwurf frei, die Verantwortlichen für den Bombenanschlag gedeckt zu haben.<ref name="rfi-110083">Argentina: Kirchner fue sobreseída de encubrimiento en el ataque a la AMIA. In: Radio France Internationale (in Spanish). 8. Oktober 2021, abgerufen am 21. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="amerika2-254913">Miguel Arndt: Argentinien: Freispruch für Ex-Präsidentin Kirchner in Verfahren wegen Amia-Attentat. In: amerika21.de. 12. Oktober 2021, abgerufen am 21. Oktober 2022.</ref> Der israelische Geheimdienst Mossad kam in seiner internen (und von der New York Times 2022 teils veröffentlichten) Untersuchung zu dem Schluss, dass die argentinische Regierung nicht in irgendeiner Weise in den Anschlag involviert sei, und beschuldigte die Hisbollah, den Anschlag als Rache für Aktionen des israelischen Militärs im Libanon verübt zu haben.<ref name="nytimes-220722">Ronen Bergman: Mossad Sheds New Light on Argentina Terrorist Attacks in 1990s. In: nytimes.com. 25. Juli 2022, abgerufen am 21. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Der Journalist Facundo Pastor veröffentlichte auf der Basis seiner Recherchen das Buch Nisman – Crime or Suicide? Hero or Spy?. Er schlussfolgerte aus Depeschen der US-Botschaft, dass Nisman über sämtliche rechtliche Schritte mit der US-Botschaft im Austausch stand. Vor seinem Tod war Nisman laut Pastor jedoch die Unterstützung durch die US-Regierung jedoch verwehrt worden. Nisman wurde demnach klar, dass er aus den USA keine Beweise für seine Anklage erhalten werde und stand somit mit leeren Händen da. Betreffs der Todesursache von Nisman kam Pastor zu keinem sicheren Ergebnis, wobei er einen Suizid für wahrscheinlicher als einen Mord hielt.<ref name="indep-704951"/> Der Filmautor Justin Webster befragte für eine 2020 veröffentlichte Netflix-Dokumentation zahlreiche Zeugen und Experten zum AMIA-Anschlag und den damit assoziierten Justiz- und Geheimdienstaffären. Demnach hatte Nisman ein Bankkonto mit Vermögen unbekannter Herkunft und pflegte engen Austausch im Geheimdienstumfeld. Jens Glüsing, für das Magazin Der Spiegel tätig, schlussfolgerte aus der Dokumentation, dass die Beweislage von Nisman gegen Kirchner dünn und ein Suizid die plausibelste Erklärung war, was sich auch aus den eigenen Recherchen ergeben habe. Nisman erscheine als Marionette im Intrigenspiel der Geheimdienste.<ref name="SPON-a34d9cbed493"/>

Dokumentarfilm[Bearbeiten]

  • Justin Webster (Regisseur): Nisman – Tod eines Staatsanwalts, 6-teiliger Dokumentarfilm, Spanien 2020<ref>Nisman, in: IMDb, abgerufen am 27. Jan. 2020</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Alberto Nisman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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