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Alloheim

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Cidron Atrium SE

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | RZ AlloheimGruppe Logo R20 G56 B127.svg
Rechtsform SE
Gründung 1973
Sitz Düsseldorf
Leitung Geschäftsführung: Steffen Hehner
Umsatz 1,4 Mrd. EUR (2024)<ref>Konzernjahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024 der Cidron Atrium SE (konsolidierende Obergesellschaft), eingesehen beim Unternehmensregister am 13. April 2026</ref>
Branche Gesundheitswesen
Website www.alloheim-gruppe.de
Stand: 31. Dezember 2024

Die Cidron Atrium SE mit Sitz in Düsseldorf betreibt unter der Bezeichnung Alloheim Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtungen. Das 1973 gegründete Unternehmen ist mit rund 300 Pflegeheimen der größte Pflegeheimbetreiber in Deutschland und bietet sowohl ambulante als auch stationäre Pflege an.<ref>Edwin Winschu: Die größten Pflegeheimbetreiber im Jahr 2024. In: Magazin Wohnen & Leben im Alter. 6. April 2021, abgerufen am 9. März 2026.</ref> Die Alloheim-Gruppe stand wiederholt wegen mangelhafter Pflege in der öffentlichen Kritik.

Geschichte[Bearbeiten]

1973–2008: Unternehmen unter Alois Mollik[Bearbeiten]

Gegründet wurde das Unternehmen 1973 von Alois Mollik; er eröffnete damals das erste Altenheim in Bad Marienberg im Westerwald. Aus dem Spitznamen „Allo“ entwickelte sich schließlich der Unternehmensname Alloheim.<ref name="HBS">Rainer Rang, Hans Schmitt: Finanzinvestoren in der Pflegebranche. In: Hans-Böckler-Stiftung. 2024, abgerufen am 9. März 2026.</ref> Nach seiner Gründung Anfang der 1970er-Jahre wuchs das Unternehmen kontinuierlich. Alloheim errichtete einerseits selbst neue Alten- und Pflegeheime und übernahm andererseits auch vorhandene Häuser.

2008–2017: Verkauf des Unternehmens[Bearbeiten]

Im Jahr 2008 wurde das Unternehmen in die Alloheim Senioren-Residenzen GmbH umgewandelt und von der Familie Mollik an den Private-Equity-Investor Star Capital Partners verkauft. Beim Einstieg von Star Capital Partners gehörten 13 Alten- und Pflegeheime zu Alloheim. Als Geschäftsführer wurden Rainer Hohmann und Thomas Kupczik eingesetzt.<ref name="HBS" /> 2011 folgte die Übernahme von 22 Standorten der Policare-Unternehmensgruppe.<ref name="Alloheim">Geschichte und Entwicklung von Alloheim Senioren-Residenzen. In: Alloheim. Abgerufen am 9. März 2026.</ref>

Im August 2013 veräußerte Star Capital Partners das Unternehmen an den US-Finanzinvestor Carlyle und es wurde in eine Europäische Aktiengesellschaft (SE) umgewandelt. Der Einstieg von Carlyle wurde über den Fonds „Carlyle Europe Partners III“ finanziert.<ref>The Carlyle Group Acquires Alloheim, a German Healthcare Operator. In: The Carlyle Group. Abgerufen am 16. September 2016.</ref> Auch in den folgenden Jahren wuchs die Alloheim-Gruppe durch die Übernahme von 14 Standorten der Procon im Jahr 2014 sowie von 64 Standorten der Senator und der AGO, jeweils 2016. Im Jahr 2017 wurden rund 160 stationäre Pflegeheime betrieben.<ref name="HBS" />

Seit 2017: Alloheim unter Nordic Capital[Bearbeiten]

Zum Jahresende 2017 verkaufte Carlyle das Unternehmen für 1,1 Milliarden Euro an den von Nordic Capital aufgesetzten und beratenen Private-Equity-Fonds Nordic Capital Fund VIII L.P., der auf Jersey ansässig ist.<ref>Charles Kingston: Nordic Capital Fund VIII swallows German operator Alloheim. In: REFIRE - Real Estate Finance Intelligence Report Europe. REFIRE Ltd., 27. Dezember 2017, abgerufen am 26. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Es folgten 2018 die Übernahme von 29 Standorten der Itertalklinik Seniorenzentren und der CMS-Gruppe, 2019 von 14 Standorten von Pro Talis sowie 2020 von 10 Standorten der Mohring- und Vital Wohnen-Gruppe.<ref name="Alloheim" />

Anfang 2021 wurden mehrere Einrichtungen der insolventen Cura Sana GmbH übernommen.<ref>Alloheim übernimmt weitere Häuser von Cura Sana. In: Care Invest. 25. Juni 2021, abgerufen am 10. März 2026.</ref> In den Jahren 2021 bzw. 2023 zogen sich die langjährigen Direktoren Rainer Hohmann und Thomas Kupczik aus der Geschäftsführung zurück,<ref name="HBS" /> ihr Nachfolger wurde Stefan Hehner. 2024 erfolgte die Übernahme der Katharinenhof-Gruppe mit insgesamt 27 Pflegeeinrichtungen.<ref>Was Alloheim-Chefs über Größe und Übernahmen denken. In: Care Inside. 7. Oktober 2024, abgerufen am 10. März 2026.</ref>

Ende 2025 wurden die zum Unternehmen gehörenden Gesellschaften Alloheim Senioren-Residenzen, CMS-Verbund, Itertalklinik Seniorenzentren, Katharinenhof und Pro Talis Seniorenzentren unter die Dachmarke „Alloheim-Gruppe“ zusammengeführt.<ref name=":0">Thomas Hartung: „Alloheim Gruppe“ bündelt Marken unter neuem Dach. In: Care Inside. 13. November 2025, abgerufen am 9. März 2026.</ref> 2025 begann die Alloheim-Gruppe ein Modellprojekt in Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse und dem Telemedizin-Anbieter MedKit Doc, bei dem ärztliche Versorgung per Videosprechstunde getestet wird und verschiedene Krankheitsbilder per Video diagnostiziert und behandelt werden sollen.<ref>Olga Ennulat: Modellprojekt bei Alloheim: Telemedizin soll Versorgung stärken. In: Altenheim. 8. Mai 2025, abgerufen am 10. März 2026.</ref>

2026 führte die Alloheim-Gruppe eine direkte digitale Abrechnung mit den AOK-Krankenkassen ein.<ref>Alloheim rechnet direkt digital mit AOK-Pflegekassen ab. In: Care Management. 23. Februar 2026, abgerufen am 26. März 2026.</ref>

Kritik[Bearbeiten]

Seit 2016 wurden bei zehn Einrichtungen der Alloheim-Gruppe Ermittlungen durch Behörden aufgenommen oder ein Aufnahmestopp erlassen, so z. B. in Bredstedt, wo behördlicherseits mehrfach ein Unterschreiten der Fachkräftequote festgestellt wurde. Alloheim sah hierin durch die Gesamtzahl der betriebenen Einrichtungen keine Häufung.<ref>Nico Schmidt, Harald Schumann: Heime als Gewinnmaschinen für Konzerne und Investoren. Der Tagesspiegel vom 16. Juli 2021, abgerufen am 5. Januar 2022</ref>

2017 berichtete die Wetterauer Zeitung über Probleme im Niddataler „Haus Taunusblick“. Diese seien mit der Übernahme durch die Alloheim-Gruppe aufgetreten. Die Vorwürfe der Gewinnmaximierung und des Personalmangels wurden seitens des Betreibers als Verleumdungen zurückgewiesen; die zuständige Heimaufsicht bestätigte jedoch „Mängel im Bereich der Betreuung und Pflege sowie hinsichtlich des Personals“ und ordnete einen Belegungsstopp an. Ähnliche Beschwerden gab es über Heime der Alloheim-Gruppe in Erfurt, Ludwigsburg und Simmerath; die letzteren beiden Heime wurden von der Heimaufsicht geschlossen.<ref name="Das System Alloheim" /><ref>David Heßler: Kritik an Zuständen im Assenheimer Altenheim. Wetterauer Zeitung vom 28. Oktober 2017, abgerufen am 5. Januar 2022</ref><ref>David Heßler: Missstände in Seniorenzentrum seit Monaten bekannt. Wetterauer Zeitung vom 6. November 2017, abgerufen am 12. Januar 2022</ref>

Anfang 2018 berichteten Stuttgarter Zeitung und ZDF Frontal21 über Missstände in Altenheimen der Alloheim-Gruppe.<ref name="Das System Alloheim">Rafael Binkowski: Recherche mit ZDF Frontal 21 zu Pflegekonzern: Das System Alloheim: Rendite um jeden Preis. In: stuttgarter-zeitung.de. 13. Februar 2018, abgerufen am 17. Februar 2018.</ref> Ein Corona-Ausbruch in einem Altenheim des Unternehmens in Brandenburg, bei dem über zehn Bewohner starben und nur etwa die Hälfte der Pflegekräfte geimpft war, führte im November 2021 zu deutschlandweiter Berichterstattung.<ref>Sebastian Eder: „Untragbar, furchtbar, schlimm“ FAZ vom 2. November 2021, abgerufen am 29. Januar 2022</ref>

Im August 2018 verhängte die Aufsichtsbehörde für ein Heim in Bad Vilbel einen Belegungsstopp; Alloheim äußerte hierzu gegenüber der Presse, dass es „zeitweise Abweichungen von unseren hohen Qualitätsstandards gab“ und wies die Vorwürfe zurück. Laut zuständiger Heimaufsicht gab es von 2016, als das Haus von Alloheim übernommen worden war, bis 2018 28 Beschwerden.<ref name="Bad Vilbel">Detlef Sundermann: Missstände bei der Altenpflege in Bad Vilbel. In: fr.de. 19. Februar 2019, abgerufen am 15. November 2023.</ref> Die zuständige Betreuungs- und Pflegeaufsicht forderte den Betreiber auf, die Defizite unverzüglich bzw. fristgerecht zu beheben. Da dies nicht vollständig geschah, wurde am 8. August ein vollständiger Belegungsstopp angeordnet.<ref>Träger der Seniorenanlage wehrt sich gegen lauter werdende Kritik der Angehörigen. In: fnp.de. 8. Dezember 2018, abgerufen am 16. September 2024.</ref> Im Februar 2019 sprach das Regierungspräsidium Gießen von einer Häufung der Beschwerden.<ref name="Bad Vilbel"></ref>

Ebenfalls 2018 wurde für ein Seniorenheim der Alloheim-Gruppe in Bremen aufgrund von Mängeln wie Fehlern bei der Medikamentengabe und beim Wundmanagement ein Belegungsverbot verhängt; außerdem fanden zeitweise täglich Kontrollen der Bremischen Wohn- und Betreuungsaufsicht statt.<ref>Sabine Doll: Bremer Betreiber übernimmt umstrittenes Pflegeheim. In: weser-kurier.de. 6. August 2019, abgerufen am 16. September 2024.</ref> Alloheim war zunächst rechtlich gegen die Anordnungen vorgegangen, zog dann aber seinen Widerspruch zurück.<ref>Serena Bilanceri: Erste Einigung im Fall Alloheim. Weser-Kurier vom 25. April 2018, abgerufen am 29. Januar 2022</ref> Im selben Jahr wurde von der Heimaufsicht auch ein Belegungsverbot gegen ein Heim in Sythen erlassen<ref>Michael Menzebach: Alloheim-Chefs ernten heftige Kritik im Rat. lokalkompass.de vom 15. Oktober 2018, abgerufen am 29. Januar 2022</ref>; außerdem wurden in Lingen von der Heimaufsicht Bußgelder betreffend das Heim „Emsauenpark“ verhängt<ref>Lorenz Wolf-Doettinchem, Silke Gronwald, Andreas Hoffmann: In guten Händen? Was in Deutschlands Pflegeheimen alles schiefläuft. In: stern.de. 17. Februar 2019, abgerufen am 16. September 2024.</ref>, im zugehörigen Bußgeldverfahren vor dem Amtsgericht Lingen wurden die Alloheim-Geschäftsführer trotz massiver Kritik des Richters an den damaligen Zuständen freigesprochen.<ref>Wilfried Roggendorf: Freispruch im Verfahren gegen die Alloheim-Geschäftsführer. In: noz.de. 21. Juni 2019, abgerufen am 16. September 2024.</ref>

Im Juni 2022 wurden Heimen der Alloheim-Gruppe erneut schwerwiegende Fehler vorgeworfen. Das Team Wallraff berichtete, in der Senioren-Residenz „Brunswik“ in Braunschweig würden inkontinente Patienten bestraft und beschimpft. Interne Quellen berichteten für das Pflegeheim in Dormagen<ref name="Dormagen">Klaus D. Schumilas: Krasse Missstände im Allo-Seniorenheim Dormagen. In: rp-online.de. 11. Februar 2022, abgerufen am 15. September 2024.</ref> von fehlendem Fachpersonal, groben Pflegefehlern und mangelnder Hygiene, was bereits 2021 von der Aufsichtsbehörde festgestellt worden war. Dies hatte zur Folge, dass die Einrichtung neue Bewohner nur mit Genehmigung des Rhein-Kreises aufnehmen durfte.<ref name="Dormagen"></ref> Laut Alloheim handelte es sich um bedauerliche Einzelfälle.<ref>n-tv.de, 23. Juni 2022: "Verwahrlosung und Verachtung - "Team Wallraff" dokumentiert Demütigung von Pflegebedürftigen"</ref>

Im Oktober 2022 erließ die Heimaufsicht wegen wesentlicher Mängel in verschiedenen Bereichen einen erneuten Aufnahmestopp (zunächst bis November) für das Heim in Sythen.<ref>Ingrid Wielens: „Wesentliche Mängel“: Heimaufsicht ordnet Aufnahmestopp im Alloheim an. In: halternerzeitung.de. 19. Oktober 2022, abgerufen am 17. Juli 2024.</ref> Der Betreiber räumte schwere Mängel in der Pflege ein.<ref>Ingrid Wielens: Alloheim räumt schwere Pflegemängel in Sythener Einrichtung ein. In: halternerzeitung.de. 22. Oktober 2022, abgerufen am 17. Juli 2024.</ref> Im Februar 2023 wurden die Einschränkungen seitens der Heimaufsicht aufgehoben.<ref>Ingrid Wielens: „Sind wieder ein ganz normales Haus“. In: halternerzeitung.de. 13. Februar 2023, abgerufen am 17. Juli 2024.</ref>

Die Gewerkschaft ver.di warf Alloheim 2023 vor, die Arbeitgeberbindung des Visums von ausländischen Pflegekräften zu nutzen, um diese unter Druck zu setzen. Kritisiert wird ebenfalls, dass durch die Eigentumsrechte von Nordic Capital an Alloheim und die daraus resultierende Profitorientierung sowohl die Pflege als auch die Beschäftigten leiden.<ref>Sie kommen, um zu bleiben. In: ver.di Publik. 28. September 2023, abgerufen am 29. März 2024.</ref>

2025 geriet das Seniorenheim „NINO-Allee“ in Nordhorn wenige Monate nach der Übernahme durch Alloheim in die Kritik. Angehörige und Personal berichteten von Personalmangel, zusätzlichen Aufgaben für Pflegekräfte und einem raueren Umgangston; der Betreiber wies die Vorwürfe zurück.<ref>Vivienne Kraus: Nordhorner Pflegeheim in der Kritik: Angehörige und Personal beklagen Missstände. In: noz.de. 19. September 2025, abgerufen am 22. September 2025.</ref> Ebenfalls 2025 mussten im Pflegeheim in Bramsche 19 ehrenamtliche Helfer des Roten Kreuzes einspringen, nachdem sich sechs von acht Mitarbeitenden krankgemeldet hatten. Laut Alloheim wurde die vorgeschriebene Personalstärke und Fachkraftquote dennoch erfüllt.<ref>Viele Mitarbeiter krank: Seniorenheim bittet Rotes Kreuz um Hilfe. In: noz.de. 2. Juni 2025, abgerufen am 22. September 2025.</ref>

Im Herbst desselben Jahres berichtete das Magazin Stern ausführlich über die Missstände.<ref>Nicolas Büchse, Ingrid Eißele, Sabine Greul, Lisa Jansen, Alexander Römer: Mieses Geschäft. In: Stern. Nr. 43, 16. Oktober 2025, S. 40–49 (stern.de [abgerufen am 2. November 2025]).</ref> Auch lägen dem Stern Unterlagen vor, die den Verdacht nahelegten, dass die Abrechnungen von Alloheim für seine Pflegekräfte falsch seien.<ref>Magazin Stern erhebt Vorwürfe gegen Alloheim. In: carevor9.de. 16. Oktober 2025, abgerufen am 20. Oktober 2025.</ref> Die Alloheim-Gruppe wies in einer Stellungnahme auf ihrer Webseite die Vorwürfe als ungerechtfertigt und unzutreffend zurück und leitete rechtliche Schritte gegen das Magazin ein.<ref>Alloheim geht juristisch gegen RTL und Stern vor. In: carevor9.de. 20. Oktober 2025, abgerufen am 20. Oktober 2025.</ref><ref>AlloheimGruppe: Unsere Antworten auf die RTL-Reportage „Team-Wallraff“. In: Alloheim-Gruppe. Abgerufen am 26. März 2026.</ref>

Private-Equity-Gesellschafter[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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