Inkaliliengewächse
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| Datei:Alstroemeria aurea.jpg
Alstroemeria aurea in Chile | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Alstroemeriaceae | ||||||||||||
| Dumort. |
Die Inkaliliengewächse (Alstroemeriaceae) sind eine Pflanzenfamilie innerhalb der Ordnung der Lilienartigen (Liliales). Die Familie Alstroemeriaceae wird in zwei Tribus gegliedert und enthält vier Gattungen mit etwa 170 Arten, die hauptsächlich in der Neotropis verbreitet sind und einige Arten kommen in Neuseeland sowie Australien vor.<ref name="APWeb" />
Beschreibung[Bearbeiten]
Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]
Es sind bei den Alstroemerieae ausdauernde krautige Pflanzen mit Rhizomen oder Knollen als Überdauerungsorgane oder bei den Luzuriageae mehr oder weniger verholzende Pflanzen. Es gibt einige Arten, die Kletterpflanzen sind.
Die wechselständig und bei den Alstroemerieae spiralig oder bei den Luzuriageae zweizeilig, aber nie rosettenförmig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die relativ großen Laubblätter sind als Besonderheit für diese Familie resupinat<ref name="APWeb" />, also die Blattspreite ist um etwa um 180 Grad verdreht. Die einfache, flache Blattspreite ist parallelnervig und linealisch bis lanzettliche. Die Blattunterseite ist nach oben gedreht und der Blattrand ist glatt. Das erste Makrofossil der Familie, ein Blatt aus dem Miozän von Neuseeland, zeigt ebenfalls die Resupination (Conran et al. 2014).
Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]
Die Blüten sitzen einzeln oder in achsel- oder endständigen, traubigen oder doldigen Blütenständen (Infloreszenzen) mit blattartigen Tragblättern.
Die zwittrigen, dreizähligen Blüten sind bei den Luzuriageae radiärsymmetrisch und bei den Alstroemerieae meist zygomorph. Die Blütenhüllblätter sind gleichgestaltet, deshalb gibt es (2 × 3) sechs weitgehend freie oder verwachsene Perigonblätter, die bei Alstroemerieae grün, orange, rot oder rosafarben sein können und bei Luzuriageae sind sie weiß. Am unteren Ende der Perigonblätter wird Nektar sezerniert. Es gibt zwei Kreise mit je drei freien Staubblättern. Drei Fruchtblätter sind zu einem bei Alstroemerieae unterständigen oder bei Luzuriageae oberständigen Fruchtknoten verwachsen mit vielen Samenanlagen in meist parietaler Plazentation.
Die Blütenformel lautet: <math>\downarrow</math> oder <math>\star \; P_{3+3}</math> oder <math>P_{(3+3)} \; A_{3+3} \; G_{\overline{(3)}} </math> oder <math> G_{\underline{(3)}}</math>
Früchte und Samen[Bearbeiten]
Sie bilden Kapselfrüchte oder manchmal auch Beeren. Die Samenschale (Testa) ist dünn.
Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]
Barthélemy Charles Joseph Dumortier stellte 1829 die Familie der Alstroemeriaceae als Teil der „Iridarieae“ auf. Mit Alstroemeria salsilla wurde 1762 die Gattung Alstroemeria von Carl von Linné in Planta Alströmeria aufgestellt und er benannte sie zu Ehren seines Studenten Claes Alströmer (1736–1794); sie ist die Typusgattung der Familie.
Die molekulargenetischen Untersuchungen haben dazu geführt, dass die Familiengrenzen innerhalb der Ordnung der Lilienartigen (Liliales) sich stark verschoben haben.<ref name="APGIII" /> Die Arten der ehemaligen Familie Luzuriagaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Lotsy wurden in die Familie der Alstroemeriaceae eingegliedert.
Folgendes Kladogramm zeigt die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Familie der Alstroemeriaceae und zu den anderen Familien innerhalb der Ordnung der Liliales.<ref name="APGIII" /><ref name="APWeb" /><ref name="Fay2006" /><ref name="Chacón2012" />
| Liliales |
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Die Familie Alstroemeriaceae wird in zwei Tribus gegliedert und enthält vier Gattungen mit etwa 170 Arten<ref name="GRIN" />:
- Tribus Alstroemerieae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Bernhardi: Sie enthält nur zwei Gattungen mit etwa 165 Arten in der Neotropis von den gemäßigten bis in die tropischen Gebiete:
- Inkalilien (Alstroemeria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L., Syn.: Schickendantzia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Pax, Taltalia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ehr.Bayer):<ref name="Sanso1999" /> Die etwa 126 Arten sind in der Neotropis verbreitet.<ref name="Neotropikey" />
- Bomarien (Bomarea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mirb., Syn.: Vandesia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Salisb., Collania Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Herb. nom. illeg., Sphaerine Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Herb., Dodecasperma Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf., Wichuraea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.M.Roem., Danbya Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Salisb., Leontochir Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Phil.): Die 100 bis 110 Arten sind in der Neotropis vom zentralen Mexiko und den Karibischen Inseln bis Südamerika verbreitet.<ref name="Hofreiter2005" /><ref name="Neotropikey" /><ref name="Chacón2012" />
- Drei monotypische Gattungen wurden ab 1999 aufgelöst, da die Löwentatze Leontochir ovallei Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Phil. als Bomarea ovallei Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Phil.) Ravenna zur Gattung Bomarea<ref name="Hofreiter2006" />, Schickendantzia hieronymi Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Pax als Alstroemeria pygmaea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Herb.<ref name="Sanso1999" /> und Taltalia graminea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Phil.) Ehr.Bayer als Alstroemeria graminea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Phil. zur Gattung Alstroemeria gestellt wurde.<ref name="Aagesen2003" /><ref name="Chacón2012" />
- Tribus Luzuriageae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Benth. & Hook. (Syn.: Luzuriagaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Lotsy): Sie enthält nur zwei Gattungen mit sechs Arten, die mit einem disjunkten Areal nur auf der Südhalbkugel vorkommen: von Peru bis Feuerland und den Falklandinseln, in Neuseeland und Australien (von New South Wales bis Tasmanien):
- Drymophila Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.R.Br.: Die nur zwei Arten sind in Australien verbreitet:
- Drymophila cyanocarpa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.R.Br.: Sie kommt vom südöstlichen New South Wales bis Tasmanien vor.<ref name="WCSP" />
- Drymophila moorei Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Baker: Sie kommt nur vom südöstlichen Queensland bis zum nordöstlichen New South Wales vor.<ref name="WCSP" />
- Luzuriaga Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ruiz & Pav. (Syn.: Enargea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Banks ex Gaertn.): Sie enthält etwa vier Arten:
- Luzuriaga marginata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Gaertn.) Benth. & Hook. f.: Sie kommt im südlichen Chile, im südlichen Argentinien und auf den Falkland-Inseln vor.<ref name="WCSP" />
- Luzuriaga parviflora Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Hook. f.) Kunth: Sie ist in Neuseeland verbreitet.<ref name="WCSP" />
- Luzuriaga polyphylla Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Hook. f.) J.F.Macbr. (Syn.: Luzuriaga erecta Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kunth): Sie kommt nur im südlichen Chile vor.<ref name="WCSP" />
- Luzuriaga radicans Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ruiz & Pav.: Sie ist im südlichen und zentralen Chile und im südlichen Argentinien verbreitet.<ref name="WCSP" />
- Drymophila Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.R.Br.: Die nur zwei Arten sind in Australien verbreitet:
Nutzung[Bearbeiten]
Sorten aus der Gattung Alstroemeria werden als Zierpflanzen, besonders als Schnittblumen, genutzt.
Bei einigen Bomarea-Arten werden die stärkehaltigen, unterirdischen Pflanzenteile gegart gegessen.<ref name="PFAF" />
Literatur[Bearbeiten]
- Die Familie der Alstroemeriaceae bei der APWebsite. (Abschnitte Systematik und Beschreibung)
- Die Familie der Alstroemeriaceae und die Familie der Luzuriagaceae bei DELTA von L. Watson & M. J. Dallwitz. (Abschnitt Beschreibung)
- Anton Hofreiter, R. E. Rodríguez: The Alstroemeriaceae in Peru and neighbouring areas. In: Revistá Biología Peruana, Volume 13, Issue 1, 2006, S. 1–62.
- M. C. Assis, 2009: Neotropical Alstroemeriaceae. bei Neotropikey – Interactive key and information resources for flowering plants of the Neotropics.
- Juliana Chacón, M. Camargo de Assis, A. W. Meerow, Susanne S. Renner: From east Gondwana to Central America: Historical biogeography of the Alstroemeriaceae. In: Journal of Biogeography, Volume 39, Issue 10, 2012, S. 1806–1818. doi:10.1111/j.1365-2699.2012.02749.x.
- John G. Conran, Jennifer M. Bannister, Dallas C. Mildenhall, Daphne E. Lee, Juliana Chacón, Susanne S. Renner: Leaf fossils of Luzuriaga and a monocot flower with in situ pollen of Liliacidites contortus Mildenh. & Bannister sp. nov. (Alstroemeriaceae) from the Early Miocene. In: American Journal of Botany, Volume 101, Issue 1, 2014, S. 141–155. doi:10.3732/ajb.1300351.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="PFAF"> Einträge zu Alstroemeriaceae bei Plants For A Future </ref> <ref name="APWeb"> Die Familie der Alstroemeriaceae bei der APWebsite.</ref> <ref name="APGIII">Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG III. In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 161, Issue 2, 2009, S. 105–121. </ref> <ref name="Neotropikey"> M. C. Assis, 2009: Neotropical Alstroemeriaceae. bei Neotropikey – Interactive key and information resources for flowering plants of the Neotropics. </ref> <ref name="Hofreiter2006"> Anton Hofreiter: Leontochir: A Synonym of Bomarea (Alstroemeriaceae)? In: Harvard Papers in Botany, Volume 11, Issue 1, 2006, S. 53–60. </ref> <ref name="Hofreiter2005"> Anton Hofreiter: The genus Bomarea (Alstroemeriaceae) in Bolivia and southern South America. In: Harvard Papers in Botany, Volume 9, Issue 2, 2005, S. 343–374. </ref> <ref name="Aagesen2003"> Lone Aagesen, A. Mariel Sanso: The Phylogeny of the Alstroemeriaceae, Based on Morphology, rps16 Intron, and rbcL Sequence Data. In: Systematic Botany, Volume 28, Issue 1, 2003, S. 47–69.</ref> <ref name="Sanso1999"> Andrea M. Sanso, Cecili: The Synonymy of Schickendantzia with Alstroemeria (Alstroemeriaceae). In: Systematics and Geography of Plants, Volume 68, 1999, S. 315–323. </ref> <ref name="Fay2006"> M. F. Fay, M. W. Chase, N. Ronsted, D. S. Devey, Y. Pillon, J. C. Pires, G. Petersen, O. Seberg, J. I. Davis: Phylogenetics of Liliales: summarized evidence from combined analyses of five plastid and one mitochondrial loci. In: Aliso. Band 22, 2006, S. 559–565. </ref> <ref name="Chacón2012"> J. Chacón, M. Camargo de Assis, A. W. Meerow, Susanne S. Renner: From east Gondwana to Central America: Historical biogeography of the Alstroemeriaceae. In: Journal of Biogeography, Volume 39, Issue 10, 2012, S. 1806–1818. doi:10.1111/j.1365-2699.2012.02749.x. </ref> </references>