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Amomum

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Amomum

Amomum cf. dealbatum

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Ingwerartige (Zingiberales)
Familie: Ingwergewächse (Zingiberaceae)
Unterfamilie: Alpinioideae
Gattung: Amomum
Wissenschaftlicher Name
Amomum
Roxb.

Amomum ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Alpinioideae aus der Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae), die zu den Einkeimblättrigen Pflanzen gehört. Mit bis zu 200 Arten ist sie eine der beiden artenreichsten Gattungen in der Familie der Zingiberaceae. Einige Arten werden als Gewürz- und Heilpflanzen vom Menschen genutzt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Amom compact 080814-2107 srna.jpg
Rhizome von Amomum compactum
Datei:Amomum compactum Roscoe 1854.jpg
Illustration von Amomum compactum
Datei:Amomum nilgiricum drawing.jpg
Illustration von Amomum nilgiricum: A. Teil des Pseudostamm B. Blatthäutchen (Ligula) C. Blütenstand D. Tragblatt E. Deckblatt F. Blüte G. Kelch H. Kronlappen I. fertiles Staubblatt J. Labellum K. Fruchtknoten mit Drüsen und Griffel L. Narbe N. Frucht; aus V. P. Thomas, M. Sabu, K.M. Prabhu Kumar: Amomum nilgiricum (Zingiberaceae), a new species from Western Ghats, India. 2012, doi:10.3897/phytokeys.8.2152
Datei:Indian Medicinal Plants and Drugs Wellcome L0032803.jpg
Illustration aus Indian Medicinal Plants and Drugs Wellcome von Amomum aculeatum
Datei:Amom dealbat 100122-0530 gmalg.jpg
Fruchtstand mit stacheligen Kapselfrüchten von Amomum cf. dealbatum

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Amomum-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Sie bilden weit kriechende Rhizome als Überdauerungsorgane.

Es werden meist gutentwickelte „Pseudostämme“ aus meist vielen, selten nur ein bis vier Laubblättern gebildet. Die Blattscheide ist lang. Die Blatthäutchen (Ligulae) sind einfach oder zweilappig. Die Blattspreiten sind länglich oder lanzettlich.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Direkt aus dem Rhizom entwickelt sich auf einem kurzen bis sehr langen, mit schuppenförmigen Blattscheiden bedeckten, Blütenstandsschaft ein endständiger, traubiger, ähriger, rispiger Blütenstand, in dem die Blüten dicht zusammen stehen. Bei vielen Arten sieht der Blütenstand zapfenförmig aus. Es ist ein Tragblatt vorhanden. Jede Blüte steht über einem meist röhrenförmigen Deckblatt.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und dreizählig mit doppelten Perianth. Die drei Kelchblätter sind röhrig verwachsen. Die drei Kronblätter sind röhrig verwachsen mit einem aufrechten Kronlappen, der länger, breiter und konvexer ist als die beiden seitlichen. Nur das mittlere Staubblatt des inneren Kreises ist fertil; es besitzt einen langen, gut entwickelten Staubfaden. Die Anhängsel des Staubbeutels sind einfach, zwei- oder dreilappig. Alle anderen Staubblätter sind zu Staminodien reduziert und mindestens eines oder drei fehlen. Die beiden seitlichen Staminodien des äußeren Kreises sind pfriemförmig, klein oder fehlen. Das mittlere Staminodium des äußeren Kreises fehlt. Die beiden seitlichen Staminodien des inneren Kreises sind zu einem sogenannten Labellum verwachsen; es stellt den auffälligsten Teil der Blüte dar. Das meist verkehrt-eiförmige und breit konkave Labellum ist gelb bis orangefarben im Zentrum, besitzt einige rote Adern oder Zeichen und oft einen weißen Rand. Drei Fruchtblätter sind zu einem dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen mit vielen Samenanlagen in jeder Fruchtknotenkammer. Der dünne Griffel endet meist in einer trichterförmigen, bewimperten Narbe.

Die unregelmäßig geformten Kapselfrüchte besitzen eine glatte, kantige oder stachelige Oberfläche und enthalten viele Samen. Die rechteckigen oder kantigen Samen besitzen einen fleischigen oder häutigen Arillus.

Standorte[Bearbeiten]

Die Gattung Amomum gedeiht fast nur in tropischen Gebieten. Die meisten Amomum-Arten gedeihen als immergrüne große Pflanzen in feuchten Wäldern besonders in Lichtungen und an Waldrändern. Es gibt auch einige Epiphyten und selten saisongrüne, kleine Pflanzen, in der Krautschicht der Wälder.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Amomum gehört zur Tribus Alpinieae in der Unterfamilie der Alpinioideae innerhalb der Familie der Zingiberaceae.

Die Gattung Amomum wurde 1753 durch Carl von Linné in Monandria Monogynia zum ersten Mal aufgestellt mit vier Arten: Amomum zingiber, Amomum zerumbet, Amomum cardamomum und Amomum grana-paradisi. Diese vier Arten gehören heute zu Aframomum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.K.Schum., Zingiber Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Boehm und Elettaria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Maton. Die heute gültige Veröffentlichung der Gattung Amomum erfolgte 1820 durch William Roxburgh in Plants of the Coast of Coromandel, 3, S. 75<ref name="Roxburgh1820" /><ref name="Roxburgh1820">William Roxburgh: Plants of the Coast of Coromandel, 3, 1820, S. 75 eingescannt bei biodiversitylibrary.org.</ref> mit der Typusart Amomum subulatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Roxb. Der Gattungsname Amomum leitet sich vom griechischen Wort ἄμωμον, amomon ab, das für eine indische Gewürzpflanzenart benutzt wurde. Amomum (bzw. arabisch Hamama) bezeichnete im Mittelalter möglicherweise eine Dionysia-Art wie Dionysia diapensiaefolia.<ref>Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 212–213 (zu Pes columbinus).</ref> Synonyme für Amomum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Roxb. sind: Cardamomum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rumph. ex Kuntze, Conamomum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ridl., Geocallis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Horan., Meistera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Giseke, Paludana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Giseke, Paramomum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.S.Q.Tong, Torymenes Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Salisb. nom. nud., Zedoaria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf., Wurfbainia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Giseke.<ref name="GRIN" /><ref name="WCSP" />

Die bisherige Aufgliederung der Gattung in zwei Untergattungen kann von Yong-Mei Xia et al. 2004 nicht bestätigt werden, auch eine Gliederung in Sektionen ist mit den derzeitigen Ergebnissen aus den molekulargenetischen Untersuchungen nicht möglich; es zeigen sich gut bestätigte Kladen, aber weitere Untersuchungen sind erforderlich, um die Verwandtschaftsverhältnisse klar zu zeigen.

Das Hauptverbreitungsgebiet ist Südostasien. Einzelne Arten kommen vom Himalaja durch Südostasien bis ins nördliche Australien und bis zum zentralen Pazifikraum vor. In China kommen 39 Arten vor, davon 29 nur dort.<ref name="FoC" />

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Datei:Amomum compactum 4zz.jpg
Habitus von Amomum compactum in Kultur
Datei:Amom compact 101127-09530 ltn.jpg
Zygomorphe Blüte von Amomum compactum
Datei:Amomum nilgiricum ligules.jpg
Blatthäutchen (Ligulae) von Amomum nilgiricum
Datei:Amomum nilgiricum habit.jpg
Oberirdische Pflanzenteile von Amomum nilgiricum
Datei:Amomum nilgiricum rhizome.jpg
Unterirdische Pflanzenteile von Amomum nilgiricum
Datei:Amomum nilgiricum inflorescence.jpg
Zapfenförmiger Blütenstand von Amomum nilgiricum
Datei:Amomum nilgiricum infructescence.jpg
Fruchtstand von Amomum nilgiricum
Datei:Amomum nilgiricum bract.jpg
Tragblatt von Amomum nilgiricum
Datei:Amomum nilgiricum bracteole.jpg
Deckblatt von Amomum nilgiricum
Datei:Amomum nilgiricum calyx.jpg
Kelch von Amomum nilgiricum
Datei:Amomum nilgiricum corolla lobes.jpg
Kronlappen von Amomum nilgiricum
Datei:Amomum nilgiricum labellum.jpg
Labellum von Amomum nilgiricum
Datei:Amomum nilgiricum stamen.jpg
Fertiles Staubblatt mit abgeflachten Staubfaden von Amomum nilgiricum
Datei:Amomum nilgiricum ovary.jpg
Fruchtknoten mit Griffel von Amomum nilgiricum
Datei:Amomum nilgiricum stigma.jpg
Narbe von Amomum nilgiricum
Datei:Amomum pterocarpum (8892284817).jpg
Habitus von Amomum pterocarpum im Habitat
Datei:Amomum pterocarpum (8892291405).jpg
Zygomorphe Blüten von Amomum pterocarpum
Datei:Amomum subulatum north Bengal AJT Johnsingh.JPG
Habitus des Schwarzen Kardamom (Amomum subulatum)
Datei:Black cardamom flower.jpg
Zygomorphe Blüte des Schwarzen Kardamom (Amomum subulatum)
Datei:Sa nhân (Amomum villosum).JPG
Habitus von Amomum villosum

Nicht mehr zur Gattung Amomum gehört beispielsweise:

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Nutzung[Bearbeiten]

Viele Amomum-Arten (Beispiele siehe Artliste oben) und nah verwandte Arten werden in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet.<ref name="FoC" /> Lanxangia tsaoko (früher: Amomum tsaoko) ist eine Nahrungspflanze in China. Schwarzer Kardamom (Amomum subulatum) wird als Gewürz verwendet. In alten heilkundlichen lateinischen Texten steht Amomum<ref>Vgl. Wouter S. van den Berg (Hrsg.): Eene Middelnederlandsche vertaling van het Antidotarium Nicolaï (Ms. 15624–15641, Kon. Bibl. te Brussel) met den latijnschen tekst der eerste gedrukte uitgave van het Antidotarium Nicolaï. Hrsg. von Sophie J. van den Berg, oekhandel en Drukkerij E. J. Brill, Leiden 1917, S. 199.</ref> für Grüner Kardamom (Amomum cardamomum L.) bzw. dessen Früchte, möglicherweise auch für eine Dionysia-Art wie Dionysia diapensiaefolia.<ref>Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 212–213 (zu Pes columbinus und Amomum bzw. arabisch Hamama).</ref>

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> <ref name="FoC"> Delin Wu, Kai Larsen: Zingiberaceae.: Amomum, S. 347 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 24: Flagellariaceae through Marantaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing / St. Louis, 2000, ISBN 0-915279-83-5. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Amomum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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