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Amtsgericht Dorum

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Datei:Dorum Rathaus 2011.jpg
Das denkmalgeschützte Amtsgerichtsgebäude, heute Rathaus

Das Amtsgericht Dorum war ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Dorum.

Das Gebäude steht unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Wurster Nordseeküste).<ref>Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Revolution von 1848 wurden im Königreich Hannover die Rechtsprechung von der Verwaltung getrennt und die Patrimonialgerichtsbarkeit abgeschafft.<ref>Gesetz über die Gerichtsverfassung vom 8. November 1850 (Gesetz-Sammlung für das Königreich Hannover, S. 207http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10510358~SZ%3D239~doppelseitig%3D~LT%3DGesetz-Sammlung%20f%C3%BCr%20das%20K%C3%B6nigreich%20Hannover%2C%20S.%20207~PUR%3D)</ref> Das Amtsgericht wurde daraufhin mit der Verordnung vom 7. August 1852 die Bildung der Amtsgerichte und unteren Verwaltungsbehörden betreffend als königlich hannoversches Amtsgericht gegründet. Es umfasste das Amt Dorum.<ref>Hannoversche Gesetzgebung über Staats- und Gemeinde-Verwaltung, 1852, S. 32, 65, online</ref>

Das Amtsgericht war dem Obergericht Lehe untergeordnet.<ref>Verzeichnis der Obergerichte, Anlage zur Verordnung zur Ausführung der §§ 14, 15 und 35 des Gesetzes über die Gerichtsverfassung vom 8. November 1850 vom 7. August 1852, abgedruckt in: Gerhard Adolf Wilhelm Leonhardt: Die Justizgesetzgebung des Königreichs Hannover: unter besonderer Berücksichtigung der Regierungs- und ständischen Motive zum practischen Gebrauche, Band 3, 1852, S. 135 online</ref> Im Jahr 1859 wurde das Amtsgericht Dorum dem Obergericht Verden zugeordnet.

Mit der Annexion Hannovers durch Preußen wurde es zu einem preußischen Amtsgericht in der Provinz Hannover und war seit 1879 dem Landgericht Verden zugeordnet.<ref>Preuß. GSS 1878, S. 109 ff.</ref>

Zum 1. Dezember 1912 wurde die Zuständigkeit für den vor Bremerhaven gelegenen Teil des Weserstromes zwischen Bremerhaven und Imsum vom Amtsgericht Dorum an das Amtsgericht Geestemünde abgegeben.<ref>Preuß. GSS 1912, S. 56</ref> Nachdem die ehemalige Gemeinde Wanhöden 1926 mit Teilen anderer Gemeinden zu der neuen Landgemeinde Wursterheide zusammengeschlossen wurde, vergrößerte sich der Gerichtssprengel des Amtsgerichtes Dorum um einige Grundstücke, die vorher dem Amtsgericht Wesermünde-Lehe zugeordnet waren.<ref>Preuß. GSS 1926, S. 4</ref> Im Jahre 1932 kam die gesamte Landgemeinde Wanhöden zum Amtsgericht Dorum.<ref>Preuß. GSS 1932, S. 355</ref> Im Jahre 1933 wurde die Landgemeinde Altenwalde vom Amtsgericht Dorum ab- und dem Amtsgericht Otterndorf zugeschlagen.<ref>Preuß. GSS 1933, S. 349</ref> Spätestens zum 1. Januar 1944 stellte das Amtsgericht Dorum seinen Geschäftsbetrieb wegen Personalmangels ein, seine Aufgabe wurde vorübergehend von dem Amtsgericht Wesermünde übernommen.<ref>Deutsche Justiz, 11. Jg., 1943, Nr. 32, S. 443</ref>

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Amtsgericht Dorum wieder eröffnet und dann ein Amtsgericht des Landes Niedersachsen.

Durch Verordnung vom 30. Januar 1948 wurde das Amtsgericht Dorum mit Wirkung zum 1. Februar 1948 dem Gerichtsbezirk des Landgerichtes Stade zugewiesen.<ref>Nds. GVBl. Nr. 1/1948, S. 3</ref>

Im Jahre 1949 erweiterte sich der Sprengel des Amtsgerichtes Dorum um die Gemeinden Krempel und Neuenwalde aus dem Bezirk des Amtsgerichts Langen<ref>Nds. GVBl. 1949, S. 93</ref>. Gemäß dem Gesetz über die Organisation der ordentlichen Gerichte von 1962 bestand der Sprengel des Amtsgerichts Dorum aus dem Landkreis Wesermünde mit den Gemeinden Cappel, Cappel-Neufeld, Deichsende, Dorum, Holßel, Imsum, Krempel, Midlum, Misselwarden, Mulsum, Neuenwalde, Nordholz, Padingbüttel, Spieka, Spieka-Neufeld, Wanhöden, Wremen und Wursterheide.<ref>Nds. GVBl. 1962, S. 97</ref> Im Jahre 1973 wurde das Amtsgericht aufgehoben und sein Sprengel dem Amtsgericht Langen zugeordnet.<ref>Zweites Gesetz zur Aufhebung kleiner Amtsgerichte, NdsGVBl. S. 61.</ref>

Gebäude[Bearbeiten]

Der freistehende zweigeschossige, siebenachsige Backsteinbau mit ziegelgedecktem Satteldach, symmetrischen Fassaden, kräftigen Dachgesimsen und schlichtem Backsteinschmuck wurde um 1890 nach der Neuordnung des Gerichtswesen gebaut. In dem Gebäude ist heute das Rathaus von Dorum.

Im Rathaus I der Gemeinde Wurster Nordseeküste, Westerbüttel 13 in Dorum, sind u. a. der Bürgermeister und die Zentralen Dienste untergebracht.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Koordinaten: 53° 41′ 19,5″ N, 8° 33′ 45,4″ O

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