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Anna Thalhammer

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Datei:Anna Thalhammer.jpg
Anna Thalhammer (2024)

Anna Thalhammer (* 9. August 1985 in Ried im Innkreis<ref name="Lebenslauf" />) ist eine österreichische Journalistin. Nach mehreren Jahren bei der Tageszeitung Die Presse, seit 2019 als Chefreporterin, ist sie seit 1. März 2023 Chefredakteurin der Zeitschrift profil.<ref name="APA-OTS-KurierVerlagsges-20221219">Generationswechsel beim profil: Anna Thalhammer wird neue Chefredakteurin. In: APA-OTS-Aussendung der Kurier Redaktionsges.m.b.H. & Co KG (Eigentümerin des profil), 19. Dezember 2023, abgerufen am 11. März 2023.</ref> Seit Jänner 2025 ist sie zusätzlich Herausgeberin mit Budgethoheit für die profil Redaktion.<ref name=":0">Chefredakteurin Anna Thalhammer wird auch "Profil"-Herausgeberin. Abgerufen am 31. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Ausbildung[Bearbeiten]

Anna Thalhammer besuchte ab 1995 das Gymnasium in Bad Ischl. Nach der Matura im Jahr 2003 studierte sie bis 2005 Germanistik an der Universität Salzburg. 2005 wechselte sie an die Universität Wien und studierte dort mit den Schwerpunkten Cultural Studies, Jiddische Literatur, DDR-Literatur sowie Wahnsinn in der Literatur<ref name="Anna-Thalhammer-Xing" /> Judaistik im Bakkalaureats- und Deutsche Philologie im Diplomstudium. Letzteres schloss sie 2010 am Institut für Germanistik bei Michael Rohrwasser mit ihrer Diplomarbeit Literatur und Politik in der DDR im Kampf um die Macht. Volker Brauns Hinze-Kunze-Roman mit dem akademischen Grad Magistra der Philosophie (Mag. phil.) ab.<ref name="Lebenslauf" />

Da ihr Vater, der – wie Anna Thalhammer im März 2023 im Vorstellungsleitartikel im profil schrieb – in einem Armenhaus groß geworden ist, der Meinung gewesen war, „man müsse sich sein Geld selbst verdienen“, begann sie studienbegleitend im Kurier-Medienhaus zu arbeiten. Dieser Studentenjob mit Korrekturarbeiten, in dem sie neun Euro die Stunde verdiente, war ihre „erste Station im Journalismus“.<ref name="Thalhammer-Vorstellungsleitartikel-profil-2023">Anna Thalhammer: Von Visionen und Wunschkonzerten. (Mit autobiografischen Angaben Thalhammers.) In: profil, 11. März 202, abgerufen am 12. März 2023.</ref> Von 2005 bis 2007 war sie beim Unternehmen Science Communications in Wien als Texterin und im Marketing tätig.

Beruf[Bearbeiten]

Ab Februar 2007 arbeitete sie bei der Tageszeitung Kurier als Redakteurin in der „Wien-Chronik“ und in der Schlussredaktion. Von September 2010 bis Mai 2012 war sie als Chefin vom Dienst bei der Zeitschrift biber,<ref name="Lebenslauf" /> ab Juni 2012 bei der Boulevardzeitung<ref name="Thalhammer-Vorstellungsleitartikel-profil-2023" /> Heute als Redakteurin in der „Wien-Chronik“ tätig.<ref name="Anna-Thalhammer-Xing">Anna Thalhammers Profil in Xing. Stand ca. Mai 2021, abgerufen am 12. März 2023.</ref> Im Jahr 2015 wechselte sie zur Presse und war dort seit 2017 Mitglied der Innenpolitik-Redaktion sowie ab 2019 Chefreporterin.

Am 19. Dezember 2022 wurde bekannt, dass sie – in Nachfolge von Christian Rainer – zur Chefredakteurin des zur Kurier-Media-Gruppe gehörenden Nachrichtenmagazins profil bestellt wurde.<ref name="APA-OTS-KurierVerlagsges-20221219" /><ref name="DiePresse-20221219">rovi: Anna Thalhammer wird Chefredakteurin des „Profil“. 19. Dezember 2022, abgerufen am 12. März 2023.</ref><ref>Anna Thalhammer wird neue Chefredakteurin des profil. 19. Dezember 2022, abgerufen am 12. März 2023.</ref>

Im Jänner 2025 übertrug ihr der Aufsichtsrat von profil auf Vorschlag von Geschäftsführer Richard Grasl die Herausgeberschaft mit Budgethoheit.<ref name=":0" />

Wirken[Bearbeiten]

Anna Thalhammer war im Jahr 2017 maßgeblich an Enthüllungen von Dirty-Campaigning-Methoden rund um den SPÖ-Berater Tal Silberstein bei der Nationalratswahl in Österreich 2017 beteiligt (Silberstein-Affäre). Nach der Wahl und noch vor der Angelobung der einzelnen Abgeordneten im Nationalrat enthüllte sie Vorwürfe der sexuellen Belästigung von Frauen, die den ehemaligen Nationalratsabgeordneten Peter Pilz belasteten. Dieser erreichte bei der Wahl mit der gleichnamigen Liste Peter Pilz 4,41 Prozent, nahm aber sein Mandat aufgrund dieser und weiterer Vorwürfe gegen ihn zunächst nicht an.

Im November 2019 wurde bekannt, dass im Rahmen der BVT-Affäre am 10. Mai 2019 durch das Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung versucht wurde, das Mobiltelefon von Thalhammer beschlagnahmen zu lassen, um ihre Informanten zu identifizieren. Auch das Gerät der NEOS-Abgeordneten Stephanie Krisper sollte konfisziert werden. Die Staatsanwaltschaft Wien lehnte diese Ansinnen Anfang Juli ab.<ref>Ermittler wollten Handy von "Presse"-Redakteurin beschlagnahmen. In: Die Presse, 14. November 2015 (Printversion: 15. November 2015, S. 5), abgerufen am 12. März 2023.</ref><ref>Fabian Schmid: BVT: Ermittler wollten in BVT-Causa auch Handy von Journalistin beschlagnahmen. In: Der Standard, 14. November 2015 (Printversion: 15. November 2015, S. 7), abgerufen am 12. März 2023.</ref>

Im Frühjahr 2021 kam es zu einem weiteren außergewöhnlichem Vorfall: Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wollte die Journalistin strafrechtlich verfolgen lassen, weil sie die Tatbestände der üblen Nachrede, der Verleumdung und der Beleidigung der Behörde verwirklicht sahen. Dieser Vorgang führte zu großer Aufregung. Es wurden jedoch keine Ermittlungen eingeleitet, da die zuständige Oberstaatsanwaltschaft Wien keinen Anfangsverdacht sah.<ref>Fabian Schmid: Justizpolitik: Korruptionsstaatsanwälte zeigten Journalistin wegen übler Nachrede an. In: Der Standard. 17. Januar 2021, abgerufen am 12. März 2023.</ref>

Als Chefreporterin der Presse richtete sie einen Fokus auf das Thema „Korruption in Österreich“; sie ist Expertin für Geheimdienste und bearbeitete in internationalen Recherchekooperationen den Fall rund um Wirecard. Dabei beleuchtete sie vor allem das fragliche Leben des Ex-Wirecard-Vorstands Jan Marsalek und seine Kontakte zu Geheimdiensten. International wurden ihre Recherchen aufgegriffen und zitiert.<ref name="DiePresse-20221219" />

In einer Serie in Die Presse („Der Maulwurf-Akt“) widmete sie sich dem früheren BVT-Mitarbeiter Egisto Ott und Jan Marsalek, kurz danach versuchte Ott Anna Thalhammer sowohl persönlich als auch privat zu diskreditieren.<ref>Oliver Pink: Egisto Ott, der Maulwurf und seine Kanäle. 3. April 2024, abgerufen am 3. April 2024.</ref> Dabei wurde sie auf der Straße von russischen Agenten verfolgt.<ref>Putins Maulwurf in Wien: Der Fall Egisto Ott. 9. September 2024, abgerufen am 15. September 2024.</ref>

Privates[Bearbeiten]

Anna Thalhammer ist Mutter einer Tochter.<ref>Oliver Mark: "Profil"-Chefredakteurin Thalhammer: "Die sind froh, wenn sie sich nicht um den Laden kümmern müssen". Interview. In: Der Standard, 8. März 2023, abgerufen am 12. März 2023.</ref><ref>Tweet von Anna Thalhammer auf Twitter.com, 30. Oktober 2021, abgerufen am 12. März 2023: „… dass wir unsere 2-jährige …“</ref>

Werke[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Köksal Bataci: Ich bin redaktionell völlig unabhängig. Die neue „Profil“- Chefredakteurin Anna Thalhammer über die größten Baustellen des Magazins und warum sie sich den Job überhaupt antut. In: Österreichs Journalist:in, 37. Jahrgang, Ausgabe 01/2023, 2. März 2023, S. 68–75.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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