Aphrophora
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| Aphrophora | ||||||||||||
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Alpenschaumzikade (Aphrophora major) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Aphrophora | ||||||||||||
| Germar, 1821 |
Aphrophora ist eine Gattung der Schaumzikaden mit holarktischer Verbreitung. In Europa leben sechs Arten der Gattung, eine davon nur extrem selten im östlichen Polen, die anderen auch in Deutschland. Die Gattung umfasst mehr als 70 Arten<ref name="Cool" />, von denen einige allerdings taxonomisch unklar (Nomen dubium) sind. Einige Arten gelten als Forstschädlinge.
Merkmale[Bearbeiten]
Es handelt sich um gedrungene Zikaden mit in Aufsicht moderat langgestreckter, rhombischer bis ovaler Körperform mit einer Körperlänge zwischen 7 und 15 Millimeter. Die Arten sind unauffällig braun gefärbt, oft mit einer hellen und dunklen Fleckenzeichnung. Der in Aufsicht dreieckige Kopf trägt mittig einen Längskiel, der sich bei vielen Arten auf dem Pronotum fortsetzt. Kopf, Pronotum und die derb ledrig wirkenden Vorderflügel sind punktiert. Kopf und Pronotum, teilweise auch die Vorderflügel, sind dicht kurz behaart. Der Frontoclypeus, die großen Sklerite, der den größten Teil der Kopfvorderseite ausmachen, sind langgestreckt und merklich mehr oder weniger weit vorgewölbt, hinter ihnen befindet sich die Saugpumpe (Cibarialpumpe), mit denen das Tier Pflanzensäfte (Xylem) saugt. Der Saugrüssel selbst ist von moderater Länge, er erreicht zurückgelegt die Hinterhüften, er ist damit länger als bei den meisten verwandten Gattungen. Das Pronotum ist breiter als lang, es ist hinten etwas eingebuchtet.<ref name="Komatsu" />
Die Arten der Gattung sind oft untereinander sehr ähnlich und sicher nur nach der Gestalt der männlichen Begattungsorgane unterscheidbar.
Biologie und Lebensweise[Bearbeiten]
Imagines der Aphorophora-Arten saugen an verschiedenen Baum- oder Straucharten, je nach Art sind sie polyphag mit breitem Wirtsspektrum oder monophag an einer einzelnen Art bzw. Gattung. Die Arten gehören zu den Schaumzikaden, bei denen die Jugendstadien (Nymphen) eingehüllt in Schaumnestern leben, die sie selbst durch das Einblasen von Luft in ein abgegebenes Sekret erzeugen. Die Nymphen leben an denselben Nahrungspflanzen wie die Imagines, oder sie nutzen andere, sehr oft krautige Arten. Bei einigen amerikanischen Arten saugen die Nymphen unterirdisch an Kriechsprossen oder Wurzeln<ref name="Hamilton" />.
Verbreitung[Bearbeiten]
Aphrophora-Arten sind in der Alten Welt vor allem aus Ostasien und aus Europa (Westpaläarktis) bekannt, aus den dazwischen liegenden Regionen gibt es wenige Nachweise, was aber auch an der schlechten faunistischen Erforschung liegen kann. Zahlreiche weitere Arten leben in Nordamerika, darunter einige aus der Alten Welt eingeschleppte. In Japan leben 13 Arten der Gattung<ref name="Komatsu" />, auf Taiwan 15<ref name="Shih" />. In Kanada leben 12 Arten<ref name="Hamilton" />. Wenige Arten wurden auch aus Südamerika angegeben, dabei handelt es sich um dubiose Arten, die teilweise seit ihrer Beschreibung nicht wiedergefunden worden sind. Zumindest teilweise, möglicherweise auch ganz, gehören sie anderen Gattungen an.<ref name="Gay" />
Taxonomie[Bearbeiten]
Typusart der Gattung ist Cercopis alni Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Fallén, 1806, heute Aphrophora alni, durch nachträglichen Beschluss der ICZN.<ref name="ICZN" /> Die Gattung ist in Europa, in Japan und in Nordamerika gut erforscht, aber im Rest der Welt sehr schlecht bearbeitet, eine weltweite Revision der Gattung ist dringend erforderlich. Sie umfasst zahlreiche „dubiose“ Arten (Nomen dubium), bei denen es sich wahrscheinlich um Synonyme anderer Arten handelt. So wurde erst kürzlich die aus Belgien beschriebene Art Aphrophora willemsi mit Aphrophora salicina synonymisiert<ref name="Liang" />. Auch andere Arten, darunter etliche von dem italienischen Forscher Valerio Capanni beschriebene Arten, sind seit seiner Beschreibung niemals wiedergefunden worden. Bei der Revision der japanischen Fauna<ref name="Komatsu" /> synonymisierte Tadashi Komatsu von den 44 vorher beschriebenen Arten 31. Die tatsächliche Artenzahl der Gattung ist daher unklar.
In der europäischen Fauna<ref name="Faunaeuropaea" /> sind sechs Arten nachgewiesen (deutsche Namen nach Biedermann & Niedringhaus<ref name="Biedermann" />):
- Aphrophora alni – Erlenschaumzikade
- Aphrophora corticea – Kiefernschaumzikade
- Aphrophora major – Alpenschaumzikade
- Aphrophora pectoralis – Bunte Weidenschaumzikade
- Aphrophora salicina – Braune Weidenschaumzikade
- Aphrophora similis
Ökonomische Bedeutung[Bearbeiten]
Die amerikanischen Arten Aphrophora saratogensis und Aphrophora cribrata (syn. Aphrophora parallela) gelten als Forstschädlinge auf Kiefern-Arten (Pinus).<ref name="Vandriesche" /> Aphrophora cribrata wurde von hier aus in weitere Regionen eingeschleppt. Die europäischen Aphrophora alni und Aphrophora salicina gelten als, weniger bedeutsame, Schädlinge auf Weichhölzern, in Zier- und Hausgärten<ref name="Alford" /> und Kurzumtriebsplantagen<ref name="Perny" />.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references responsive> <ref name="Cool">Genus Aphrophora, in Soulier-Perkins, A. (2016) COOL - Cercopoidea Organised On Line abgerufen am 12. August 2016.</ref> <ref name="Komatsu">Tadashi Komatsu (1997): A Revision of the Froghopper Genus Aphrophora Germar. (Homoptera, Cearcopoidea, Aphrophoridae) from Japan, Part 1. Japanese Journal of Entomology 65(1), 81-96.</ref> <ref name="Shih">Hsien-Tzung Shih & Jeng-Tze Yang (2002): Checklist of Aphrophoridae (Homoptera: Cercopoidea) from Taiwan. Formosan Entomologist 22: 193-214.</ref> <ref name="Hamilton">Andrew Hamilton: The Spittlebuqs of Canada (Homoptera, Cercopidae). The Insects and Arachnids of Canada, Part 10. Biosystematics Research Institute, Ottawa, Ontario, Research Branch Agriculture Canada, Publication 1740. Ottawa 1982.</ref> <ref name="Gay">Claudio Gay: Historia fisica y politica de Chile (Editor General: Rafael Sagredo Baeza). Zoologia VII. Biblioteca Fundamentos de la Construcción de Chile, 2010. ISBN 978-956-8306-58-8</ref> <ref name="ICZN">International Commission on Zoological Nomenclature: Opinion 590 Aphrophora Germar, 1821 (Insecta, Hemiptera): designation under the Plenary Powers of a type-species in harmony with accustomed usage. Bulletin of Zoological Nomenclature 18: 109-111.</ref> <ref name="Liang">Ai-Ping Liang (2006): Synonymy of Aphrophora willemsi Lallemand 1946 with Aphrophora salicina (Goeze, 17778) (Hemiptera:Cercopoidea: Aphrophoridae) Journal of the New York Entomological Society 114(3): 140–143.</ref> <ref name="Faunaeuropaea">Fauna Europaea: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Aphrophora Taxonomy ( vom 2. April 2016 im Internet Archive)</ref> <ref name="Biedermann">R. Biedermann & R. Niedringhaus: Die Zikaden Deutschlands – Bestimmungstafeln für alle Arten. Fründ, Scheeßel 2004, ISBN 3-00-012806-9. Aphrophora auf Seite 174.</ref> <ref name="Vandriesche">Roy G. Van Driesche, Joseph H. LaForest, Charles T. Bargeron, Richard C. Reardon, Megan Herlihy: Forest Pest Insects in North America: A Photographic Guide. USDA Forest Service, 2012. online.</ref> <ref name="Alford">David V. Alford: Farbatlas der Schädlinge an Zierpflanzen. Enke Verlag, Stuttgart 1997. ISBN 3 432 27841 1</ref> <ref name="Perny">Bernhard Perny (2007): Verstärktes Auftreten saugender Schädlinge im Wald und Stadtgebiet. Forstschutz aktuell 40: 14-16.</ref> </references>