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Astrocyanit-(Ce)

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Astrocyanit-(Ce)
Datei:Astrocyanite-(Ce)-571090.jpg
Blauer Astrocyanit-(Ce) aus der Typlokalität Kamoto Ost Mine in Kamoto, nahe Kolwezi, Provinz Katanga, Demokratische Republik Kongo
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1989-032<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Acy-Ce<ref name="Warr" />

Chemische Formel
  • Cu2Ce2(UO2)(CO3)5(OH)2·1,5H2O<ref name="IMA-Liste" />
  • Cu2+4(Ce,Nd,La)4[UO2|(OH)2|(CO3)5]2·3(H2O)<ref name="Lapis" />
  • (Ce,Nd)2Cu2+2[UO2|(OH)2|(CO3)5]·1,5H2O<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Carbonate und Nitrate
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

V/F.06-005<ref name="Lapis" />

5.EF.05
16b.01.06.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem hexagonal
Kristallklasse; Symbol dihexagonal-dipyramidal; 6/m2/m2/m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe (Nr.) P6/mmm (Nr. 191)Vorlage:Raumgruppe/191<ref name="StrunzNickel" /> (Nr. 191)
Gitterparameter a = 14,96 Å; c = 26,86 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 12<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 2 bis 3<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 3,80; berechnet: 3,95<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit gut nach {0001}<ref name="Webmineral" />
Farbe hellblau, blaugrün
Strichfarbe bläulichweiß<ref name="Lapis" />
Transparenz durchscheinend bis undurchsichtig<ref name="Handbookofmineralogy" />
Glanz Glasglanz<ref name="Handbookofmineralogy" />
Radioaktivität sehr stark radioaktiv
Kristalloptik
Brechungsindizes nω 1,688<ref name="Mindat" />
nε 1,638<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,050<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter einachsig negativ
Pleochroismus Stark: hellblau bis hellblau, fast farblos<ref name="Mindat" />

Astrocyanit-(Ce) ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Carbonate und Nitrate“ mit der idealisierten chemischen Zusammensetzung Cu2Ce2(UO2)(CO3)5(OH)2·1,5H2O<ref name="IMA-Liste" /> und ist damit chemisch gesehen ein wasserhaltiges Kupfer-Cer-Uranylcarbonat mit zusätzlichen Hydroxidionen.

Astrocyanit-(Ce) kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem, entwickelt jedoch nur sehr kleine, tafelige Kristalle bis etwa einem Millimeter Größe, die oft zu stern- bis rosettenförmigen Mineral-Aggregaten angeordnet sind. Die durchscheinenden bis undurchsichtigen Kristalle sind von hellblauer bis blaugrüner Farbe und zeigen auf den Oberflächen einen glasähnlichen Glanz. Auf der Strichtafel hinterlässt Astrocyanit-(Ce) einen bläulichweißen Strich.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Astrocyantit-(Ce) wurde erstmals 1990 von Michel Deliens und Paul Piret beschrieben.<ref name="AM76-1991" /> Die Autoren geben als allgemeine Formel für den variierenden Gehalt an Seltenerdelementen (REE = Rare Earth Element(s)) die Formel mit Cu2(REE)2(UO2)(CO3)5(OH)2·1,5(H2O) an. Der Name des Minerals setzt sich aus {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), zusammen.

Das Typmaterial des Minerals wird im Muséum des sciences naturelles de Belgique unter der Katalog-Nr. RC3513 aufbewahrt.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Klassifikation[Bearbeiten]

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Astrocyanit-(Ce) noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer V/F.06-005. Dies entspricht der Klasse der „Nitrate, Carbonate und Borate“ und dort der Abteilung „Uranylcarbonate [UO2]2+–[CO3]2−“, wo Astrocyanit-(Ce) zusammen mit Bijvoetit-(Y), Kamotoit-(Y) und Shabait-(Nd) eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer V/F.06 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Astrocyanit-(Ce) in die verkleinerte Klasse der „Carbonate und Nitrate“ und dort in die Abteilung „Uranylcarbonate“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach dem Stoffmengenverhältnis vom Uranyl- zum Carbonatkomplex. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „UO2 : CO3 > 1 : 1“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 5.EF.05 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Astrocyanit-(Ce) die System- und Mineralnummer 16b.01.06.01. Das entspricht wie in der Lapis-Systematik der gemeinsamen Klasse der „Carbonate, Nitrate und Borate“ und dort der Abteilung „Carbonate mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 16b.01.06.<ref name="Dana-1997" />

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Astrocyanit-(Ce) kristallisiert in der hexagonalen Raumgruppe P6/mmm (Raumgruppen-Nr. 191)Vorlage:Raumgruppe/191 mit den Gitterparametern a = 14,96 Å (1 Å = 100 pm) und c = 26,86 Å sowie 12 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Eigenschaften[Bearbeiten]

Das Mineral ist durch seinen Urangehalt von bis zu 25,0 Gew.-% sehr stark radioaktiv. Unter Berücksichtigung der natürlichen Zerfallsreihen wird für Astrocyanit-(Ce) eine spezifische Aktivität von etwa 45,2 kBq/g angegeben<ref name="Webmineral" /> (zum Vergleich: natürliches Kalium 0,0312 kBq/g).

Durch die begleitenden Seltenerdelemente können die Summenformeln unterschiedlicher Mineralproben von Astrocyanit-(Ce) voneinander abweichen. Beispielsweise gibt Webmineral neben der eingangs genannten Formel zusätzlich folgende Formel für die Zusammensetzung an: Cu2Ce0,1Nd0,6La0,2Pr0,2Sm0,1(UO2)(CO3)5(OH)2·2,7(H2O)<ref name="Webmineral" /> In absteigender Häufigkeit finden sich folgende Seltenerdelemente als Begleiter in Astrocyanit-(Ce): Cer (Ce), Neodym (Nd), Lanthan (La), Praseodym (Pr), Samarium (Sm) und Yttrium (Y).

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Datei:Astrocyanite-(Ce), Kamotoite-(Y)-569873.jpg
Dunkelgrüner Astrocyanit-(Ce) und gelblichgrüner Kamotoit-(Y) aus der Typlokalität Tagebau Ost-Kamoto

Astrocyanit-(Ce) bildet sich als sekundäres Uranmineral in der Oxidationszone von Kupfer-Cobalt-Lagerstätten. Es ist dort vergesellschaftet mit Françoisit-(Nd), Kamotoit-(Y), Masuyit, Schuilingit-(Nd), Shabait-(Nd), Uraninit und Uranophan.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Das Mineral ist bisher ausschließlich aus der Typlokalität Kamoto Ost (Kamoto East Open cut) in Kamoto in der Demokratischen Republik Kongo bekannt.<ref name="Fundorte" />

Vorsichtsmaßnahmen[Bearbeiten]

Auf Grund der starken Radioaktivität des Minerals sollten Mineralproben vom Astrocyanit-(Ce) nur in staub- und strahlungsdichten Behältern, vor allem aber niemals in Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräumen aufbewahrt werden. Ebenso sollte wegen der hohen Toxizität und Radioaktivität von Uranylverbindungen eine Aufnahme in den Körper (Inkorporation, Ingestion) auf jeden Fall verhindert und zur Sicherheit direkter Körperkontakt vermieden sowie beim Umgang mit dem Mineral Mundschutz und Handschuhe getragen werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Astrocyanit-(Ce) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Dana-1997"> Richard V. Gaines, H. Catherine W. Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason, Abraham Rosenzweig: Dana’s New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, New York u. a. 1997, ISBN 0-471-19310-0, S. 500. </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Astrocyanit-(Ce) beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 30. Juli 2026. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="AM76-1991"> John Leslie Jambor, Jacek Puziewicz: New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band 76, 1991, S. 665–671 (Online [PDF; 830 kB; abgerufen am 30. Juli 2026]). </ref> <ref name="IMA-Liste"> Vorlage:IMA-Liste </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Mindat"> Astrocyanite-(Ce). In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 30. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Astrocyanite-(Ce) Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 30. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>