Atlas GmbH
| Atlas GmbH
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Logo Atlas GmbH.jpg | |
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1919<ref name="LangHeidemann15">Jochen Lang, Michael Heidemann (Hrsg.): Die Baumaschinenflüsterer. Patzer Verlag, Berlin, ISBN 978-3-87617-185-2, S. 15.</ref><ref name="gründung">Die ATLAS Historie. In: atlasgmbh.com. Atlas GmbH, abgerufen am 10. Februar 2026.</ref> |
| Sitz | Ganderkesee, |
| Leitung | Bob Litchev<ref name="impressum">Impressum. In: atlasgmbh.com. Atlas GmbH, abgerufen am 10. Februar 2026.</ref> |
| Mitarbeiterzahl | 340 (2023)<ref name="JA-23"/> |
| Umsatz | 184,9 Mio. Euro (2023)<ref name="JA-23">Atlas GmbH Ganderkesee – Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023. In: Unternehmensregister. Bundesanzeiger Verlag GmbH, abgerufen am 10. Februar 2026.</ref> |
| Branche | Maschinenbau |
| Website | www.atlasgmbh.com |
| Stand: 31. Dezember 2023 | |
Die Atlas GmbH (Eigenschreibweise: ATLAS; vormals: von 2010 bis 2016 Atlas Maschinen GmbH) ist ein Baumaschinenhersteller mit Sitz in Ganderkesee.
Das Unternehmen entwickelt und baut Radbagger, Umschlagmaschinen, Zweiwegebagger, Kettenbagger und Ladekräne in verschiedenen Gewichts- und Leistungsklassen sowie Anbaugeräte für diese Maschinen.<ref name="LangHeidemann26">Jochen Lang, Michael Heidemann (Hrsg.): Die Baumaschinenflüsterer. Patzer Verlag, Berlin, ISBN 978-3-87617-185-2, S. 26.</ref>
Nicht zu verwechseln ist die Atlas GmbH mit der Atlas Weyhausen GmbH. Beide Unternehmen sind organisatorisch und rechtlich eigenständig. Lediglich der Markenname „Atlas“ wurde bis Ende 2015 von beiden Unternehmen genutzt. Seit Ende 2015 verwendet die Atlas Weyhausen GmbH den Markennamen „Weycor“ für ihre Produkte.
Geschichte[Bearbeiten]
Der am 6. Februar 1890 in Neuendeel geborene Hermann Hinrich Weyhausen erlernte den Beruf des Maschinenbauers. Nach Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg reparierte er landwirtschaftliche Geräte von Bauern der Umgebung und begann einen Handel mit Landmaschinen um Delmenhorst. Den Antrieb der vorher von Hand oder mit Hilfe von Tieren betriebenen Geräte wurde durch Einsatz von Elektromotoren vereinfacht. Dazu gründete er 1919 die Hinrich Weyhausen KG mit Sitz in Delmenhorst. Die Firma produzierte zunächst Landmaschinen. Nach Konstruktion eines Heuaufzugs mit einer schräg ansteigenden Bogenbahn, der 1936 ein Patent erhielt, entstand das Markenzeichen „Atlas“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zunächst Bettgestelle und Behelfsöfen gefertigt. Der Neubeginn erfolgte 1947 wieder mit der Produktion von landwirtschaftlichen Geräten. Zur besseren Ausmistung in Ställen wurde ein beweglicher Greifer entwickelt, der am Heck von Traktoren befestigt werden konnte. Dazu entwickelte das Unternehmen 1950 eine hydraulische Betätigung.<ref>Jürgen Styrenberg: Berge versetzen · Atlas. In: Last & Kraft, Heft 5/2023, VF Verlagsgesellschaft, Mainz 2023, S. 54–59.</ref> Der erste voll-hydraulische Bagger wurde 1955 gefertigt.<ref name="Dolder">Willi Dolder: 1000 Bagger und andere Baumaschinen, NGV-Verlag, 2006, ISBN 978-3-625-10374-5.</ref>
Das Unternehmen trieb die Entwicklung des Hydraulik-Einsatzes in Land- und Forstwirtschaft sowie beim Baugewerbe und Transportwesen (Ladekräne) in den Folgejahren stetig voran und nahm in den 1960er Jahren eine international führende Stellung im Bau von Hydraulikbaggern ein. 1962 waren rund 1000 Beschäftigte in den Werken Vechta (ab 1956), Ganderkesee (ab 1960) und Löningen für das Unternehmen tätig.
Hinrich Weyhausens Adoptivsohn Friedrich Weyhausen gründete in Westerstede die F. Weyhausen GmbH & Co. KG. Hier wurden Kippbrücken und Abrollkipper zum Einsatz auf Lkw produziert.
1965 beteiligte sich Weyhausen an der Achsenfabrik NAF in Neunkirchen am Brand. 1969 starb der Gründer Hinrich Weyhausen und sein Sohn Günter Weyhausen übernahm die Geschäftsführung der Hinrich Weyhausen KG.
1986 erfolgte die Umfirmierung der Hinrich Weyhausen KG in Atlas Weyhausen GmbH. Das Unternehmen geriet 1999 in finanzielle Schwierigkeiten und wurde an die EDER Handel und Beteiligungen GmbH veräußert, die es 2001 an den US-amerikanischen Baumaschinenhersteller Terex aus Westport weiterverkaufte.<ref>Firmengeschichte von Terex, auf www.terex.de, abgerufen am 12. Dezember 2014.</ref> Es erfolgte die Umbenennung in Atlas-Terex GmbH. Der Name Atlas Weyhausen GmbH war damit nicht mehr gebunden und wurde 2010 vom ehemaligen Schwesterunternehmen F. Weyhausen GmbH & Co. KG im Zuge eines Rechtsformwechsels übernommen.
Nach Verlusten in diesem Geschäftsbereich wurde dieser im März 2010 an den Investor Filip S. Filipov (1946–2022)<ref>Nachruf siehe Fil Filipov 1946–2022 Meldung auf vertikal.net.</ref> für einen Euro verkauft. Der Investor gab dem neu gegründeten Unternehmen den Namen Atlas Maschinen GmbH. Im August 2010 erwarb Filipov auch den Markennamen „Kaelble“ von Terex. Danach leitete dieser zusammen mit dem Geschäftsführer Brahim Stitou die gesamte Atlas-Gruppe. Im April 2016 firmierte die Atlas Maschinen GmbH um in Atlas GmbH.<ref>Atlas sieht sich am Markt etabliert, abgerufen am 14. April 2016.</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Pressemitteilung der Atlas GmbH anlässlich der Bauma 2016 in München ( vom 17. April 2016 im Internet Archive)</ref>
2012 wurde die Atlas Spare Parts GmbH als Tochterunternehmen am Standort Ganderkesee der Atlas GmbH gegründet, die Ersatzteile rund um Bagger herstellt und vertreibt.
Im Februar 2014 wandte sich die Vereinigung United Against Nuclear Iran in einem offenen Brief an die damalige Atlas Maschinen GmbH und forderte das Unternehmen auf, sämtliche geschäftlichen Aktivitäten mit dem Iran einzustellen. Hintergrund ist die Praxis des iranischen Regimes, Ladekrane des Herstellers für öffentliche Hinrichtungen zu nutzen.<ref name="UANI-2014">UANI Calls on Germany's Atlas to Immediately End Business in Iran, Where Its Cranes are Being Used for Public Hangings. In: unitedagainstnucleariran.com. United Against Nuclear Iran (UANI), 6. Februar 2014, abgerufen am 13. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="IGT-PDF">Medien-Info: Atlas-Baukräne bei Hinrichtungen im Iran. (PDF) In: initiative-gegen-die-todesstrafe.de. Initiative gegen die Todesstrafe e.V., 2014, abgerufen am 13. April 2026.</ref> Der damalige Inhaber Fil Filipov wies die Forderungen nach einem Exportboykott zurück. Er bestritt direkte Geschäftsbeziehungen in den Iran und zog die Authentizität des herangezogenen Bildmaterials in Zweifel.<ref name="Vice-DE-2014">Was passiert, wenn im Iran Menschen an Baukränen erhängt werden. In: vice.com. 17. März 2014, abgerufen am 13. April 2026.</ref>
Im Sommer 2014 kündigte Atlas an, das Werk in Delmenhorst schließen und die Produktion an die anderen Standorte verlagern zu wollen.<ref name="WK-Aus">Aus für Atlas in Delmenhorst. In: weser-kurier.de. 4. Juli 2014, abgerufen am 13. April 2026.</ref> Anfang 2015 wurde schließlich bekanntgegeben, dass das Werk Delmenhorst entgegen der ursprünglichen Absichten dauerhaft erhalten bleiben soll.
2017 wurde die Atlas Kompakt GmbH ebenfalls als Tochtergesellschaft am Standort in Delmenhorst gegründet. Das Unternehmen vertreibt Mini- und Midibagger des chinesischen Baumaschinenherstellers Sunward in den Atlas-Farben.<ref>Atlas Kompakt GmbH gegründet, auf www.bauforum24.biz, abgerufen am 30. November 2017</ref>
Anfang 2026 wurde ein Insolvenzverfahren über das Unternehmen eröffnet.<ref>Baumaschinenhersteller meldet Insolvenz in Eigenverwaltung an: 400 Beschäftigte betroffen. In: ndr.de. 10. Februar 2026, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. Februar 2026.</ref> Als Teil des Sanierungsverfahrens wurden wesentliche Vermögenswerte der Atlas-Gruppe im Rahmen eines Asset Deals durch den kanadischen Landmaschinenhersteller Buhler Versatile erworben.<ref name=":0">Jochen Brünner: Baggerbauer aus Ganderkesee - Atlas-Insolvenz: Verträge unterzeichnet – Sorge um Arbeitsplätze. In: weser-kurier.de. 12. Juni 2026, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. Juni 2026.</ref><ref name=":1">Thorsten Konkel: Werke in Ganderkesee, Delmenhorst, Vechta - Kanadischem Investor gelingt wichtiger Schritt bei Übernahme der Atlas-Gruppe. In: nwzonline.de. 12. Juni 2026, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. Juni 2026.</ref> Am 11. Juni 2026 wurde die Transaktion, die die Atlas GmbH, die Atlas Spare Parts GmbH, die Atlas Group Services GmbH, die Atlas Kompakt GmbH sowie die Atlas Cranes UK Ltd. umfasste, notariell beurkundet.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> Die Maßnahme diente der wirtschaftlichen Fortführung des Unternehmens.<ref name=":0" />
Produktionsstandorte[Bearbeiten]
Derzeit unterhält das Unternehmen drei Standorte In Deutschland. Neben dem Stammwerk in Ganderkesee gehören die Werke in Delmenhorst und Vechta zum Unternehmen. Die Baggerproduktion findet in Ganderkesee statt. Die Ladekräne werden in Delmenhorst gebaut. In Vechta erfolgt die Fertigung von Zylindern und Anbaugeräten.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Atlas-Organigramm auf www.atlasgmbh.com ( vom 13. Dezember 2014 im Internet Archive), abgerufen am 12. Dezember 2014</ref> Des Weiteren befindet sich in Bradford die Atlas Cranes UK als weitere Tochtergesellschaft mit der Spezifizierung auf Vertrieb von Ladekranen.
Produkte[Bearbeiten]
Die Atlas GmbH ist Hersteller von Mobil-, Ketten-, Zweiwege- und Umschlagmaschinen aus unterschiedlichen Größen- und Leistungsklassen. Des Weiteren werden kleine, mittlere und große Lkw-Ladekräne gefertigt. Neben den genannten Produkten bietet die Atlas GmbH seit 2012 auch größere Radladermodelle von der im Jahr 2010 von Terex erworbenen Kaelble GmbH an. Speziell für Terex werden die Radlader weiterhin unter dem alten Markennamen „Terex“ produziert.<ref>Atlas baut schwere Terex-Radlader. Abgerufen am 12. Dezember 2014</ref> Unter der zu Kaelble gehörenden Marke „Schaeff“ produziert und vermarktet das Unternehmen auch Tunnelbagger und zugehörige Anbaugeräte.
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Zweiwegebagger 1604ZW
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Für Terex produzierter Radlader TL260
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Ulf Böge, Stefan Heinzsch, Arno Düßmann: Siegeszug der Hydraulik – Die Geschichte von Atlas Weyhause. Hrsg.: Atlas Hamburg GmbH, 2007.
- Ulf Böge: Baumaschinen Jahrbuch 2014. Podzun Verlag Brilon, 2013, ISBN 978-3-86133-698-3, Seite 5 ff.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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