Attikait
| Attikait | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Nummer |
2006-017<ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> |
| IMA-Symbol |
Atk<ref name="Warr"></ref> |
| Chemische Formel | Ca3Cu2Al2(AsO4)4(OH)4·2H2O<ref name="Chukanov-et-al" /> |
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Phosphate, Arsenate und Vanadate |
| System-Nummer nach Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
VII/D.25-031 8.DJ.45 42.06.05.03 |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | orthorhombisch |
| Kristallklasse; Symbol | orthorhombisch-dipyramidal oder -pyramidal; 2/m 2/m 2/m oder mm2 |
| Raumgruppe (Nr.) | Pban, Pbam oder Pba2<ref name="Chukanov-et-al" /> (Nr. 50, 55 oder 32) |
| Gitterparameter | a = 10,01(1) Å; b = 8,199(5) Å; c = 22,78(1) Å<ref name="Chukanov-et-al" /> |
| Formeleinheiten | Z = 4<ref name="Chukanov-et-al" /> |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 2 bis 2,5 |
| Dichte (g/cm3) | gemessen: 3,2(2); berechnet: 3,356<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Spaltbarkeit | vollkommen nach {001}<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Bruch; Tenazität | nicht definiert; biegsam |
| Farbe | hellblau bis grünlichblau; farblos im Durchlicht |
| Strichfarbe | sehr hellblau |
| Transparenz | durchsichtig |
| Glanz | Glasglanz |
| Kristalloptik | |
| Brechungsindizes | nα = 1,642(2) nβ = 1,644(2) nγ 1,644(2)<ref name="Mindat" /> |
| Doppelbrechung | δ 0,002<ref name="Mindat" /> |
| Optischer Charakter | zweiachsig negativ |
| Achsenwinkel | 2V = 10°<ref name="Mindat" /> |
Attikait ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Ca3Cu2Al2(AsO4)4(OH)4·2H2O<ref name="Chukanov-et-al" />, ist also ein wasserhaltiges Calcium-Kupfer-Aluminium-Arsenat mit zusätzlichen Hydroxidionen.
Attikait entwickelt gekrümmte, schuppige Kristalle mit glasähnlichem Glanz auf den Oberflächen, die meist zu kugeligen Mineral-Aggregaten von etwa 0,3 Millimeter Durchmesser<ref name="Handbookofmineralogy" /> verbunden sind. Seine Farbe variiert zwischen Hellblau und Grünlichblau, allerdings erscheint er im Durchlicht farblos. Seine Strichfarbe ist ein sehr helles Blau.
Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]
Erstmals entdeckt wurde Attikait im „Christiana-Stollen“ (Schacht Nr. 132) bei Agios Konstantinos (Gemeinde Lavrio) in der griechischen Region Attika und beschrieben 2007 durch N. V. Chukanov, I. V. Pekov und A. E. Zadov, die das Mineral nach seiner Typlokalität benannten.
Klassifikation[Bearbeiten]
In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Attikait noch nicht aufgeführt.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/D.25-031. Dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, mit fremden Anionen“, wo Attikait zusammen mit Andyrobertsit, Birchit, Braithwaiteit, Calcioandyrobertsit, Englishit, Epifanovit, Esperanzait, Goldquarryit, Lavendulan, Lemanskiit, Mahnertit, Sampleit, Shubnikovit und Zdeněkit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VII/D.25 bildet.<ref name="Lapis" />
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Attikait in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung „Phosphate usw. mit zusätzlichen Anionen; mit H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit großen und mittelgroßen Kationen; (OH usw.) : RO4 = 1 : 1“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 8.DJ.45 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Attikait die System- und Mineralnummer 42.06.05.03. Das entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen mit (AB)2(XO4)Zq × x(H2O)“ in der „Strashimiritgruppe“, in der auch Strashimirit und Arhbarit eingeordnet sind.
Bildung und Fundorte[Bearbeiten]
Attikait bildet sich als Sekundärmineral in den oxidierten Zonen polymetallischer Sulfid-Quarz-Adern, wo er neben Quarz unter anderem noch mit Allophan, Arsenocrandallit, Arsenogoyazit, Azurit und Malachit, Beudantit, Conichalcit, Goethit, Karminit, Olivenit und Philipsbornit vergesellschaftet auftritt.
Neben seiner Typlokalität „Christiana-Stollen“ in der griechischen Region Attika ist bisher nur noch die Grube „La Amorosa“ in der Gemeinde Villahermosa del Rio der spanischen Provinz Castellón als Fundort für Attikait bekannt (Stand 2013).<ref name="Fundorte" />
Kristallstruktur[Bearbeiten]
Attikait kristallisiert orthorhombisch in der Raumgruppe Pban (Raumgruppen-Nr. 50), Pbam (Nr. 55) oder Pba2 (Nr. 32) mit den Gitterparametern a = 10,01(1) Å; b = 8,199(5) Å und c = 22,78(1) Å sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="Chukanov-et-al" />
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- N. V. Chukanov, I. V. Pekov, A. E. Zadov: Attikaite, Ca3Cu2Al2(AsO4)4(OH)4·2H2O, a new mineral species. In: Geology of Ore Deposits. Band 49 (2007), S. 720–726 (PDF 307,2 kB)
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="Chukanov-et-al"> N. V. Chukanov, I. V. Pekov, A. E. Zadov: Attikaite, Ca3Cu2Al2(AsO4)4(OH)4·2H2O, a new mineral species. In: Geology of Ore Deposits. Band 49 (2007), S. 720–726 (PDF 307,2 kB) </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Attikait beim Mineralienatlas und bei Mindat </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> Attikaite, In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 (PDF kB) </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="Mindat"> Mindat - Attikaite </ref> </references>