Bienlein
Bienchen und Bienlein sind die gebräuchlichen Diminutive zu Biene.<ref>Bienchen, das. Duden, 2013, abgerufen am 16. Mai 2014.</ref> In der Schweiz und in Liechtenstein sagt man auch Bienli oder Bienle.
Da die Westliche Honigbiene als bekannteste Art aus der Familie der Bienen als liebenswert, fleißig und trotz des giftigen Wehrstachels der weiblichen Tiere als gutmütig gilt, werden die Verkleinerungsformen Bienchen und Bienlein umso mehr mit Freundlichkeit, Beständigkeit, Fleiß und Rechtschaffenheit verbunden. Sie werden daher manchmal als Kosename verwendet, vorwiegend für Mädchen und Frauen.
Bienchen und Bienlein in der Kultur[Bearbeiten]
Bekannt sind die Begriffe Bienchen oder Bienlein vor allem aus dem Kinderlied Summ, summ, summ, das August Heinrich Hoffmann von Fallersleben im Jahr 1843 unter dem Titel Biene nach einer böhmischen Volksweise veröffentlichte.<ref name="Lied">August Heinrich Hoffmann von Fallersleben: Funfzig Kinderlieder. Verlag von Mayer und Wigand, Leipzig 1843, Titelblatt und S. 49 (Digitalisat).</ref> Bei Wilhelm Busch erscheint 1874 ein „Bienlein mit Gebrumm“ in der Gedichtsammlung Kritik des Herzens.<ref>Wilhelm Busch: Sie war ein Blümlein. 1873, abgerufen am 19. Mai 2014.</ref>
In der deutschen Übersetzung der Comicserie Tim und Struppi tritt wiederkehrend ein Professor namens Balduin Bienlein auf. Auch dieser zeichnet sich vor allem durch Liebenswürdigkeit und Umtriebigkeit aus.<ref>Sein Name ist Bienlein, Balduin Bienlein. FAZ, 1. März 2001, abgerufen am 16. Mai 2014.</ref>
Bienchen war eine Zeichentrickfigur, die von 1961 bis 1962 als Werbetrenner beim Westdeutschen Rundfunk eingesetzt wurde.<ref>Wir schalten um. In: wunschliste.de. 26. April 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. April 2011; abgerufen am 15. September 2024. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Bienchen in der Pfadfinderbewegung[Bearbeiten]
In der Schweiz heißen die Pfadfinderinnen der Altersstufe 6 oder 7 bis 10 Jahre Bienchen oder Bienli.<ref name="nzz-196716">Integration im Wald. In: nzz.ch. 14. Januar 2007, abgerufen am 14. Oktober 2018.</ref><ref>Pfadfinder besetzen Gletterens. In: Freiburger Nachrichten. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. Juli 2018; abgerufen am 31. August 2020.</ref><ref>Pfadiabteilung St. Mauritius Nansen. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. November 2014; abgerufen am 31. August 2020.</ref> In manchen Verbänden wurden sie um 2010 den Wölflingen zugeordnet, in anderen als eigene Bezeichnung für die jüngsten Pfadfinderinnen erhalten.<ref>Wolfsstufe. Pfadi Aarau, abgerufen am 3. Juni 2014.</ref><ref>Wolfsstufe. Pfadi Schnäggebärg, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. Juli 2014; abgerufen am 3. Juni 2014.</ref> In Liechtenstein heißen die jüngsten Pfadfinderinnen (Altersstufe 7 bis 11 Jahre) Bienle.<ref>Pfadfinder und Pfadfinderinnen Liechtensteins: Stufen. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. Mai 2014; abgerufen am 29. Mai 2014.</ref>
Bienchen in der DDR[Bearbeiten]
In so genannten Muttiheften wurden in der DDR Lobe und Auszeichnungen für Schulkinder in Form einer eingestempelten, stilisierten Biene dokumentiert, was diesen Einträgen im Sprachgebrauch der DDR ebenfalls den Namen Bienchen (auch Fleißbienchen) einbrachte. Auch heute noch gibt es Motivstempel und Belohnungskarten mit Bienchen-Motiv.
Einige Kindergärten und Kindertagesstätten tragen den Namen Bienchen.<ref>Kindergarten Bienchen e. V. Abgerufen am 16. Mai 2014.</ref><ref>Integrative Kindertagesstätte »Bienchen«. Abgerufen am 16. Mai 2014.</ref><ref>Kita Bienchen. Abgerufen am 16. Mai 2014.</ref> In Schönewalde gab es ein Ferienlager mit diesem Namen.<ref>DDR Ferienlager: Ferienlager «Bienchen» wird wieder flügge gemacht. 2013, abgerufen am 19. Mai 2014.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- August Heinrich Hoffmann von Fallersleben: Funfzig Kinderlieder. Mayer und Wigand, Leipzig 1843, S. 49.
- Wilhelm Busch: Kritik des Herzens. Heidelberg 1874.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
- Wikipedia:Seite mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2026-08
- Biene in der Kultur
- Zeichentrickfilm
- Werbetrenner
- Fiktives Tier
- Hypokoristikum
- Kultur der Pfadfinderbewegung
- Geschichte der Pädagogik
- Lehrmittel
- Schulwesen (DDR)
- Piktogramm
- Geschichte der Kindheit
- Kind (Bezeichnung)