Werbetrenner
Ein Werbetrenner (auch Insert) ist im Rundfunk ein Element, das einen Werbeblock vom übrigen Programm abgrenzt.
Deutschland[Bearbeiten]
Gesetzliche Regelung[Bearbeiten]
Die Trennung von Programm und Werbung ist durch den Medienstaatsvertrag vorgeschrieben (§ 8).
Dabei muss „der Beginn der Fernsehwerbung … durch ein optisches Signal (Werbelogo) eindeutig gekennzeichnet und für den Zuschauer erkennbar sein“; eine Kennzeichnung der Fernsehwerbung am Ende oder zwischen den einzelnen Werbespots ist nicht erforderlich. Das Werbelogo muss den Bildschirm mindestens drei Sekunden lang vollständig ausfüllen und sich vom allgemeinen Senderlogo deutlich unterscheiden.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Gemeinsame Richtlinien der Landesmedienanstalten für die Werbung, zur Durchführung der Trennung von Werbung und Programm und für das Sponsoring im Fernsehen in der Neufassung vom 10. Februar 2000 (PDF) ( vom 5. Oktober 2007 im Internet Archive), Ziffer 6 zu § 7 Abs. 3 RStV</ref>
Seit 2016 ist regionalisierte Werbung in einem bundesweit ausgestrahlten Programm grundsätzlich nicht mehr zulässig.<ref>18. Rundfunkänderungsstaatsvertrag; medienkorrespondenz.de: Länder beschließen Verbot regionalisierter Werbung in bundesweit ausgestrahlten Fernsehprogrammen (3. Juli 2015)</ref>
Entwicklung[Bearbeiten]
Beginnend 1956, wurden im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen häufig eigene Figuren als Werbetrenner fürs Vorabendprogramm entwickelt wie Leo (BR) oder die Mainzelmännchen (ZDF). Im Ersten war das Vorabendprogramm bis 2015 als Regionalfenster ausgestaltet, was Raum für eine große Anzahl an Figuren bot.
Diese Figuren sollten den Zuschauer während des Werbeblocks unterhalten und liefen daher auch zwischen den einzelnen Spots. In den letzten Jahren wurden die Werbetrenner demgegenüber zunehmend schlichter. Nun liegt der Hauptzweck eher in einem besseren Übergang zwischen Programm und Werbeinsel, teilweise auch in der Positionierung eines Programms oder der Bewerbung bestimmter Sendungen.
Werbetrenner öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten[Bearbeiten]
| Name | Sender | Erstaus- strahlung |
zuletzt | Art | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Mainzelmännchen | ZDF | 1963 | noch aktiv | Zeichentrick | |
| Sehpferdchen | NDR (NWF) | 1959<ref>youtube.com: Das Fern-Sehpferdchen</ref> | 1969 | Zeichentrick | |
| Bremer Stadtmusikanten | RB (NFW) | 1981 | ? | Zeichentrick | in Anlehnung an die Bremer Stadtmusikanten |
| Telebärchen | SFB (Berl.WF) | 1959 | 2003 | Zeichentrick | mitunter auch nur Bärchen genannt |
| Panda-Bärchen | 1984 | ? | Zeichentrick | ||
| Jeremias Teleblick | DFF | 1960 | ? | Zeichentrick | in der Sendung Tausend Tele-Tips |
| Spreenixen | 1968 | 1991 | Zeichentrick | ||
| Musikkapelle | WDR (WWF) | 1959 | 1960 | Zeichentrick | |
| Kasperl | 1959 | 1960 | Puppentheater | ||
| Tünnes und Schäl | 1959 | 1960 | Puppentheater | in Anlehnung an Tünnes und Schäl | |
| Bienchen | 1961 | 1962 | Zeichentrick | ||
| Oswald und Armadeo | 1961 | 1962 | Puppentheater | ||
| Klementinchen | 1963 | 1968 | Zeichentrick | ||
| Schmitz und Schmitzchen | 1968 | 1975 | Zeichentrick | ||
| Professor Balthazar | 1976 | 1978 | Zeichentrick | ||
| Ute, Schnute, Kasimir | 1978 | 1991 | Zeichentrick | ||
| Onkel Otto | hr (WIR) | 1958<ref>Chronik der ARD: 2. Januar 1958 – HR, SFB und SWF beginnen mit Werbefernsehen</ref> | 2015 | Zeichentrick | |
| Schloßgeist Kunibert | SR (WFS) | 1959 | 1971 | Zeichentrick | |
| Der kleine Ritter | 1971 | 1983 | Zeichentrick | ||
| Saarlodris | 1984 | 2008 | Zeichentrick | Sprecher: Cindy & Bert; 2020 neu aufgelegt, jedoch nicht mehr als Werbetrenner | |
| Der gestiefelte Kater | SWF (WiSWF) / SWR | 1959 | 1971 | Zeichentrick | im Wechsel mit Äffle und Pferdle |
| Telemiezen | 1972 | 1989 | Zeichentrick | ||
| Bessi und Bingo | 1990 | ? | Zeichentrick | ||
| Äffle und Pferdle | SDR (RFW) / SWR | 1959 | ? | Zeichentrick | Vorläufer: Pferdchen (1959–1964), Pferdchen und Affe (ab 1964) |
| Leo und Leo | BR (BRW) | 1956<ref>Chronik der ARD: 3. November 1956 – Start des Werbefernsehens in Bayern; Leo im Wandel der Werbung</ref> | ? | Zeichentrick | Vorläufer: Leo, später: Leo und Leo bzw. Bayerischer Löwe |
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Entwicklung der sechs Mainzelmännchen
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Onkel-Otto-Figur in Frankfurt
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Pferdle und Äffle mit ihrem Produzenten
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Saarlodri-Ampel in Saarbrücken
Österreich[Bearbeiten]
In Österreich regelt § 43 AMD-G die Trennung von Werbeinhalten vom übrigen Programm. Demzufolge müssen Werbeeinschaltungen eindeutig erkennbar sein und optisch, akustisch oder räumlich vom redaktionellen Inhalt getrennt werden.<ref>Audiovisuelle Mediendienste-Gesetz (AMD-G), § 43 Erkennbarkeit und Trennung</ref> Fernsehwerbung gibt es im ORF seit 1959.<ref>orf.at: Die Geschichte des Österreichischen Rundfunks</ref>
Schweiz[Bearbeiten]
Auch in der Schweiz muss Werbung vom redaktionellen Teil des Programms deutlich getrennt und als solche eindeutig erkennbar sein.<ref>Bundesgesetz über Radio und Fernsehen (RTVG), Art. 9 Erkennbarkeit der Werbung</ref> Fernsehwerbung gibt es hier seit 1965, wobei verschiedene Trenner-Figuren verwendet wurden.<ref>Andrea Fischli (SRF): Die Mainzelmännchen versus Meister Proper (24. September 2013)</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Werbetrenner auf wunschliste.de ( vom 26. April 2011 im Internet Archive)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />