Zum Inhalt springen

Blausterne

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Seite Vorlage:Taxobox/styles.css hat keinen Inhalt.

Blausterne
Datei:Scilla bifolia 070406.jpg

Zweiblättriger Blaustern (Scilla bifolia)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
Unterfamilie: Scilloideae
Gattung: Blausterne
Wissenschaftlicher Name
Scilla
L.

Die Blausterne (Scilla), als Trivialname auch Szilla, sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Scilloideae innerhalb der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Die etwa 91 Arten kommen in ganz Europa, Teilen Asiens und an wenigen Stellen in Afrika vor. Unter den Vertretern finden sich auch einige Zierpflanzen. In Deutschland am bekanntesten dürfte der einheimische Zweiblättrige Blaustern sein, der auch in vielen Parks und Gärten angepflanzt wird. Nicht in diese Gattung gehört der Orientalische Blaustern (Amsonia orientalis), der zu den Amsonien (Amsonia) aus der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) gehört.

Beschreibung[Bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Alle Scilla-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Diese Geophyten bilden Zwiebeln als Überdauerungsorgane. Aus der Zwiebel entstehen eine bis fünf Sprossachsen, die bei einigen Arten eine Wuchshöhe von bis zu 50 Zentimeter erreichen können, öfters aber bei rund 15 Zentimeter liegen.<ref>Was blüht denn da? Die Blausternchen. 1. September 2024, abgerufen am 28. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Laubblätter stehen in einer grundständigen Rosette zusammengefasst.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die endständigen, traubigen Blütenstände enthalten eine bis Blüten. Die Blütenstiele sind meist aufrecht, manchmal gebogen oder am oberen Ende nickend, selten abstehend oder abwärtsgebogen. Es ist ein Hochblatt je Blüte vorhanden oder dieses fehlt.

Die zwittrigen Blüten sind dreizählig. Die sechs gleichgestaltigen Blütenhüllblätter sind frei oder an ihrer Basis verwachsen und ausgebreitet oder zurückgekrümmt. Ihre Färbung ist meist blau bis purpurfarben, selten weiß. Die Staubfäden sind frei, am Grund der Blütenhüllblätter eingefügt und gegen ihr oberes Ende verschmälert. Der Fruchtknoten ist kugelig bis verkehrt-eiförmig, dreifächerig mit zwei bis zehn Samenanlagen je Fach. Der meist gerade Griffel endet in einer kleinen und gestutzten Narbe.<ref name="FoTurkey1984" />

Datei:Scilla Pollen 400x in Glycerin.jpg
Scilla Pollenkorn 400× in Glycerin

Die kugelige Kapselfrucht öffnet sich lokulizid dreilappig und enthält 3 bis 30 Samen. Die gelben, braunen oder schwarzen, glänzenden Samen sind kugelig bis ellipsoid, ungeflügelt und besitzen bei manchen Arten ein Elaiosom.<ref name="FoTurkey1984" />

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Scilla wurde durch Carl von Linné 1753 in Species Plantarum, Tomus I, Seite 308 und 1754 in Genera Plantarum, 5. Auflage, Seite 146 aufgestellt. Typusart ist Scilla bifolia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.

Die Gattung Scilla enthält im weiteren Sinne etwa 50 bis 90 Arten (Auswahl):

Scilla im engeren Sinne[Bearbeiten]

Datei:Scilla lochiae kz1.jpg
Zyprische Sternhyazinthe (Scilla lochiae)
Datei:Sabine Beckmann Scilla nana near Katharo E pass 4 05.jpg
Scilla nana
Datei:Scilla vindobonensis sl10.jpg
Wien-Blaustern (Scilla vindobonensis)

Die Gattung Scilla in ihrem traditionell angewandten, weiten Sinn ist eine paraphyletische Gruppe<ref name="Pfosser-Speta1999" /> und in einem System auf phylogenetischer Grundlage in mehrere Gattungen zu unterteilen. In der eng gefassten Gattung Scilla verbleibt der Verwandtschaftskreis um den Gattungstypus Scilla bifolia, einschließlich der nächstverwandten Gattung Chionodoxa.<ref name="Speta1976" /><ref name="Speta 1998" />

Scilla im weiteren Sinne[Bearbeiten]

Datei:Scilla leepii 001 GotBot 2016.jpg
Scilla leepii
Datei:Scilla madeirensis (Jardín Botánico Canario Viera y Clavijo).jpg
Scilla madeirensis
Datei:Scilla melaina - Narin sümbül 02.jpg
Scilla melaina
Datei:Scilla mischtschenkoana004.jpg
Mischtschenko-Blaustern (Scilla mischtschenkoana)
Datei:Scilla monophyllos 2.JPG
Einblättriger Blaustern (Scilla monophyllos)
Datei:Scilla peruviana L..jpg
Peruanischer Blaustern (Scilla peruviana)
Datei:Scilla rosenii, Tsaghkadzor, in culture, 2014.04.19 (29320511606) (cropped).jpg
Scilla rosenii
Datei:Sibirischer Blaustern.jpg
Sibirischer Blaustern (Scilla siberica)
Datei:Scilla subnivalis.jpg
Scilla subnivalis
Datei:Scilla verna Cornwall.jpg
Scilla verna

Die folgenden Arten (Auswahl) wurden oft in die als Synonyme angeführten Gattungen gestellt:<ref name="Speta 1998" /><ref name="POWO" />

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • John McNeill: Scilla. In: (Abschnitt Beschreibung)
  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • John McNeill: Scilla L. In:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Speta1976a"> Franz Speta: Neue Scilla-Arten aus dem östlichen Mittelmeerraum. In: Naturkundliches Jahrbuch der Stadt Linz. Band 22, 1976, S. 65–72 (Vorlage:ZOBODAT; Schreibweise). </ref> <ref name="Speta1976"> Franz Speta: Über Chionodoxa Boiss., ihre Gliederung und Zugehörigkeit zu Scilla L. In: Naturkundliches Jahrbuch der Stadt Linz. Band 21, 1976, S. 9–79 (Vorlage:ZOBODAT). </ref> <ref name="Speta1979"> Franz Speta: Die frühjahrsblühenden Scilla-Arten des östlichen Mittelmeerraumes. In: Naturkundliches Jahrbuch der Stadt Linz. Band 25, 1979, S. 19–198 (Vorlage:ZOBODAT). </ref> <ref name="FoTurkey1984"> E. V. Mordak: Scilla. In: </ref> <ref name="Speta 1998"> Franz Speta: Systematische Analyse der Gattung Scilla L. s.l. (Hyacinthaceae). In: Phyton (Horn). Band 38, Nr. 1, 1998, S. 1–141 (Vorlage:ZOBODAT). </ref> <ref name="Tzanoudakis1998"> Dimitris Tzanoudakis, Zaharias Kypriotakis: A new polyploid Scilla (Liliaceae) from the Cretan area (Greece). In: Folia Geobotanica. Band 33, Nr. 1, 1998, S. 103–108, doi:10.1007/BF02914932. </ref> <ref name="Speta1998a"> Franz Speta: Die Scilla-Arten (Hyacinthaceae) der griechischen Inseln Kreta und Karpathos. In: Linzer Biologische Beiträge. Band 30, Nr. 1, 1998, S. 431–437 (Vorlage:ZOBODAT). </ref> <ref name="Pfosser-Speta1999"> Martin Pfosser, Franz Speta: Phylogenetics of Hyacinthaceae based on plastid DNA sequences. In: Annals of the Missouri Botanical Garden. Band 86, Nr. 4, 1999, S. 852–875 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fitem%2F89037%23page%2F865%2Fmode%2F1up~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D). </ref> <ref name="Speta2011"> </ref> <ref name="POWO"> Scilla. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Euro+Med"> E. von Raab-Straube (2022+): Asparagaceae. Datenblatt Scilla In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Blausterne (Scilla) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien