Blumenthal (Adelsgeschlecht)
Blumenthal ist der Name eines alten märkischen Adelsgeschlechts mit dem gleichnamigen Stammhaus bei Heiligengrabe in der Prignitz.
Zu zahlreichen Familien Blumenthal ohne das Präfix „von“ besteht keine Verwandtschaft.
Geschichte[Bearbeiten]
Das Geschlecht erscheint erstmals am 17. Juni 1241 mit dem Ritter und markgräflich-brandenburgischen Rat Nicolaus de Blumendal urkundlich auf.<ref>Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis A (Des ersten Haupttheiles zehnter Band), X, G. Reimer Berlin 1856, S. 200. Nicolaus de Blumendal in: Nr. XXXV. Die Markgrafen Johann und Otto vereignen dem Kloster Lehnin das Dorf Röseritz, das dieses von den Lehnsträgern des Markgrafen, denen von Plotho, und deren Afterlehnsleuten, denen von Stendal, erkauft hat, am 17. April 1241. (digitale-sammlungen.de).</ref> Die sichere Stammreihe beginnt mit Rutger von Blumenthal, urkundlich 1305–1318, schlossgesessenen auf Horst (heute Gemeindeteil von Blumenthal in der Prignitz). Das aus der zweiten Hälfte des 16. Jh. stammende Schloss (Festes Schloss) in Horst war noch 1850 in Nutzung, dann aber schon vor 1910 ruinös, danach war nur noch der Treppenturm begehbar.<ref>Deutsches Historisches Museum Berlin: Burgen in Brandenburg und Berlin: Horst. Berlin 1999. Oder: Judith Bartel: Das Feste Schloss in Horst. Geschichte und Baubeschreibung. Diplomarbeit TU Berlin, Berlin 2000.</ref> In der kleinen Dorfkirche fand ein Grabmonument für den fünfjährigen Hans Carl Adolf Montang Graf von Blumenthal Erwähnung.<ref>Vgl. Paul Eichholz, Friedrich Solger, Willy Spatz: Die Kunstdenkmaler Kreises Ostprignitz. In: Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. Teil: Band I/Heft 2, Schriftleiter: Georg Büttner, Hrsg. Brandenburgischer Provinzialverband, Vossischen Buchhandlung-Selbstverlag Hrsg., Berlin 1907, u. a. S. 92–98.</ref>
Es ist in sechs Häuser unterteilt:
- Das Haus Horst (Heiligengrabe): Preußischer Grafenstand am 2. Oktober 1786
- Das Haus Pröttlin: Reichsfreiherrenstand am 6. März 1646
- Das Haus Quellendorf: Preußischer Grafenstand (in der Primogenitur) am 19. September 1883.
- Das Haus Steinhöfel: Preußischer Grafenstand am 2. Oktober 1786
- Das Haus Suckow: Preußischer Grafenstand am 5. Oktober 1840
- Das Haus Vehlow: Reichsgrafenstand am 9. Januar 1733
Wappen[Bearbeiten]
Das Stammwappen zeigt in Gold (auch im von Schwarz und Gold gespaltenem Schild) eine schrägrechts liegende Weinrebe mit drei blauen Trauben und drei grünen Blättern. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken eine wachsende Jungfrau in von Gold und Schwarz gespaltenem Kleide mit grünem Kranz und langem goldenen Haar, die späterhin zwischen rechts schwarzem und links goldenem Flug hervorwächst und einen grünen Kranz in der Rechten hält.
Die freiherrlichen und gräflichen Häuser haben gemehrte Wappen.
Galerie[Bearbeiten]
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Gut Quackenburg um 1860, Sammlung Alexander Duncker.
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Bumenthal-Wappen-Kabinettscheibe. Dorfkirche Dahlhausen.
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Gutskapelle in Horst.
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Burgruine in Horst b. Heiligengrabe.
Bekannte Familienmitglieder[Bearbeiten]
Alphabetisch geordnet:
- Adam Ludwig von Blumenthal (1691–1760), preußischer Staats- und Kriegsminister, Ritter des Schwarzen Adlerordens
- Albert von Blumenthal (1797–1860), preußischer Generalleutnant
- Albrecht von Blumenthal (1842–1918), preußischer Generalleutnant
- Albrecht von Blumenthal (1889–1945), deutscher klassischer Philologe
- Christoph Caspar Freiherr von Blumenthal (1638–1689), brandenburgischer Diplomat
- Georg von Blumenthal (1490–1550), Kanzler der Viadrina, Bischof von Lebus, Bischof von Ratzeburg
- Georg Ewald von Blumenthal (1722–1784), preußischer Generalmajor
- Heinrich Georg von Blumenthal (1716–1756), preußischer Major
- Heinrich von Blumenthal (1765–1830), deutsch-französischer Kammerherr, Bürgermeister von Magdeburg
- Julia von Blumenthal (geb. 1970), deutsche Politikwissenschaftlerin und Präsidentin der Humboldt-Universität
- Leonhard von Blumenthal (1810–1900), preußischer Generalfeldmarschall
- Ludwig von Blumenthal (1811–1903), preußischer Generalmajor
- Robert von Blumenthal (1806–1892), Regierungspräsident in Danzig (1840–1863) und Regierungspräsident in Sigmaringen (1863–1873)
- Viktor von Blumenthal (geb. 1940), Erziehungswissenschaftler
- Werner von Blumenthal-Suckow (1815–1883), Mitglied des Konstituierenden Reichstags des Norddeutschen Bundes
Blumenthal (1864)[Bearbeiten]
Der preußische General der Infanterie Heinrich von Blumenthal (1815–1892) wurde 1864 unter dem Namen von Blumenthal geadelt. Diese Familie erlosch mit seinem Sohn Heinrich Ewald Karl Friedrich von Blumenthal (* 23. August 1846; † 14. Juli 1899).
Literatur[Bearbeiten]
Uradel[Bearbeiten]
- Hans Bellée: Blumenthal. Märkische Adelsfamilie., In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 2. Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 330–331.
- Familien-Chronik:
- Hans von Blumenthal: Familiengeschichte der Grafen und Herren von Blumenthal. Velhagen & Klasing, Bielefeld/Leipzig 1904.
- GGT (Auszug/Druck und Redaktion jeweils im Vorjahr):
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser 1873. Jahrgang 44, Justus Perthes, Gotha 1872. (Nicht online/Mit Stammreihe).
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel) 1905. Jahrgang 6, Justus Perthes, Gotha 1904, S. 85 ff., Fortsetzungen bis 1939. Letztausgaben zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG).
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der DAG. Teil A (Uradel). 1942. Jahrgang 115, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 94.
- GHdA. Hrsg. Deutsches Adelsarchiv. (Auszug):
- Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1955. Band II, Band 10 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1955, ISSN 0435-2408, S. 59–60.
- Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch des Adels. A (Uradel). 1960. Band IV, Band 22 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg/Lahn 1960, S. 37–73. Vervollständigte Gesamt-Stammtafel.
- Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Band I, Band 53 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1972, ISSN 0435-2408, S. 442–444.
- Manfred Teske: Die Herrschaft derer von Blumenthal auf Blumenthal und Horst. In: Ostprignitz-Ruppin Jahrbuch. 6 (1997), Neuruppin 1997, S. 31–34.
Briefadel[Bearbeiten]
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1909. Jahrgang 3, Justus Perthes, Gotha, S. 51 f.; ff. 1913, S. 81. Fortsetzungen bis 1936. Letztausgaben zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG).
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />