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Boulouparis

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Boulouparis
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Staat Frankreich Frankreich
Provinz Südprovinz
Aire coutumière Xaracuu
Koordinaten 21° 52′ S, 166° 3′ OKoordinaten: 21° 52′ S, 166° 3′ O
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Höhe 0–1441 m
Fläche –
Einwohner 3.359 (17. Oktober 2025)
Bevölkerungsdichte – Einw./km²
Postleitzahl 98812
INSEE-Code 98802

Boulouparis ist eine Gemeinde in der Südprovinz des französischen Überseegebiets Neukaledonien.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt größtenteils auf der Hauptinsel Grande Terre, aber auch Inseln in der Baie de Saint-Vincent gehören dazu. Die Entfernung nach Nouméa beträgt 73 km, der internationale Flughafen La Tontouta ist 28 km entfernt. Mit ihrer Fläche von fast 900 km² ist Boulouparis eine der flächengrößten Gemeinden Frankreichs, mit zwei Einwohnern pro Quadratkilometer jedoch äußerst dünn besiedelt. Ortsteile von Boulouparis: Boulouparis (Hauptort), Bouraké, Gilles, Kouerga, Nassirah, Nétéa, Ouaméni, Ouinané, Ouitchambo, Tomo. Die höchste Erhebung ist der Dent de Saint-Vincent mit 1441 m, der dritthöchste Berg Neukaledoniens.<ref>Dent de Saint-Vincent (21845) New Caledonia (to France), Australasia keybiodiversityareas.org, abgerufen am 15. Juli 2026 (englisch)</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten Bewohner kamen vor ca. 4000 Jahren aus Südostasien in der Gegend von Boulouparis an. Darauf weisen vor Ort einige von Menschen erbaute 1,5 m hohe Hügelgräber mit einem Durchmesser von 10 m und auf der Îlot Puen gefundene Töpfereiobjekte hin.

Die ersten weißen Siedler kamen 1867 aus Neuseeland, die sich in der Gegend als Viehzüchter niederließen. Der Ort Boulouparis wurde 1868 als Militärstützpunkt gegründet.<ref>Pierre Grundmann: Nouvelle Calédonie, S. 111. Paris 2012</ref>

1878 kam es zu einer Revolte der Kanak, bei der fast 30 Siedler ums Leben kamen, unter ihnen waren drei Telegraphisten. Während der erneuten Unruhen von 1984/85 wurde in Nassirah ein 17-jähriger Schüler ermordet. An sie erinnern Gedenktafeln im Ort, nach dem Schüler wurde auch ein Platz benannt.<ref>Pierre Grundmann: Nouvelle Calédonie, S. 112. Paris 2012</ref><ref>Une journée de commémorations à la mémoire d'Yves Tual, tué à Boulouparis en 1985 la1ere.franceinfo.fr, 11. Januar 2025, abgerufen am 15. Juli 2026 (französisch)</ref>

Datei:Camp Brun - cellule individuelle.jpg
Einzelzelle im Straflager Camp Brun

1887 wurde für aus Frankreich verbannte Straftäter das Straflager Camp Brun eröffnet. Es war für 180 Zwangsarbeiter mit der höchsten Strafe vorgesehen, insbesondere für solche, die Fluchtversuche in anderen Straflagern unternommen hatten. Wegen der harten Bedingungen – es gab nur 300 g Brot und etwas Wasser pro Tag – trug es den Beinamen „das Schlachthaus“. Die Gefangenen mussten zu Fuß in Zehnergruppen die 98 km lange Strecke von Nouméa zurücklegen. Anschließend wurden sie zu 10-Stunden-Schichten in Steinbrüchen und beim Straßenbau eingesetzt. Besonders unbeugsame Gefangene wurden in eine Einzelzelle von 1 m × 0,8 m × 2 m gesperrt. Es wurde 1895 geschlossen.<ref>VIDEO. À Boulouparis, dans les pas des bagnards du camp Brun la1ere.franceinfo.fr, 7. Januar 2024, abgerufen am 19. Juli 2026 (französisch)</ref><ref>The Brun Camp fort-teremba.com, 2022, abgerufen am 19. Juli 2026 (englisch)</ref><ref>Histoire et Patrimoine boulouparis.nc, abgerufen am 17. Juli 2026 (französisch)</ref>

1893 wurde eine von Gustave Eiffel in seiner Werkstatt von Levallois-Perret gebaute Brücke über den Fluss Ouenghi in Boulouparis errichtet. Es ist das einzige Bauwerk Eiffels in Ozeanien.<ref>Le pont de la Ouenghi illuminé samedi soir en hommage à Gustave Eiffel la1ere.franceinfo.fr, 30. Dezember 2023, abgerufen am 14. Juli 2026 (französisch)</ref>

Im Jahr 1936 stürzte beim Ortsteil Nassirah ein 347 Gramm schwerer Steinmeteorit zur Erde. Er wurde als Typ H4 wissenschaftlich klassifiziert und unter dem Namen Nassirah offiziell registriert.<ref>Nassirah. Meteoritical Bulletin, abgerufen am 22. August 2021.</ref>

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Boulouparis<ref>world-gazetteer.com: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Bouloupari - population figures 1956–2004 (Memento vom 9. Februar 2013 im Webarchiv archive.today)</ref>
Jahr 1956 1963 1969 1976 1983 1989 1996 2004 2009 2014 2019
Einwohner 483 635 846 925 1139 1456 1591 2089 2418 3005 3315
Ethnische Verteilung<ref>Données locales isee.nc, abgerufen am 5. Februar 2022 (französisch).</ref>
Kanaken Europäer Gemischt Polynesier Andere
30,2 % 27,7 % 16,1 % 2,2 % 23,9 %

Wirtschaft[Bearbeiten]

Datei:BoulouparisEglise.jpg
Kirche in Boulouparis
Datei:Bassin d'élévage des crevettes à la station Saint Vincent de Nouvelle Calédonie (Ifremer 00682-79443).jpg
Garnelenzucht an der Baie de Saint-Vincent

Der kleine Hafen befindet sich mehrere Kilometer vom Ortskern entfernt, da Boulouparis nicht direkt am Meer liegt.

Die Gemeinde ist der Mittelpunkt eines landwirtschaftlich relativ intensiv genutzten Gebietes. Unter anderem werden Kürbisse angebaut, die nach Japan exportiert werden. Am Fluss Ouenghi befindet sich die bedeutendste Fischzuchtstation Neukaledoniens. In der Nähe des Ortes werden auch Hirsche und Garnelen gezüchtet. Jedes Jahr wird im Mai auf dem Gelände der Pferderennbahn der Stadt ein spezielles Fest gefeiert, das dem Hirsch und der Garnele gewidmet ist (Fête du cerf et de la crevette) und bei dem jährlich ein Rodeo veranstaltet wird.<ref>Les Calédoniens se retrouvent à Boulouparis pour la fête du cerf et de la crevette la1ere.francetvinfo.fr, 7. Mai 2022, abgerufen am 7. Mai 2022 (französisch).</ref><ref>Boulouparis Fédération des Courses Hippiques de Nouvelle-Calédonie, abgerufen am 4. Februar 2025 (französisch).</ref><ref>La Fête du Cerf et de la Crevette revient pour sa nouvelle édition les 9 et 10 mai à l’hippodrome de Boulouparis. Au programme : rodéo, 140 exposants, village country et gastronomie locale voixducaillou.nc, 7. Mai 2026, abgerufen am 14. Juli 2026 (französisch)</ref>

Neben der Landwirtschaft spielt auch der Tourismus eine wirtschaftliche Rolle. In der Nähe des Ortes liegt auf einer Halbinsel der bekannte Strand Plage Bouraké, der wegen seiner windgeschützten Lage und seines Fischreichtums besonders bei Surfern und Tauchern beliebt ist.<ref>Jocelyn Harewood: Vanuatu and New Caledonia Lonely Planet Pty Ltd. 2009, S. 160.</ref> Von hier aus werden Fahrten zu der kleinen vorgelagerten Insel Ilot Ténia angeboten, um die herum ein Meeresnaturreservat eingerichtet wurde.

Seit 2017 wurden drei große Photovoltaik-Parks geschaffen, die 132 GWh erreichen, was ungefähr dem Verbrauch der Hälfte der Einwohner Neukaledoniens entspricht.<ref>ÉNERGIE. 15 milliards de francs pour la nouvelle ferme solaire et la "grande batterie" de Boulouparis la1ere.franceinfo.fr, 19. Juli 2025, abgerufen am 14. Juli 2026 (französisch)</ref> Eine der größten Speicheranlagen von erneuerbaren Energien Frankreichs mit einer Kapazität von über 200 MWh wurde 2026 errichtet.<ref>Akuo lance un méga-projet de stockage électrique en Nouvelle-Calédonie tecsol-quotidien.fr, 15. Dezember 2025, abgerufen am 14. Juli 2026 (französisch)</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Boulouparis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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