Brennnesseln
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Große Brennnessel (Urtica dioica) | ||||||||||||
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Die Brennnesseln (Urtica) bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae).<ref name="POWO" /> Die 30 bis 70 Arten kommen fast weltweit vor.<ref name="POWO" /> Im deutschen Sprachraum nahezu überall anzutreffen sind die Große Brennnessel und die Kleine Brennnessel sowie seltener die Röhricht-Brennnessel und die Pillen-Brennnessel.
Beschreibung[Bearbeiten]
Vegetative Merkmale[Bearbeiten]
Brennnessel-Arten wachsen als einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, selten als Halbsträucher. Die in Mitteleuropa vertretenen Arten erreichen je nach Art, Standort und Nährstoffsituation Wuchshöhen von 10 bis 300 Zentimetern. Die ausdauernden Arten bilden Rhizome als Ausbreitungs- und Überdauerungsorgane. Die grünen Pflanzenteile sind mit Brenn- sowie Borstenhaaren besetzt. Ihre oft vierkantigen Stängel sind verzweigt oder unverzweigt, aufrecht, aufsteigend oder ausgebreitet.
Die meist kreuz-gegenständig an der Sprossachse angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfachen Blattspreiten sind elliptisch, lanzettlich, eiförmig oder kreisförmig und besitzen meist drei bis fünf (bis sieben) Blattadern. Der Blattrand ist meist gezähnt bis mehr oder weniger grob gezähnt. Die oft haltbaren Nebenblätter sind frei oder untereinander verwachsen. Die Zystolithen sind gerundet bis mehr oder weniger verlängert.
Brennhaare[Bearbeiten]
Bekannt und unbeliebt sind die Brennnesseln wegen der schmerzhaften Quaddeln (Schwellungen), die auf der Haut nach Berührung der Brennhaare entstehen. Je nach Art sind die Folgen unterschiedlich schwer, so ist beispielsweise die Brennflüssigkeit der Kleinen Brennnessel (Urtica urens) wesentlich schmerzhafter als die der Großen Brennnessel (Urtica dioica).
Diese Brennhaare wirken als Schutzmechanismus gegen Fressfeinde und sind überwiegend auf der Blattoberseite vorhanden. Es sind lange, einzellige Röhren, deren Wände im oberen Teil durch eingelagerte Kieselsäure hart und spröde wie Glas sind. Das untere, flexiblere Ende ist stark angeschwollen, mit Brennflüssigkeit gefüllt und in einen Zellbecher eingesenkt, die Spitze besteht aus einem seitwärts gerichteten Köpfchen, unter dem durch die hier sehr dünne Wand eine Art Sollbruchstelle vorhanden ist.
Das Köpfchen kann schon bei einer leichten Berührung abbrechen und hinterlässt eine schräge, scharfe Bruchstelle, ähnlich der einer medizinischen Spritzenkanüle. Bei Kontakt sticht das Härchen in die Haut des Opfers, sein ameisensäurehaltiger Inhalt spritzt mit Druck in die Wunde und verursacht sofort einen kurzen, brennenden Schmerz und dann die erwähnten, mit Brennen oder Juckreiz verbundenen Quaddeln.
Weitere Wirkstoffe der Brennflüssigkeit sind Serotonin, Histamin, Acetylcholin und Natriumformiat. Bereits 100 Nanogramm dieser Brennflüssigkeit reichen aus, um die bekannte Wirkung zu erzielen. Histamin erweitert die Blutkapillaren und kann Reaktionen hervorrufen, die allergischen Reaktionen ähneln (diese werden unter anderem durch Freisetzung körpereigenen Histamins verursacht). Acetylcholin ist auch die Überträgersubstanz vieler Nervenendungen und für den brennenden Schmerz verantwortlich. Da fast alle Brennhaare nach oben gerichtet sind, lassen sich Brennnesseln mithilfe einer Überstreichung von unten nach oben relativ gefahrlos anfassen.
Auch ohne Eindringen der Brennhaare kann allein der Hautkontakt zur Brennflüssigkeit Folgen haben: Frischer Brennnessel-Schnitt verursacht bei Hautkontakt (z. B. beim Rasenmähen) zuerst keine Schmerzen, weil gebrochene Brennhaare nicht in die Haut stechen können und nur noch wenig Gift enthalten. Die spröden Brennhaare brechen bereits bei Mähmesser-Rotation und die Brennflüssigkeit fließt frei aus. Bei Benetzung empfindlicher Hautschichten mit Brennflüssigkeit (Knöchel- und Spannbereich) erfolgt eine späte Schmerzreaktion, da die Brennflüssigkeit nach Kontakt auf nervenloser Oberhaut (Epidermis) durch Poren in die darunterliegende Lederhaut (Dermis) eindringt. Dort erreicht sie erst nach Stunden freie Nervenendigungen (Nozizeptoren). Dagegen schmerzen Hauteinstiche spröder, ungebrochener Brennhaare schon in Sekundenbruchteilen. Die relativ lange Gift-Kontaktzeit ist zur späteren Verätzungsintensität direkt proportional. Nur langsam unter stechenden Schmerzen mit Schwellungen wird das in die Lederhaut eingedrungene Gift abgebaut und die großflächig verätzte Oberhaut durch eine neue ersetzt.
Die Brennnessel hat damit einer Reaktion der Haut ihren Namen gegeben, der Nesselsucht oder Urtikaria. Genau wie bei einer Reizung durch Brennnesseln verursacht sie juckende Quaddeln und es wird Histamin aus Mastzellen der Haut freigesetzt. Die Ursachen können jedoch sehr unterschiedlich sein.
A männliche, B weibliche Blüte
Generative Merkmale[Bearbeiten]
Brennnesseln sind je nach Art einhäusig (monözisch) oder zweihäusig (diözisch) getrenntgeschlechtig. In den Blattachseln stehen in verzweigten, rispigen, ährigen, traubigen oder kopfigen Gesamtblütenständen viele zymöse Teilblütenstände mit jeweils vielen Blüten zusammen. Die relativ kleinen, unauffälligen, immer eingeschlechtigen Blüten sind zwei- bis sechs-, meist jedoch vier- bis fünfzählig.
Die eingeschlechtigen Blüten sind etwas reduziert. Es sind (zwei bis) vier (bis fünf) Blütenhüllblätter vorhanden. Die männlichen Blüten enthalten meist (zwei bis) vier (bis fünf) Staubblätter. Die weiblichen Blüten enthalten einen Fruchtknoten, der zentral in der Blüte liegt und aus nur einem Fruchtblatt gebildet wird.
Die sitzenden, in den haltbaren inneren Blütenhüllblättern locker eingehüllten Nüsschen sind gerade, seitlich abgeflacht, eiförmig oder deltoid. Die aufrechten Samen enthalten wenig Endosperm und zwei fleischige, fast kreisförmige Keimblätter (Kotyledonen).
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 12 oder 13.
Einige morphologisch ähnliche Arten[Bearbeiten]
Die Arten der mit den Brennnesseln nicht verwandten Gattung der Taubnesseln (Lamium) sehen den Brennnesseln in Wuchs und Blattform sehr ähnlich, besitzen aber keine Brennhaare und sehr viel größere und auffälligere Blüten. Die ebenfalls ähnlichen Blätter der Nesselblättrigen Glockenblume (Campanula trachelium) sind dagegen wechselständig.
Ökologie[Bearbeiten]
Ausbreitung[Bearbeiten]
Brennnessel-Arten sind windbestäubt. Wenn sich bei den männlichen Blüten die Blütenhüllblätter öffnen, schnellen ihre Staubblätter hervor; dabei wird explosionsartig eine Wolke von Pollen in die Luft geschleudert. Der Wind überträgt anschließend den Pollen auf die weiblichen Blüten.
Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt durch Wind und Tiere.
Lebensraum für Schmetterlinge[Bearbeiten]
Für die Raupen von rund 50 Schmetterlingsarten sind bestimmte Brennnessel-Arten eine Futterpflanze.
Die Schmetterlingsarten Admiral, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs (auch als Nesselfalter bekannt), Silbergraue Nessel-Höckereule, Dunkelgraue Nessel-Höckereule, Brennnessel-Zünslereule (Hypena obesalis) und das Landkärtchen sind dafür sogar auf die Brennnessel angewiesen, andere Pflanzenarten kommen für diese Arten nicht in Betracht (Monophagie). Trotzdem scheinen sich diese Schmetterlingsarten kaum gegenseitig Konkurrenz zu machen, da sie entweder jeweils eine andere Wuchssorte der Brennnesseln bevorzugen oder relativ selten sind.
- Die Raupen des Kleinen Fuchses sind an trockenen und sonnigen Stellen zu finden.
- Das Tagpfauenauge mag es zwar gleichfalls sonnig, aber dennoch luftfeucht und bevorzugt daher Plätze an Gewässern.
Beide Arten benötigen überdies größere Brennnesselbestände.
- Der Admiral dagegen gibt sich schon mit Ansammlungen einiger weniger Pflanzen zufrieden und bevorzugt eher kümmerliche Brennnesseln.
- Das Landkärtchen sucht sich die schattigsten Wuchsorte der Brennnessel aus, die oft großen und dichten Bestände in den fluss- und bachbegleitenden Auwäldern.
Auf fast jeder Brennnessel sind Fraßspuren einzelner Insekten zu finden. Dabei müssen diese eine Strategie entwickelt haben, mit der sie die Brennhaare umgehen. Sie fressen sich um die Haare herum und bevorzugen dabei die Wege entlang der Blattadern und der Blattränder, da sich dort keine Brennhaare befinden. Vorteilhaft für die Insekten: Das Gift dringt nicht aus der Spitze, wenn das Haar unten an der Wurzel angefressen wird.
Vorkommen[Bearbeiten]
Die Gattung Urtica ist fast weltweit verbreitet, lediglich in der Antarktis kommen keine Arten vor. Von den 30 bis 70 Urtica-Arten kommen 14 in China vor. Hauptsächlich gedeihen Urtica-Arten in den gemäßigten Gebieten der Nord- und der Südhalbkugel. Es gibt aber auch Arten in den Gebirgen der Tropen.
Im deutschsprachigen Raum kommen vier Brennnessel-Arten vor: Die bekanntesten sind die zweihäusige Große Brennnessel (Urtica dioica) und die einhäusige Kleine Brennnessel (Urtica urens); außerdem existieren hier noch die Röhricht-Brennnessel (Urtica kioviensis) und die aus dem Mittelmeerraum eingeschleppte Pillen-Brennnessel (Urtica pilulifera),<ref name="ExkÖst2" /><ref name="Oberdorfer7" /><ref name="Rothmaler2-13" /><ref name="Hess3" /> deren gelegentliche mitteleuropäische Vorkommen auf die Kulturflucht aus Kräutergärten zurückzuführen ist, in denen sie wegen ihrer schleimigen Samen kultiviert wurde.
Einige Arten sind sehr anspruchslos und besiedeln deshalb ein breites Spektrum an Habitaten.
Zeigerfunktion[Bearbeiten]
Ein starker Brennnesselwuchs gilt allgemein als Zeiger für einen stickstoffreichen Boden und bildet sich oft als Ruderalpflanze auf früher besiedelten Stellen aus. Eine große Anzahl Brennnesseln in einem Gebiet erlaubt es somit, auch ohne chemische Untersuchungen Rückschlüsse auf die Bodenbeschaffenheit zu ziehen.
Systematik[Bearbeiten]
Die Gattung Urtica wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum aufgestellt.<ref name="SpPl" /> Zum Protolog gehört auch die Diagnose in Genera Plantarum.<ref name="GenPl" /> Der Gattungsname Urtica leitet sich vom lateinischen Wort urere für „brennen“ ab. Synonyme für Urtica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind: Selepsion Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf., Vrtica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Noronha<ref name="POWO" />
Die Gattung der Brennnesseln (Urtica) enthält je nach Autor 30 bis 70 Arten:<ref name="POWO" />
- Urtica ardens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Link (Syn.: Urtica parviflora Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Roxb., Urtica virulenta Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wall.): Sie kommt im Himalaja vom nördlichen Indien über Bhutan, Sikkim sowie Nepal bis zum südöstlichen Tibet und den chinesischen Provinzen westlichen Guangxi, zentralen bis südlichen Yunnan vor.<ref name="FOC" />
- Urtica aspera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Petrie: Sie kommt nur auf der neuseeländischen Südinsel vor.<ref name="FloraNZ" />
- Urtica atrichocaulis (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hand.-Mazz.) Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.C.J.Chen: Sie gedeiht in Tälern, entlang von Fließgewässern und an Straßenrändern in Höhenlagen von 300 bis 2600 Metern in den chinesischen Provinzen südwestliches Guizhou, Sichuan sowie Yunnan.<ref name="POWO" />
- Urtica atrovirens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Req. ex Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Loisel. (Syn.: Urtica grandidentata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Moris): Sie kommt nur auf Korsika, Sardinien und dem italienischen Toskanischen Archipel vor.<ref name="POWO" />
- Urtica australis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hook. f. (Syn.: Urtica aucklandica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hook. f.): Sie kommt nur auf kleinen Inseln um Neuseeland vor.<ref name="FloraNZ" />
- Urtica ballotifolia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wedd. (Syn.: Urtica ballotifolia var. macrostachya Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wedd., Urtica longispica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Killip): Sie kommt im westlichen Südamerika von Kolumbien über Ecuador bis Peru und bis zum nordwestlichen Venezuela vor.<ref name="POWO" />
- Urtica berteroana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Phil. (Syn.: Urtica echinata var. berteroana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Phil.) Wedd.): Sie kommt im westlichen Bolivien und im zentralen Chile vor.<ref name="POWO" />
- Mallorca-Brennnessel<ref name="Zander2008" /> (Urtica bianorii (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Knoche) Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Paiva): Sie ist auf Mallorca endemisch.<ref name="Euro+Med" />
- Sibirische Hanfnessel<ref name="Zander2008" /> (Urtica cannabina Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.): Sie ist in Zentralasien von Sibirien und China weitverbreitet. Es gibt Fundortangaben für Kasachstan, Kirgisistan, China, Chita, die Innere Mongolei, die Mongolei, Altai, Burjatien, Irkutsk, Krasnoyarsk sowie Jakutien. Sie ist in vielen Gebieten Eurasiens ein Neophyt.<ref name="POWO" />
- Urtica chamaedryoides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Pursh: Es gibt zwei Unterarten:<ref name="POWO" />
- Urtica chamaedryoides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Pursh subsp. chamaedryoides (Syn.: Urtica alba Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf., Urtica aureliana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Riddell, Urtica berlandiera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Blume, Urtica bovista Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Riddell ex Wedd., Urtica chamaedryoides var. angustifolia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wedd., Urtica chamaedryoides var. latifolia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wedd., Urtica chamaedryoides var. orizabae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Liebm.) Wedd., Urtica chamaedryoides var. parvifolia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wedd., Urtica chamaedryoides var. runyonii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Correll, Urtica gracilescens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Blume, Urtica gracilis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf. non Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Aiton, Urtica orizabae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Liebm., Urtica propinqua Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Liebm., Urtica purpurascens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Nutt., Urtica stachydifolia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kunth & C.D.Bouché, Urtica verna Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf.): Sie kommt von den zentralen und südöstlichen Vereinigten Staaten bis Guatemala vor.<ref name="POWO" />
- Urtica chamaedryoides subsp. microsperma Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hauman: Sie kommt von Bolivien bis ins nordöstliche und nördliche-zentrale Argentinien vor.<ref name="POWO" />
- Urtica chengkouensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.W.T.Wang: Sie wurde 2017 aus Sichuan erstbeschrieben.<ref name="POWO" />
- Urtica circularis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Sorarú (Syn.: Urtica chamaedryoides var. circularis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Hicken) Hauman, Urtica spatulata var. circularis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hicken): Sie kommt vom südlichen Bolivien über Paraguay sowie Uruguay bis zum südlichen Brasilien und nördlichen Argentinien vor.<ref name="POWO" />
- Große Brennnessel<ref name="Zander2008" /> (Urtica dioica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.): Sie ist in Eurasien, Nordafrika und Nordamerika weitverbreitet und ist in Polynesien sowie Südamerika ein Neophyt.
- Urtica echinata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Benth.: Sie kommt vom westlichen Südamerika bis zum nordwestlichen Argentinien vor.<ref name="POWO" />
- Urtica ferox Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.G.Forst.: Sie kommt auf der Nord- und Südinsel Neuseelands vor.<ref name="FloraNZ" /> Die Berührung mit den Blättern dieser Art kann schwere Vergiftungen hervorrufen.
- Urtica fissa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.E.Pritz.: Sie kommt in Vietnam und in China vor.<ref name="FOC" />
- Urtica flabellata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kunth: Sie kommt von westlichen Südamerika bis Argentinien vor.<ref name="POWO" />
- Urtica glomeruliflora Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Steud.: Dieser Endemit kommt auf den Juan-Fernández-Inseln vor.<ref name="POWO" />
- Urtica gracilis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Aiton: Es gibt etwa fünf Unterarten:<ref name="POWO" />
- Urtica gracilis subsp. aquatica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Liebm.) Weigend (Syn.: Urtica aquatica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Liebm., Urtica mexicana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Blume, Urtica serra Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Blume): Sie kommt von Mexiko bis Guatemala vor.<ref name="POWO" />
- Urtica gracilis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Aiton subsp. gracilis (Syn.: Urtica californica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Greene, Urtica cardiophylla Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rydb., Urtica dioica var. californica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Greene) C.L.Hitchc., Urtica dioica subsp. gracilis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Aiton) Selander, Urtica dioica var. gracilis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Aiton) Roy L.Taylor & MacBryde, Urtica dioica var. lyallii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(S.Watson) C.L.Hitchc., Urtica dioica var. procera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Muhl. ex Willd.) Wedd., Urtica gracilis var. latifolia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Farw., Urtica lyallii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.S.Watson, Urtica lyallii var. californica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Greene) Jeps., Urtica procera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Muhl. ex Willd., Urtica strigosissima Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rydb., Urtica viridis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rydb.): Sie ist in Nordamerika von Alaska über die USA bis Mexiko weitverbreitet.<ref name="POWO" />
- Urtica gracilis subsp. holosericea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Nutt.) W.A.Weber (Syn.: Urtica breweri Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.S.Watson, Urtica dioica subsp. holosericea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Nutt.) Thorne, Urtica dioica var. holosericea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Nutt.) C.L.Hitchc., Urtica dioica var. occidentalis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.S.Watson, Urtica gracilis var. densa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Jeps.) Jeps., Urtica gracilis var. greenei Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Jeps.) Jeps., Urtica gracilis var. holosericea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Nutt.) Jeps., Urtica holosericea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Nutt.) Nutt., Urtica trachycarpa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wedd.): Sie kommt von den westlichen bis westlichen-zentralen USA bis zum mexikanischen Bundesstaat Baja California Norte vor.<ref name="POWO" />
- Urtica gracilis subsp. incaica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Weigend: Sie kommt in Peru vor.<ref name="POWO" />
- Urtica gracilis subsp. mollis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Steud.) Weigend (Syn.: Urtica buchtienii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ross): Sie kommt in Chile und in Argentinien vor.<ref name="POWO" />
- Urtica hyperborea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Jacq. ex Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wedd.: Sie kommt in China und in Sikkim vor.<ref name="FOC" />
- Urtica incisa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Poir.: Sie kommt in Australien, Tasmanien und auf Neuseeland vor.<ref name="FloraNZ" />
- Röhricht-Brennnessel<ref name="Zander2008" /> (Urtica kioviensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rogow.): Sie kommt in Mittel- und Osteuropa vor.
- Urtica laetevirens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Maxim.: Sie kommt in zwei Unterarten in China, Japan, Korea und im fernöstlichen Russland vor.<ref name="FOC" />
- Urtica leptophylla Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kunth: Sie kommt von Mittelamerika bis Bolivien und dem nordwestlichen Venezuela vor.<ref name="POWO" />
- Urtica lilloi (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hauman) Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Geltman: Sie kommt im nordwestlichen Argentinien vor.<ref name="POWO" />
- Urtica linearifolia (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hook. f.) Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Cockayne: Sie kommt in Neuseeland vor.<ref name="FloraNZ" />
- Urtica macbridei Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Killip: Sie kommt in Ecuador und in Peru vor.<ref name="POWO" />
- Urtica magellanica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Juss. ex Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Poir.: Sie kommt von Ecuador bis ins südliche Südamerika vor.<ref name="POWO" />
- Urtica mairei Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.H.Lév.: Sie kommt vom südöstlichen Tibet bis China und dem nordöstlichen Vietnam und in Taiwan vor.<ref name="POWO" />
- Urtica masafuerae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Phil.: Dieser Endemit kommt nur auf den Juan-Fernández-Inseln vor.<ref name="POWO" />
- Geschwänzte Brennnessel<ref name="Zander2008" /> (Urtica membranacea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Poir. ex Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Savigny): Sie kommt in Europa im Mittelmeerraum, in Westeuropa und auf den Azoren vor.
- Urtica mexicana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Liebm.: Sie kommt von Mexiko bis Guatemala vor.<ref name="POWO" />
- Urtica mollis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Steud.: Sie wird auch als Unterart Urtica gracilis subsp. mollis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Steud.) Weigend angesehen. Sie kommt in Chile und Argentinien vor.<ref name="POWO" />
- Maulbeerblättrige Brennnessel<ref name="Zander2008" /> (Urtica morifolia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Poir.), kommt auf Madeira, den Kanaren und eingebürgert auf den Azoren vor.<ref name="Euro+Med" />
- Urtica orizabae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Liebm.: Sie wird als Synonym von Urtica chamaedryoides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Pursh angesehen.<ref name="POWO" />
- Urtica parviflora Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Roxb.: Sie kommt im nördlichen Indien, in Kaschmir, Nepal, Sikkim, Bhutan und in China vor.<ref name="FOC" />
- Pillen-Brennnessel<ref name="Zander2008" /> (Urtica pilulifera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.): Sie ist in Eurasien und Nordafrika weitverbreitet.
- Urtica pubescens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ledeb.: Sie kommt in Russland vor.
- Urtica platyphylla Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wedd.: Sie kommt in Japan, auf den Kurilen, in Sachalin, Kamtschatka und in Russlands fernem Osten vor.<ref name="POWO" />
- Urtica praetermissa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.V.W.Steinm.: Sie kommt im zentralen und südwestlichen Mexiko vor.<ref name="POWO" />
- Urtica rupestris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Guss.: Dieser Endemit kommt nur auf Sizilien vor.
- Urtica sondenii (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Simmons) Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Avrorin ex Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Geltman: Sie kommt in Nord- und Osteuropa vor.
- Urtica spirealis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Blume: Sie kommt von Mexiko bis Guatemala vor.<ref name="POWO" />
- Urtica stachyoides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Webb & Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Benth.: Sie kommt nur auf den Kanaren vor.<ref name="Euro+Med" />
- Urtica taiwaniana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.S.S.Ying: Sie kommt in Taiwan in Höhenlagen zwischen 3400 und 3600 Metern vor.<ref name="FOC" />
- Urtica thunbergiana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Sieb. & Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Zucc.: Sie kommt im westlichen Yunnan, in Taiwan und im südlichen Japan vor.<ref name="FOC" />
- Urtica triangularis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hand.-Mazz.: Sie kommt in drei Unterarten in China in Höhenlagen zwischen 2500 und 4100 Metern vor.<ref name="FOC" />
- Urtica trichantha (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wedd.) Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Acevedo & Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Navas: Sie kommt von Peru bis ins nördliche Chile vor.<ref name="POWO" />
- Kleine Brennnessel<ref name="Zander2008" /> (Urtica urens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.): Sie ist in Eurasien, Nordafrika, Nordamerika und Grönland weitverbreitet.
Nicht mehr zur Gattung Urtica gehören:<ref name="POWO" />
- Urtica angustifolia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Fisch. ex Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hornem.: Sie kommt in Asien, besonders in China, vor.<ref name="FOC" /> → Boehmeria virgata subsp. macrophylla Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Hornem.) Friis & Wilmot-Dear
- Urtica heterophylla Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Vahl → Girardinia diversifolia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Link) Friis
Inhaltsstoffe[Bearbeiten]
Es konnten verschiedene phenolische Säuren, Lignane sowie Flavonoide wie Rutin und Isoquercitrin identifiziert werden.<ref>M. Francišković, R. Gonzalez-Pérez, D. Orčić, F. Sánchez de Medina, O. Martínez-Augustin, E. Svirčev, N. Simin, N. Mimica-Dukić: Chemical Composition and Immuno-Modulatory Effects of Urtica dioica L. (Stinging Nettle) Extracts. In: Phytother Res. Band 31, Nr. 8, Aug 2017, S. 1183–1191. PMID 28544187.</ref>
Verwendung[Bearbeiten]
Die meisten der folgenden Aspekte beziehen sich auf die Große Brennnessel (Urtica dioica), die unter anderem als Heil- und Nutzpflanze dient.
Lebensmittel[Bearbeiten]
Von einigen Arten werden die grünen Pflanzenteile, die unterirdischen Pflanzenteile und die Samen verwendet. Als Frühjahrsgemüse werden die jungen Brennnesseltriebe wegen ihres hohen Gehalts an Flavonoiden, Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium und Silizium, Vitamin A und C<ref>J. Wolska, M. Czop, K. Jakubczyk, K. Janda: Influence of temperature and brewing time of nettle (Urtica dioica L.) infusions on vitamin C content. In: Rocz Panstw Zakl Hig. Band 67, Nr. 4, 2016, S. 367–371. PMID 27925706.</ref> (etwa doppelt so viel Vitamin C wie Orangen), Eisen, aber auch wegen ihres hohen Eiweißgehalts geschätzt. Die Brennnessel enthält in der Trockenmasse etwa 30 Prozent Eiweißanteil. Der Geschmack wird als „dem Spinat ähnlich, aber aromatischer“<ref name="Bissegger2011" /> und als feinsäuerlich beschrieben.
Die Nutzung von wild gesammelten Brennnesseln als Nahrungsmittel (Wildkraut), vor allem von frischen Trieben im Frühjahr, ist seit der Antike aus Nord- und Westeuropa sowie der indigenen Bevölkerung Kanadas bezeugt.<ref name="Randall2003">Colin Randall: Historical and modern uses of Urtica. Chapter 2 In: Gulsel M. Kavalali (Hrsg.): Urtica. Therapeutic and nutritional aspects of stinging nettles. Taylor & Francis, London/New York 2003, ISBN 0-415-30833-X. (Reihe Medicinal and aromatic plants–industrial profiles Band 37).</ref> Die Nutzung erfolgte als Wildgemüse (in Schottland kail<ref>Eat up Your Nettles M. Harrison, 2010. Wild Food School, abgerufen am 2. Juli 2019.</ref>), Suppe oder Tee. Besondere Verwendungen waren etwa die Zugabe beim Kochen, um zartes Fleisch zu erhalten, oder als Ersatz für Lab zur Käsebereitung.<ref name="Randall2003" />
Die Samen der Brennnessel eignen sich geröstet<ref name="Bissegger2011" /> zum Verzehr oder lassen sich zu Brennnesselsamenöl weiterverarbeiten.
Der unangenehmen Wirkung der Nesselhaare kann man bei der rohen Verwendung für beispielsweise Salate entgegenwirken, indem man die jungen oberirdischen Pflanzenteile in ein Tuch wickelt und stark wringt, sie beispielsweise mit einem Wiegemesser sehr fein schneidet,<ref name="Bissegger2011" /> mit einem Nudelholz gut durchwalkt<ref name="Bissegger2011" /> oder ihnen eine kräftige Dusche verabreicht. Kochen sowie kurzes Blanchieren für Brennnesselspinat sowie -suppe macht die Nesselhaare ebenfalls unschädlich. Auch durch das Trocknen der oberirdischen Pflanzenteile für die Teezubereitung verlieren sie ihre reizende Wirkung.
Fasergewinnung[Bearbeiten]
Textilien aus Brennnesseln wurden bereits im Altertum hergestellt. Dieser Art der Verwendung war nicht auf einzelne Regionen beschränkt.<ref name="Bouché1884">Carl David Bouché Bouché, Hermann Grothe: Geschichte der technischen Benutzung der Nesselfasern. Kapitel 7 In: Carl David Bouché, Hermann Grothe: Ramie, Rheea, Chinagras und Nesselfaser. Ihre Erzeugung und Bearbeitung als Material für die Textilindustrie. Springer Verlag, Berlin/Heidelberg 1884.</ref> Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts lebte das Interesse an der heimischen Faserpflanze aufgrund einer Baumwollknappheit wieder auf. Um 1900 galt Nessel als das „Leinen der armen Leute“. Im Zweiten Weltkrieg wurde Nesseltuch verstärkt in Deutschland für Armee-Bekleidung verwendet.
Der Fasergehalt der Zellulosefasern in wilden Brennnesseln erreicht im Durchschnitt etwa fünf Prozent und konnte in zur Fasergewinnung optimierten Zuchtlinien bis auf 22 Prozent gesteigert werden. Der Rohfaserertrag lag bei Anbauversuchen um 2003 bei maximal etwa einer Tonne pro Hektar Anbaufläche.<ref name="Vogl2003" /> Die Fasern können durch mikrobiologische Prozesse freigelegt werden.<ref>Jens Soentgen: Fasern aus der Brennnessel. 2016, abgerufen am 2. Januar 2022.</ref>
Aus Brennnesselfasern hergestellte Schnüre können auch für Netze und als Bogensehne verwendet werden.<ref>Sabine Karg und Manfred Pfeifer: Time to Grasp the Nettle – Das Nutzungspotential der Brennnessel. In: Jutta Kneisel, Martin Furholt, Robert Hofmann, Doris Mischka, Wiebke Kirleis, Maria Wunderlich (Hrsg.): A Haunting Spectre – Archaeological Studies of Social Organisation, Economic Practice, and Inequality. A Festschrift for Johannes Müller on the occasion of his 65th birthday (= Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie aus dem Institut für Ur- und Frühgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Band 413). Band 2. Habelt, Bonn 2025, S. 879–888.</ref>
Färberpflanze[Bearbeiten]
Lange Zeit gehörte die Brennnessel zu den Färberpflanzen. Wolle kann man mit ihrer Wurzel, nach Vorbeizen mit Alaun, wachsgelb färben. Mit einer Zinnvorbeize, Kupfernachbeize und einem Ammoniak-Entwicklungsbad erzielen die oberirdischen Teile ein kräftiges Graugrün. Man benötigt etwa 600 Gramm Brennnessel pro 100 Gramm Wolle; besonders bei der Brennnessel kann der Farbton vom Zeitpunkt des Pflückens und Färbens abhängen, deshalb ist die Technik bei Massenproduktion von Kollektionen in Vergessenheit geraten.
Gärtnerische Verwendung[Bearbeiten]
Die Brennnesseln finden insbesondere im biologischen Gartenbau vielfältige Verwendung. Ein scharfer, nur 24 Stunden angesetzter Kaltwasserauszug („brennende Brennnesseljauche“) als Pflanzenstärkungsmittel soll sowohl die Widerstandskraft behandelter Pflanzen gegenüber Schädlingen erhöhen als auch düngend wirken. Brennnesseljauche wird, im Verhältnis 1:10 bis 1:20, bei verschiedenen Gemüsepflanzen, insbesondere bei Gurken, Kohl, Porree, Tomaten und Zucchini, eingesetzt.<ref name="Drangmeister2011">H. Drangmeister: Pflanzenschutz im Öko-Landbau – Grundlagen und Prinzipien. D1 Allgemeiner Pflanzenbau. Informationsmaterialien über den ökologischen Landbau (Landwirtschaft einschließlich Wein-, Obst- und Gemüsebau) für den Unterricht an landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen. herausgegeben vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, 2011.</ref> Im Garten angebaute oder wildwachsend gesammelte Brennnesseln können zudem als Tee<ref name="SchönTeepflanzen">Barbara Schön: Teepflanzen. Anbau im Kräutergarten, Ernte und Zubereitung. Broschüre, herausgegeben vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Freistaat Sachsen. 2. Auflage, 2011.</ref> oder Gemüse (Wildkraut)<ref name="SchönGartensalate">Barbara Schön: Gartensalate. Anbau im Haus- und Kleingarten. Broschüre, herausgegeben vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Freistaat Sachsen. 2. Auflage, 2011.</ref> verwendet werden.
Anbau[Bearbeiten]
Als Kulturpflanze angebaut wird ausschließlich die Große Brennnessel (Urtica dioica), meist als Faserpflanze. Es handelt sich um eine ausdauernde Pflanze, die mehrere Jahre hintereinander auf derselben Fläche geerntet wird, der Anbau gilt als vorteilhaft aufgrund des geringen Aufwands, die Pflanze benötigt aber nährstoffreiche Böden und hat einen hohen Wasserbedarf. Die Art kann aus Samen vermehrt werden, im großflächigen Anbau ist aber vegetative Vermehrung Standard, um einheitliche Erträge zu gewährleisten. Angebaut werden ausgewählte Kulturlinien (meist Klone), deren genaue botanische Zuordnung nicht immer eindeutig ist; diese erreichen Wuchshöhen bis über zwei Meter. Die erste Ernte erfolgt im zweiten Wuchsjahr. Es können Erträge von 3 bis 12 Tonnen pro Hektar Trockenmasse erzielt werden, höhere Erträge aber meist nur bei intensiver Stickstoff-Düngung. Während für Faserproduktion im Herbst geerntet wird, erfolgt die Ernte bereits im Frühjahr (April), wenn vorwiegend Blätter gewonnen werden sollen, etwa für pharmazeutische Produkte.<ref name="Virgilio2015">Nicola Di Virgilio, Eleni Papazoglou, Zofija Jankauskiene, Sara Di Lonardo, Marcin Praczyk, Kataryna Wielgusz: The potential of stinging nettle (Urtica dioica L.) as a crop with multiple uses. In: Industrial Crops and Products. Volume 68, 2015, S. 42–49, doi:10.1016/j.indcrop.2014.08.012.</ref> Angebaute Pflanzen können möglicherweise 10 bis 15 Jahre beerntet werden, gute Erträge werden aber, nach den alten Anbauversuchen von Bredemann (1959) vor allem bis zum vierten Jahr berichtet.<ref name="Baltina2012">Ilze Baltina, Lilita Lapsa, Elvyra Gruzdeviene: Nettle Fibers as a Potential Natural Raw Material for Textile in Latvia. In: Materials Science. Textile and Clothing Technology. Volume 7, Nr. 1, 2012, S. 23–27.</ref> Für den Anbau zur Blättergewinnung wird auch die einjährige Kleine Brennnessel (Urtica urens) eingesetzt.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Große Brennessel (Urtica dioica L.), Kleine Brennessel (Urtica urens L.), Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V., Industriepflanzen. ( vom 2. Juli 2019 im Internet Archive) abgerufen am 2. Juli 2019.</ref>
Der Anbau der Brennnessel wurde in Deutschland und Österreich vor allem in den Kriegsjahren, als Substitut für ausbleibende Baumwollimporte, betrieben. Damals wurden etwa 500 Hektar Nesseln angebaut.<ref name="Vogl2003" /> Er geriet nachher bald in Vergessenheit. Klone aus den alten Anbauversuchen durch Gustav Bredemann sind aber in einigen Universitätssammlungen erhalten geblieben. Seit den 1990er Jahren gibt es neue Anbauversuche als nachwachsender Rohstoff, die aber derzeit noch überwiegend experimenteller Natur sind. Ein Anbau, als Nischenprodukt, erfolgt etwa in Ungarn.<ref>Story of Nettle, Die Geschichte der Fasernessel Marlene. Mattes & Ammann GmbH & CO. KG, Meßstetten-Tieringen</ref>
Nach der Ernte werden die Pflanzen eine Zeit lang auf dem Acker liegen gelassen, um durch mikrobiellen Abbau die Isolierung der Fasern zu erleichtern (analog dem Rösten beim Flachs). Die Fasern werden anschließend, entweder traditionell enzymatisch durch mikrobiellen Abbau oder alternativ durch chemische Verfahren, isoliert. Mechanische Isolierung ist ebenfalls möglich, liefert aber ein geringwertiges Produkt, das nicht für Textilien verwendbar ist.<ref name="Vogl2003" />
Kulturelle Bedeutung[Bearbeiten]
Die lange Geschichte der Brennnessel, insbesondere der lateinisch und in der Pharmazie früher einfach als Urtica bezeichneten Arten Große Brennnessel und Kleine Brennnessel, als Heilpflanze und Nahrungsmittel<ref name="Lutomsk1983">Jerzy Lutomski, Henryk Speichert: Die Brennessel in Heilkunde und Ernährung. In: Pharmazie in unserer Zeit. Band 12, Nr. 6, 1983, S. 181–186.</ref> führt dazu, dass es eine Vielzahl ethnobotanischer Traditionen und Ansichten über diese Pflanzenarten gibt, die teils dem Bereich der Mythen und des Aber- und Wunderglaubens entstammen.<ref name="Marzell1911" />
Einige der Bräuche:
- Am Gründonnerstag Brennnesselgemüse zu essen, was für das folgende Jahr vor Geldnot schützen soll.
- Fünf Nesselblätter in der Hand zu halten, um frei von Furcht und bei kühlem Verstand zu bleiben.
- Am Johannistag Brennnesselpfannkuchen zu essen, um gegen Nixen- und Elfenzauber gefeit zu sein.
- Am 1. Januar Brennnesselkuchen zu essen, um sich ein gutes Jahr zu sichern.
Quellen[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Chen Jiarui (陈家瑞), Ib Friis, C. Melanie Wilmot-Dear: Urtica. In: (Abschnitte Beschreibung und Verbreitung).
- David E. Boufford: Urtica. In: (Abschnitte Beschreibung und Systematik).
- P. W. Ball, D. V. Geltman: Urtica. In:
- Eva Hanke, Ernst Wegner: Die Heilkraft der Brennessel. Droemer Knaur, München 2000, ISBN 3-426-87041-X.
- Heidelore Kluge: Brennessel: Heilpflanze und mehr. Haug, Heidelberg 1999, ISBN 3-7760-1751-1.
- Renate Spannagel: Heilkraut Brennnessel: Gesundheitspflege, Teezubereitung, kosmetische Anwendung. Weltbild, Augsburg 1998, ISBN 3-89604-731-0.
- Wolf-Dieter Storl: Heilkräuter und Zauberpflanzen zwischen Haustür und Gartentor. AT Verlag, Aarau/Baden 2000, ISBN 3-85502-693-9.
- Ludwig Fischer: Brennnesseln. Ein Portrait. 2. Auflage. Matthes & Seitz Berlin (Naturkunden Bd. 032), Berlin 2017, ISBN 978-3-95757-407-7.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="ExkÖst2"> </ref> <ref name="Oberdorfer7"> </ref> <ref name="Rothmaler2-13"> </ref> <ref name="Hess3"> Hans Ernst Hess, Elias Landolt, Rosemarie Hirzel: Bestimmungsschlüssel zur Flora der Schweiz. 3. Auflage. Birkhäuser, Basel 1991, ISBN 3-7643-2606-9. </ref> <ref name="Marzell1911"> Heinrich Marzell: Die Brennessel im Volksglauben. Ein Beitrag zur Volkskunde. In: Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Band 26, 1911, S. 401–406. ISSN 0369-3430, Digitalisat. </ref> <ref name="Euro+Med"> Pertti Uotila: Urticaceae. Datenblatt Urtica. In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2011. </ref> <ref name="FloraNZ"> H. H. Allan: Flora of New Zealand. Volume I: Indigenous Tracheophyta – Psilopsida, Lycopsida, Filicopsida, Gymnospermae, Dicotyledons. 1961, Nachdruck 1982, ISBN 0-477-01056-3. (online) </ref> <ref name="Bissegger2011"> Meret Bissegger: Meine wilde Pflanzenküche. Bestimmen, Sammeln und Kochen von Wildpflanzen. AT Verlag, Aarau/München 2011, ISBN 978-3-03800-552-0, S. 47. </ref> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 983, Digitalisat. </ref> <ref name="GenPl"> Carl von Linné: Genera Plantarum. 5. Auflage. Lars Salvius, Stockholm 1754, S. 423, Digitalisat. </ref> <ref name="FOC"> Chen Jiarui, Ib Friis, C. Melanie Wilmot-Dear: Urtica. In: </ref> <ref name="POWO"> Datenblatt Urtica bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2: Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7. </ref> <ref name="Vogl2003"> C. R. Vogl, A. Hartl: Production and processing of organically grown fiber nettle (Urtica dioica L.) and its potential use in the natural textile industry: A review. In: American Journal of Alternative Agriculture. Volume 18, Nr. 3, 2003, S. 119–128. </ref> </references>