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Bromuconazol

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Strukturformel
Strukturformel von Bromuconazol
Vereinfachte Strukturformel des Gemisches aus vier Stereoisomeren
Allgemeines
Name Bromuconazol
Andere Namen
  • 1-{[(2RS,4RS;2RS,4SR)-4-Brom-2-(2,4-dichlorphenyl)tetrahydro-2-furanyl]methyl}-1H-1,2,4-triazol (IUPAC)
  • 1-{[4-Brom-2-(2,4-dichlorphenyl)tetrahydro-2-furanyl]methyl}-1H-1,2,4-triazol
Summenformel C13H12BrCl2N3O
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff mit leicht alkoholischen Geruch<ref name="EPA">EPA Pesticide Fact Sheet: Bromuconazole (PDF; 27 kB), 2002.</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN (Isomerengemisch)
EG-Nummer (Listennummer) 601-417-6
ECHA-InfoCard 100.133.137
PubChem 3444
ChemSpider 3326
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 377,06 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="Sigma" />

Dichte

1,72 g·cm−3<ref name="EPA" />

Schmelzpunkt

84 °C<ref name="EPA" />

Löslichkeit
  • praktisch unlöslich in Wasser (60 mg·l−1 bei 20 °C)<ref name="EPA" />
  • löslich in Dichlormethan und Aceton<ref name="EPA" />
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Bromuconazol bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​400
P: 273<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Bromuconazol ist ein Gemisch von vier stereoisomeren chemischen Verbindungen aus der Gruppe der Triazole und Conazole.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Bromuconazol kann in einer fünfstufigen Synthesesequenz hergestellt werden. Im ersten Schritt erfolgt eine Umgrignardierung von 1-Brommethoxyacetylen mit Ethylmagnesiumbromid. Die resultierende Acetylengrignardverbindung wird im zweiten Schritt an 2,4-Dichlorbenzoylmethylchlorid addiert. Nach der Hydrierung der Dreifachbindung und einer Ringschlussreaktion mit p-Toluolsulfonsäure erfolgt im letzten Schritt ein nucleophiler Austausch der Chlorsubstitution durch 1,2,4-Triazol in Gegenwart von Kaliumcarbonat.<ref name="Ullmann">Müller, F.; Ackermann, P.; Margot, P.: Fungicides, Agricultural, 2. Individual Fungicides in Ullmanns Enzyklopädie der Technischen Chemie, 2012 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim, doi:10.1002/14356007.o12_o06.</ref>

Bei einer alternativen Syntheseroute wird Allylmagnesiumbromid, welches durch die Umsetzung von Allylbromid mit Magnesium erhalten wird, an 2,4-Dichlorbenzoylmethylchlorid addiert. Danach erfolgt die nucleophile Substitution der Chloridfunktion durch 1,2,4-Triazol. Nach Bromierung der Doppelbindung wird die Zielverbindung (genauer, ein Gemisch von vier Stereoisomeren) durch einen basischen Ringschluss unter Dehydrohalogenierung erhalten.<ref name="Thomas A. Unger">Thomas A. Unger: Pesticide Synthesis Handbook. William Andrew, 1996, ISBN 0-8155-1853-6, S. 686 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref name="Schirmer">U. Schirmer, P. Jeschke, M. Witschel: Modern Crop Protection Compounds: Herbicides, Band 1. Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, 2011, ISBN 978-3-527-32965-6, S. 784 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Datei:Synthesis of Bromuconazole.svg

Eigenschaften[Bearbeiten]

Bromuconazol ist ein farbloser Feststoff mit leicht alkoholischen Geruch, der praktisch unlöslich in Wasser ist.<ref name="EPA" /> Bromuconazol ist hydrolysestabil.<ref name="Terence Robert Roberts, David Herd Hutson" />

Isomere[Bearbeiten]

Bromuconazol enthält zwei stereogene Zentren. Das technische Produkt ist eine Mischung von vier Stereoisomeren, es besteht aus zwei racemischen Diastereomeren-Paaren,<ref name="Terence Robert Roberts, David Herd Hutson">Terence Robert Roberts, David Herd Hutson: Metabolic Pathways of Agrochemicals: Part 2, Insecticides and fungicides. Royal Society of Chemistry, 1999, ISBN 0-85404-499-X, S. 1025 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> wobei das Verhältnis zwischen den (2RS,4SR)-Isomeren einerseits und den (2RS,4RS)-Isomeren andererseits zwischen 1,04:1 and 1,33:1 liegt.<ref name="EU">EU: Review report for the active substance bromuconazole (PDF; 164 kB), 23. November 2010.</ref>

Isomere von Bromuconazol
Name (2R,4R)-Bromuconazol (2S,4S)-Bromuconazol (2R,4S)-Bromuconazol (2S,4R)-Bromuconazol
Strukturformel
Datei:(2R,4R)-BROMUCONAZOLE Structural Formulae V1.svg
Datei:(2S,4S)-BROMUCONAZOLE Structural Formulae V1.svg
Datei:(2R,4S)-BROMUCONAZOLE Structural Formulae V1.svg
Datei:(2S,4R)-BROMUCONAZOLE Structural Formulae V1.svg
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
[(2RS,4RS)- = (±)-(2R*,4R*)-Isomere]
Vorlage:CASRN
[(2RS,4SR)- = (±)-(2R*,4S*)-Isomere]
Vorlage:CASRN (Isomerengemisch)
PubChem 3444 (Isomerengemisch)

Verwendung[Bearbeiten]

Bromuconazol wird als Fungizid verwendet und wurde 1990 von Rhône-Poulenc unter dem Namen Granit auf den Markt gebracht.<ref name="Ulrich Schirmer, Peter Jeschke, Matthias Witschel">Ulrich Schirmer, Peter Jeschke, Matthias Witschel: Modern Crop Protection Compounds: Herbicides. John Wiley & Sons, 2012, ISBN 978-3-527-32965-6, S. 783 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Zulassung[Bearbeiten]

Bromuconazol war bereits zwischen 1994 und 2007 in Deutschland zugelassen.<ref name="Peter Brandt">Peter Brandt: Berichte zu Pflanzenschutzmitteln 2009: Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln; Zulassungshistorie und Regelungen der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung. Springer DE, 2010, ISBN 978-3-0348-0028-0, S. 25 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Die EU-Kommission beschloss 2008 aufgrund von Bedenken zur Ökotoxikologie, das Stoffgemisch nicht in den Anhang I der Richtlinie 91/414/EWG aufzunehmen.<ref name="EU2">EU: Entscheidung der Kommission vom 3. November 2008 über die Nichtaufnahme von Bromuconazol in Anhang I der Richtlinie 91/414/EWG des Rates und die Aufhebung der Zulassungen für Pflanzenschutzmittel mit diesem Stoff (PDF)Vorlage:Abrufdatum</ref> Aufgrund eines erneuten Zulassungsantrags und weiterer Informationen kam die EU-Kommission zu dem Ergebnis, dass Bromuconazol keine große Gefahr für das Grundwasser darstelle und die Gefährlichkeit für Wasserorganismen im vertretbaren Rahmen liege. Die Substanz wurde daher mit Wirkung zum 1. Februar 2011 für Anwendungen als Fungizid in Anhang I der Richtlinie 91/414/EWG aufgenommen.<ref>EU: Richtlinie 2010/92/EU der Kommission vom 21. Dezember 2010 zur Änderung der Richtlinie 91/414/EWG des Rates zwecks Aufnahme des Wirkstoffs Bromuconazol (PDF)Vorlage:Abrufdatum</ref>

In vielen Staaten der EU, unter anderem in Deutschland und Österreich, sind Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen, nicht dagegen in der Schweiz.<ref name="PSM">Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Bromuconazole in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs (Eingabe von „Bromuconazol“ im Feld „Wirkstoff“) und DeutschlandsVorlage:Abrufdatum</ref>

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />