Burg Dachsbach
| Burg Dachsbach | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
Wahrzeichen Dachsbachs, der Wohnturm des ehemaligen Wasserschlosses | ||||||
| Alternativname(n) | Wasserschloss Dachsbach, Hohes Haus | |||||
| Staat | Deutschland | |||||
| Ort | Dachsbach | |||||
| Entstehungszeit | 8. Jahrhundert | |||||
| Burgentyp | Niederungsburg | |||||
| Erhaltungszustand | Wohnturm, Teile der Ringmauer | |||||
| Bauweise | Buckelquader | |||||
| Geographische Lage | 49° 38′ N, 10° 42′ O
{{#coordinates:49,641399|10,703266|primary
|
dim=200 | globe= | name=Burg Dachsbach | region=DE-BY | type=building
}} |
| Höhenlage | 280 m ü. NHN | |||||
|
| ||||||
Die Burg Dachsbach ist der ehemalige Wohnturm der Wasserburg am westlichen Ortsrand von Dachsbach im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Bayern.
Die Anlage wird auch Wasserschloss Dachsbach und wegen ihrer sechsstöckigen Bauweise vereinzelt Hohes Haus genannt. Sie ist eines der Wahrzeichen von Dachsbach.
Geografische Lage[Bearbeiten]
Die Burg Dachsbach liegt im Aischgrund auf einer Höhe von 280 m ü. NN etwa auf halbem Weg zwischen Neustadt an der Aisch und Höchstadt an der Aisch. Der erhaltene Turm ermöglicht eine Aussicht über die südlichen Ausläufer des Steigerwaldes. Die Hochwässer der Aisch schneiden manchmal den Weg nach Oberhöchstädt ab.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Hochwasser im Aischgrund, Januar 2011 ( vom 17. Oktober 2016 im Internet Archive)</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Ortsausgang bei Hochwasser, November 2011 ( vom 20. Oktober 2016 im Internet Archive)</ref><ref>Hochwasserrisikokarte Bayern, Dachsbach [Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim]</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Die fruchtbaren und fischreichen Niederungen des Aischgrundes waren bereits früh dicht besiedelt. Siedlungsspuren und Bodendenkmäler des Neolithikums, der Hallstatt- und Latènezeit befinden sich einige fußläufige Minuten flussauf- und abwärts. Das Tal war ein wichtiger Handelsweg, auf dem Waren aller Art auch geflößt und getreidelt wurden, was ab der karolingischen Zeit die Errichtung von befestigten Posten erforderte. An der Stelle der Grenzburg an der Furt durch die Aisch ist bereits 1129 ein befestigter Sitz (Festes Haus) mit dem edelfreien Heinrich von Dachsbach bezeugt. Die Wasserburg wurde 1280 erstmals als „castrum“ mit ihrem pfandweisen Erwerb durch den Nürnberger Burggrafen Friedrich III. für 500 Mark Silber von Graf Ludwig von Oettingen erwähnt.<ref>Burg Dachsbach bei hdbg.eu</ref>
Im Bauernkrieg wurde die Burg am 9. Mai 1525 von aufständischen Bauern erobert und unter Herding<ref>Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1950, S. 463.</ref> geplündert und niedergebrannt. 1553 wurde die Burg im Verlauf des Zweiten Markgrafenkrieges von den Nürnbergern eingenommen. Am 12. November 1553 wurde die Burg, um sie den Erzfeinden wieder zu entreißen, von Markgraf Albrecht Alcibiades geschleift, um die „Pfeffersäcke“ das Brennen zu lehren. Noch im selben Jahr wurde die Burg wieder aufgebaut<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Dachsbacher Geschichte ( vom 18. September 2016 im Internet Archive) bei dachsbach.de</ref> und direkt angrenzend ein wasserkraftgetriebenes Mühl- und Sägewerk errichtet.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg 1632–1634 zerstört und danach der Wohnturm wieder aufgebaut. 1700–1701 wurde anstelle der Schlosskapelle die Pfarrkirche St. Marien erbaut. 1798 wurde der Rundturm der äußeren Ringmauer als Gartenhaus umgebaut.<ref>Burg Dachsbach in der privaten Datenbank Alle Burgen.Vorlage:Abrufdatum</ref>
Beschreibung[Bearbeiten]
Das teils ummauerte, 1,3 Hektar große Gelände (D-5-6330-0036) liegt um zwei bis drei Meter leicht erhöht über dem Aischgrund, in einer Flussschleife mit der dort von links zufließenden Saulach. Die Wasserburganlage auf dem längsrechteckigen Areal verfügte über eine wassergrabenbewehrte kleine Kernburg (Hauptburg) in der Nordwestecke. Erhalten ist deren Luginsland, ein mächtiger, quadratischer, 25 Meter hoher Wohnturm aus Buckelquadern mit vier Hauptgeschossen und einem Hocheingang. (D-5-75-117-5) Der Eingang in die Kellergewölbe, mehrere Aborterker mit Kragsteinen sowie das nach 1593 aufgesetzte Dachgeschoss, dessen Giebel von Nordwest nach Südost aufragt, zeigen die Abschnitte der Baugeschichte. Von der 150 m südöstlich gelegenen Vorburg ist in der Ostecke des Geländes der gedrungene, runde Flankierungsturm erhalten, der 1798 zum Gartenhaus umgebaut wurde (D-5-75-117-1). Östlich der Hauptburg befand sich die ehemalige Schlosskapelle aus dem 14. Jahrhundert. Diese wurde 1700 mit der evangelischen Pfarrkirche St. Marien überbaut (D-5-75-117-3), an die sich ein kleiner Friedhof anschließt.<ref>Baubestand Burg Dachsbach bei hdbg.eu</ref><ref>Burg Dachsbach bei burgenwelt.de</ref> 1851 wurde auf dem Gelände das ehemalige Schul- und Rathaus errichtet (D-5-75-117-3). Von 1797 bis 1812 wurden mit dem Amts- und Justizhaus (D-5-75-117-4) sowie Nebengebäuden weitere Teile der Burg überbaut.
Über Jahrzehnte bestand der Wohnturm nur ruinös und das Gelände wurde lediglich als Lagerplatz für das benachbarte Sägewerk mit Schreinerei genutzt. Unter den oben eingefügten Verzeichnisnummern bestehen Boden- und Baudenkmalschutz (Kirchplatz 1 bis 6).<ref>Denkmäler in Dachsbach</ref>
Heutige Nutzung[Bearbeiten]
Seit 2005 finden in dem teilrestaurierten Turm regelmäßig im Frühsommer Kunstaktionen und -auktionen statt.<ref>Presseecho Kunstaktionen im Schloß Dachsbach. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. Juni 2015; abgerufen am 5. März 2025.</ref><ref>Kunstprojekt - Tage in Dachsbach. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. Juni 2015; abgerufen am 5. März 2025.</ref>
Auf dem Dach des Turmes nisteten seit langer Zeit Storchen-Brutpaare; bei der Sanierung des Daches wurde der Kamin abgebrochen und aus Kostengründen darauf verzichtet, diesen zu erneuern. Da auch kein Nistkorb ersatzweise angebracht wurde, finden die Störche dort seither keinen Halt mehr und nisten anderswo.
Literatur[Bearbeiten]
- Karl Bosl (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 7: Bayern (= Kröners Taschenausgabe. Band 277). 3. Auflage. Kröner, Stuttgart 1981, ISBN 3-520-27703-4.
- Ruth Bach-Damaskinos, Jürgen Schabel, Sabine Kothes: Schlösser und Burgen in Mittelfranken – Eine vollständige Darstellung aller Schlösser, Herrensitze, Burgen und Ruinen in den mittelfränkischen kreisfreien Städten und Landkreisen. Verlag A. Hoffmann, Nürnberg 1993, ISBN 3-87191-186-0, S. 167–168.
- Ursula Pfistermeister: Wehrhaftes Franken: Burgen, Kirchenburgen, Stadtmauern. Band 1: um Nürnberg. Verlag Hans Carl, Nürnberg 2000, ISBN 3-418-00384-2, S. 28–29.
- Richard Strobel: Landkreis Neustadt an der Aisch (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 32). Deutscher Kunstverlag, München 1972, S. 43–45.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Schlösser: Schloss Altheim | Schloss Bergtheim | Schloss Birnbaum | Wasserschloss Breitenlohe | Altes und Neues Schloss Brunn | Schloss Burgbernheim (Riederschlösschen) | Schloss Burghaslach | Schloss Dettendorf (abgegangen) | Schloss Dutzenthal | Schloss Erlabronn (heute Gut) | Schloss Fürstenforst | Schloss Gleißenberg (abgegangen) | Schloss Herrnneuses (Rittergut) | Schloss Hohholz (abgegangen) | Schloss Hohlach | Schloss Illesheim | Schloss Ippesheim | Schloss Langenfeld | Schloss Münchsteinach (Schlösschen) | Schloss Neuhof an der Zenn | Altes und Neues Schloss Neustadt an der Aisch | Schloss Obersteinbach | Blaues Schloss Obernzenn | Rotes Schloss Obernzenn | Altes und Neues Schloss Rauschenberg | Schloss Rockenbach | Schloss Schnodsenbach | Schloss Schwarzenberg | Schloss Seehaus | Schloss Stübach (abgegangen) | Altes Schloss (Sugenheim) (Inneres Schloss) | Neues Schloss (Sugenheim) | Schloss Trautskirchen | Schloss Uffenheim | Schloss Ullstadt | Schloss Unteraltenbernheim (Seckendorffsches Schloss) | Schloss Unternzenn | Schloss Vorderfrankenberg | Schloss Waldsachsen (abgegangen) | Schloss Walkershofen | Schloss Wildbad
Burgen und Ruinen: Burgruine Dachsbach | Burgruine Hinterfrankenberg | Burg Hoheneck | Burgruine Hohenkottenheim | Burgruine Hohenlandsberg | Burg Hohlach (abgegangen) | Burg Kaubenheim (abgegangen) | Weiherhaus Oberdachsbach (abgegangen) | Burg Röllinghausen (Burg Illesheim) | Burgruine Scharfeneck | Burgruine Schauerberg | Burg Tief (abgegangen) | Burgruine Uehlfeld | Burg Wernsberg
Turmhügelburgen (alle abgegangen): Burgstall Adelsdorf | Burgstall Altenspeckfeld | Burgstall Erkenbrechtshofen | Burgstall Herbolzheim | Turmhügel Herrnberchtheim | Burgstall Ipsheim | Burg Lenkersheim | Burgstall Mörlbach | Burgstall Spielberg | Turmhügel Urfersheim | Turmhügel Wallmersbach | Turmhügel Weichselgarten
Herrensitze: Herrensitz Aspachhof | Herrensitz Burgambach | Herrensitz Tanzenhaid (abgegangen) | Landsitz Virnsbergerhaag
Burgställe (abgegangene, unbekannte Burgen): Burgstall Altenburg (Ergersheim) | Burgstall Alter Schlossberg (Herbolzheim) | Burgstall Birnbaum | Burgstall Buchklingen | Burgstall Burghöchstadt | Burgstall Burkertsgräben | Abschnittsbefestigung Dachsberg | Burgstall Deutenheim | Burgstall Eckwartsburg | Burgstall Emskirchen | Burgstall Göttelhof | Abschnittsbefestigung Hexenstuhl | Burgstall Illesheim | Burgstall Kottenheim | Burgstall Krettenbach | Burgstall Kropfsberg | Burgstall Külsheim | Burgstall Neuenburg | Burgstall Nordheim | Burgstall Oberaltenbernheim | Burgstall Oberhöchstädt | Burgstall Oberlaimbach | Burgstall Oberntief | Burgstall Schloss Pank | Burgstall Schlösslesbuck | Burgstall Siedelbach | Burgstall bei Ullstadt | Burgstall Unterlaimbach | Burgstall Wildberg
Wehrkirchen: Wehrkirche Baudenbach | Kirchenburg Bullenheim | Kirchenburg Burgbernheim | Wehrkirche Stübach