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CDU Berlin

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CDU Berlin
Datei:CDU Berlin Logo 2023.jpg
Vorsitzender Stefan Evers (komm.)
Stellvertreter Manuela Anders-Granitzki
Adrian Grasse
Nadja Zivkovic
General­sekretär Lukas Krieger (komm.)
Schatz­meister Jan-Marco Luczak
Geschäfts­führer Dirk Reitze
Ehren­vorsitzender Eberhard Diepgen
Gründungs­datum 13. November 1945
Gründungs­ort Berlin
Hauptsitz Steifensandstraße 8
14057 Berlin
Landtagsmandate
34/159
Mitglieder­zahl 12.200 (Stand: August 2026)<ref>Hermine Schütz, Thorsten Faas: Christlich Demokratische Union Deutschlands. In: Bundeszentrale für politische Bildung. 24. August 2026, abgerufen am 29. August 2026.</ref>
Website www.cdu.berlin

Die CDU Berlin ist ein Landesverband der Christlich Demokratischen Union Deutschlands im Land Berlin. Er hat seinen Sitz im Ortsteil Charlottenburg.

Zwischen 1953 und 1955, 1981 bis 1989 und von 1991 bis 2001 stellte die Partei den Regierenden Bürgermeister von Berlin und damit den Regierungschef des Landes Berlin. Dies ist seit April 2023 mit Ernennung Kai Wegners zum Regierenden Bürgermeister erneut der Fall. Franz Amrehn führte die Amtsgeschäfte des Regierenden Bürgermeisters kommissarisch als Stellvertreter 1957 aus. Von 1963 bis 1981 sowie von 2001 bis 2011 befand sich der Landesverband in der Opposition. Von 2011 bis 2016 regierte die CDU als Juniorpartner in einer Großen Koalition mit der Berliner SPD. Anschließend nahm die Partei erneut die Rolle der Opposition ein. Im Februar 2023 übertraf die CDU bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus die SPD als stärkste politische Kraft und übernahm ab April 2023 Regierungsverantwortung in einer schwarz-roten Koalition, dem Senat Wegner.

Kommissarischer Landesvorsitzender der CDU Berlin ist Stefan Evers, Spitzenkandidat der Partei für die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026.

Gliederung des Landesverbandes[Bearbeiten]

Der Landesverband der CDU Berlin gliedert sich in derzeit 12 geographisch an die jeweiligen Verwaltungsbezirke angelehnte Kreisverbände mit ihren 83 Ortsverbänden.<ref>Kreisverbände der CDU Berlin – abgerufen am 31. Oktober 2018</ref>

Außerdem unterhält er aktuell sieben anerkannte Vereinigungen sowie acht Arbeitskreise, 15 Foren und 20 Landesfachausschüsse.<ref>siehe Satzung der CDU Berlin vom 11./12. Juni 1993, zuletzt geändert am 17. Juni 2017</ref>

Die politische Arbeit findet zumeist in den Foren und Landesfachausschüssen statt. In den Foren können sowohl Mitglieder als auch Nichtmitglieder mitwirken.

Landesvorstand[Bearbeiten]

Datei:CDU Berlin.jpg
Sitz der CDU Berlin im Peter-Lorenz-Haus
Datei:CDU Landesverband Berlin Struktur.jpg
Struktur der CDU Berlin

Leitungsgremium der Berliner CDU ist der Landesvorstand, der sich aus dem Präsidium und weiteren Mitgliedern zusammensetzt.

Das Präsidium bildet sich aus dem Landesvorsitzenden, seinen bis zu vier Stellvertretern, dem Generalsekretär, dem Landesschatzmeister, der Mitgliederbeauftragten, dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin sowie dem Regierenden Bürgermeister, sofern dieser der CDU angehört.

Weitere Mitglieder sind bis zu zwölf Beisitzer, die im Landesverband Berlin organisierten Mitglieder des Bundesvorstands sowie der Ehrenvorsitzende.

In beratender Funktion nehmen zudem qua Amt der Landesgeschäftsführer, die Vorsitzenden der Vereinigungen und Kreisverbände, die Abgeordneten des Deutschen Bundestages und Abgeordnete des Europäischen Parlaments aus Berlin sowie, wenn diese Mitglieder der CDU sind, auch der Präsident oder die Vizepräsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin sowie die Bürgermeister von Berlin an den Sitzungen des Landesvorstands teil.<ref>siehe Satzung der CDU Berlin vom 11./12. Juni 1993, zuletzt geändert am 17. Juni 2017</ref>

Der Landesvorstand der CDU Berlin wird im Zweijahresrhythmus gewählt, zuletzt am 20. September 2025.

Aktueller Landesvorstand (Stand: 13. Juli 2026)
Stellung Funktion Name
Präsidium Landesvorsitzender (komm.) Stefan Evers
Generalsekretär (komm) Lukas Krieger
stellv. Landesvorsitzende Manuela Anders-Granitzki, Adrian Grasse, Nadja Zivkovic
Landesschatzmeister Jan-Marco Luczak
Mitgliederbeauftragter Danny Freymark
Fraktionsvorsitzender im Abgeordnetenhaus Stefan Evers
weitere Mitglieder Beisitzer Abdullah Abed, Ulrike Billerbeck, Emine Demirbüken-Wegner, Marita Fabeck, Florian Graf, Katrin Hegenscheid, Christiane Holm, Falko Liecke, Beate Roll, Lucas Schaal, Judith Stückler, Kurt Wansner
Ehrenvorsitzender Eberhard Diepgen
Mitglieder des CDU-Bundesvorstandes Felor Badenberg, Elke Hannack, Joe Chialo
beratende Mitglieder Landesgeschäftsführer Dirk Reitze
Vorsitzende der Vereinigungen Harald Burkart, Christina Henke, Gernot C. Nahrung, Arne Herz, Christian Gräff, Walter Gauks, Johannes Werner, René Powilleit
Kreisvorsitzende<ref>Insofern nicht bereits ordentliches Mitglied des Landesvorstands</ref> Mario Czaja, Timur Husein, Heiko Melzer, Maik Penn, Sven Rissmann, Stephan Standfuß, Dirk Stettner,Lukas Krieger, Marvin Schulz
Präsidentin des Abgeordnetenhauses Cornelia Seibeld
Berliner Mitglied des Europäischen Parlaments Hildegard Bentele

Kreisverbände[Bearbeiten]

Kreisverband Kreisvorsitzender Ortsverband
Charlottenburg-Wilmersdorf Lukas Krieger Alt-Wilmersdorf
Charlottenburg-Nord
City-Kurfürstendamm
Gartenstadt-Schmargendorf
Grunewald-Halensee
Charlottenburg
Westend
Friedrichshain-Kreuzberg Timur Husein
Friedrichshain
Kreuzberg
Lichtenberg Martin Pätzold Hohenschönhausen
Lichtenberg-Mitte
Friedrichsfelde
Karlshorst
Mitte Sven Rissmann Bernauer Straße
Brandenburger Tor
Moabit
Tiergarten
Wedding
Neukölln Falko Liecke Britz
Buckow
Gropiusstadt
Nord-Neukölln
Rudow
Pankow Dirk Stettner Alt-Pankow
Prenzlauer Berg Ost
An der Panke
Pankow-Nord
Pankow Süd
Prenzlauer Allee
Heinersdorf
Schönhauser Allee
Weißensee
Reinickendorf Marvin Schulz Am Schäfersee
Borsigwalde
Frohnau
Heiligensee, Konradshöhe und Tegelort
Hermsdorf
Lübars-Waidmannslust
Märkisches Viertel
Reinickendorf-West
Tegel
Wittenau
Spandau Heiko Melzer Gatow
Hakenfelde-Neustadt
Kladow
Klosterfelde
Siemensstadt
Spandau-West
Wilhelmstadt
Zitadelle
Steglitz-Zehlendorf Stephan Standfuß Steglitz-Zentrum
Steglitz-Südende
Lichterfelde
Lilienthal
Lankwitz
Dahlem
Mitte
Süd
Düppel
Wannsee
Nikolassee – Schlachtensee – Krumme Lanke
Tempelhof-Schöneberg Jan-Marco Luczak Alt-Tempelhof
Friedenau
Innsbrucker Platz
Kleistpark
Lichtenrade
Mariendorf / Marienfelde
Neu-Tempelhof
Schöneberger Westen
Treptow-Köpenick Maik Penn Altglienicke-Adlershof
Cöpenicker Dammvorstadt
Köpenick Süd
Schöneweide
Bohnsdorf
Köpenick
Müggelsee
Treptower Norden
Wuhletal (Marzahn-Hellersdorf) Mario Czaja Biesdorf
Hellersdorf
Kaulsdorf-Mahlsdorf
Kaulsdorf-Nord
Marzahn

Vereinigungen[Bearbeiten]

Vereinigung Landesvorsitzende(r)
Junge Union Berlin (JU Berlin) Harald Burkart<ref>Landesvorstand. In: ju-berlin.de. Abgerufen am 19. Juni 2024.</ref>
Frauen-Union Berlin (FU Berlin) Christina Henke
Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft Berlin (CDA Berlin) Gernot C. Nahrung
Kommunalpolitische Vereinigung Berlin (KPV Berlin) Arne Herz
Mittelstands- und Wirtschaftsunion Berlin (MIT) Christian Gräff
Ost- und Mitteldeutsche Vereinigung Berlin (OMV) Walter Gauks
Senioren-Union Berlin Johannes Werner
Evangelischer Arbeitskreis der CDU/CSU Berlin-Brandenburg
(EAK Berlin/Brandenburg)
Cornelia Seibeld


Sonderorganisationen[Bearbeiten]

Vereinigung Landesvorsitzende(r)
Lesben und Schwule in der Union Berlin
(LSU Berlin)
René Powilleit
Ring Christlich-Demokratischer Studenten Nordost
(RCDS Nordost)
Clemens Schulz

Arbeitskreise[Bearbeiten]

Vereinigung Vorsitz
Schüler Union Berlin
(SU Berlin)
Moritz Rohland
Arbeitskreis Christlich-Demokratischer Juristen Berlin
(ACDJ Berlin)
Robert Seegmüller
Polizeiarbeitskreis in der Berliner CDU
(PolAK Berlin)
Burkard Dregger
Netzwerk Aussiedler Berlin Georg Dege

Foren und Landesfachausschüsse[Bearbeiten]

Forum Vorsitz Landesfachausschuss
Beste Bildung für Berlin Sandra Khalatbari Bildung
Digitale Transformation Lars Zimmermann Digitalisierung

Digitalwirtschaft

Berlin in der Welt Hildegard Bentele Europa- und Außenpolitik
Gesundheitsstadt Berlin Delia Strunz Gesundheit und Pflege
Sicherheit und Ordnung Sebastian Söllner Sicherheit und Ordnung
Soziales Berlin Falko Liecke Soziales Berlin
Miteinander der Generationen Alexander Schie Leben im Alter
Junge Politik
Familienfreundliches Berlin
Justiz und Rechtspolitik Jan-Marco Luczak Justiz
Kulturmetropole Berlin Joe Chialo Kultur
Zukunft des Berliner Sports Andreas Statzkowski Sport
Lebenswerte Stadt Stefan Evers Stadtentwicklung

Wohnungspolitik

Mobilität der Zukunft Oliver Friederici Mobilität der Zukunft
Hauptstadt und Nachhaltigkeit Thomas Heilmann Klimaschutz, Umwelt und Energie

Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft

Starke Wirtschaft Kevin Kratzsch Wirtschaft
Exzellenz in Wissenschaft und Forschung Adrian Grasse Wissenschaft und Forschung

<ref>CDU Berlin: Foren und Landesfachausschüsse – abgerufen am 13. Juli 2024</ref>

Landesparteigericht[Bearbeiten]

Funktion Name
Vorsitzender Hans-Jörg Dietsche
Beisitzer Claudia von Cossel
Beisitzer Martin Mrosk

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und Teilung (1945–1950)[Bearbeiten]

Am 26. Juni 1945 erschien der Berliner Gründungsaufruf zur Bildung einer überkonfessionellen großen Partei. Am 13. November 1945 wurde der Berliner Landesverband der CDU gegründet. Erster Vorsitzender wurde für eine kurze Übergangszeit der Journalist Karl Brammer. Auf Brammer folgte bereits 1946 der Mitbegründer der Freien Universität Kurt Landsberg, der das Amt des Landesparteichefs bis 1947 ausübte. Ihm folgte Walther Schreiber im Amt.

Bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin 1946 wurde die CDU mit 22,2 % zweitstärkste Kraft hinter der SPD, aber vor der SED. Die CDU trat in der Folge einer Koalition mit SPD und LDP bei. Auch bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin 1948 konnte die CDU mit 19,4 % Stimmanteil und 26 Sitzen die zweitstärkste Fraktion bilden.

Am 10. Februar 1948 erfolgte die Teilung der CDU Berlin, da auf Anweisung der Sowjets der Landesverband Berlin der CDU vom Verband der CDU in der Sowjetischen Besatzungszone ausgegliedert wurde. Am 30. November 1948 erfolgte die Teilung Berlins.

Die folgenden Abschnitte beschreiben die Geschichte der CDU in West-Berlin bis zur Deutschen Wiedervereinigung 1990, ab dann wieder die Geschichte der CDU in ganz Berlin.

Bei der infolge der Spaltung erforderlich gewordenen Wahl einer in ihrem Wirkungsbereich auf Westberlin beschränkten Stadtverordnetenversammlung am 5. Dezember 1948 sackte die CDU auf 19,4 Prozent der Stimmen ab, während die SPD unter Ernst Reuter mit 64,5 % ihr bis heute bestes Ergebnis in Berlin erzielte. Aufgrund der durch die Blockade verursachte Krisensituation wurde die Koalition von SPD, CDU und LDP trotz der absoluten Mehrheit der SPD fortgesetzt.

Die Zeit als Juniorpartner in der Allparteienregierung (1950–1953)[Bearbeiten]

Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 1950 vermochten SPD, CDU und FDP jeweils eine Fraktion zu stellen. Die CDU konnte unter ihrem damaligen Spitzenkandidaten Walther Schreiber 24,7 % der Stimmen erreichen. Zusammen mit der FDP, die auf 23,1 % der Stimmen gekommen war, hätte sich rechnerisch eine absolute Mandatsmehrheit für eine schwarz-gelbe Koalition ergeben. Allerdings kandidierten sowohl Schreiber als auch der SPD-Politiker Ernst Reuter im Abgeordnetenhaus für das Amt des Regierenden Bürgermeisters. Als jedoch beide Kandidaten mit jeweils 62 Stimmen die absolute Mehrheit verfehlten, verzichtete Schreiber zugunsten Reuters auf die Position des Regierenden Bürgermeisters und es kam zur Bildung einer Allparteienregierung, in der Schreiber Stellvertreter des Landesregierungschefs wurde. Noch während dieser Zeit gab Schreiber sein Amt als CDU-Landesvorsitzender an Robert Tillmanns ab.

Die Regierung Walther Schreibers (1953–1955)[Bearbeiten]

Nach Reuters Tod am 29. September 1953 zerbrach die rot-schwarz-gelbe Regierungskoalition. Stattdessen bildeten nun Christdemokraten und Liberale ein schwarz-gelbes Regierungsbündnis unter Führung von Schreiber, während die Sozialdemokraten in die Opposition gingen. Als Regierender Bürgermeister setzte sich Schreiber für eine Steigerung der Bundeshilfen für Berlin ein.

Juniorpartner in einer Großen Koalition (1955–1961)[Bearbeiten]

Ein Jahr später erreichte die SPD bei der Abgeordnetenhauswahl die absolute Mehrheit der Mandate. Trotz der absoluten Mandatsmehrheit bot der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten, Otto Suhr, der CDU Koalitionsverhandlungen an. In der Folge wurde eine Große Koalition gebildet. Im Senat Suhr übernahm Franz Amrehn als Bürgermeister den Stellvertreterposten des Regierungschefs. Auch unter Suhrs Nachfolger Willy Brandt behielt Amrehn diese Position in dessen erstem Senat. Zudem übernahm Amrehn nach dem Tod Otto Suhrs am 30. August 1957 bis zur Wahl Willy Brandts kommissarisch die Amtsgeschäfte des Regierenden Bürgermeisters von Berlin.

1955 wurde Ernst Lemmer zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. 1958 errang die SPD erstmals die absolute Mehrheit der Stimmen und der Sitze im Abgeordnetenhaus. Auch die Landes-CDU konnte ihr Ergebnis verbessern. Trotz der Mehrheitsverhältnis wurde die schwarz-rote Koalition abermals fortgesetzt und Amrehn blieb auch in Brandts zweitem Senat Bürgermeister. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 1963 mussten die Christdemokraten, die wiederum mit Amrehn als Spitzenkandidaten angetreten waren, mit 28,8 % der Stimmen eine herbe Niederlage einstecken. Die Sozialdemokraten, die unter Führung Brandts mit 61,9 % ihr zweitbestes Landesergebnis errungen hatten, wechselten nun den Koalitionspartner und gingen trotz ihrer absoluten Mandatsmehrheit ein Regierungsbündnis mit der FDP ein. Der Landes-CDU blieb deshalb lediglich der Gang in die Opposition.

18 Jahre Opposition (1963–1981)[Bearbeiten]

Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-F049352-0010, Bonn, CDU-Vorstandssitzung, Barzel, Blüm, Lorenz.jpg
Peter Lorenz (rechts) 1976 neben Rainer Barzel (links) und Norbert Blüm (Mitte)

Bei den Abgeordnetenhauswahlen 1967 und 1971 konnte die CDU ihre Stimmergebnisse wieder steigern und weiterhin die zweitstärkste Fraktion des Landesparlaments bilden. Allerdings ergab sich während dieser Zeit keine Regierungsbeteiligung für die Christdemokraten. Bei der Abgeordnetenhauswahl 1975 gelang es der CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Peter Lorenz erstmals die SPD in West-Berlin an Stimmen und Mandaten zu überholen. Allerdings bildeten die Sozialdemokraten, die bei der Wahl ihre absolute Mehrheit verloren hatten, erneut ein rot-gelbes Regierungsbündnis.

1979 trat Richard von Weizsäcker als Spitzenkandidat der Berliner CDU an. Unter seiner Führung gelang es den Berliner Christdemokraten mit 63 Parlamentssitzen erneut die stärkste Fraktion im Abgeordnetenhaus zu stellen. Da jedoch SPD und FDP zusammen auf 72 Mandate kamen, wurde die sozialliberale Koalition unter Dietrich Stobbe fortgesetzt, während die CDU wiederum in der Opposition verblieb.

Richard von Weizsäcker (1981–1983) und Eberhard Diepgen (1983–2002)[Bearbeiten]

Richard von Weizsäcker übernahm 1981 den Berliner Landesvorsitz und im Berliner Landesverband wurde mit Günter Straßmeir erstmals ein Generalsekretär ernannt. Im selben Jahr trat Stobbe nach der Garski-Affäre vom Amt des Berliner Regierungschefs zurück, während der bisherige Bundesjustizminister Hans-Jochen Vogel (SPD) seine Nachfolge antrat und sich daraufhin Neuwahlen stellte.

Von Weizsäcker trat erneut als Spitzenkandidat seiner Partei an und konnte bei der Abgeordnetenhauswahl 1981 mit 48,0 % Stimmenanteil das bislang beste Ergebnis der CDU in Berlin erringen. Da sich keine rot-gelbe Parlamentsmehrheit ergeben hatte und sich die FDP weigerte mit der CDU zu koalieren, bildete von Weizsäcker einen CDU-Minderheitssenat. Erst im März 1983 traten die Berliner Liberalen dem Senat Weizsäcker bei. Da 1984 Richard von Weizsäcker zum Bundespräsidenten gewählt wurde, folgte ihm Eberhard Diepgen im Amt des Regierenden Bürgermeisters. Diepgen setzte das Bündnis mit der FDP fort.

Datei:EberhardDiepgen.jpg
Eberhard Diepgen bei einer Wahlkampfveranstaltung der Berliner CDU

Bei der Abgeordnetenhaus-Wahl 1985 wurde die schwarz-gelbe Koalition im Amt bestätigt und fortgeführt. 1989 büßte die CDU bei der Abgeordnetenhauswahl 8,7 Prozentpunkte ein und kam, ebenso wie die SPD, nur mehr auf 55 Sitze. Während der SPD-Spitzenkandidat Walter Momper den ersten rot-grünen Senat in Berlin bildete, wurde Diepgen Oppositionsführer.

Am 8. September 1990 erfolgte schließlich die Vereinigung der CDU-Verbände aus dem bisherigen Ost- bzw. Westteil der Stadt zu einem gemeinsamen Landesverband.

Im Rahmen des Vereinigungsprozesses wurde die Legislaturperiode des Abgeordnetenhauses vorzeitig beendet. Aus der Gesamt-Berliner Wahl am 2. Dezember 1990 ging die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Eberhard Diepgen siegreich hervor. Diepgen bildete nun eine Koalition mit der SPD, die auch nach den Abgeordnetenhauswahlen 1995 und 1999 fortgesetzt wurde. In der Legislaturperiode von 1991 bis 1995 amtierte mit der CDU-Politikerin Hanna-Renate Laurien die erste Frau als Präsidentin des Abgeordnetenhauses.

Wegen des Berliner Bankenskandals trat die Berliner SPD 2001 aus dem Regierungsbündnis mit der CDU aus. Am 16. Juni 2001 wurde Diepgen durch ein Misstrauensvotum gestürzt und von Klaus Wowereit (SPD) abgelöst. In Berlin wurde nun ein rot-grüner Minderheitsenat gebildet, der durch die PDS toleriert wurde.

Die CDU musste schließlich in die Opposition wechseln; Diepgen wurde 2002 letztlich als Landesvorsitzender durch Christoph Stölzl abgelöst.

Oppositionszeit (2001–2011)[Bearbeiten]

Bei der Abgeordnetenhauswahl am 21. Oktober 2001 trat die CDU mit ihrem neuen Fraktionschef Frank Steffel als Spitzenkandidat an. Allerdings verlor die CDU 17 Prozentpunkte und ging lediglich als zweite Kraft aus den Wahlen hervor. Wowereit ging nun eine rot-rote Koalition mit der PDS ein, die CDU verblieb als stärkste Oppositionsfraktion im Abgeordnetenhaus. Als CDU-Fraktionschef blieb Steffel bis 2003 Oppositionsführer.

2006 trat Friedbert Pflüger als Spitzenkandidat gegen Wowereit an, doch abermals konnte die CDU lediglich die zweitstärkste Fraktion bilden und erhielt mit nur 21,3 % ihr bisher schlechtestes Wahlergebnis bei einer Berliner Abgeordnetenhauswahl.

In der Oppositionszeit wechselten die Landesvorsitzenden vergleichsweise häufig: Christoph Stölzl, Joachim Zeller und Ingo Schmitt waren nur relativ kurze Zeit im Amt.<ref>Geschichte der CDU – Berlin – Geschichte des Landesverbands</ref>

2008 wurde Frank Henkel zum Landesvorsitzenden gewählt. Er übernahm im September 2008 auch den Vorsitz der CDU-Fraktion und wurde somit neuer Oppositionsführer im Abgeordnetenhaus.<ref>„Pflüger als Fraktionschef abgewählt“, auf tagesspiegel.de</ref>

Große Koalition SPD/CDU (2011–2016)[Bearbeiten]

Nach der Abgeordnetenhauswahl im September 2011 befand sich die CDU, die mit nur 23,4 Prozent erneut ein schlechtes Wahlergebnis erzielte, ab November 2011 in Berlin dennoch wieder in der Regierungsverantwortung – dieses Mal als Juniorpartner in einer Großen Koalition mit der SPD unter Klaus Wowereit, der abermals zum Regierenden Bürgermeister gewählt wurde.

Mit dem Landesvorsitzenden Frank Henkel stellte die CDU nun den Innensenator und Bürgermeister von Berlin (Vertreter des Regierenden Bürgermeisters). Beide Parteien waren in der Koalition jeweils mit vier Senatoren vertreten. Henkel gab wegen des Einzugs in den Senat sein Amt als Fraktionsvorsitzender auf. Sein Nachfolger wurde Florian Graf.

Die Koalition wurde auch nach dem Rücktritt Wowereits im Dezember 2014 unter dem neuen Regierenden Bürgermeister Michael Müller fortgesetzt.

Oppositionszeit (2016–2023)[Bearbeiten]

Bei der Wahl im September 2016 erzielte die Berliner CDU mit nur 17,6 Prozent das schlechteste Ergebnis aller Abgeordnetenhauswahlen. Auch in den Bezirken verlor die CDU erheblich und konnte letztlich nur noch in Steglitz-Zehlendorf und in Reinickendorf den Bezirksbürgermeister stellen.

Der bisherige Regierende Bürgermeister Michael Müller bildete mit der Partei Die Linke und den Grünen eine rot-rot-grüne Koalition und ließ sich erneut zum Regierungschef wählen. Die CDU wurde im Landesparlament größte Oppositionspartei und stellte mit Florian Graf somit den Oppositionsführer.

Der bisherige Landesvorsitzende Frank Henkel gab aufgrund des schlechten Wahlergebnisses sein Amt auf, woraufhin im Dezember 2016 die Berliner Bundestagsabgeordnete und Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, zur neuen Landesvorsitzenden gewählt wurde. Neuer Generalsekretär wurde der Abgeordnete Stefan Evers.

Am 17. Juni 2017 wurde der Landesvorstand unter Führung von Grütters turnusgemäß neu gewählt und zugleich nahezu komplett neu aufgestellt. Grütters selbst und Generalsekretär Evers dagegen wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Am 12. Juni 2018 trat der bisherige Fraktionsvorsitzende Florian Graf wegen beruflicher Veränderungen zurück. Am selben Tag wurde der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Burkard Dregger, zu dessen Nachfolger gewählt. Er nahm somit auch die Rolle des Oppositionsführers im Abgeordnetenhaus ein.

Nachdem der frühere Generalsekretär Kai Wegner ankündigte, im Mai 2019 für den Landesvorsitz zu kandidieren, verzichtete Grütters auf eine erneute Kandidatur.<ref>Monika Grütters verzichtet auf CDU-Landesvorsitz. In: rbb24.de. 29. März 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. März 2019; abgerufen am 25. August 2023.</ref>

Wegner wurde schließlich am 18. Mai 2019 zum neuen Landesvorsitzenden gewählt.<ref>Kai Wegner sagt Rot-Rot-Grün den Kampf an. Tagesspiegel, 18. Mai 2019, abgerufen am 18. Mai 2019 (deutsch).</ref> Am 9. Oktober 2020 kündigte er an als CDU-Spitzenkandidat bei der Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2021 anzutreten.<ref>Kai Wegner positioniert sich als CDU-Spitzenkandidat. In: rbb24.de. 9. Oktober 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. Oktober 2020; abgerufen am 25. August 2023.</ref> Am 19. Juni 2021 wurde er formal mit 92,7 % als Spitzenkandidat durch den Landesparteitag gewählt und zudem im Amt des Landesvorsitzenden bestätigt.

Bei der Abgeordnetenhauswahl im September 2021 erzielte die CDU jedoch nur 18,0 Prozent der Zweitstimmen und fiel hinter der SPD (21,4 Prozent) und den Grünen (18,9 Prozent) erstmals auf Platz drei. Neben seiner Funktion als Landesvorsitzender übernahm Kai Wegner am 30. September 2021 auch das Amt des Fraktionsvorsitzenden im Abgeordnetenhaus, nachdem sein Vorgänger Burkard Dregger überraschend nicht wieder in das Parlament gewählt wurde.

Aus den schlechten Ergebnissen bei den Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen am 18. September 2021 resultierend, stellte die CDU Berlin ab diesem Zeitpunkt keinen Bezirksbürgermeister mehr.

Obwohl die rot-rot-grüne Landesregierung bei der Wahl bestätigt wurde, kündigte die SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey an, auch Sondierungsgespräche mit CDU und FDP führen zu wollen. Nachdem dieses Vorhaben auf erhebliche Kritik im SPD-Landesverband stieß, führte Giffey schließlich Koalitionsverhandlungen mit den Grünen und der Linken. Am 21. Dezember 2021 wurde sie als Regierende Bürgermeisterin an die Spitze eines rot-grün-roten Senats gewählt, weshalb die CDU erneut die Oppositionsrolle im Berliner Abgeordnetenhaus einnahm.

Aufgrund massiver Unregelmäßigkeiten und Durchführungsproblemen erklärte der Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin die Abgeordnetenhauswahl 2021 im Nachhinein für ungültig. Für die für den 12. Februar 2023 angesetzte Wiederholungswahl zum Abgeordnetenhaus trat Kai Wegner erneut als Spitzenkandidat der CDU Berlin an. Obwohl rechtlich unnötig, wurde Wegner auf dem CDU-Landesparteitag am 26. November 2022 als Spitzenkandidat bestätigt.<ref>Berliner CDU wählt Parteichef Wegner erneut zum Spitzenkandidaten. Abgerufen am 26. November 2022.</ref>

Unter Führung von Kai Wegner verbesserte die CDU Berlin bei der Wiederholungswahl zum Abgeordnetenhaus ihr Ergebnis um 10,2 Prozent im Vergleich zur ungültig erklärten Wahl von 2021 bzw. um 10,6 Prozent im Vergleich zur Abgeordnetenhauswahl im Jahr 2016. Mit 28,2 Prozent lag die CDU 9,8 Prozentpunkte vor SPD und Grünen mit je 18,4 Prozent (wobei die SPD mit 53 Stimmen vor den Grünen führte und zweitstärkste Kraft wurde). Der ehemalige Fraktionsvorsitzende Burkard Dregger errang das 2021 verloren gegangene Direktmandat in seinem Wahlkreis (Reinickendorf 1) zurück und zog wieder in das Abgeordnetenhaus ein. Außerdem setzte sich im Wahlkreis Neukölln 6 der CDU-Kandidat Olaf Schenk im Kampf um das Direktmandat deutlich gegen die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey durch (45,3 zu 29,6 Prozent).

Bei den parallel stattgefundenen Wiederholungswahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen konnte die CDU ebenfalls stark zulegen und stellt nun in neun von zwölf Bezirken die stärkste Fraktion. Obwohl die 2021 gewählten Bezirksbürgermeister trotz teils veränderter Mehrheitsverhältnisse als Beamte auf Zeit bis 2026 Die Kategorie Kategorie:Wikipedia:Veraltet nach Jahr 2026 existiert noch nicht. Lege sie mit folgendem Text {{Zukunftskategorie|2026}} an. in ihren Ämtern bleiben könnten, kam es in einigen Berliner Bezirken zu Rücktritten und Wechsel der Zählgemeinschaften. Im Bezirk Berlin-Lichtenberg etwa wurde der CDU-Politiker Michael Schaefer zum Bezirksbürgermeister einer Zählgemeinschaft aus CDU, Grünen und SPD gewählt.

Am 16. Februar 2023 wurde Wegner mit 98,07 Prozent als Fraktionsvorsitzender der auf 52 Abgeordneten gewachsenen CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus bestätigt. Weiterhin wurde die CDU-Abgeordnete Cornelia Seibeld von der Partei für das Amt der Präsidentin des Abgeordnetenhauses nominiert.

Senatsführung unter Kai Wegner (seit 2023)[Bearbeiten]

In den Tagen nach der Abgeordnetenhauswahl führte Wegner je drei Sondierungsgespräche mit SPD und den Grünen; auch die drei Parteien der bisherigen Regierungskoalition kamen drei Mal zusammen. Am 1. März 2023 empfahl die SPD-Sondierungskommission um Franziska Giffey dem SPD-Landesvorstand, Koalitionsverhandlungen mit der CDU aufzunehmen, welchen dieser zustimmte. Damit verzichtete Giffey darauf als Regierende Bürgermeisterin die rot-rot-grüne Landesregierung fortzuführen.<ref>SPD-Landesvorstand spricht sich für Koalitionsverhandlungen mit der CDU aus. Abgerufen am 1. März 2023.</ref> Tags darauf stimmte wiederum der CDU-Landesvorstand auf Wegners Empfehlung für Koalitionsverhandlungen mit der SPD.<ref>CDU-Vorstand votiert für Koalitionsverhandlungen mit SPD. Abgerufen am 2. März 2023.</ref>

Bei der Konstituierung des Abgeordnetenhauses am 16. März 2023 wurde Cornelia Seibeld mit 117 von 156 Stimmen zur Parlamentspräsidentin gewählt. Sie ist die zweite Frau an der Spitze des Abgeordnetenhauses, nach Hanna-Renate Laurien (CDU), die von 1991 bis 1995 amtierte.<ref>CDU-Politikerin Seibeld ist neue Präsidentin des Abgeordnetenhauses. Abgerufen am 16. März 2023.</ref>

Am 3. April 2023 stellten CDU und SPD ihr Regierungsprogramm mit dem Motto „Das Beste für Berlin“ vor.<ref>Berliner CDU und SPD setzen Schwerpunkte bei Mobilität, Bauen und Verwaltung. Abgerufen am 3. April 2023.</ref> Bei einem SPD-Mitgliedervotum sprach sich eine knappe Mehrheit von 54,3 Prozent der Berliner SPD-Mitglieder für die schwarz-rote Koalition aus; die Berliner CDU stimmte einstimmig dafür.<ref>SPD-Mitglieder stimmen für Koalition mit CDU. In: rbb24.de. 24. April 2023, abgerufen am 24. April 2023.</ref><ref>Berliner CDU votiert einstimmig für Koalition mit SPD. In: rbb24.de. 24. April 2023, abgerufen am 24. April 2023.</ref>

Bei der Wahl zum Regierenden Bürgermeister am 27. April 2023 im Berliner Abgeordnetenhaus fiel Wegner im ersten Wahlgang trotz einer Regierungsmehrheit von 86 Stimmen überraschend durch. Er erhielt lediglich 71 Stimmen und stellte sich einem zweiten Wahlgang, den er mit 79 Stimmen ebenfalls verlor. Erst im dritten Wahlgang wurde er mit den Stimmen von 86 Abgeordneten in das Amt gewählt.<ref>Bürgermeisterwahl in Berlin: Kai Wegner im dritten Wahlgang zum Regierenden Bürgermeister gewählt. In: zeit.de. 27. April 2023, abgerufen am 27. April 2023.</ref> Seine Vorgängerin Franziska Giffey wechselte als Bürgermeisterin und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe im nun CDU-geführten Senat Wegner.

Nach der Ernennung Wegners zum Regierenden Bürgermeister wurde der Kreisvorsitzender der CDU Pankow, Dirk Stettner, von den CDU-Abgeordneten zum neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt.<ref>CDU-Fraktion wählt Dirk Stettner zum neuen Vorsitzenden - ZEIT online. 27. April 2023, abgerufen am 28. April 2023.</ref>

Am 9. September 2023 wurde Wegner im Amt des Landesvorsitzenden der CDU Berlin bestätigt. Auf einem Landesparteitag erhielt er 94,67 Prozent (berechnet mit Enthaltungen) bzw. 96,14 Prozent (berechnet ohne Enthaltungen) der Delegiertenstimmen. Zudem setzte er mit Ottilie Klein seine Wunschkandidatin als Generalsekretärin der CDU Berlin und Nachfolgerin von Stefan Evers durch.<ref>Wegner bleibt CDU-Chef - Was er in Berlin vorantreiben will. In: morgenpost.de. 9. September 2023, abgerufen am 9. September 2023.</ref>

Auf einem CDU-Landesparteitag am 9. Juni 2026 wurde Wegner mit knapp 93 Prozent zum Spitzenkandidaten seiner Partei für die Abgeordnetenhauswahl im September 2026 gewählt und setzte sich damit deutlich gegen den überraschend angetretenden Gegenkandidaten Wolfram Wickert durch.

Nach der massiven Kritik an seinem Krisenmanagement und der Kommunikation im Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz 2026 kündigte Kai Wegner am 10. Juli 2026 seinen Verzicht an, bei der Abgeordnetenhauswahl erneut als Spitzenkandidat der CDU und damit für das Amt des Regierenden Bürgermeisters anzutreten. Bereits am 13. Juli 2023 wurde der ehemalige Generalsekretär Stefan Evers, seinerzeits Senator für Finanzen und für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Berlin, vom CDU-Landesvorstand zum Spitzenkandidaten der Partei für die Abgeordnetenhauswahl und zugleich zum kommissarischen Landesvorsitzenden bestimmt – in beiden Fällen einstimmig. Nach dem Rückzug von Ottilie Klein als Generalsekretärin wählte der Vorstand des Weiteren auf Wunsch Evers’ Lukas Krieger zum kommissarischen Generalsekretär der Berliner CDU.

Nach dem Wechsel verbesserte sich die Stimmung für die in Meinungsumfragen zurück gefallene CDU.<ref>CDU legt nach Spitzenkandidat-Wechsel zu, Linke führt Umfrage an. Abgerufen am 16. Juli 2026.</ref><ref>CDU zurück an Spitzenposition, Linke verliert an Zuspruch. Abgerufen am 2. September 2026.</ref>

Dennoch fiel das Ergebnis der Christdemokraten bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026 deutlich schlechter aus als prognostiziert. Mit 18,8 Prozent der Wählerstimmen und einem Verlust von 9,4 Prozent im Vergleich zur Wiederholungswahl 2023 landete die CDU Berlin hinter der Partei Die Linke, die mit 25,7 Prozent erstmals stärkste Kraft in der Hauptstadt wurde. Zudem verlor Stefan Evers sein Direktmandat im Wahlkreis Treptow-Köpenick 4, das er 2023 im Wahlkreis Treptow-Köpenick 3 errungen hatte, und zog über die CDU-Bezirksliste in das Abgeordnetenhaus ein. Der scheidende Regierende Bürgermeister Kai Wegner dagegen verteidigte sein Direktmandat im Wahlkreis Spandau 5. Bei den parallel stattgefundenen Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen wurde die CDU in vier von zwölf Bezirken stärkste Kraft, in fünf Bezirken verlor sie den Status als stimmenstärkste Partei.

Bereits am 21. September 2026 nominierte der CDU-Landesvorstand Stefan Evers für das Amt des Fraktionsvorsitzenden als Nachfolger von Dirk Stettner, der kein Mandat im neu gewählten Parlament erringen konnte. Des Weiteren wurde Cornelia Seibeld für das Amt der Vize-Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses vorgeschlagen.

Am 24. September 2026 wurde Evers mit 93,75 Prozent zum neuen Fraktionsvorsitzenden der nun auf 34 Sitze verkleinerten CDU-Fraktion gewählt. Mit den Signalen aus SPD (12,1 Prozent) und Grünen (14,3 Prozent), Gespräche mit der siegreichen Linken über eine rot-grün-rote Regierung zu führen, verzichtete Evers auf ein Einladung zu Sondierungsgesprächen über eine rechnerisch ebenfalls mögliche schwarz-grün-rote Koalition.

Vorsitzende in Berlin bzw. West-Berlin 1948–1990[Bearbeiten]

Datei:Bundesarchiv Bild 146-1991-039-11, Richard v. Weizsäcker.jpg
Richard von Weizsäcker (1984)
Zeitraum Vorsitzende(r)
1945–17. März 1946 Karl Brammer
1946–1947 Kurt Landsberg
1947–1952 Walther Schreiber
1952–1955 Robert Tillmanns
1955–1961 Ernst Lemmer
1961–1969 Franz Amrehn
1969–1981 Peter Lorenz
1981–1983 Richard von Weizsäcker
1983–2002 Eberhard Diepgen
2002–2003 Christoph Stölzl
2003–2005 Joachim Zeller
2005–2008 Ingo Schmitt
2008 Joachim Zeller (kommissarisch)
2008–2016 Frank Henkel
2016–2019 Monika Grütters
2019–2026 Kai Wegner
seit 2026 Stefan Evers (kommissarisch)

Vorsitzende in Ost-Berlin[Bearbeiten]

Zeitraum Vorsitzender
1948–1949 Helmut Brandt
1949–1952 Arnold Gohr

Generalsekretäre in Berlin bzw. West-Berlin 1981–1990[Bearbeiten]

Datei:Ottilie Klein.jpg
Ottilie Klein, ehem. Generalsekretärin der CDU Berlin
Zeitraum Generalsekretär
1981–1985 Günter Straßmeir
1985–1991 Klaus-Rüdiger Landowsky
1991–1993 Karl-Joachim Kierey
1993–1996 Dieter Ernst
1996–1998 Gerhard Lawrentz
1998–2000 Volker Liepelt
2000–2001 Ingo Schmitt
2001–2002 Joachim Zeller (kommissarisch)
2002–2003 Verena Butalikakis
2003–2005 Gerhard Lawrentz
2005–2008 Frank Henkel
2008–2011 Bernd Krömer
2011–2016 Kai Wegner
2016–2023 Stefan Evers
2023–2026 Ottilie Klein
seit 2026 Lukas Krieger (kommissarisch)

Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus[Bearbeiten]

Aktuelle Zusammensetzung[Bearbeiten]

In der 20. Wahlperiode nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2026 ist die Fraktion der CDU mit 34 Abgeordneten, davon sechs Frauen, im Abgeordnetenhaus vertreten. Sie stellt damit die zweitstärkste Fraktion. Fraktionsvorsitzender ist Stefan Evers. Als Vizepräsidentin des Abgeordnetenhauses wurde die CDU-Abgeordnete und derzeitige Parlamentspräsidentin Cornelia Seibeld nominiert.

Datei:Stefan Evers, Finanzsenator von Berlin, (Tobias Koch, 202).jpg
Stefan Evers, Fraktionsvorsitzender seit 2026

Fraktionsvorsitzende[Bearbeiten]

Zeitraum Vorsitzender
1948–1950 Kurt Landsberg
1951–1956 Ernst Lemmer
1959–1963 Egon Endres
1963–1969 Franz Amrehn
1969–1980 Heinrich Lummer
1980–1984 Eberhard Diepgen
1984–1989 Dankward Buwitt
1989–1991 Eberhard Diepgen
1991–2001 Klaus-Rüdiger Landowsky
2001–2003 Frank Steffel
2003–2006 Nicolas Zimmer
2006–2008 Friedbert Pflüger
2008–2011 Frank Henkel
2011–2018 Florian Graf
2018–2021 Burkard Dregger
2021–2023 Kai Wegner
2023–2026 Dirk Stettner
seit 2026 Stefan Evers

Abgeordnetenhausergebnisse[Bearbeiten]

Datei:Berlin Zweitstimmen CDU 2023.svg
CDU Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2023
Landtagswahlergebnisse
in Prozent
40%
30%
20%
10%
0%
Abgeordnetenhausergebnisse<ref>Ergebnisse der Abgeordnetenhauswahlen in Berlin (bis 1989 West-Berlin)</ref>
Jahr Stimmen Sitze Spitzenkandidat
1950 24,7 % 34 Walther Schreiber
1954 30,4 % 44 Walther Schreiber
1958 37,7 % 55 Franz Amrehn
1963 28,8 % 41 Franz Amrehn
1967 32,9 % 47 Franz Amrehn
1971 38,2 % 54 Peter Lorenz
1975 43,9 % 69 Peter Lorenz
1979 44,4 % 63 Richard von Weizsäcker
1981 48,0 % 65 Richard von Weizsäcker
1985 46,4 % 69 Eberhard Diepgen
1989 37,7 % 55 Eberhard Diepgen
1990 40,4 % 101 Eberhard Diepgen
1995 37,4 % 87 Eberhard Diepgen
1999 40,8 % 76 Eberhard Diepgen
2001 23,8 % 35 Frank Steffel
2006 21,3 % 37 Friedbert Pflüger
2011 23,4 % 39 Frank Henkel
2016 17,6 % 31 Frank Henkel
2021 18,0 % 29 Kai Wegner
2023 28,2 % 52 Kai Wegner
2026 18,8 % 34 Stefan Evers

Regierende Bürgermeister von Berlin[Bearbeiten]

Die nachfolgenden Politiker waren in der Position des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Mitglied der CDU.

Bezirksverordnetenversammlungen (BVV)[Bearbeiten]

In vier der zwölf Berliner Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) ist die CDU seit 20. September 2026 die stärkste Fraktion:<ref>BVV-Wahlen 2026: Ergebnisse für alle Bezirkel. 20. September 2026, abgerufen am 21. September 2026.</ref>

Bezirksbürgermeister[Bearbeiten]

Die CDU stellt seit 2023 vier Bezirksbürgermeister.

Abgeordnete im Deutschen Bundestag[Bearbeiten]

Die Berliner Bundestagsabgeordneten der ersten elf Wahlperioden wurden vom Abgeordnetenhaus gewählt und hatten aufgrund des Viermächte-Status der Stadt bis zum 8. Juni 1990 nur eingeschränktes Stimmrecht im Bundestag.

1. Wahlperiode (1949–1953)[Bearbeiten]

2. Wahlperiode (1953–1957)[Bearbeiten]

3. Wahlperiode (1957–1961)[Bearbeiten]

4. Wahlperiode (1961–1965)[Bearbeiten]

5. Wahlperiode (1965–1969)[Bearbeiten]

6. Wahlperiode (1969–1972)[Bearbeiten]

7. Wahlperiode (1972–1976)[Bearbeiten]

8. Wahlperiode (1976–1980)[Bearbeiten]

9. Wahlperiode (1980–1983)[Bearbeiten]

10. Wahlperiode (1983–1987)[Bearbeiten]

11. Wahlperiode (1987–1990)[Bearbeiten]

12. Wahlperiode (1990–1994)[Bearbeiten]

13. Wahlperiode (1994–1998)[Bearbeiten]

14. Wahlperiode (1998–2002)[Bearbeiten]

15. Wahlperiode (2002–2005)[Bearbeiten]

16. Wahlperiode (2005–2009)[Bearbeiten]

17. Wahlperiode (2009–2013)[Bearbeiten]

18. Wahlperiode (2013–2017)[Bearbeiten]

19. Wahlperiode (2017–2021)[Bearbeiten]

Datei:Luczak Jan-Marco Yves Sucksdorff Luczack jan-marco luczak 0.png
Jan-Marco Luczak ist der aktuelle Vorsitzende der Landesgruppe Berlin.

20. Wahlperiode (2021–2025)[Bearbeiten]

21. Wahlperiode (seit 2025)[Bearbeiten]

In der 21. Legislaturperiode wurden fünf Abgeordnete für die CDU Berlin in den Deutschen Bundestag gewählt:

Abgeordnete im Europäischen Parlament[Bearbeiten]

Die CDU Berlin ist mit einer Abgeordneten im Europäischen Parlament vertreten. Sie ist dort Mitglied der EVP-Fraktion:<ref>cduberlin.de: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.CDU Abgeordneter im Europäischen Parlament (Memento vom 4. August 2011 im Internet Archive)</ref>

Eberhard-Diepgen-Preis[Bearbeiten]

Am 9. März 2018 beschloss der CDU-Landesverband während einer Klausurtagung in Nauen die Schaffung eines Eberhard-Diepgen-Preises, der seit November 2018 regelmäßig für besondere Verdienste um den sozialen Zusammenhalt in Berlin verliehen wird.<ref>CDU Berlin würdigt künftig mit dem Eberhard-Diepgen-Preis Engagement für sozialen Zusammenhalt. TP-Presseagentur, 13. März 2018, abgerufen am 9. Juli 2018.</ref><ref>Eberhard-Diepgen-Preis. In: Internetseite der CDU Berlin. März 2018, abgerufen am 9. Juli 2018.</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Ribbe: Berlin zwischen Ost und West. 1945 bis zur Gegenwart. In: Ders. (Hrsg.): Von der Märzrevolution bis zur Gegenwart. (= Geschichte Berlins. Band 2) Beck, München 1987.
  • Jakob Lempp: Berlin – die Parteien im „wiedervereinigten Bundesland“. In: Andreas Kost, Werner Rellecke, Reinhold Weber (Hrsg.): Parteien in den deutschen Ländern. Beck, München 2010, S. 161–173.
  • Günter Buchstab (Hrsg.), Hans-Otto Kleinmann: Geschichte der CDU. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1993.
  • CDU-Landesverband Berlin (Hrsg.), Bernhard Müller-Schoenau: 40 Jahre CDU. Berlin 1985.
  • CDU-Landesverband Berlin (Hrsg.), Markus Kaufmann: Die CDU Berlin stellt sich vor. Berlin 1986.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: CDU Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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