Kai Wegner
Kai Peter Wegner (* 15. September 1972 in West-Berlin) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er ist seit dem 27. April 2023 Regierender Bürgermeister von Berlin.
Von 2005 bis 2021 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 1999 bis 2005 und seit 2021 ist Wegner Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin und war dort von 2021 bis 2023 Fraktionsvorsitzender der CDU Berlin und als solcher Oppositionsführer. Zudem war er von 2019 bis 2026 Landesvorsitzender der Berliner CDU und als solcher beratendes Mitglied im Bundesvorstand der CDU.
Leben und Beruf[Bearbeiten]
Wegner wurde im Berliner Bezirk Spandau als Sohn eines Bauarbeiters und einer Einzelhandelskauffrau geboren und wuchs dort auf.<ref>CDU Ortsverband Friedenau: „Damit der Laden wieder läuft“ – Interview Berliner Woche. Abgerufen am 28. Februar 2023.</ref> Nach Besuch der Hans-Carossa-Oberschule in der Streitstraße im Ortsteil Hakenfelde, die er ohne Abitur mit Realschulabschluss verließ,<ref>Anne-Kattrin Palmer, Elmar Schütze: Wegner regiert Berlin: 11 Dinge, die Sie noch nicht über den neuen Bürgermeister wussten. 27. April 2023, abgerufen am 7. Mai 2023.</ref> leistete Wegner von 1993 bis 1994 Wehrdienst bei der Luftwaffe der Bundeswehr und absolvierte anschließend eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann, die er 1997 beendete. Danach arbeitete er im Vertrieb eines Versicherungsunternehmens, bis er 1999 als Projektleiter in der Öffentlichkeitsarbeit in ein mittelständisches Bauunternehmen wechselte. Von 2001 bis 2002 gehörte er dort auch der Geschäftsleitung an. Von 2002 bis 2012 war er als Unternehmensberater in Berlin selbstständig tätig. Von 2017 bis 2020 war er ehrenamtlicher Präsident des DLRG-Landesverbandes Berlin.<ref>Jahreshauptversammlung 2017 – Wahl eines neuen Präsidenten. berlin.dlrg.de, 13. Mai 2017, abgerufen am 8. Februar 2021.</ref> Er ist Mitglied des Kuratoriums der Margot Friedländer Stiftung.
Partei[Bearbeiten]
Wegner trat 1989 in die Junge Union (JU) und die CDU ein. Er war von 1990 bis 1992 Landesvorsitzender der Schüler Union in Berlin und von 1994 bis 1997 Vorsitzender des JU-Kreisverbandes Berlin-Spandau. Nachdem er von 1994 bis 1996 stellvertretender JU-Landesvorsitzender war, war Wegner von Januar 2000 bis Mai 2003 schließlich Landesvorsitzender der JU Berlin.<ref>Abgeordnetenhaus Berlin: Kai Wegner, CDU; abgerufen am 22. Juni 2024</ref>
Von 2000 bis 2002 war er außerdem stellvertretender CDU-Landesvorsitzender in Berlin. Beim Parteitag der Berliner CDU 2003 scheiterte Wegner als Kandidat für das Amt des Generalsekretärs in zwei Wahlgängen.<ref>Katja Füchsel: Berlin: Der Buhmann. In: Der Tagesspiegel. 26. Mai 2003, abgerufen am 12. Januar 2024.</ref> Im April 2005 wurde er zum Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes Spandau gewählt. Zuvor war er dort schon seit 1998 stellvertretender Kreisvorsitzender gewesen. Von Dezember 2011 bis Dezember 2016 war Kai Wegner Generalsekretär der CDU Berlin. Er stellte sein Amt überraschend zur Verfügung, da er dem Wunsch von Monika Grütters nach Veränderung nicht im Wege stehen wollte.<ref>Stefan Alberti: Berlins CDU: Der General tritt zurück. In: taz.de. 15. November 2016, abgerufen am 3. Januar 2017.</ref> Sein Nachfolger in dieser Position wurde Stefan Evers.<ref>Klaus Kurpjuweit: Schlappe für CDU-Generalsekretär in Berlin: Evers: "Habe nur kurz ans Aufgeben gedacht". In: tagesspiegel.de. 4. Dezember 2016, abgerufen am 3. Januar 2017.</ref>
Ab Dezember 2017 war Wegner erneut stellvertretender Landesvorsitzender der Berliner CDU und kündigte im März 2019 seine Kandidatur für den Landesvorsitz an.<ref>Joachim Fahrun: Berlins CDU-Vize Kai Wegner bestätigt seine Kandidatur um den Landesvorsitz offiziell. 22. März 2019, abgerufen am 22. März 2019.</ref>
Am 18. Mai 2019 wurde er schließlich, als Nachfolger von Monika Grütters, zum Landesvorsitzenden gewählt.<ref>Robert Kiesel: Kai Wegner sagt Rot-Rot-Grün den Kampf an. In: tagesspiegel.de. Tagesspiegel, 18. Mai 2019, abgerufen am 18. Mai 2019.</ref>
Im Oktober 2020 gab Wegner seine Absicht bekannt, bei der Abgeordnetenhauswahl 2021 für das Amt des Regierenden Bürgermeisters von Berlin zu kandidieren.<ref>Bernd Matthies: Kai Wegner ist CDU-Spitzenkandidat für Berlin. In: tagesspiegel.de. Tagesspiegel, 9. Oktober 2020, abgerufen am 13. Oktober 2020.</ref>
Am 19. Juni 2021 wurde Wegner offiziell als Spitzenkandidat aufgestellt und im Amt des Landesvorsitzenden bestätigt. Bei der im Nachhinein für ungültig erklärten Wahl zum Abgeordnetenhaus erreichte die CDU mit 18,0 % lediglich den dritten Platz hinter der SPD und den Grünen. Im neuen Parlament übernahm Wegner den Vorsitz der CDU-Fraktion und wurde Oppositionsführer gegen den rot-grün-roten Senat der Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey.
Bei der Wiederholungswahl zum Abgeordnetenhaus am 12. Februar 2023 wurde die CDU unter Wegner mit 28,2 % stärkste Kraft, in Berlin zum ersten Mal seit 1999.<ref>Berlin-Wahl: CDU siegt deutlich, SPD historisch schlecht. In: tagesschau.de. 12. Februar 2023, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Februar 2023; abgerufen am 12. Februar 2023.</ref> In Folge führte Wegner je drei Sondierungsgespräche mit SPD und Grünen mit dem Ziel, eine „Berlin-Koalition“ mit ihm als Regierenden Bürgermeister zu bilden. Am 1. März 2023 empfahl die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey zur Überraschung ihrer damaligen Regierungspartner Grüne und Linke dem SPD-Vorstand, Koalitionsverhandlungen mit der CDU aufzunehmen. Am Folgetag stimmte der CDU-Landesvorstand auf Empfehlung Wegners ebenfalls für Verhandlungen mit der SPD.
Im September 2023 wurde Wegner mit 94,7 % der Delegiertenstimmen auf dem Landesparteitag erneut zum Vorsitzenden des Berliner CDU-Landesverbandes gewählt.<ref>Landesparteitag: Kai Wegner als Vorsitzender der Berliner CDU wiedergewählt. rbb24, 9. September 2023, abgerufen am 29. September 2023.</ref>
Nach anhaltender Kritik auch aus der eigenen Partei zog Wegner sich im Juli 2026, zwei Monate vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026, als Spitzenkandidat seiner Partei für das Bürgermeisteramt zurück.<ref name=":1">Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner gibt Spitzenkandidatur auf. In: Der Spiegel. 10. Juli 2026, abgerufen am 10. Juli 2026.</ref> Außerdem trat er als Landesvorsitzender zurück. In beiden Positionen folgte ihm Stefan Evers.<ref>tagesschau.de: Berlin-Wahl: Finanzsenator Evers ist neuer CDU-Spitzenkandidat. Abgerufen am 26. Juli 2026.</ref>
Abgeordneter[Bearbeiten]
Wegner gehörte von 1995 bis 1999 der Bezirksverordnetenversammlung von Berlin-Spandau und von 1999 bis Oktober 2005 dem Abgeordnetenhaus von Berlin an. Im Abgeordnetenhaus war er ab 2001 stellvertretender Vorsitzender und ab 2003 auch wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Im Jahr 2002 kandidierte er erfolglos für den Deutschen Bundestag.
Von 2005 bis 2021 war er ununterbrochen Mitglied des Deutschen Bundestages und dort von 2009 bis 2017 Vorsitzender der Landesgruppe Berlin in der CDU/CSU-Fraktion.
Wegner gewann bei der Bundestagswahl 2009 das Direktmandat im Wahlkreis Berlin-Spandau-Charlottenburg Nord mit 36,4 % der Erststimmen.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Bundestagswahl 2009 – Direkt gewählte Abgeordnete in Berlin ( vom 30. September 2009 im Internet Archive), auf wahlen-berlin.de</ref>
Auch bei der Bundestagswahl 2013 errang Wegner das Direktmandat seines Wahlkreises und zog mit 39,2 % der Erststimmen in den Bundestag ein.<ref>Marie Rövekamp: Bundestagswahl 2013: Die endgültigen Wahlergebnisse für Berlin stehen fest. In: Der Tagesspiegel, 2. Oktober 2013; abgerufen am 1. September 2024</ref>
Wegner war in der 18. Wahlperiode des Deutschen Bundestages Mitglied des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit<ref name="wegnerbundestag">Deutscher Bundestag (Archiv): Kai Wegner, CDU/CSU; abgerufen am 16. Mai 2024</ref> und Beauftragter für große Städte<ref>Authentische Großstadtpolitik aus einem Guss, auf cducsu.de</ref> der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Bei der Bundestagswahl am 24. September 2017 unterlag er in seinem Wahlkreis mit 30,9 % der Stimmen dem SPD-Abgeordneten Swen Schulz, der auf 32,1 % der Stimmen kam, zog aber über die Landesliste in den Bundestag ein.
In der 19. Wahlperiode war Kai Wegner Vorsitzender der Arbeitsgruppe Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und damit auch deren baupolitischer Sprecher. Zudem war er ordentliches Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur und im Gemeinsamen Ausschuss.<ref name="wegnerbundestag" />
Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus 2021 und 2023[Bearbeiten]
Bei der nachträglich für ungültig erklärten Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im September 2021 trat Wegner als Spitzenkandidat der CDU Berlin an. Letztlich erzielte die Partei 18,0 % der Zweitstimmen und landete hinter der SPD (21,4 %) und den Grünen (18,9 %) auf Platz 3. Wegner gewann aber mit 36,5 % das Direktmandat im Wahlkreis Spandau 5 und zog am 4. November 2021 in das Abgeordnetenhaus ein. Nachdem Burkard Dregger überraschend den Einzug in das Parlament verpasst hatte, folgte ihm Wegner bereits am 30. September 2021 im Amt des Fraktionsvorsitzenden.
Für die Wiederholungswahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2023 trat Wegner erneut als Spitzenkandidat seiner Partei an und führte die CDU mit 28,2 % zum Wahlsieg und somit zur mit Abstand stärksten Fraktion im Abgeordnetenhaus. Seinen Wahlkreis Spandau 5 gewann er mit 46,9 % deutlich vor dem SPD-Kandidat Uwe Ziesak (22,0 %) und zog wieder in das Berliner Landesparlament ein. Dort wurde er vier Tage nach der Wahl als Fraktionsvorsitzender der CDU wiedergewählt.
Regierender Bürgermeister von Berlin[Bearbeiten]
Die Wahl 2023 führte zur Unterzeichnung eines Koalitionsvertrags von CDU und SPD. Wegner wurde am 27. April 2023 vom Berliner Abgeordnetenhaus zum Regierenden Bürgermeister gewählt.<ref>Bürgermeisterwahl in Berlin: Kai Wegner im dritten Wahlgang zum Regierenden Bürgermeister gewählt. In: Die Zeit. 27. April 2023, abgerufen am 27. April 2023.</ref> Erst im dritten Wahlgang erreichte er jedoch die erforderliche Mehrheit. Er erhielt 86 Stimmen, genau so viele wie die schwarz-rote Koalition Abgeordnete hat.
Am 10. Juli 2026 verkündete er, zur Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026 nicht erneut als Spitzenkandidat für das Amt des Bürgermeisters antreten zu wollen, jedoch bis zum Ende seiner Amtszeit im Amt zu verbleiben.<ref name=":1" />
Kontroversen[Bearbeiten]
Position zu Hans-Georg Maaßen[Bearbeiten]
Mario Czaja (CDU), Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, warf Wegner im Mai 2021 einen „riskanten Rechtskurs“ vor und sah ihn in ideologischer Nähe zu Hans-Georg Maaßen, weil er auf die Frage, ob dieser Platz in der Berliner CDU hätte, geantwortet hatte, dass Maaßen selbstverständlich dort Mitglied sein könne.<ref>Bundestagskandidat Czaja kritisiert CDU-Landeschef scharf. In: Süddeutsche Zeitung. 4. Mai 2021, abgerufen am 4. Mai 2021.</ref> Laut Czaja sei Wegner „dichter an den Positionen von Hans-Georg Maaßen als an denen von Angela Merkel.“<ref>Maaßen-Streit erreicht Berliner CDU, tagesspiegel.de, 4. Mai 2021</ref>
Ende Januar 2023 forderte Wegner im Wahlkampf den Parteiausschluss von Maaßen.<ref>Christian Latz: „Hat in der CDU nichts mehr zu suchen“: Berlins CDU-Chef Wegner fordert Parteiausschluss von Hans-Georg Maaßen. In: Der Tagesspiegel. 24. Januar 2023, abgerufen am 31. Januar 2024.</ref>
Aserbaidschan-Affäre[Bearbeiten]
Nach Recherchen der Vice-Journalisten Felix Dachsel und Robert Hofmann, die 2021 zur Aserbaidschan-Affäre recherchierten, wurde Kai Wegner neben anderen Unionsfunktionären in vertraulichen Dokumenten der regimenahen Lobbyorganisation The European Azerbaijan Society als Kontakt aufgeführt.<ref>Felix Dachsel, Robert Hofmann: Aserbaidschan-Affäre: Neue Geheimdokumente belasten Unionsabgeordnete. In: Vice, 17. September 2021.</ref>
Namensabfrage nach Silvesterkrawallen 2022[Bearbeiten]
Im Zuge der Krawalle in der Silvesternacht 2022 geriet Wegner in die Kritik, weil er im Namen der CDU-Fraktion vom Berliner Senat Auskunft über die Vornamen der deutschen Tatverdächtigen verlangte. Vertreter der rot-rot-grünen Regierungskoalition warfen Wegner daraufhin Rassismus vor, weil er Menschen mit Migrationshintergrund nicht als richtige Deutsche anerkennen wolle.<ref>Berliner CDU fragt nach Vornamen von Verdächtigen. In: Der Spiegel. Abgerufen am 7. März 2023.</ref> Wegner wies die Anschuldigung der rassistischen Diskriminierung von sich. Nur wenn man Probleme benenne, könne man sie lösen.<ref>„Haben ein Gewaltproblem in Berlin“: Kai Wegner verteidigt umstrittene Vornamen-Abfrage nach Silvesterkrawallen. In: Der Tagesspiegel. 3. März 2023, abgerufen am 7. März 2023.</ref> Unter Berliner Muslimen erhielt die CDU trotz der Kontroverse die meisten Stimmen bei der Wiederholungswahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 12. Februar 2023, zu Menschen mit Migrationshintergrund wurden keine Daten erhoben.<ref>Maximilian Beer: Trotz Silvester-Debatte: Die meisten Berliner Muslime wählten CDU. In: Berliner Zeitung. 7. März 2023, abgerufen am 8. März 2023.</ref>
Parteispende eines Immobilienunternehmers[Bearbeiten]
Der Immobilienunternehmer Christoph Gröner, Gründer der CG Gruppe, und eines seiner Unternehmen leisteten im Jahr 2020 Spenden an den CDU-Landesverband über 820.000 Euro.<ref>Stefan Peter: Es geht um 820.000 Euro! Wie sauber war die Spende dieses Bau-Unternehmers an die CDU? In: B.Z. 18. Mai 2023, abgerufen am 1. September 2024.</ref> In einem Podcast des Tagesspiegels gab Gröner an, dass sein Wunsch nach mehr Geld für Kinder mit Behinderung in Pflegeeinrichtungen „sozusagen schriftlich fixiert“ sei<ref name=":0">Daniel Böldt: Nach widersprüchlichen Aussagen: Bundestag wertet umstrittene Gröner-Spenden an Berliner CDU aus. In: Der Tagesspiegel. 19. Mai 2023, abgerufen am 23. Mai 2023.</ref> und verband die Spende bereits in einem früheren Interview mit einer Änderung des Berliner Mietendeckels.<ref>Thorsten Jantschek: Immobilienmillionär Gröner zu Wohnungspolitik. In: Deutschlandfunk Kultur. 8. Mai 2021, abgerufen am 23. Mai 2023.</ref> Wegner hatte 2021 im Format Jung & Naiv angegeben, dass die Parteispende mit dem von Gröner geäußerten Wunsch einherging, keine Obdachlosen mehr in Berlin zu haben. Zuletzt widersprachen beide jeglichen Absprachen.<ref name=":0" /><ref>Wegner dementiert Bedingungen eines Unternehmers für Parteispende. In: rbb24.de. Rundfunk Berlin-Brandenburg, 22. Mai 2023, abgerufen am 23. Mai 2023.</ref>
Transparenz zur Liaison mit Senatorin[Bearbeiten]
Anfang 2024 gab Wegner bekannt, im Herbst 2023 mit der von ihm ernannten Bildungssenatorin, Katharina Günther-Wünsch, eine feste Beziehung eingegangen zu sein.<ref>Daniel Böldt, Alexander Fröhlich, Hannes Heine, Anna Thewalt: „Privates und Berufliches strikt trennen“: Berlins Regierungschef Wegner und Senatorin bestätigen ihre Beziehung. In: Der Tagesspiegel Online. 5. Januar 2024, abgerufen am 5. Januar 2024.</ref> Das führte zu einer Diskussion über eine mögliche Vermengung von Dienstlichem und Privatem. In der CDU-Fraktion war spätestens seit Mai/Juni 2023 vielen klar, dass Wegner und seine Senatorin ein Paar sind. Vielleicht auch schon deutlich früher: Insider behaupten, die beiden seien bereits seit Ende 2022 zusammen. Damit hätte Wegner seine Geliebte zur Senatorin gemacht.<ref>Verwaltungsgericht: Senatskanzlei muss über Wegner und seine Liebe auspacken. In: bz-berlin.de. 15. Mai 2024, abgerufen am 30. Mai 2024.</ref> Im Mai 2024 verpflichtete das Berliner Verwaltungsgericht Wegner zu Angaben darüber, wann er die Chefin des Presse- und Informationsamts, Christine Richter, erstmals informiert hat, dass er mit der Senatorin eine private Beziehung unterhalte.<ref>Jost Müller-Neuhof: Kai Wegners Beziehung zur Schulsenatorin: Berliner Gericht verpflichtet Senatskanzlei zu Transparenz. In: tagesspiegel.de. 15. Mai 2024, abgerufen am 30. Mai 2024.</ref> In der Presse stieß das Vorgehen Wegners noch Monate später auf Kritik:
„Die reichlich unscharfe Erklärung vom Jahresanfang, wonach sich das Paar erst im Herbst 2023 für eine Beziehung ,entschieden' haben will, [...] legt nahe, dass auch zuvor schon etwas bestand, das zumindest geeignet war, Amtspflichten zu beeinträchtigen. Möglich sogar, dass Wegner damals seine heimliche Geliebte in den Senat berief. Kein Wunder also, dass er für die späte Verkündung [...] einen Anwalt mandatierte; es war der vergebliche Versuch, sich amtlicher Transparenzpflicht zu entziehen.“
Umgang mit Stromausfall in Berlin[Bearbeiten]
Nachdem im Januar 2026 in rund 45.000 Berliner Haushalten der Strom ausgefallen war, kritisierten Medien und Opposition Wegner, er habe nicht ausreichend gehandelt.<ref name="Spiegel.de">Christian Teevs: Jetzt gerät Berlins Regierender Bürgermeister unter Druck. In: Spiegel.de. 5. Januar 2026, abgerufen am 7. Januar 2026.</ref> Wegner reagierte auf die Vorwürfe zunächst damit, er sei „den ganzen Tag am Telefon“ gewesen und habe die Lage koordiniert; dabei habe er sich „zu Hause in seinem Büro eingeschlossen, im wahrsten Sinne.“ Nachdem der RBB recherchiert hatte, dass Wegner allerdings mittags das Haus verlassen und Tennis auf einer Anlage gespielt hatte,<ref name="Rbb24.de">Wegner spielte während des Stromausfalls am Samstag Tennis. In: RBB24.de. 7. Januar 2026, abgerufen am 7. Januar 2026.</ref> räumte er dies daraufhin ein: Politiker und Medien forderten Wegners Rücktritt.<ref name="Welt.de">Nicolas Walter: „Dann habe ich von 13 bis 14 Uhr Tennis gespielt, weil ich einfach den Kopf freikriegen wollte“. In: Welt.de. 7. Januar 2026, abgerufen am 7. Januar 2026.</ref><ref name="Spiegel.de2">Hannes Schrader: Ein Bürgermeister, der seine Bürger belügt, muss zurücktreten. In: Spiegel.de. 8. Januar 2026, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref><ref name="Deutschlandfunk">Stromausfall: Rücktrittsforderungen gegen Wegner wegen Tennisspiels – CDU stellt sich hinter Regierenden Bürgermeister. In: Deutschlandfunk.de. 8. Januar 2026, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref>
Im März 2026 ließen Recherchen des Tagesspiegels auch an Wegners Stellungnahme Zweifel aufkommen: Entgegen seiner eigenen Darstellung sei er erst nach seinem Tennisspiel mit der Bundesregierung, Stromnetz Berlin sowie der Bezirksbürgermeisterin in Kontakt gewesen.<ref>„Verschweigen und Unwahrheiten müssen ein Ende haben“: SPD, Grüne und Linke fordern Aufklärung von Berlins Regierungschef Kai Wegner. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 29. April 2026]).</ref><ref>rbb24.de: Wegners Krisenmanagement: Bezirksbürgermeisterin widerspricht Senatskanzlei. 20. März 2026, abgerufen am 29. April 2026.</ref> Wegner entschuldigte sich daraufhin für „kommunikative Fehler.“<ref>rbb24.de: Wegner bittet für persönliche Fehler bei Stromausfall um Entschuldigung. 24. März 2026, abgerufen am 29. April 2026.</ref> Im Juli 2026 berichtete der Tagesspiegel unter Berufung auf die Staatskanzlei, dass Wegner entgegen vorheriger Aussagen am Morgen des 3. Januar keine Telefonate geführt habe.<ref>Alara Yılmaz, dpa: Stromausfall in Berlin: Kai Wegner führte am Morgen des Stromausfalls wohl keine Telefonate. In: Die Zeit. 8. Juli 2026, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 8. Juli 2026]).</ref>
Am 10. Juli erklärte Wegner seinen Verzicht auf die Spitzenkandidatur für die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026.
Persönliches[Bearbeiten]
Kai Wegner ist evangelisch, geschieden und hat drei Kinder.<ref name="wegnerbundestag" /><ref>CDU-Politiker: Ausbildung, Familie, Freundin: Kai Wegner im Steckbrief. In: Berliner Morgenpost. 5. Januar 2024, abgerufen am 1. September 2024.</ref> Mit seiner ersten Frau hat er ein Kind. Im Dezember 2023 trennte er sich von der Politikwissenschaftlerin Kathleen Kantar, mit der er zwei Kinder hat.<ref>Sharone Treskow: Kein Silvesterkuss für den Bürgermeister: Liebes-Aus bei Kai Wegner! In: Berliner Kurier, 29. Dezember 2023, abgerufen am 28. Mai 2024.</ref> Im Januar 2024 gab er bekannt, bereits seit Herbst 2023 eine Beziehung mit Katharina Günther-Wünsch, die Bildungssenatorin in seinem Senat ist, zu führen.
Weblinks[Bearbeiten]
- Website von Kai Wegner
- Lebenslauf bei der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
- Biografie beim Deutschen Bundestag
- Kai Wegner auf abgeordnetenwatch.de
- Kai Wegner im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
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Anke Rehlinger (Erste Vizepräsidentin) |
Hendrik Wüst (Zweiter Vizepräsident)
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Regierender Bürgermeister: Kai Wegner (Senatskanzlei)
Bürgermeister: Franziska Giffey, Stefan Evers
Senatoren: Iris Spranger (Inneres und Sport) | Franziska Giffey (Wirtschaft, Energie und Betriebe) | Ute Bonde (Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt) | Katharina Günther-Wünsch (Bildung, Jugend und Familie) | Stefan Evers (Finanzen) | Cansel Kiziltepe (Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung) | Christian Gaebler (Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen) | Ina Czyborra (Wissenschaft, Gesundheit und Pflege) | Felor Badenberg (Justiz und Verbraucherschutz) | Stefan Evers (Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt)
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Vorsitzender: Friedrich Merz. Generalsekretärin: Franziska Hoppermann. Stellvertretender Generalsekretär: Michael Hose. Stellvertretende Vorsitzende: Silvia Breher | Ines Claus | Andreas Jung | Michael Kretschmer | Karl-Josef Laumann | Karin Prien. Bundesschatzmeister: Mathias Middelberg. Gewählte Mitglieder des Präsidiums: Sebastian Lechner | Ina Scharrenbach | Sven Schulze | Mario Voigt | Nina Warken | Wiebke Winter. Mitglieder des Präsidiums kraft Amtes: Niclas Herbst | Julia Klöckner | Thorsten Frei. Beratende Mitglieder des Präsidiums: Daniel Günther | Boris Rhein | Kai Wegner | Hendrik Wüst | Marco Melle Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
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Baden-Württemberg: Manuel Hagel | Berlin: Kai Wegner | Brandenburg: Jan Redmann | Bremen: Heiko Strohmann | Hamburg: Dennis Thering | Hessen: Boris Rhein | Mecklenburg-Vorpommern: Philipp Amthor | Niedersachsen: Sebastian Lechner | Nordrhein-Westfalen: Hendrik Wüst | Rheinland-Pfalz: Gordon Schnieder | Saarland: Stephan Toscani | Sachsen: Michael Kretschmer | Sachsen-Anhalt: Sven Schulze | Schleswig-Holstein: Daniel Günther | Thüringen: Mario Voigt
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wegner, Kai |
| ALTERNATIVNAMEN | Wegner, Kai Peter (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (CDU) |
| GEBURTSDATUM | 15. September 1972 |
| GEBURTSORT | West-Berlin |
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