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Cancrinit

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Cancrinit
Datei:Cancrinite-Sodalite-Nepheline-222524.jpg
Cancrinit (gelb), Nephelin (weiß) und Biotit (schwarz) aus Dennis Hill, Litchfield, Kennebec County, Maine, USA
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

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Chemische Formel
  • (Na,Ca,☐)8(Al6Si6)O24(CO3,SO4)2·2H2O<ref name="IMA-Liste" />
  • Na6Ca2[(CO3)2|Al6Si6O24]·2H2O<ref name="Lapis" />
  • (Na,Ca,☐)8[(CO3,SO4)2|(AlSiO4)6]·2H2O<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Gerüstsilicate (Tektosilicate); Cancrinitgruppe
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VIII/F.05
VIII/J.09-010

9.FB.05
76.02.05.03
Ähnliche Minerale Sodalith, Leucit, Analcim, Nosean, Haüyn
Kristallographische Daten
Kristallsystem hexagonal
Kristallklasse; Symbol Vorlage:Kristallklasse
Raumgruppe Vorlage:Raumgruppe<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 12,59 Å; c = 5,12 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 1<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 5 bis 6<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,42 bis 2,51; berechnet: [2,49]<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit vollkommen nach {10Vorlage:Overline0}, undeutlich nach {0001}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bruch; Tenazität uneben; spröde<ref name="Handbookofmineralogy" />
Farbe farblos, weiß, hellblau bis hellgraublau, gelb, orange, rötlich<ref name="Handbookofmineralogy" />
Strichfarbe weiß<ref name="Handbookofmineralogy" />
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Glanz Fettglanz, Glasglanz, Perlglanz<ref name="Handbookofmineralogy" />
Kristalloptik
Brechungsindizes nω 1,507 bis 1,528<ref name="Mindat" />
nε 1,495 bis 1,503<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,012 bis 0,025<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter einachsig wechselnd
Weitere Eigenschaften
Chemisches Verhalten in warmer Salzsäure löslich

Cancrinit ist ein eher selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“. Es kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung (Na,Ca,☐)8[(CO3,SO4)2|(AlSiO4)6]·2H2O<ref name="StrunzNickel" /> und entwickelt prismatische Kristalle oder körnige, massige Aggregate in den Farben weiß, gelb, orange oder blau. Auch farblose Kristalle sind bekannt. Cancrinit zählt zu den Foiden.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde Cancrinit im Gebiet des Flusses Miass in der russischen Oblast Tscheljabinsk und beschrieben 1839 durch Gustav Rose, der das Mineral nach dem russischen Minister Georg Cancrin (1774–1845) benannte.<ref name="Rose">Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden. in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref>

Klassifikation[Bearbeiten]

Bereits in der mittlerweile veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Cancrinit zur Mineralklasse der „Silikate und Germanate“ und dort zur Abteilung der „Gerüstsilikate (Tektosilikate)“, wo er zusammen mit Afghanit, Davyn, Mikrosommit, Vishnevit und Wenkit die „Cancrinit-Reihe“ mit der System-Nr. VIII/F.05 bildete.

Im Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. VIII/J.09-10. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies ebenfalls der Abteilung „Gerüstsilikate“, wo Cancrinit zusammen mit Afghanit, Alloriit, Balliranoit, Biachellait, Bystrit, Carbobystrit, Cancrisilit, Davyn, Depmeierit, Fantappièit, Farneseit, Franzinit, Giuseppettit, Hydroxycancrinit, Kircherit, Kyanoxalith, Liottit, Marinellit, Mikrosommit, Pitiglianoit, Quadridavyn, Sacrofanit, Tounkit, Vishnevit und Wenkit die „Cancrinit-Gruppe“ bildet (Stand 2018).<ref name="Lapis" />

Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) bis 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Cancrinit in die bereits feiner unterteilte Abteilung der „Gerüstsilikate (Tektosilikate) ohne zeolithisches H2O“ ein. Diese ist zudem weiter unterteilt nach der möglichen Anwesenheit weiter Anionen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Gerüstsilikate (Tektosilikate) mit zusätzlichen Anionen“ zu finden ist, wo es ebenfalls als Namensgeber die „Cancrinitgruppe“ mit der System-Nr. 9.FB.05 und den weiteren Mitgliedern Afghanit, Alloriit, Balliranoit, Biachellait, Bystrit, Cancrisilit, Davyn, Fantappièit, Farneseit, Franzinit, Giuseppettit, Hydroxycancrinit, Kyanoxalith, Liottit, Marinellit, Mikrosommit, Pitiglianoit, Quadridavyn, Sacrofanit, Tounkit und Vishnevit bildet.

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Cancrinit in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung der „Gerüstsilikate: Al-Si-Gitter“ ein. Hier ist er ebenfalls als Namensgeber der „Cancrinitgruppe“ mit der System-Nr. 76.02.05 innerhalb der Unterabteilung „Gerüstsilikate: Al-Si-Gitter, Feldspatvertreter und verwandte Arten“ zu finden.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Ein früher Strukturvorschlag wurde 1930 von Linus Pauling veröffentlicht, wobei er die Vorlage:Raumgruppe vorschlug. Die japanischen Forscher Kozu und Takane beschrieben die Struktur in der Raumgruppe Vorlage:Raumgruppe und berichteten erstmals über ein eindimensionales Kanalsystem parallel zur kristallographischen c-Achse. Ihr Strukturvorschlag wies allerdings unrealistische Si-Si- und Si-Al-Abstände auf. Jarchow gelang 1962 die endgültige Strukturbestimmung in der Raumgruppe Vorlage:Raumgruppe.

Die Cancrinitstruktur kann als eine hexagonal dichteste Kugelpackung von Si-Al-Sechserringen in Richtung [0001] beschrieben werden. Dabei entstehen, bedingt durch die Stapelung, charakteristische Käfigstrukturen. In Abbildung 1 ist der Käfig gezeigt. Die Punkte entsprechen dabei den Positionen der Silicium- oder Aluminium-Atomen im Gerüst zwischen denen, ungefähr in der Mitte der Striche, sich die Sauerstoffatome befinden. Diese Käfige werden in der Zeolithchemie als Epsilonkäfige bezeichnet. Die räumliche Anordnung der Käfige, wie sie in Abbildung 2 gezeigt ist, führt zur Ausbildung eines eindimensionalen Kanalsystems in Richtung der kristallographischen c-Achse. Die Elemente Aluminium, Silicium und Sauerstoff bilden die Käfige des Gerüstes. Die Natrium-Kationen sind zum Teil in den Käfigen und zum Teil in den Kanälen lokalisiert. CO3-Anionen finden sich nur in den Kanälen.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Cancrinite kristallisieren, ähnlich wie Sodalithe, aus Magmen mittleren bis niedrigen SiO2-Gehalts und erscheinen hier neben weiteren Foiden.

Fundorte sind unter anderem Laacher See in Deutschland, Bancroft/Ontario und Québec in Kanada, Norwegen, Rumänien, Russische Föderation, sowie Litchfield/Maine in den USA.

Verwendung[Bearbeiten]

In der Wissenschaft dienen synthetische Cancrinite, deren Zusammensetzung oft von der des Minerals abweichen, als Modellsystem für Zeolithe. Der Epsilonkäfig des Cancrinits ist ein struktureller Baustein des Zeoliths L.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

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  • W. Maresch, O. Medenbach: Gesteine, Mosaik Verlag, ISBN 3-576-03413-7
  • Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Cancrinite – Sammlung von Bildern

Vorlage:Wikidata-Registrierung

  • Mineralienatlas: Cancrinit (Wiki)
  • David Barthelmy: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF); ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: [Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] (PDF; 1,9 MB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. IMA/CNMNC, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden., archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am 29. Juli 2024; (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. (PDF; 3,6 MB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) </ref> <ref name="Lapis"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Mindat"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Hudson Institute of Mineralogy; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) </ref> <ref name="StrunzNickel"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> </references>