Caroline Criado-Perez
Caroline Criado-Perez (* Juni 1984 in Brasilien)<ref name="Guardian">Simon Hattenstone: Interview Caroline Criado-Perez: ‚Twitter has enabled people to behave in a way they wouldn't face to face‘. In: The Guardian. 4. August 2013, abgerufen am 26. September 2019 (englisch).</ref> ist eine britische Journalistin, Autorin, Feministin, Aktivistin, die sich mit Themen der Geschlechtergerechtigkeit befasst. Sie ist Trägerin des britischen Ritterordens OBE. Bekannt wurde sie als Mitbegründerin der Website The Woman’s Room („Das Frauen-Zimmer“). Im Jahr 2013 initiierte sie eine erfolgreiche Kampagne gegen die Bank of England wegen der geplanten Abschaffung von Frauenabbildungen auf Geldscheinen. Dies führte zu anhaltenden Gewaltandrohungen gegen sie in den sozialen Medien.
Leben und Wirken[Bearbeiten]
Durch die Berufstätigkeit ihres argentinischen Vaters verbrachte Criado-Perez ihre Kindheit in Spanien, Portugal, Taiwan, Großbritannien und den Niederlanden und besuchte ab dem Alter von 11 Jahren eine Public School.<ref name="Guardian" /> Sie verließ mit 18 Jahren die Schule und wollte Opernsängerin werden.<ref name="LondonStudentPrize-2012">Gewinner-Eintrag: The London Library Student Prize 2012. In: The London Library Magazine. Nr. 3, 2012, S. 21/22, hier S. 22 (englisch; Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.PDF: 160 kB, 2 Seiten auf londonlibrarystudentprize.com ( vom 29. Oktober 2012 im Internet Archive)).</ref> Um ihre Ausbildung zu finanzieren, arbeitete sie im Digital Marketing,<ref name="eyeforpharma">Kolumne: Caroline Criado-Perez: ePharma Editor at eyeforpharma. In: eyeforpharma.com. Artikelübersicht, abgerufen am 26. September 2019 (englisch).</ref> entschied sich jedoch nach einigen Jahren, diesen Berufswunsch nicht weiterzuverfolgen und lernte abends für ihren A-Level englischer Literatur.<ref name="LondonStudentPrize-2012" /><ref name="driscoll">Brogan Driscoll: The Women's Room Co-Founder, Caroline Criado-Perez: On Female Experts, Feminism And Media. In: HuffingtonPost.co.uk. 21. Juni 2013, abgerufen am 26. September 2019 (englisch).</ref> Anschließend studierte sie am Keble College der University of Oxford Englisch und englische Literatur und erreichte ihren Abschluss im Alter von 25 Jahren. Beim London Library Student Writing Prize des Jahrgangs 2012 wurde sie mit einem der mit 1.000 Pfund dotierten zweiten Preise („runner-up“) ausgezeichnet.<ref name="LondonStudentPrize-2012" /><ref>London Library Student Prize: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.2012 Winner announced! ( vom 29. Juni 2013 im Webarchiv archive.today) In: londonlibrarystudentprize.com. 30. März 2012, abgerufen am 26. September 2019 (englisch).</ref><ref name="pressdocx">London Library Student Prize – Pressemitteilung: The London Library Student Prize 2012 - Winner Announced! 30. März 2012 (englisch; Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.DOCx-Datei: 70 kB, 3 Seiten auf londonlibrarystudentprize.com ( vom 13. April 2014 im Internet Archive)).</ref> Seitdem arbeitet sie als Redakteurin bei einem Informations- und Networking-Portal der Pharmabranche<ref name="eyeforpharma" /> und strebt einen Master in Gender Studies an der London School of Economics and Political Science an.<ref>Caroline Criado-Perez, interviewt von Jane C. Woods: Caroline Criado-Perez (WeekWoman) – Inspirational Woman. In: ChangingPeople.co.uk. 11. Februar 2013, abgerufen am 26. September 2019 (englisch).</ref> In ihrem Buch Invisible Women: Exposing Data Bias in a World Designed for Men beschäftigt sie sich mit dem Gender-Data-Gap, und bemängelt Verzerrungen gerade auch wissenschaftlicher Datenerhebungen, deren Wissenslücken die kontinuierliche und systematische Diskriminierung von Frauen bedingen und weiter verschärfen.
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Website „The Woman’s Room“[Bearbeiten]
Im November 2012 war Criado-Perez Mitbegründerin der Website The Woman’s Room,<ref name="TheWomensRoom">Selbstvorstellung: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.About Us. ( des Vorlage:IconExternal vom 12. Februar 2020 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: TheWomensRoom.co.uk. 2018, abgerufen am 26. September 2019 (englisch).</ref> deren Ziel es ist, Vorschläge für weibliche Fachleute zu sammeln und an Journalisten zu vermitteln, um den Anteil von Expertinnen in den Medien zu erhöhen.<ref name="driscoll" /><ref>Georg Szalai: U.K. Web Site to Help BBC Get More Female Experts on Air. In: The Hollywood Reporter. 5. November 2012, abgerufen am 26. September 2019 (englisch).</ref> Anlass war die Tatsache, dass die BBC in ihrem Radio 4-Programm an zwei aufeinander folgenden Tagen zu den Themen Verhütung von Teenagerschwangerschaften und Brustkrebs ausschließlich Männer als Experten eingeladen hatte, was in absurden Fragen gipfelte wie: „Wenn Sie eine Frau wären, würden Sie dann ohne zu zögern an einem Screeningprogramm teilnehmen?“<ref>Caroline Criado-Perez: Female experts for BBC interviews wanted: Your suggestions please. In: The Guardian. 5. November 2012, abgerufen am 26. September 2019 (englisch).</ref><ref name="TheWomensRoom" />
Kampagne gegen die Bank of England[Bearbeiten]
In einer weiteren Kampagne rief sie 2013 die Bank of England auf, die Entscheidung, ab April 2016 nur mehr Männer auf den Rückseiten der Banknoten abzubilden, rückgängig zu machen und historisch bedeutsame Frauen nicht zu entfernen.<ref>Caroline Criado-Perez: The women’s blog – Women on bank notes: is the Bank of England finally listening? In: The Guardian. 4. Juli 2013, abgerufen am 26. September 2019 (englisch).</ref> Vorausgegangen war der Wechsel von Elizabeth Fry zu Winston Churchill auf dem Fünf-Pfund-Schein.<ref>Kevin Peachey: Sir Winston Churchill to feature on new banknote. In: BBC News. 26. April 2013, abgerufen am 26. September 2019 (englisch).</ref> Nachdem dieser Aufruf 35.000 Unterstützer gefunden hatte, kündigte Mark Carney – von Juli 2013 bis März 2020 Präsident der Bank of England – an, die 10-Pfund-Note mit der Abbildung von Jane Austen gestalten zu lassen.<ref>Mark Carney to review female representation on bank note. In: BBC News. 3. Juli 2013, abgerufen am 28. Juli 2013 (englisch).</ref><ref>Vanessa Thorpe: What now for Britain's new-wave feminists – after page 3 and £10 notes?, The Guardian vom 27. Juli 2013, abgerufen am 28. Juli 2013 (englisch).</ref> Sie wurde am 200. Todestag in Umlauf gebracht.<ref>Jane Austen is now on Britain's 10 pound note. In: ABC News. 14. September 2017 (net.au [abgerufen am 22. März 2022]).</ref>
Gewaltandrohungen auf Online-Medien[Bearbeiten]
Die erfolgreiche Kampagne gegen die Abschaffung von Frauenabbildungen auf Banknoten führte zu zahlreichen Drohungen gegen Criado-Perez auf Online-Medien wie Twitter bis hin zu Ankündigungen von Vergewaltigung. Ein 21-jähriger Mann wurde festgenommen,<ref>Meldung: Caroline Criado-Perez Twitter abuse case leads to arrest. In: BBC News. 28. Juli 2013, abgerufen am 29. Juli 2013 (englisch).</ref><ref>Meldung: Großbritannien: Polizei nimmt Mann nach Drohungen auf Twitter fest. In: Spiegel Online. 29. Juli 2013, abgerufen am 30. Juli 2013.</ref> zwei Tage später wurde ein weiterer Mann festgenommen.<ref>Meldung: Man Arrested In Twitter Abuse Campaign Probe. In: HuffingtonPost.co.uk. 30. Juli 2013, abgerufen am 1. August 2013 (englisch).</ref><ref>Laura Smith-Spark: Calls for action as female journalists get bomb threats on Twitter. cnn.com vom 1. August 2013, abgerufen am 1. August 2013.</ref> Weil Twitter dies nicht rechtzeitig unterbunden habe und über 12 Stunden lang derartige Postings möglich waren, wurde zum Boykott des Mikroblogging-Dienstes aufgerufen, bis eine Möglichkeit zum Melden eines solchen Missbrauchs für alle Betriebssysteme und Plattformen eingerichtet sei. Eine entsprechende Online-Petition fand innerhalb eines Tages 15.000 Unterstützer.<ref>Redaktionelle Meldung: Sexismus: Trolle stürzen sich auf neue 10-Pfund-Banknote. In: derStandard.at. 28. Juli 2013, abgerufen am 26. September 2019.</ref><ref>Jessica Elgot: Twitter Rape Abuse Of Caroline Criado-Perez Leads To Boycott Threat. In: HuffingtonPost.co.uk. 27. Juli 2013, abgerufen am 28. Juli 2013 (englisch).</ref><ref>Alex Wellman: Woman who campaigned for Jane Austen to become face of £10 note bombarded with rape threats, Daily Mirror vom 27. Juli 2013, abgerufen am 28. Juli 2013 (englisch).</ref> Der britische Twitter-Chef Tony Wang kündigte daraufhin an, man prüfe die Einführung eines Buttons, um solchen Missbrauch zu melden.<ref>Lena Jakat: Wie zehn Pfund auf Twitter Hass schüren. In: Süddeutsche.de. 28. Juli 2013, abgerufen am 29. Juli 2013.</ref> Auch in der weiteren Folge wurden Todes- und Gewaltdrohungen ausgesprochen sowie Bombenanschläge angekündigt, unter anderem gegen das Parlamentsmitglied Stella Creasy und die Journalistinnen India Knight und Laurie Penny.<ref>Erneute Gewaltdrohungen gegen Frauen auf Twitter. In: derStandard.at. 6. August 2013.</ref><ref>Ben Quinn: Twitter bomb threats made against more women in public eye. In: The Guardian. 5. August 2013, abgerufen am 26. September 2019 (englisch).</ref>
Im Januar 2014 wurden ein Mann und eine Frau, die über Twitter Drohungen gegen Criado-Perez ausgesprochen hatten, zu mehrwöchigen Haftstrafen sowie zu jeweils 800 Pfund Schadenersatz verurteilt.<ref>Meldung: Hass-Tweets gegen Aktivistin: Briten zu Haftstrafen verurteilt. In: Süddeutsche.de. 26. Januar 2014, abgerufen am 26. September 2019.</ref>
Auszeichnungen[Bearbeiten]
- 2012: London Library Student Writing Prize („runner-up“)<ref name="LondonStudentPrize-2012" />
- 2015: Britischer Ritterorden der Stufe Officer of the Order of the British Empire für ihre Verdienste beim Eintreten für Gleichberechtigung und Diversität in den Medien<ref>Prime Minister’s Recommendations For The Birthday Honours List 2015. (PDF) Britische Regierung, abgerufen am 12. Februar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2019: Royal Society Science Book Prize für ihr Buch Invisible Women: Exposing Data Bias in a World Designed for Men (Deutsch: Unsichtbare Frauen: Wie eine von Männern gemachte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert)<ref>Meldung: Buch über Gender-Gap gewinnt renommierten Wissenschaftspreis. In: ORF.at. 24. September 2019, abgerufen am 26. September 2019.</ref><ref>2019 Royal Society Insight Investment Science Book Prize. Royal Society, abgerufen am 4. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2019: Business Book of the Year 2019 Award der Financial Times
- 2020: NDR Kultur Sachbuchpreis für Unsichtbare Frauen. Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert
- 2020: Finnischer HÄN-Preis für die Förderung der Gleichstellung<ref name=":0">About | Caroline Criado Perez. Abgerufen am 22. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2021: Ehrendoktorwürde der Universität von Lincoln<ref name=":0" />
Schriften[Bearbeiten]
- 2015: Do It Like a Woman. Portobello Books, London, ISBN 978-1-84627-579-1 (englisch).
- 2019: Invisible Women: Exposing Data Bias in a World Designed for Men. London, ISBN 978-1-78470-628-9
- deutsche Übersetzung: Unsichtbare Frauen: Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert btb, München 2020, aus dem Englischen von Stephanie Singh, ISBN 978-3-442-71887-0.
Weblinks[Bearbeiten]
- Offizielle Website (englisch).
- Vorlage:IMDb/1.
- Mitbegründerin der Plattform The Women’s Room (englisch).
- Anna Schughart: Zum Weltfrauentag: Es gibt zu wenig Daten über Frauen. In: RedaktionsNetzwerk Deutschland. 8. März 2020.
- Kristina Appel: Gender Data Gap: Wieso unsere Welt von Männern gemacht ist. In: Emotion.de. 12. Februar 2020.
- Audio von Roman Mars mit Caroline Criado-Perez: Invisible Women, Episode 363 auf 99 % Invisible, 23. Juli 2019 (27:08 Minuten, englisch).
- Katharina Langbehn: Stummer Aufschrei: Twitter-Nutzer bedrohen Feministin. In: Tagesspiegel.de. 6. August 2013.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Criado-Perez, Caroline |
| KURZBESCHREIBUNG | britische Journalistin, Buchautorin und Feministin |
| GEBURTSDATUM | Juni 1984 |
| GEBURTSORT | Brasilien |
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- Sachliteratur
- Aktivist
- Person (Feminismus)
- Officer des Order of the British Empire
- 100 Women (BBC)
- Brite
- Geboren 1984
- Frau