Zum Inhalt springen

Cominvest

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Cominvest Logo.svg
Logo

Cominvest war 2002 bis 2010 eine Kapitalanlagegesellschaft und ursprünglich eine Tochtergesellschaft der Commerzbank, dann der Allianz. Danach erfolgte eine Weiternutzung der Marke, heute für einen Robo-Advisor der Commerzbank.<ref name=":3">Automatisierte Geldanlage: Comdirect startet Robo-Advisor. ARD, 18. Mai 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 31. August 2017; abgerufen am 29. April 2024.</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

1949 gründeten vier Banken die ADIG Allgemeine Deutsche Investment-Gesellschaft.<ref name=":6">Ralf Kolbe: Am Ende bleibt vielleicht der Name. In: Financial Times Deutschland. 13. Dezember 2002.</ref> Sie legte ein Jahr später mit Fondra (Fonds für Renten und Aktien) und Fondak (Fonds für deutsche Aktien) die ersten deutschen Investmentfonds auf.<ref>Johannes Scherer: 50 Jahre und einige Tausend Prozent. In: Börse Online. 18. November 1999.</ref><ref>Ein Fonds fürs Geschichtsbuch. In: Börsen-Zeitung. 31. Oktober 2002, S. 8.</ref> 1951 beteiligte sich auch die Commerzbank am Unternehmen,<ref>Commerzbank 1870–2010: Eine Zeitreise. Eugen-Gutmann-Gesellschaft, Dresden 2010, ISBN 978-3-9812511-4-2, S. 88 (eugen-gutmann-gesellschaft.de [PDF; abgerufen am 25. August 2017]).</ref> das sich zu einem Vorreiter der Branche entwickelte.<ref></ref><ref>Simon Gonser: Der Kapitalismus entdeckt das Volk. Wie die deutschen Großbanken in den 1950er und 1960er Jahren zu ihrer privaten Kundschaft kamen. Walter de Gruyter, 2014, ISBN 978-3-486-99056-0, S. 74.</ref>

Entstehung von Cominvest[Bearbeiten]

1999 wurde die ADIG schließlich komplett von der Commerzbank übernommen.<ref>ADIG geht an die Commerzbank. In: Handelsblatt. 23. Februar 1999, S. 16.</ref> Diese führte die ADIG mit der hauseigenen Kapitalanlagegesellschaft CommerzInvest und den Finanzanalysten der Commerz Asset Managers zusammen.<ref>ADIG verschmilzt mit CommerzInvest. In: Börsen-Zeitung. 9. April 2002, S. 17.</ref> Hierdurch entstand eine neue Tochtergesellschaft namens Cominvest.<ref name=":4">Cominvest geht an den Start. In: Börsen-Zeitung. 1. Oktober 2002, S. 17.</ref> ADIG wurde zunächst als Marke für den Vertrieb von Publikumsfonds weiter genutzt.<ref name=":6" />

Das Angebot von Cominvest richtete sich von Anfang an sowohl an Privatanleger als auch an institutionelle Kunden.<ref>Nicole Walter: Cominvest geht in die Offensive. In: Handelsblatt. 18. November 2002, S. 28.</ref> Nach dem Platzen der Dotcom-Blase konzentrierte sich Cominvest ab 2003 in erster Linie auf Anlagen im europäischen Raum.<ref>Claudia Wanner: Cominvest konzentriert sich auf Europa. In: Financial Times Deutschland. 4. November 2003, S. 20.</ref> Aufgrund stagnierender Geschäfte musste das Unternehmen mehrere Fonds schließen und gab als Konsequenz die Marke ADIG vollständig auf,<ref name=":1">Reinhard Hönighaus: Cominvest zieht Konsequenzen aus Vertriebsschwäche. In: Financial Times Deutschland. 4. März 2005, S. 20.</ref><ref>Reinhard Hönighaus: Cominvest gibt Marke ADIG auf. In: Financial Times Deutschland. 24. Mai 2006, S. 19.</ref> wodurch Cominvest 2006 zu einer wichtigen Marke für Investmentfonds der Commerzbank avancierte.<ref>Wolf Brandes: Fondsname ADIG wird gestrichen. Die Cominvest verzichtet auf den Traditionsnamen. In: Börse Online. 1. Juni 2006, S. 45.</ref><ref>Ingo Narat, Anke Rezmer: Nach schweren Jahren: Cominvest am Wendepunkt. In: Handelsblatt online. 30. August 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. November 2017; abgerufen am 25. August 2017.</ref> Es wurde in den Ausbau des Vertriebsnetzes und die Entwicklung neuer Produkte investiert, darunter beispielsweise der Aktienfonds Fondak für Europa.<ref>Cominvest mit neuem Fondak. In: Euro am Sonntag. 3. September 2006, S. 40.</ref> Das verwaltete Vermögen des Unternehmens verdoppelte sich in den folgenden Jahren nahezu.<ref>Karsten Seibel: Fondsmarke ADIG verschwindet vom Markt. In: Die Welt. 24. Mai 2006, S. 17.</ref>

Cominvest unter Allianz und Ebase[Bearbeiten]

2009 wurde Cominvest an die Allianz verkauft. Dieser Schritt war Teil der Vereinbarung zur Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank.<ref>Karsten Seibel: Fondsgesellschaft Cominvest jetzt unter dem Dach der Allianz. In: Die Welt. 14. Januar 2009, S. 19.</ref><ref>Cominvest landet bei Allianz. In: Börsen-Zeitung. 14. Januar 2009, S. 3.</ref> Bei der Allianz kam Cominvest unter das Dach von Allianz Global Investors (AGI).<ref>Elisabeth Atzler: Allianz beerdigt Marke Cominvest. In: Financial Times Deutschland. 11. März 2009, S. 19.</ref> Daraufhin mussten zahlreiche Cominvest-Mitarbeiter das Unternehmen verlassen,<ref>Elisabeth Atzler: Willkommen und auf Wiedersehen. In: Financial Times Deutschland. 8. Juli 2009, S. 16.</ref> diverse Fonds wurden geschlossen.<ref>AGI schließt mehr als 100 Fonds. In: Handelsblatt. 11. März 2009, S. 25.</ref> Nach der Löschung von Cominvest aus dem Handelsregister gab AGI die Marke im Jahr 2010 endgültig auf.<ref>Frank Milewski: AGI und Cominvest schließen Fusion ab. In: cash-online.de. Cash. Media Group, 23. Juni 2010, abgerufen am 19. März 2025.</ref><ref name=":2">Wolf Brandes: Die Marke Cominvest spielt keine Rolle mehr. In: Financial Times Deutschland. 16. November 2009, S. 22.</ref>

Nachnutzung der Marke[Bearbeiten]

Von 2011 bis 2016 nutzte die European Bank for Financial Services (Ebase) die Marke Cominvest für ihre Fondsplattform,<ref name=":0">Katharina Schneider: Robo-Advisor: Comdirect startet digitalen Anlage-Service. In: Handelsblatt online. 18. Mai 2017, abgerufen am 25. August 2017.</ref> die heute Finvesto heißt.<ref>Fondsplattform: Cominvest wird als „Finvesto“ weiterentwickelt. In: Das Investment. 19. August 2016, abgerufen am 25. August 2017.</ref>

Anfang 2017 führte Comdirect unter dem Namen Cominvest einen digitalen Anlageservice ein, der insbesondere Privatanleger bei Investitionen in Wertpapiere unterstützen soll.<ref name=":5">Comdirect startet Robo-Advisor. In: Börsen-Zeitung. 20. Mai 2017, S. 2.</ref><ref>Michael Reidel: Mal alles anders machen. In: Horizont. 24. Mai 2017, S. 6.</ref> Das Angebot erhielt überregionale Beachtung, weil damit nach etlichen Startups in der Finanzbranche erstmals eine etablierte Bank ein derartiges Produkt lancierte.<ref>Thomas Baumgartner: Wenn der Roboter das Geld vermehrt. In: Frankfurter Neue Presse. 18. Mai 2017, S. 5.</ref><ref>Björn Godenrath: „Wir bieten aktuell den umfänglichsten Ansatz“. In: Börsen-Zeitung. 5. Juli 2017, S. 2.</ref> Ende September 2017 verwaltete Cominvest bereits ein Vermögen in Höhe von über 150 Millionen Euro.<ref>Björn Godenrath: „Cominvest-Angebot wird goutiert“. In: Börsen-Zeitung. 2. August 2017, S. 3.</ref><ref>Comdirect gelingt Blitzstart mit Robo-Angebot. In: Fond professionell. 2. November 2017, abgerufen am 6. November 2017.</ref> Zudem kündigte die Commerzbank Pläne für die Einführung von Cominvest an.<ref>Dennis Kremer, Georg Meck: „Strafzins? Nicht mit uns“. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 10. September 2017, S. 33.</ref><ref>Commerzbank erntet „Flat Fee“-Erfolge. In: Fonds professionell. 17. September 2017, abgerufen am 6. November 2017.</ref><ref>Bernd Neubacher: Commerzbank plant digitales Assetmanagement. In: Börsen-Zeitung. 22. August 2017, S. 2.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />