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Corporate Sector Purchase Programme

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Als Corporate Sector Purchase Programme (CSPP; dt. Programm zum Ankauf von Wertpapieren des Unternehmenssektors)<ref>Programm zum Ankauf von Wertpapieren des Unternehmenssektors (CSPP). Deutsche Bundesbank, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. August 2016; abgerufen am 24. August 2016 (Glossar).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundesbank.de</ref> bezeichnet die Europäische Zentralbank (EZB) ein von ihr angewandtes Instrument, unter dem das Eurosystem Ankäufe von Unternehmensanleihen des Euro-Währungsgebietes durchführt. Das Programm wurde im März 2016 angekündigt<ref name="EZB_Maerz_2016">EZB erweitert das Programm zum Ankauf von Vermögenswerten (APP) um ein Programm zum Ankauf von Wertpapieren des Unternehmenssektors (CSPP) und gibt Änderungen des APP bekannt. (PDF; 49 KB) Europäische Zentralbank, 10. März 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. August 2016; abgerufen am 24. August 2016 (Pressemitteilung, übersetzt von der Deutschen Bundesbank).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundesbank.de</ref> und startete am 8. Juni 2016.<ref>Nicolai Kwasniewski: EZB-Programm für Unternehmensanleihen: Draghis Milliardenspritze für die Mächtigen. Europäische Zentralbank startet mit Kauf von Unternehmensanleihen. In: Spiegel Online. 8. Juni 2016, abgerufen am 23. August 2016.</ref> Kritiker befürchten, das Programm gefährde die ökonomische Ordnung in der EU.<ref name="WELT_WO_Spiel">Anja Ettel, Holger Zschäpitz: Jetzt setzt die EZB Europas Wirtschaftsordnung aufs Spiel. In: Die Welt. 2. Juni 2016, abgerufen am 2. Juni 2016</ref> Seit der Ankündigung des CSPP erreichten Anleihe-Emissionen europäischer Unternehmen Rekordwerte.<ref name="WELT_WO_Spiel" /><ref>Orcun Kaya, Johannes Petry: EZB-Kaufprogramm für Unternehmensanleihen: Weitere Verzerrungen. DB Research, 23. Juni 2016, abgerufen am 24. August 2016.</ref>

Entwicklung und Umsetzung[Bearbeiten]

EZB-Präsident Mario Draghi kündigte am 26. Juli 2012 an, die EZB werde „innerhalb ihres Mandates alles Erforderliche tun, um den Euro zu erhalten“. Dies wurde allgemein als Andeutung einer Wiederaufnahme von Staatsanleihenkäufen gewertet.<ref>Vgl. etwa Matthias Benz: Der EZB-Präsident deutet Intervention an. In: Neue Zürcher Zeitung. Nr. 173, 27. Juli 2012, S. 1.</ref>

Das CSPP ergänzt im Rahmen des erweiterten Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (expanded asset purchase programme, EAPP) die bisher von der EZB beschlossenen EAPP-Programme: Das Programm zum Ankauf gedeckter Schuldverschreibungen, den Kauf von forderungsbesicherten Wertpapieren (ABSPP) und den Kauf von Staatsanleihen (PSPP). EAPP ist unabhängig von dem ebenfalls beschlossenen Outright-Monetary-Transactions-Programm (OMT). Während OMTs dazu dienen sollen, bei Bedarf auf eine verbesserte geldpolitische Stabilität in einzelnen, von akuten Problemen betroffenen Staaten hinzuwirken, zielt das erweiterte Ankaufprogramm darauf, durch kontinuierliche Ankäufe von Euro-Wertpapieren einer Deflation entgegenzuwirken. Insbesondere bewirkt das Programm aus Sicht der EZB eine zusätzliche geldpolitische Lockerung, und es werde „zu einer Rückkehr zu Inflationsraten von mittelfristig unter, aber nahe 2 % beitragen.“<ref name="EZB_Maerz_2016" />

Das Corporate Sector Purchase Programme wird von sechs nationalen Notenbanken ausgeführt: Die Deutsche Bundesbank, die Banque de France, die Banca d’Italia und die Bank von Spanien kaufen Anleihen aus ihrem jeweiligen Heimatland, während die Belgische Nationalbank und die Suomen Pankki die Käufe für die übrigen Euro-Staaten übernehmen. Ein Sonderfall sind Anleihen aus den Niederlanden, weil dort viele Finanzierungs-Tochterunternehmen aus dem Ausland ansässig sind (zum Beispiel die der Schaeffler-Gruppe). Sofern es sich um Unternehmen mit Stammsitz in Deutschland, Spanien oder Italien handelt, übernehmen die nationalen Notenbanken auch die Käufe der niederländischen Anleihen; ansonsten ist die Belgische Nationalbank zuständig.<ref>More details on the Eurosystem’s corporate sector purchase programme (CSPP) – Questions & answers, EZB.</ref>

Im Juni 2019 hatte die EZB aus dem CSPP etwa 177,8 Milliarden Euro an Anleihen in ihrem Bestand.<ref>"Europe's corporate bond market soars on ECB re-entry bets" reuters.com vom 21. Juni 2019</ref>

Im April 2020 galt für angekaufte Papiere der EZB im Rahmen des CSPP, dass sie eine Einstufung des Ausfallrisikos von BBB- oder besser haben mussten. Es sei jedoch nicht ausgeschlossen, dass man die Kriterien künftig ändern werde.<ref>Tasos Vossos: "Junk Bonds Stay Out of ECB QE Scope After Collateral Rule Change" bloomberg.com vom 23. April 2020</ref>

Ab April 2020 wurde zusätzlich zum CSPP zur Bekämpfung der Folgen der COVID-19-Pandemie das Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) eingeführt.<ref>"Pandemic emergency purchase programme (PEPP) Questions & Answers" EZB vom 2. April 2020</ref>

Kritik am Corporate Sector Purchase Programme[Bearbeiten]

Vor dem Start des Programms gab Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank und bekannter Kritiker der expansiven Geldpolitik der EZB, zu bedenken: „Es stellen sich bei diesem Programm schwierige Abgrenzungsfragen, und es wird tiefer in die Finanzierungsstrukturen der Wirtschaft eingegriffen als mit der konventionellen Geldpolitik.“<ref name="WELT_CSPP-Kritik-Weidmann-Konzerne">Anja Ettel, Holger Zschäpitz: Schicksalstag für Europa. In: Die Welt. 19. Mai 2016, abgerufen am 26. August 2016.</ref>

Der „Chefökonom“ eines US-amerikanischen Analystenhauses sah das Risiko, dass an den Käufen beteiligte Parteien durch Insidergeschäfte ökonomische Vorteile herausschlagen könnten.<ref name="WELT_WO_Spiel" />

Die Welt befürchtete einen Vorteil für französische und einen Nachteil für italienische Unternehmen, da letztere sich nur wenig über den Kapitalmarkt verschuldeten, während ein Drittel aller für die EZB-Käufe verfügbaren Titel französischen Ursprung seien.<ref name="WELT_WO_Spiel" />

Ein Anleihenexperte der Commerzbank befürchtete, dass die EZB mit dem Kaufprogramm eine ohnehin schon geringe Liquidität auf dem Markt für Unternehmensanleihen reduziere und private Investoren verdränge.<ref>Michael Rasch: Nebenwirkungen der Käufe von Unternehmensanleihen: Die EZB verdrängt private Investoren. In: Neue Zürcher Zeitung. 19. Juli 2016, abgerufen am 27. August 2016.</ref> Das Geschäft der Commerzbank leidet unter den niedrigen Zinsen, die durch die EZB-Anleihenkäufen hervorgerufen werden.<ref> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Zwischenbericht zum 30. Juni 2016 (Memento vom 27. August 2016 im Internet Archive) der Commerzbank AG.</ref>

Laut NZZ würden kleine und mittlere Firmen durch das Kaufprogramm benachteiligt, da das Programm primär große Konzerne mit direktem Zugang zum Kapitalmarkt begünstige.<ref>Michael Rasch: Unternehmens-Obligationen: EZB kauft in grossem Stil negativ rentierende Anleihen. In: Neue Zürcher Zeitung. 4. August 2016, abgerufen am 23. August 2016.</ref>

Manche Manager von Großunternehmen, deren Anleihen die EZB ankaufen kann,<ref>Eligible assets: Download area. Europäische Zentralbank, abgerufen am 26. August 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), täglich aktualisierte Liste von Anleihen, die die EZB ankauft).</ref> äußerten sich kritisch.<ref name="WELT_CSPP-Kritik-Weidmann-Konzerne" /> Der Vorstandsvorsitzende des DAX-Unternehmens E.ON, Johannes Teyssen, hielt das Ankaufprogramm für überflüssig.<ref>Eon-Chef kritisiert EZB-Geldpolitik: 'Braucht kein Mensch'. In: wallstreet:online. 10. August 2016, abgerufen am 26. August 2016.</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

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