Zum Inhalt springen

Cyphostemma

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Seite Vorlage:Taxobox/styles.css hat keinen Inhalt.

Cyphostemma

Cyphostemma cirrhosum

Systematik
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Ordnung: Weinrebenartige (Vitales)
Familie: Weinrebengewächse (Vitaceae)
Unterfamilie: Vitoideae
Gattung: Cyphostemma
Wissenschaftlicher Name
Cyphostemma
(Planch.) Alston

Cyphostemma ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Weinrebengewächse (Vitaceae). Die etwa 250 Arten kommen hauptsächlich in Afrika und Madagaskar vor.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Cissus adenopodus 135-8278.jpg
Illustration aus Curtis's Botanical Magazine, London., Volume 135. 1909, Tafel 8278 von Cissus adenopodus
Datei:Cyphostemma juttae 6.jpg
Ausschnitt eines Blütenstandes mit vierzähligen Blüten von Cyphostemma juttae
Datei:Cyphostemma bainesii 003.JPG
Reife Früchte von Cyphostemma bainesii

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Bei Cyphostemma-Arten handelt es sich um kriechende, selbständig aufrechte oder kletternde, ausdauernde krautige Pflanzen oder um wenig bis stärker verholzende Pflanzen, die selbständig aufrecht als Sträucher oder kletternd als Lianen wachsen. Manche Arten sind mehr oder weniger stark sukkulent (beispielsweise Cyphostemma elephantopus, Cyphostemma juttae). Sie können immergrün oder laubabwerfend sein. Wenn Sprossranken vorhanden sind, dann stehen sie gegenüber den Laubblättern.<ref name="FZ" />

Die wechselständig an der Sprossachse angeordneten Laubblätter sind meist in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Je nach Art ist die Blattspreite selten einfach oder meist handförmig drei- bis neunzählig geteilt. Die Blattränder sind glatt, gelappt oder gezähnt. Nebenblätter sind vorhanden.<ref name="FZ" />

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Bei Cyphostemma-Arten sind die Blüten zwittrig;<ref name="Trias-Blasi2012" /> bei vielen Gattungen der Unterfamilie Vitoideae sind sie überwiegend eingeschlechtig. Die seitenständigen,<ref name="Trias-Blasi2012" /> doldigen bis doldenrispigen Blütenstände enthalten einige bis viele Blüten. Es sind Trag- und Deckblätter sowie Blütenstiele vorhanden. Die Blütenknospen sind mehr oder weniger zylindrisch oder flaschenförmig mit gerundetem oberen Ende, das oft mehr oder weniger aufgeblasen und an beziehungsweise nahe der Mitte mehr oder weniger eingeschnürt ist.<ref name="FZ" />

Die relativ kleinen Blüten sind vierzählig und radiärsymmetrisch mit doppelter Blütenhülle. Die vier Kelchblätter sind auf mehr oder weniger ihrer gesamten Länge verwachsen und es sind nicht immer vier Kelchzähne erkennbar. Die vier freien, flaumig oder drüsig behaarten Kronblätter sind am oberen Ende kapuzenförmig, krümmen sich nach der Anthese nach unten und fallen sehr früh ab. Der mit dem Fruchtknoten verwachsene Diskus besteht aus vier sehr fleischigen, gestutzten oder konischen Nektardrüsen, die untereinander nicht verwachsen sind. Es ist nur der innere Staubblattkreis mit vier fertilen, freien Staubblätter vorhanden. Die Staubfäden sind mehr oder weniger gerade. Die zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, zweikammerigen Fruchtknoten verwachsen. Die einfachen, pfriemförmigen Griffel enden in einer relativ kleinen, fast einfacher kopfiger bis winzig zweiteiliger Narbe.<ref name="FZ" />

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die fleischigen Beeren enthalten meist nur einen Samen. Die Samen besitzen am oberen Ende einen oder einige Kämme und sind oft mehr oder weniger runzelig.<ref name="FZ" />

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Erstbeschreibung erfolgte 1887 im Rang einer Sektion Cissus sect. Cyphostemma Planch. der Gattung Cissus durch Jules Émile Planchon in Alphonse Louis Pierre Pyramus de Candolle und Anne Casimir Pyramus de Candolle: Monographiae Phanerogamarum, Band 5, S. 472<ref name="biodiversitylibrary" />; dort „Cyphostomma“ geschrieben. Der Rang einer Gattung Tetrastigma wurde 1931 durch Arthur Hugh Garfit Alston in A Hand-book to the Flora of Ceylon, Volume 6, S. 53 veröffentlicht.<ref name="tropicos" /><ref name="GRIN" /> Der Gattungsname Cyphostemma leitet sich von den griechischen Wörtern kyphos für Höcker und stemma für Kranz ab.

Die Gattung Cyphostemma gehört zur Unterfamilie Vitoideae innerhalb der Familie der Vitaceae.<ref name="GRIN" />

Das weite natürliche Verbreitungsgebiet der Gattung Cyphostemma umfasst hauptsächlich Afrika und Madagaskar. 23 Arten sind nur in Madagaskar beheimatet.<ref name="FoM" /> Nur wenige Arten reichen ostwärts bis Thailand.<ref name="Trias-Blasi2012" />

Es gibt etwa 250 Cyphostemma-Arten:<ref name="APD" /><ref name="MC" /><ref name="FoM" /><ref name="FoZ" />

Datei:Cyphostemma currorii (3).JPG
Die sukkulente Art Cyphostemma currorii im August ohne Laubblätter am Naturstandort in Spitzkoppe, Namibia
Datei:Cyphostemma elephantopus 2.JPG
Die sukkulente Art Cyphostemma elephantopus
Datei:Vitaceae Cyphostemma juttae.jpg
Die sukkulente Art Cyphostemma juttae
Datei:Cyphostemma laza-IMG 0237.jpg
Die sukkulente Art Cyphostemma laza

Gefährdung[Bearbeiten]

Cyphostemma juttae und Cyphostemma bainesii werden in der Roten Liste der gefährdeten Arten der IUCN als „least concern“ = „nicht gefährdet“ bewertet. Die Bestände beider Arten, die nur in Namibia vorkommen, sind durch Aufsammeln gefährdet.<ref name="IUCN" /> Die meisten in Südafrika vorkommen Arten sind in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas aufgeführt.<ref name="redlistSA" />

Nutzung[Bearbeiten]

Wenige Cyphostemma-Arten werden (Beispiel Cyphostemma juttae) als Zierpflanzen in Parks und Gärten<ref name="Botanica" /> sowie in Räumen verwendet.

Von Cyphostemma adenocaule werden Blätter und Früchte roh oder gegart gegessen. Cyphostemma adenocaule wird im Verbreitungsgebiet in der Volksmedizin verwendet.<ref name="Grubben2004" />

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="FZ"> H. Wild & R. B. Drummond: Cyphostemma - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora Zambesiaca, Volume 2 - Vitaceae, 1966. </ref> <ref name="MC"> Cyphostemma bei Madagascar Catalogue. </ref> <ref name="FoZ"> Cyphostemma bei Flora of Zimbabwe. </ref> <ref name="FoM"> Cyphostemma bei Flora of Mozambique. </ref> <ref name="Trias-Blasi2012"> Anna Trias-Blasi, John A. N. Parnell & Trevor R. Hodkinson: Multi-gene Region Phylogenetic Analysis of the Grape Family (Vitaceae), In: Systematic Botany, Volume 37, Issue 4, 2012, S. 941–950. doi:10.1600/036364412X656437 </ref> <ref name="tropicos"> Cissus sect. Cyphostemma bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="biodiversitylibrary"> Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="Botanica"> Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5, Cyphostemma darin Seite 281–282 </ref> <ref name="Grubben2004"> Gerardus J. H. Grubben (Hrsg.): Vegetables in Plant resources of tropical Africa, Band 2, PROTA-Verlag, 2004. ISBN 978-90-5782-147-9: Google-Books-online., Cyphostemma-Arten darin Seite 279–280 </ref> <ref name="APD"> Eintrag bei African Plant Database von CJB. </ref> <ref name="IUCN"> Suche nach „Cyphostemma“ in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN. </ref> <ref name="redlistSA"> D. Raimondo, L. von Staden, W. Foden, J. E. Victor, N. A. Helme, R. C. Turner, D. A. Kamundi & P. A. Manyama, 2009: Eintrag bei der Red List of South African Plants des South African National Biodiversity Institute = SANBI. zuletzt abgerufen am 7. Juli 2013 </ref> </references>

Weblinks und ergänzende Literatur[Bearbeiten]

Commons: Cyphostemma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Maurizio Rossettoac, Betsy R. Jackesb, Kirsten D. Scotta & Robert J. Henry: Is the genus Cissus (Vitaceae) monophyletic? Evidence from plastid and nuclear ribosomal DNA, In: Systematic Botany, 27, Issue 3, 2002, S. 522–533. online.