Zum Inhalt springen

Dalbergien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Seite Vorlage:Taxobox/styles.css hat keinen Inhalt.

Dalbergien
Datei:Gardenology.org-IMG 7073 qsbg11mar.jpg

Dalbergia floribunda

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Dalbergieae
Gattung: Dalbergien
Wissenschaftlicher Name
Dalbergia
L. f.

Die Dalbergia, eingedeutscht auch Dalbergien oder Palisanderhölzer genannt, sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Die 100 bis 300 Arten sind in der Neotropis und tropischen sowie subtropischen Gebieten Afrikas und Asiens verbreitet. Seit Januar 2017 unterliegt die gesamte Gattung dem Washingtoner Artenschutzabkommen. Der Gattungsname ehrt den schwedischen Militärangehörigen bei der holländischen Westindien-Kompanie in Surinam Carl Gustav Dahlberg (1721–1781).<ref name="Burkhardt2018" />

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Dalbergia sissoo Bra24.png
Illustration von Dalbergia sissoo
Datei:Dalbergia brasiliensis inflor Taub45C.png
Illustration: Aufbau des Blütenstandes von Dalbergia brasiliensis

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Dalbergia-Arten sind verholzende Pflanzen, die als kleine bis mittelgroße Bäume, Sträucher oder Lianen wachsen.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die Blattspreite ist unpaarig oder paarig bis „falsch unpaarig“ gefiedert. Die Fiederblätter sind an der Blattrhachis meist wechselständig, selten gegenständig angeordnet. Es sind meist früh abfallende Nebenblätter vorhanden.<ref name="FoC" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Es werden end- oder seitenständige traubige oder rispige Blütenstände gebildet. Die Hochblätter sind nur klein.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchblätter sind zu einem glockenförmigen Kelch verwachsen, mit unterschiedlichen Kelchzähnen. Die grünlich, weißlich bis purpurnen Kronblätter haben den typischen Aufbau der Schmetterlingsblütler. Es sind neun bis zehn Staubblätter, die untereinander unterschiedlich verwachsen sind, vorhanden, meist mona- oder diadelphisch.

Die dünnen, flachen und papierigen bis ledrigen Hülsenfrüchte enthalten ein bis vier Samen, sie öffnen sich nicht. Die abgeflachten Samen sind oft nierenförmig.

Ökologie[Bearbeiten]

Als Diasporen dienen die sich nicht öffnenden Hülsenfrüchte, die vom Wind ausgebreitet werden.

Die Laubblätter einiger Dalbergia-Arten dienen den Raupen einiger Schmetterlingsarten als Nahrung; die Art Bucculatrix mendax frisst ausschließlich Blätter der Art Dalbergia sissoo.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Datei:Dalbergia armata, loof, a, Krantzkloof NR.jpg
Unpaarig gefiederte Laubblätter von Dalbergia armata
Datei:Dalbergia boehmii-NMNH-13863988.jpg
Herbarbeleg von Dalbergia boehmii
Datei:Dalbergia boniana (Flowers of the Dalbergia boniana tree).jpg
Zweig mit Blütenständen von Dalbergia boniana
Datei:Dalbergia Cultrata Seeds and Seed Pods.jpg
Früchte und Samen von Dalbergia cultrata
Datei:Dalbergia frutescens (Vell.) Britton (6538665417).jpg
Zweig mit Laubblättern von Dalbergia frutescens, Blattunterseiten
Datei:Bej Dalbergia glabra.JPG
Zweig mit gefiederten Laubblättern und Früchten von Dalbergia glabra
Datei:Dalbergia horrida 02.JPG
Jungpflanze von Dalbergia horrida mit unpaarig gefiederten Laubblättern
Datei:Dalbergia horrida - Prickly Dalbergia at Blathur 2017 (6).jpg
Zweig mit Früchten und Laubblättern von Dalbergia horrida
Datei:Dalbergia horrida - Prickly Dalbergia at Mayyil (1).jpg
Bewehrter Ast von Dalbergia horrida
Datei:Dalbergia lanceolaria.jpg
Blütenstände von Dalbergia lanceolaria
Datei:Pods W IMG 3542.jpg
Dünne, flugfähige Hülsenfrüchte von Dalbergia lanceolaria
Datei:Trunk W IMG 3540.jpg
Stamm und Borke von Dalbergia lanceolaria
Datei:Dalbe latif 081228-4907 H ipb.jpg
Habitus des Ostindischen Palisander (Dalbergia latifolia)
Datei:Kalarukh (Marathi- काळारुख) (4534357982).jpg
Stamm und Borke des Ostindischen Palisander (Dalbergia latifolia)
Datei:Dalbergia latifolia - Black Rosewood - at Begur 2014 (12).jpg
Zweig mit Blütenständen des Ostindischen Palisander (Dalbergia latifolia)
Datei:Malabar rosewood (588615299).jpg
Zweig mit geflügelten Früchten des Ostindischen Palisander (Dalbergia latifolia)
Datei:Dalbergia melanoxylon01.jpg
Zweig mit Blütenständen von Dalbergia melanoxylon
Datei:DalbergiaMelanoxylonSeedpodsSeeds.jpg
Früchte und Samen von Dalbergia melanoxylon
Datei:Dalbergia miscolobium 1 João de Deus Medeiros.jpg
Zweig mit Blüten und Laubblättern von Dalbergia miscolobium
Datei:Flickr - João de Deus Medeiros - Dalbergia miscolobium.jpg
Früchte von Dalbergia miscolobium
Datei:Dalbergia nigra Blätter1.jpg
Zweig mit gefiederten Laubblättern von Dalbergia nigra
Datei:Dalbergia obovata, peule, Louwsburg.jpg
Früchte von Dalbergia obovata
Datei:Dalbergia rubiginosa Roxb. (7067801921).jpg
Ausschnitt eines Blütenstandes mit zygomorphen Blüten von Dalbergia rubiginosa
Datei:Dalbergia sissoo.jpg
Dalbergia sissoo

Die Gattung Dalbergia wurde 1781 durch Carl von Linné dem Jüngeren in Supplementum Plantarum, S. 52–53, 316–317<ref name="biodiversitylibrary" /> aufgestellt. Typusart ist Dalbergia lanceolaria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. f.<ref name="Tropicos" /> Dalbergia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. f. nom. cons. wurde nach den Regeln des ICN (Melbourne ICN Art. 14.4 & App. III) gegenüber Amerimnon Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.P.Browne nom. rej., Ecastaphyllum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.P.Browne nom. rej. und Acouba Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Aubl. nom. rej. konserviert. Weitere Synonyme sind Coroya Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Pierre, Triptolemea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mart., Miscolobium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Vogel.<ref name="GRIN" />

Die Gattung Dalbergia gehört zur Tribus Dalbergieae in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).<ref name="GRIN" />

Die Gattung Dalbergia ist fast weltweit in den Tropen und Subtropen vertreten. Arten kommen in Mittel- und Südamerika, Afrika mit Madagaskar und Südasien vor. In Madagaskar gibt es etwa 50 Arten, bis auf eine kommen sie nur dort vor.<ref name="CataloguePlantsMadagascar" /> In China gibt es etwa 29 Arten, 14 davon nur dort.<ref name="FoC" />

Je nach Autor enthält die Gattung Dalbergia 100 bis 120<ref name="FoC" /> oder bis zu 300<ref name="ILDIS" /> Arten. Hier eine Artenauswahl:<ref name="GRIN" />

Folgende Arten werden je nach Autor nicht mehr dieser Gattung zugeordnet (Auswahl):

Datei:Dalbergia cearensis, Radial- und Querschnitt.jpg
Veilchenholz, Königsholz von Dalbergia cearensis, Radial- und Querschnitt

Nutzung und Schutzstatus[Bearbeiten]

Das Holz vieler Arten der Gattung ist ein begehrtes Edelholz. Die meisten dieser Hölzer werden Palisander genannt, wegen des aromatischen Duftes eines auch „Rosenholz“ (Dalbergia decipularis), ein anderes „Veilchenholz“/Königsholz (Dalbergia cearensis).

Das Holz des Brasilianischen Palisanders oder Rio-Palisanders (Dalbergia nigra) ist sehr begehrt; es ist durch Raubbau mittlerweile so selten, dass es im Anhang I der CITES-Liste geführt wird. Dalbergia latifolia liefert den begehrten Ostindischen Palisander. Dalbergia retusa aus Mittelamerika liefert ein vielseitig verwendbares Holz mit der Handelsbezeichnung Cocobolo.<ref name="Holz-ABC">Dalbergia in Suchmaske eingeben - Einige Arten beim Holz-ABC.</ref> Das afrikanische Dalbergia melanoxylon ist eine der schwersten Holzarten und wird unter dem Namen Grenadill vor allem für den Bau von hochwertigen Holzblasinstrumenten (Klarinetten, Oboen) verwendet.

Seit dem 2. Januar 2017 ist die gesamte Gattung Dalbergia mit Ausnahme von Dalbergia nigra im CITES-Anhang II gelistet.<ref name="CITES" />

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dezhao Chen, Dianxiang Zhang & Kai Larsen: Dalbergieae: Dalbergia, S. 121 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 10 – Fabaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2010. ISBN 978-1-930723-91-7 (Abschnitte Beschreibung und Systematik)
  • Syed Irtifaq Ali: Flora of West Pakistan, Volume 100 – Papilionaceae, Stewart Herbarium, Rawalpindi 1977. Dalbergia bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum (Abschnitt Beschreibung)
  • F. Adema, Hiroyoshi Ohashi, B. Sunarno: Notes on Malesian Fabaceae (Leguminosae-Papilionoideae) 17. The genus Dalbergia. In: Blumea - Journal of Plant Taxonomy and Plant Geography, Volume 61, Issue 3, Dezember 2016, S. 186–206. doi:10.3767/000651916X693905

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="IUCN"> Dalbergia in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2020. Abgerufen am 2021-03-08. </ref> <ref name="RedListSA"> Artenliste zu Dalbergia in der Red List of South African Plants </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="Tropicos"> Dalbergia bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoP"> Syed Irtifaq Ali: Flora of West Pakistan, Volume 100 - Papilionaceae, Stewart Herbarium, Rawalpindi, 1977: Dalbergia bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="CataloguePlantsMadagascar"> Dalbergia bei Tropicos.org. In: Catalogue of the Vascular Plants of Madagascar. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FloraMesoamericana"> Dalbergia bei Tropicos.org. In: Flora Mesoamericana. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoC"> Dezhao Chen, Dianxiang Zhang, Kai Larsen: Dalbergieae: Dalbergia, S. 121 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 10 - Fabaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2010, ISBN 978-1-930723-91-7. </ref> <ref name="ILDIS"> Eintrag bei ILDIS - The LegumeWeb, Version des Jahres 2005. Zuletzt eingesehen am 19. Januar 2014 </ref> <ref name="biodiversitylibrary"> Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="McMahon2005"> Michelle M. McMahon: Phylogenetic relationships and floral evolution in the papilionoid legume clade Amorpheae. In: Brittonia, Volume 57, Issue 4, 2005, S. 397–411. doi:10.1663/0007-196X(2005)057[0397:PRAFEI]2.0.CO;2 </ref> <ref name="LinaresSousa2007"> José L. Linares, Mario S. Sousa: Nuevas especies de Dalbergia (leguminosae: papilionoideae: dalbergieae) en México y Centroamérica, In: Ceiba: A Scientific and Technical Journal, ISSN 0008-8692, Volume 48, Issue 1, 2007, S. 61–82. </ref> <ref name="deSousa2010Apuleia"> Filipe de Portugal S. T. de Sousa, Gwilym P. Lewis, Julie A. Hawkins: A revision of the South American genus Apuleia (Leguminosae, Cassieae). In: Kew Bulletin, Volume 65, Issue 2, Royal Botanic Gardens Kew, 2010, S. 225–232. doi:10.1007/s12225-010-9213-4 online. </ref> <ref name="CITES"> CITES-Anhänge (Stand: 2. Januar 2017), S. 60. PDF. Abgerufen am: 24. Februar 2017 </ref> <ref name="Adema2016"> F. Adema, Hiroyoshi Ohashi, B. Sunarno: Notes on Malesian Fabaceae (Leguminosae-Papilionoideae) 17. The genus Dalbergia. In: Blumea - Journal of Plant Taxonomy and Plant Geography, Volume 61, Issue 3, Dezember 2016, S. 186–206. doi:10.3767/000651916X693905 </ref> <ref name="Burkhardt2018">Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5, doi:10.3372/epolist2018.</ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Dalbergien (Dalbergia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Mohammad Vatanparast, Bente B.Klitgård, Frits A. C. B. Adema, R. Toby Pennington, Tetsukazu Yahara, Tadashi Kajita: First molecular phylogeny of the pantropical genus Dalbergia: implications for infrageneric circumscription and biogeography. In: South African Journal of Botany, Volume 89, November 2013, S. 143–149. doi:10.1016/j.sajb.2013.07.001
  • Qiwei Li, Jihong Wu, Yesheng Wang, Xiaoming Lian, Feilong Wu, Lin Zhou, Zebo Huang, Shuang Zhu: The phylogenetic analysis of Dalbergia (Fabaceae: Papilionaceae) based on different DNA barcodes. In: Holzforschung, Band 71, Heft 12, De Gruyter, 2017. doi:10.1515/hf-2017-0052
  • Sebastian Soosairaj, Prakasam Raja, S. JOHN Britto, B. Balaguru: A new species of Dalbergia (Fabaceae: Dalbergieae) from Tamil Nadu, India. In: Phytotaxa, Volume 360, Issue 3, Juli 2018, S. 282. doi:10.11646/phytotaxa.360.3.8

Vorlage:Hinweis Seiten-Koordinaten