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Devillin

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Devillin
Datei:Devillin 50x18.jpg
Rosettenförmiger Devillin aus Raslavice in der Slowakei
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1971 s.p.<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Dev<ref name="Warr" />

Andere Namen
  • Devillit<ref name="Mineralienatlas" />
  • Herrengrundit<ref name="Mineralienatlas" />
  • Lyellit<ref name="Mineralienatlas" />
  • Úrvölgyit<ref name="Mineralienatlas" />
Chemische Formel
  • CaCu4(SO4)2(OH)6(H2O)3<ref name="IMA-Liste" />
  • Cu4Ca[(OH)6|(SO4)2]·3H2O<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfate (einschließlich Selenate, Tellurate, Chromate, Molybdate und Wolframate)
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VI/D.05
VI/D.19-010

7.DD.30
31.06.01.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch; 2/m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe P21/c (Nr. 14)Vorlage:Raumgruppe/14<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 20,87 Å; b = 6,14 Å; c = 22,19 Å
β = 102,7°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 8<ref name="StrunzNickel" />
Zwillingsbildung nach {010}
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 2,5<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 3,13; berechnet: 3,084<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit vollkommen nach {001}, undeutlich nach {110}, {101} und {101}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bruch; Tenazität spröde
Farbe blaugrün, dunkelsmaragdgrün bis patinagrün<ref name="Handbookofmineralogy" />
Strichfarbe grünlichweiß<ref name="Lapis" /> bis blassgrün<ref name="Handbookofmineralogy" />
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend<ref name="Handbookofmineralogy" />
Glanz Glasglanz, Perlglanz auf den Spaltflächen<ref name="Handbookofmineralogy" />
Kristalloptik
Brechungsindizes nα 1,585<ref name="Mindat" />
nβ 1,649<ref name="Mindat" />
nγ 1,660<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,075<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig negativ
Achsenwinkel 2V = gemessen: 37 bis 41°; berechnet: 42°<ref name="Mindat" />
Pleochroismus sichtbar: X = hellgrün; Y = blaugrün; Z = dunkelgrün<ref name="Handbookofmineralogy" />
Weitere Eigenschaften
Chemisches Verhalten unlöslich in Wasser und verdünnter H2SO4, leicht löslich in verdünnter HNO3

Devillin, auch als Herrengrundit oder Úrvölgyit bekannt, ist ein relativ selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfate (und Verwandte)“ mit der chemischen Zusammensetzung Cu4Ca[(OH)6|(SO4)2]·3H2O<ref name="StrunzNickel" /> und damit chemisch gesehen ein wasserhaltiges Kupfer-Calcium-Sulfat mit zusätzlichen Hydroxidionen.

Devillin kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt meist nadelige bis dünntafelige Kristalle mit pseudohexagonalem Habitus, die meist in rosettenförmigen oder büscheligen Mineral-Aggregaten zusammentreten. Er findet sich aber auch in Form krustiger Überzüge. Das Mineral ist durchsichtig bis durchscheinend und von blaugrüner oder dunkelsmaragdgrüner bis patinagrüner Farbe. Seine Strichfarbe ist eigenfarbig, aber eher blassgrün.

Die unverletzten Oberflächen der durchsichtigen bis durchscheinenden Kristalle weisen einen glasähnlichen Glanz auf, Spaltflächen schimmern dagegen eher perlmuttähnlich. Mit einer Mohshärte von etwa 2,5 liegt Devillin zwischen den Referenzmineralen Gips (Härte 2) und Calcit (Härte 3).

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde Devillin in der englischen Grafschaft Cornwall und beschrieben 1864 durch M. F. Pisani, der das Mineral nach dem französischen Chemiker Henri Étienne Sainte-Claire Deville (1818–1881) benannte.<ref name="Pisani" />

Seine Synonyme Herrengrundit und Úrvölgyit erhielt Devillin aufgrund von reichen Mineralfunden und -beschreibungen aus der slowakischen Region Špania Dolina, zu deutsch „Herrengrund“ bzw. ungarisch „Úrvölgy“.

Klassifikation[Bearbeiten]

In der letztmals 1977 überarbeiteten und daher veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Devillin zur Mineralklasse der „Sulfate (einschließlich Selenate, Tellurate, Chromate, Molybdate und Wolframate)“ und dort zur Abteilung „Wasserhaltige Sulfate mit fremden Anionen“, wo er gemeinsam mit Kainit, Natrochalcit, Serpierit, Tatarskit und Uklonskovit in der „Kainit-Natrochalcit-Gruppe“ mit der Systemnummer VI/D.05 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VI/D.19-010. Dies entspricht ebenfalls der Abteilung „Wasserhaltige Sulfate, mit fremden Anionen“, wo Devillin zusammen mit Aldridgeit, Arzrunit, Campigliait, Edwardsit, Kobyashevit, Lautenthalit, Niedermayrit, Orthoserpierit, Serpierit und Tatarskit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VI/D.19 bildet.<ref name="Lapis" />

Auch die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Devillin in die Abteilung „Sulfate (Selenate usw.) mit zusätzlichen Anionen, mit H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und der Kristallstruktur. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit ausschließlich mittelgroßen Kationen; Lagen von kantenverknüpften Oktaedern“ zu finden, wo es zusammen mit Campigliait, Niedermayrit, Orthoserpierit und Serpierit die „Devillingruppe“ mit der Systemnummer 7.DD.30 bildet.<ref name="IMA-Liste-2009" />

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Devillin die System- und Mineralnummer 31.06.01.01. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Sulfate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Sulfate mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 31.06.01, in der auch Lautenthalit eingeordnet ist.<ref name="Dana-1997" />

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Devillin kristallisiert monoklin in der Raumgruppe P21/c (Raumgruppen-Nr. 14)Vorlage:Raumgruppe/14 mit den Gitterparametern a = 20,87 Å; b = 6,14 Å; c = 22,19 Å und β = 102,7° sowie acht Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Eigenschaften[Bearbeiten]

Devillin ist ein Mineral mit einer stark ausgeprägten Anisotropie, was bedeutet, dass seine Eigenschaften in den drei Hauptachsen unterschiedlich sind.

Das Mineral ist unlöslich in Wasser und verdünnter Schwefelsäure (H2SO4), jedoch leicht löslich in verdünnter Salpetersäure (HNO3).

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Datei:Devilline-196055.jpg
Nadeliger Devillin aus Staré Hory, Špania Dolina (Herrengrund, Úrvölgy), Slowakei
Datei:Wulfenite-Devilline-Serpierite-119637.jpg
Devillin (grün) mit Wulfenit (orange) und Serpierit (weiß) aus der Tsumeb Mine in Namibia

Devillin ist ein Sekundärmineral, das in der Oxidationszone von Kupfersulfiden vorkommt. Da es durch Oxidation mit Luftsauerstoff entsteht, kann es auch auf Halden als sekundäres Mineral gebildet werden. Begleitminerale sind unter anderem Antlerit, Azurit, Brochantit, Gips, Langit, Linarit, Malachit und Posnjakit.

Devillin gehört zu den eher selten vorkommenden Mineralen, kann also an verschiedenen Fundorten zum Teil reichlich vorhanden sein, ist aber insgesamt wenig verbreitet. Bisher (Stand: 2011) wurden rund 300 Fundorte registriert.<ref name="Mindat" /> Neben seiner Typlokalität Cornwall trat das Mineral im Vereinigten Königreich (Großbritannien) noch in den Regionen Cumbria, Devon, Shropshire und Staffordshire in England; bei Wanlockhead in Schottland sowie in den walisischen Regionen Ceredigion, Gwynedd und Powys auf.

Erwähnenswert aufgrund außergewöhnlicher Devillinfunde ist unter anderem die Region Špania Dolina (Herrengrund, Úrvölgy) in der Slowakei, aus der auch die bisher besten Exemplare an Kristallrosetten mit einem Durchmesser von bis zu einem Zentimeter kommen.<ref name="KorbelNovak" />

In Deutschland fand sich Devillin bisher vor allem im Schwarzwald in Baden-Württemberg, im bayerischen Fichtelgebirge und Oberpfälzer Wald, bei Frankfurt und Richelsdorf in Hessen, im Harz von Niedersachsen bis Sachsen-Anhalt, im Niederbergischen Land, Sauerland und Siegerland in Nordrhein-Westfalen, in der Eifel und im Lahntal, am Hunsrück, bei Imsbach und bei Rheinbreitbach in Rheinland-Pfalz, im Erzgebirge und der Oberlausitz in Sachsen, auf Helgoland in Schleswig-Holstein sowie bei Greiz, Ilfeld und der ehemaligen Absetzerhalde bei Ronneburg in Thüringen.

Auch in Gesteinsproben vom Mittelatlantischen Rücken konnte Devillin nachgewiesen werden.<ref name="Fundorte" />

Weitere Fundorte liegen unter anderem in Belgien, Kanada, Chile, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Japan, Kasachstan, der Demokratischen Republik Kongo, Marokko, Mexiko, Namibia, Neuseeland, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, der Schweiz, Spanien, Tschechien, Ungarn und den Vereinigten Staaten von Amerika (USA).<ref name="Fundorte" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

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Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Devilline – Sammlung von Bildern

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Dana-1997"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Devillin beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 28. September 2026. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="IMA-Liste"> Vorlage:IMA-Liste </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: [Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] (PDF; 1,9 MB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:Referrer am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="KorbelNovak"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Lapis"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Mindat"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 28. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Mineralienatlas"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Geolitho Stiftung, abgerufen am 28. September 2026. </ref> <ref name="Pisani"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="StrunzNickel"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Warr"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Abgerufen am 28. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>