Dath vertritt eine kommunistisch-marxistische Haltung.<ref>In Lenins Schriften ist viel Nützliches. In: Die Welt. 28. August 2008.</ref> Er trat beispielsweise 2008 in Alexander KlugesNachrichten aus der ideologischen Antike, einer filmischen Auseinandersetzung mit Karl Marx’ Kapital, als Gesprächspartner und Experte auf.<ref>faz.net FAZ: Alexander Kluge verfilmt „Das Kapital“</ref> Im Januar 2009 diskutierte er mit Philipp Oehmke im Nachrichtenmagazin Der Spiegel über die „Zukunft des Marxismus“<ref name="Spiegel-Oehmke">Philipp Oehmke: Schreiben, wie die Welt sein sollte. In: Der Spiegel. Nr.5, 2009 (online).</ref> und antwortete auf die Frage, ob er für die „Beseitigung des kapitalistischen Systems“ sei, mit: „Absolut.“<ref name="Spiegel-Oehmke" /> Danach erhofft sich Dath „ein System der gemeinschaftlichen, arbeitsteiligen, demokratischen Produktion auf dem Stand der höchstentwickelten Technik“.<ref name="Spiegel-Oehmke" /> Er aktualisiert leninistische Theorien, beispielsweise in Für immer in Honig, wo er explizit Bezug auf Lenins Was tun? nimmt. Nach Erscheinen des Essays Maschinenwinter bezeichnete Mathias Bröckers den Autor spöttisch als „Lenin 2.0“.<ref name="P">perlentaucher.de</ref> In Der Implex, das Dath zusammen mit Barbara Kirchner verfasste, vertritt Dath die These, dass sozialer Fortschritt von der Beseitigung von Herrschaft abhänge: Die Literaturkritik nahm das Werk ungnädig auf, so störte sich Alexander Cammann in der Zeit beispielsweise an einer „naseweisen Checkerpose“ und „kalaschnikowhafte[r] Selbstermächtigungsprosa“.<ref>Perlentaucher zu Dietmar Dath, Barbara Kirchner: Der Implex. Sozialer Fortschritt: Geschichte und Idee.</ref>
Im Januar 2019 nahm er mit dem Beitrag Sozialismus hat keine Prophezeiung nötig, er wird gemacht als einer der Referenten an der von der linken Tageszeitung junge Welt getragenen Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin teil. Am 3. Mai 2019 rief Dath in der FAZ dazu auf, die DKP bei der Europawahl 2019 zu wählen.<ref>Linksherum im Kreis FAZ (abgerufen am 3. Mai 2019)</ref>
Mehrfach übte Dath Kritik an Social-Media-Plattformen, er selbst ist auf keiner der großen Plattformen präsent. 2022 schrieb er etwa, Twitter sei ein „(...) Laden, der zu nichts anderem da ist als zur suchterzeugenden Fabrikation, Vervielfältigung und Weiterverarbeitung finster-klebriger Erregungsschmiere (...) der früher oder später jede Information, jeden Gedanken und jeden geraden Satz unter sich begräbt.“<ref>Tweet und Teer, faz.net, 3. November 2022, abgerufen am 5. November 2022.</ref>
Auch Daths Dichtungsverständnis ist gesellschaftspolitisch geprägt: Auf die Frage nach seiner Poetik antwortete der Autor, er schreibe Texte, „die nicht davon handeln, wie es ist, sondern davon, wie es sein sollte, wie es hoffentlich nicht sein wird oder wie es ganz neutral sein könnte. Und das sind nun mal spekulative oder phantastische Texte.“<ref name="Spiegel-Oehmke" /> Den Roman selbst bezeichnet Dath als „Allesfresserform“.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Schwerpunkt: Schreiben jetzt. Die Stunde der kleinen Nager. (Memento vom 19. März 2008 im Internet Archive) Literaturen-Gespräch mit Ulrike Draesner, Dietmar Dath und John von Düffel; Literaturen, Ausgabe 01/02.08.</ref> Im Januar 2020 hielt Dath die Lichtenberg-Poetikvorlesung an der Georg-August-Universität Göttingen.<ref>Lichtenberg-Poetikvorlesung 2020: Dietmar Dath</ref>
Literaturkritiker nannten Dath einen „hyperproduktiven Autor“,<ref name="Welt-Lindemann" /> einen „Gedanken- und Textgenerator“,<ref>perlentaucher.de</ref> der die „Möglichkeiten des Sprechens“ erforsche<ref name="Welt-Lindemann">Thomas Lindemann: Die völlig verrückten Welten des Dietmar Dath. In: Welt Online. 6. Oktober 2007 (abgerufen am 20. November 2009)</ref> und dem „Denkgrenzen nichts gelten“.<ref name="Welt-Lindemann" /> Daths Romane handelten von „Darwin, Marx, Fantasy, Heavy Metal, Zombies und Gentechnik“.<ref name="Spiegel-Oehmke" /> In Simon UrbansAlternative-History-Roman Plan D ist die Figur des Kulturministers der nach 1990 weiterexistierenden DDR nach Dath benannt.
Ein Überblick über das facettenreiche Schaffen Daths findet sich der Werksbibliografie – Auswahl, S. 279–342, in: Christian Hippe und Philipp Theisohn (Hg.): In Verben denken. Dietmar Dath Arbeitsbuch, Verbrecher Verlag, Berlin 2023.
Cordula killt Dich! oder Wir sind doch nicht Nemesis von jedem Pfeifenheini. Roman der Auferstehung. Verbrecher Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-9804471-0-3. Neuausgabe mit dem ergänzenden Text Die Staatsanwältin hat das Wort. Verbrecher Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-95732-491-7.
Die Ehre des Rudels. Horrornovelle. Maas, Berlin 1996, ISBN 3-929010-34-8.
Charonia Tritonis. Ein Konzert, Dumme bitte wegbleiben. Erzählung. SuKuLTuR Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-937737-03-0 (= „Schöner Lesen“ Nr. 3)
Der Minkowski-Baumfrosch. Fortsetzungsroman in 12 Kapiteln. De-Bug, Berlin 2000.<ref>de-bug.de</ref>
Skye Boat Song. Roman. Verbrecher Verlag, Berlin 2000.
Am blinden Ufer. Eine Geschichte vom Strand und aus den Schnitten. Roman. Verbrecher Verlag, Berlin 2000.
mit Barbara Kirchner: Schwester Mitternacht. Roman. Verbrecher Verlag, Berlin 2002.
Ein Preis. Halbvergessene Geschichte aus der Wahrheit. (= Schöner Lesen. Nr. 18). SuKuLTuR Verlag, Berlin 2003.
Für immer in Honig. Roman, illustriert von Daniela Burger, Implex, Berlin 2005, ISBN 3-937148-01-9 (erste Fassung, 971 Seiten), 2., überarbeitete Auflage, Verbrecher Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-940426-02-4 (1035 Seiten).
Die salzweißen Augen. Vierzehn Briefe über Drastik und Deutlichkeit. Suhrkamp, Frankfurt 2005.
Dirac. Roman. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2006.
Waffenwetter. Roman. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2007.
Das versteckte Sternbild. Roman (als David Dalek). Shayol Verlag, Berlin 2007.
Eisenmäuse. Ein verschlüsselter Sittenspiegel. Hablizel, Lohmar 2010.
Kleine Polizei im Schnee. Erzählungen. Verbrecher Verlag, Berlin 2012.
Pulsarnacht. Roman. Heyne, München 2012, ISBN 978-3-453-31406-1.
Feldeváye. Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-518-46510-3.
Deutsche Demokratische Rechnung. Eine Liebeserzählung. Roman. Eulenspiegel Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-359-02471-2.
Venus siegt. Roman. Hablizel Verlag, Lohmar 2015, ISBN 978-3-941978-18-8. Eine gegenüber der Erstveröffentlichung von 2015 überarbeitete und um 150 Seiten erweiterte Version erschien bei Fischer Tor, Frankfurt 2016, ISBN 978-3-596-29658-3.
Leider bin ich tot. Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-518-46654-4.
Der Schnitt durch die Sonne. Roman. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2017, ISBN 978-3-10-397306-8.
Du bist mir gleich. Roman. Golden Press, Bremen 2019, ISBN 978-3-9819880-6-2.
Neptunation. Roman. Fischer Tor, Frankfurt 2019, ISBN 978-3-596-70223-7.
Gentzen oder: Betrunken aufräumen. Roman. Matthes & Seitz Berlin, Berlin 2021, ISBN 978-3-7518-0035-8.
Skyrmionen. Oder: A Fucking Army. Roman. Matthes & Seitz Berlin, Berlin 2025, ISBN 978-3-7518-1029-6.
mit Barbara Kirchner: Der Implex. Sozialer Fortschritt: Geschichte und Idee. Suhrkamp, Berlin 2012, ISBN 978-3-518-42264-9.
Lost. Diaphanes, Zürich 2012, ISBN 978-3-03734-233-6.
mit Heike Aumüller: Verbotene Verbesserungen. Starfruit Publ., Nürnberg 2012, ISBN 978-3-922895-23-7.
Legitimiert Euch doch selbst! Geordnete Zurückweisung der „Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus“. In: Armin Nassehi, Peter Felixberger (Hrsg.): Kursbuch, Nr. 170 (Krisen lieben), Februar 2012, ISBN 978-3867741842.
mit Swantje Karich: Lichtmächte. Diaphanes, Zürich 2013, ISBN 978-3-03734-235-0.
Klassenkampf im Dunkeln: Zehn zeitgemäße sozialistische Übungen. Konkret Texte 65. Konkret Verlag KVV, Hamburg 2014, ISBN 978-3-930786-74-9.
Superhelden. Reclam, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-15-020420-7.
Karl Marx. Reclam, Ditzingen 2018, ISBN 978-3-15-020454-2.
Das Menschen Mögliche. Zur Aktualität von Günther Anders. Wien 2018, ISBN 978-3-7117-5370-0.
Niegeschichte. Science Fiction als Kunst- und Denkmaschine. Matthes & Seitz Berlin, Berlin 2019, ISBN 978-3-95757-785-6.
Hegel. 100 Seiten. Reclam, Leipzig 2020, ISBN 978-3-15-020559-4.
Stehsatz: Eine Schreiblehre. Wallstein, Göttingen 2020, ISBN 978-3-8353-3801-2.
Stephen King. 100 Seiten. Reclam, Ditzingen 2022, ISBN 978-3-15-020674-4.
Was sagt die rote Tradition dazu? Sozialistische Antworten im Kurzcheck. In: Armin Nassehi, Sybille Anderl, Peter Felixberger (Hrsg.): Kursbuch, Nr. 215 (Soziale Konfliktzonen), September 2023, ISBN 978-3-96196-316-4.
Miley Cyrus. 100 Seiten. Reclam, Ditzingen 2024, ISBN 978-3-15-020713-0.
Alltagstheologie. In: Wolfgang M. Schmitt und Ann-Kristin Tlusty (Hrsg.): Selbst Schuld!Carl Hanser Verlag, München 2024, ISBN 978-3-446-28130-1, S. 236–252.
Ovale Fenster. Hörspiel von Dietmar Dath, Thomas Weber und Volker Zander. Komposition: Kammerflimmer Kollektief. SWR ars acustica 2012.
Larissa oder Sprich diesen Tod nicht aus. Hörspiel von Dietmar Dath & Thomas Weber. Regie: Iris Drögekamp. Komposition: Kammerflimmer Kollektief. SWR ars acustica 2013.
2015: Mit Thomas Gebel: Deutsches Demokratisches Rechnen (Die Geschichte einer abgebrochenen Computerrevolution) – Regie: Martin Heindel (Feature – RBB)
Die Magnetin. Musikbild einer gefährlichen Liebe. Hörspiel von Dietmar Dath. Regie: Iris Drögekamp & Thomas Weber. SWR 2015.<ref>Die Magnetin - ARD-Hörspieldatenbank</ref>
Nie mehr warten. Ein Sprech-, Sing- und Musikdrama. Zur Russischen Revolution 1917. Hörspiel von Dietmar Dath. Regie: Iris Drögekamp & Thomas Weber. SWR 2017.<ref>Nie mehr warten - ARD-Hörspieldatenbank</ref>
Was das Böse nicht sieht. Radio-Essay anlässlich des 75. Geburtstag von Stephen King. Autor: Dietmar Dath. SWR 2 2022. Als Podcast/Download via SWR 2.<ref>SWR2 Essay - Dath Was das Böse nicht sieht</ref>
Barbie denkt an dich!. Radio-Essay über Barbie. Autor: Dietmar Dath. SWR 2 2023. Als Podcast/Download via SWR 2.<ref>SWR2 Essay - Dath Barbie denkt an dich!</ref>
Alle denken anders, nur er denkt gleich – Dem Philosophen Gilles Deleuze zum 100. Radio-Essay über Gilles Deleuze. Autor: Dietmar Dath. SWR 2 2025. Als Podcast/Download via SWR 2.<ref>SWR2 Essay - Dath Alle denken anders, nur er denkt gleich</ref>
Liz Disch und der Hermit King. Mit: Ik krijg je nog wel und Adler in Ordnung. Hrsg. Barbara Kirchner, Kevil Library No. 2, Graben Verlag, 1994.
Contra naturam. In: Johannes Ullmaier (Hrsg.): Schicht! Arbeitsreportagen für die Endzeit. Suhrkamp, Frankfurt am Main, S. 386–411.
Vier Treppen durch Döblin. Essay. In: Neue Rundschau. 120/1, S. 23–31. S. Fischer, Frankfurt am Main 2009.
Solus Ipse. Leerer Drache. In: Karla Schmidt (Hrsg.): Hinterland. Wurdack, Nittendorf 2010, ISBN 978-3-938065-69-3.
„Niemand ist zur Konstruktivität verpflichtet, wenn die Welt scheiße ist.“ Zur Aktualität Herbert Marcuses. Teil 1. Konkret (Zeitschrift), H. 10 (Beilage Literatur Konkret Nr. 39), 2014, S. 8–11. Ein Gespräch von D. D. mit Hermann L. Gremliza, Thomas Ebermann, Robert Stadlober und Andreas Spechtl
Arbeit in und an der Ewigkeit. Über Alan Moore und seinen Roman Jerusalem. In: Hannes Riffel (Hrsg.): Vor der Revolution. Ein phantastischer Almanach. Band1. Carcosa Verlag, Berlin 2023, ISBN 978-3-910914-08-7, S.263–276.
2020: Siegfried-Kracauer-Preis für die Filmkritik Killermaschinistinnen vor!<ref>Der Siegfried Kracauer Preis 2020 für die „Beste Filmkritik“ geht an Dietmar Dath für seine Rezension von „Terminator: Dark Fate“ von Tim Miller. Sie erschien unter dem Titel „Killermaschinistinnen vor!“ in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ am 23. Oktober 2019., Pressemitteilung auf der Website der MFG Filmförderung Baden-Württemberg vom Herbst 2020, abgerufen am 11. Januar 2021</ref>
2021: Longlist des Deutschen Buchpreises für Gentzen oder: Betrunken aufräumen
2022: Shortlist des Preises der Leipziger Buchmesse für Gentzen oder: Betrunken aufräumen
Nacim Ghanbari: Allen danken. Dietmar Daths Paratexte. In: Natalie Binczek u. a. (Hrsg.): Dank sagen. Politik, Semantik und Poetik der Verbindlichkeit. Fink, München 2013, ISBN 978-3-7705-5669-4, S. 111–120.
Mathias Greffrath: Laudatio auf Dietmar Dath. In: Dietmar Dath / Mathias Greffrath: Das Menschen Mögliche. Zur Aktualität von Günther Anders. Picus, Wien 2018, ISBN 978-3-7117-3009-1.
Christian Hippe und Philipp Theisohn (Hg.): In Verben denken. Dietmar Dath Arbeitsbuch, Verbrecher Verlag, Berlin 2023, ISBN 978-3-95732-541-9.
Florian Kappeler, Sophia Könemann: Jenseits von Mensch und Tier. Science, Fiction und Gender in Dietmar Daths Roman „Die Abschaffung der Arten“. In: Zeitschrift für Medienwissenschaft. 4 (2011), S. 38–47, (online)
Hartmut Kasper: „Wenn die Macht sehr dick tut, wird Science Fiction zum Randvergnügen.“ Ein Gespräch mit Dietmar Dath. In: Sascha Mamczak, Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2007. Heyne, München 2007, ISBN 978-3-453-52261-9, S. 443–461.
Hartmut Kasper: Pulsarnacht. In: Das Science Fiction Jahr 2013. Herausgegeben von Sascha Mamczak, Sebastian Pirling und Wolfgang Jeschke, Wilhelm Heyne Verlag, München 2013, S. 364–368, ISBN 978-3-453-53444-5.
Niels Penke: Laudatio auf Dietmar Dath. In: Litlog. Göttinger eMagazin für Literatur, Kultur, Wissenschaft. 30. Januar 2020. [5]
Petra Gehring: Lems Ernst. Oder: ‚Pessimismus‘ revisited. Auch (aber nicht nur) eine Antwort auf Dietmar Dath. In: Jacek Aleksander Rzeszotnik (Hrsg.), Ein Jahrhundert Lem (1921–2021). Wroclaw/Dresden (Neisse) 2021. S. 87–101.