EEW Holding
| EEW Group
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | EEW_Logo.svg | |
| Rechtsform | GmbH & Co. KG |
| Gründung | 1936 |
| Sitz | Erndtebrück, |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | ca. 2000<ref name=":7" /> |
| Umsatz | 1.226,4 Mio. Euro (2024)<ref name="Konzernabschluss EEW">DiScho Vermögensverwaltung GmbH & Co. KG, Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2023 bis zum 30.06.2024, veröffentlicht im Unternehmensregister am 17. September 2025, abgerufen am 2. März 2026.</ref> |
| Branche | Stahlrohrindustrie, Anlagenbau |
| Website | www.eew-group.com |
| Stand: 30. Juni 2024 | |
Die EEW Group (ehemals: EEW Holding; ursprünglich: Erndtebrücker Eisenwerk GmbH & Co. KG) ist ein deutsches Unternehmen der Stahlindustrie im Familienbesitz. Es stellt längsnahtgeschweißte Stahlrohre und vorgefertigte Rohrkomponenten her. Stammsitz ist Erndtebrück. Die Gruppe unterhält Produktionsstandorte in Deutschland, Südkorea und Malaysia.
Geschichte[Bearbeiten]
Entstehung[Bearbeiten]
Das Erndtebrücker Eisenwerk entstand aus dem im Jahr 1936 gegründeten Schmiedebetrieb Erndtebrücker Eisen- und Blechwaren GmbH. Als Mitte der 1970er-Jahre die Nachfrage nach Stahlrohren in der Öl- und Gasindustrie zunahm, stellte das Unternehmen das Produktionsprogramm von verschiedenen Metall- und Blechwaren auf längsnahtgeschweißte Rohre im Unterpulververfahren um.
Im Jahr 2001 gründete das Unternehmen mit einem Werk in Südkorea den ersten ausländischen Produktionsstandort. 2008 erfolgte in Rostock die Gründung der EEW Special Pipe Constructions,<ref name="eew-group.com" /> einer Tochtergesellschaft für die Herstellung von Monopiles. Damit stieg die EEW in die Offshore-Windindustrie ein.<ref name=":3" />
Ein Jahr später, 2009, folgte mit EEW Malaysia ein zweiter ausländischer Produktionsstandort. Das Werk im Industriegebiet Tanjung Langsat nahe Pasir Gudang verfügt über einen direkten Hafenzugang und fertigt Konstruktions- sowie Leitungsrohre.<ref name="eew-group.com">Vom Familienbetrieb zum weltweiten Unternehmen. In: EEW Group. Abgerufen am 27. April 2026.</ref>
2010 übernahm die EEW-Gruppe 90 % der Anteile an der Pickhan Umformtechnik (später EEW Pickhan) in Siegen-Geisweid, welche infolge der Wirtschaftskrise in finanzielle Schwierigkeiten geraten war.<ref>Pickhan formt weiter große Kunst aus Stahlblechen. In: Westfälische Rundschau. 21. Januar 2010, abgerufen am 9. April 2026.</ref> In Siegen-Weidenau wurde 2014 der Geschäftsbetrieb der insolventen Bergrohr GmbH (später EEW Bergrohr) übernommen.<ref>EEW übernimmt Bergrohr GmbH in Siegen-Weidenau. In: Westfalenpost. 21. August 2014, abgerufen am 9. April 2026.</ref>
2011 gründete die EEW Group gemeinsam mit Partnern das Joint Venture Global Pipe Company. Der saudi-deutsche Firmenverbund stellt Leitungsrohre für die Öl- und Gasindustrie sowie für die petrochemische Industrie her. Das saudi-arabische Werk befindet sich in Jubail Industrial City.<ref name="eew-group.com" /><ref>EEW: Leading Global Steel Pipe Producer with Innovative Solutions. In: Energy, Oil & Gas Magazine. Abgerufen am 24. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2023 verkaufte EEW seine Anteile an der Global Pipe Company.<ref>Saudi Steel Pipe acquires additional stake in Global Pipe at $6.3 mln. In: Argaam. 18. Mai 2023, abgerufen am 27. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Als zweites Werk in Korea wurde EEW KHPC (EEW Korea Heavy Pipe Construction) im Jahre 2015 gegründet. Dieses Werk stellt Konstruktionsrohre her und baut Rohrkonstruktionen zusammen. Vom Standort Gwangyang aus, der sich am Seehafen befindet, bedient EEW KHPC Märkte in Asien und Amerika sowie im Nahen bzw. Mittleren Osten.<ref name="eew-group.com" />
Restrukturierung und Konzernumbau[Bearbeiten]
Im Jahr 2019 kündigte das Unternehmen im Rahmen einer Umstrukturierung die Schließung der Standorte EEW Pickhan und EEW Bergrohr zum 31. März 2020 an.<ref>Siegener Standorte von EEW werden geschlossen | Wirtschaft regional online. In: VDSM. 6. November 2019, abgerufen am 9. April 2026.</ref><ref>Mehr als 40 Beschäftigte wechseln ins Stammwerk. In: Siegener Zeitung. 19. März 2020, abgerufen am 9. April 2026.</ref> Im September 2021 wurde für den Standort Erndtebrück ein Standortsicherungstarifvertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2024 vereinbart. Dieser sah unter anderem einen Stellenabbau im niedrigen zweistelligen Bereich vor. Die Maßnahmen der Umstrukturierungen wurden gemeinsam mit dem Betriebsrat und der IG Metall beschlossen.<ref>Christian Völkel: Vier-Punkte-Plan für Erndtebrücker Eisenwerke (EEW): Standortsicherung kostet Stellen. In: Siegener Zeitung. 15. September 2021, abgerufen am 27. April 2026.</ref>
Im Jahr 2024 wurde die Unternehmensstruktur neu geordnet. Die bisherige EEW Holding wurde in eine Vermögensverwaltungsgesellschaft umgewandelt. Gleichzeitig wurden drei neue Holdinggesellschaften gegründet: EEW Offshore Wind Holding, EEW Pipe Solutions Holding und EEW AOS Holding.<ref name=":1">Monopile-Produzent EEW sorgt für frisches Kapital aus Japan. In: Erneuerbare Energien. 20. August 2024, abgerufen am 27. April 2026.</ref> Zum 1. Juli 2024 beteiligte sich die japanische Sumitomo Corporation an der neu gegründeten EEW Offshore Wind Holding. Die Mehrheitsanteile verblieben bei den Eigentümerfamilien.<ref name=":2">Lars Lenneper: Windenergie in Erndtebrück: EEW kooperiert mit strategischem Partner aus Japan. In: Siegener Zeitung. 19. August 2024, abgerufen am 27. April 2026.</ref> Die Kooperation zwischen beiden Unternehmen besteht seit den 2000er-Jahren.<ref name=":3">Nora Menzel: Sumitomo investiert in den Monopile-Hersteller EEW. In: Chemie Technik. 20. August 2024, abgerufen am 27. April 2026.</ref>
2025 kam es infolge politischer Entscheidungen in den Vereinigten Staaten zu einem vorläufigen Stopp des Ausbaus der Offshore-Windenergie. Im Januar 2025 untersagte die US-Regierung per Dekret den Bau neuer Offshore-Windparks vor den Küsten der Vereinigten Staaten. In der Folge setzte EEW weitere Investitionen am Standort Paulsboro vorläufig aus.<ref name=":0">Lars-Peter Dickel: Wahlsieger Trump und Ampel bereiten auch EEW Kopfzerbrechen. In: Westfalenpost. 11. November 2024, abgerufen am 27. April 2026.</ref><ref name=":4">Eisenwerk: Auftragsvolumen ist auf „historisch hohem Niveau“. In: Westfalenpost. 12. Februar 2025, abgerufen am 27. April 2026.</ref>
Unternehmensstruktur[Bearbeiten]
Oberste Muttergesellschaft der EEW Group ist die DiScho Vermögensverwaltung GmbH & Co. KG (vormals: EEW Holding GmbH & Co. KG) mit Sitz in Erndtebrück. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Erndtebrücker Eisenwerk GmbH, Erndtebrück. Geschäftsführer sind Christoph Schorge, Markus Völkel und Michael Hof.<ref name="Konzernabschluss EEW" /><ref>Schlüsselpersonen. In: EEW Group. Abgerufen am 27. April 2026.</ref>
Im Geschäftsjahr vom 1. Juli 2023 bis zum 30. Juni 2024 erzielte die EEW Group Umsatzerlöse in Höhe von 1,2 Milliarden Euro.<ref name="Konzernabschluss EEW" /> Weltweit beschäftigt die Gruppe etwa 2000 Mitarbeiter.<ref name=":7">EEW in Erndtebrück – der Stammsitz der Unternehmensgruppe. In: EEW Group. Abgerufen am 27. April 2026.</ref>
Standorte und Tochterunternehmen[Bearbeiten]
Die Gruppe ist in die drei rechtlich voneinander unabhängigen Teilkonzerne gegliedert:<ref name=":1" /><ref>DiScho Vermögensverwaltung GmbH & Co. KG. In: Northdata. Abgerufen am 24. April 2026.</ref>
- EEW Offshore Wind Holding (vollkonsolidiert in der DiScho)
- EEW Pipe Solutions Holding (vollkonsolidiert in der DiScho)
- EEW AOS Holding (seit 2023 nicht mehr vollkonsolidiert in der DiScho)
Die EEW Offshore Wind Holding umfasst insbesondere die Gesellschaften EEW Special Pipe Constructions GmbH (Rostock), AWS Schäfer Technologie GmbH (Siegen) sowie die EEW Management Services GmbH.<ref name=":2" /><ref name=":1" /><ref name=":6">Sumitomo buys into German offshore company. In: Hansa News. 22. August 2024, abgerufen am 27. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die EEW Pipe Solutions Holding bündelt die Rohrproduktion für die Öl- und Gasindustrie sowie die Herstellung von Konstruktionsrohren (ausgenommen Monopiles). Zu diesem Bereich gehören unter anderem die Produktionsgesellschaften in Erndtebrück, Südkorea und Malaysia.<ref name=":2" /><ref name=":1" /><ref name=":6" />
Die EEW AOS Holding organisierte die Aktivitäten im US-amerikanischen Offshore-Windgeschäft.<ref name=":1" /><ref name=":6" />
Die EEW Group verfügt international über folgende Produktionsstandorte:<ref>Standorte. In: EEW Group. Abgerufen am 21. Januar 2021.</ref>
Deutschland
- Erndtebrück: EEW Pipe Production Erndtebrueck GmbH & Co. KG (EEW PPE)
- Rostock: EEW Special Pipe Constructions GmbH (EEW SPC)
Südkorea
- Sacheon-Si: EEW Korea Ltd.
- Gwangyang-Si: EEW Korea Heavy Pipe Construction Ltd. (EEW KHPC)
Malaysia
- Pasir Gudang: EEW Malaysia Sdn Bhd.
Vereinigte Staaten
- New Jersey, Paulsboro: EEW American Offshore Structures (AOS, seit 2025 nicht mehr in Produktion)
Geschäftsbereiche[Bearbeiten]
Öl- und Gasindustrie[Bearbeiten]
Die EEW Group produziert Stahlrohre für die Öl- und Gasindustrie. Neben Rohren, die als Fundamente für Offshore-Bohrplattformen dienen, werden EEW-Produkte in Pipelines, verfahrenstechnischen Anlagen wie Raffinerien und Chemieanlagen sowie im Kraftwerksbau eingesetzt. Neben dem Kohlenstoffstahl verarbeitet das Unternehmen auch Edelstähle und plattierte Stähle.
Es werden Leitungs- und Konstruktionsrohre gefertigt, darunter plattierte Leitungsrohre (Clad-Rohre) sowie spezialisiertes Rohrwerk für LNG-Projekte.<ref name=":4" />
Offshore Windindustrie[Bearbeiten]
Als im Zuge der Energiewende die Windindustrie zu Beginn des 21. Jahrhunderts zunehmend in Offshore-Gebiete vordrang, begann EEW die Herstellung von Fundamenten für Offshore-Windenergieanlagen. Dazu gründete das Unternehmen im Jahr 2008 ein Rohrwerk in Rostock-Überseehafen.<ref>EEW SPC in Rostock. In: EEW Group. Abgerufen am 27. April 2026.</ref> Bis 2024 wurden mehr als 2.200 Monopiles hergestellt.<ref>Torsten Roth: Beim Rostocker Windkraftzulieferer und Rohrfertiger EEW steigen Japaner ein. In: Nordkurier. 20. August 2024, abgerufen am 27. April 2026.</ref>
Neben Monopile-Konstruktionen produziert die EEW Group auch Stahlrohre für Jacket-Fundamente sowie weitere Offshore-Gründungsstrukturen.<ref name=":5">EEW KHPC picked for Korean pin pile contract. In: Renews. 16. Juni 2025, abgerufen am 27. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>EEW Special Pipe Constructions GmbH. In: Wind Industry in Germany. Abgerufen am 27. April 2026.</ref> In Kooperation mit weiteren Akteuren der Branche stellte EEW beispielsweise Stahl-Gründungsstrukturen für die Windparks EnBW Baltic 1 und Baltic 2, Gode Wind I und Gode Wind II, Gwynt y Môr, Global Tech I, Walney, Kriegers Flak,<ref name="iwr.de" /><ref name="eewspc.com" /> Borssele,<ref>Borssele I and II Offshore Wind Power Project. In: NS Energy. 13. Januar 2021, abgerufen am 27. April 2026.</ref> Thor<ref>First monopiles delivered for the Danish Thor offshore wind farm as EEW SPC begins loadouts. In: TGS 4C. 22. April 2025, abgerufen am 27. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und Nordlicht her.<ref>Adrijana Buljan: EEW, CS Wind Roll Out First Monopiles, Transition Pieces for Vattenfall's Nordlicht 1. In: Offshore Wind. 19. Februar 2026, abgerufen am 27. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Projekte[Bearbeiten]
EEW fertigte 100 Monopiles für den Offshore-Windpark Sofia vor der nordostenglischen Küste.<ref name=":3" /> Die Installation begann im Mai 2024 und wurde nach 14 Monaten abgeschlossen.<ref>All 100 foundations in place for 1.4GW Sofia. In: Renews. 15. Juli 2025, abgerufen am 27. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ebenfalls 2024 schloss EEW Special Pipe Constructions eine Vereinbarung mit Skyborn Renewables über die Lieferung von 63 Monopile-Fundamenten für den Offshore-Windpark Gennaker in der deutschen Ostsee.<ref>Antje Kindler: Großauftrag für EEW SPC: Monopiles für Ostsee-Windpark. In: Nordkurier. 1. September 2025, abgerufen am 2. Juli 2026.</ref> Am Standort Gwangyang (Südkorea) fertigte EEW KHPC 2024 insgesamt 156 Pin Piles für das Offshore-Windprojekt Hai Long.<ref>EEW loads out first Hai Long pin piles. In: Renews. 2. Februar 2024, abgerufen am 27. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Zwischen Januar 2024 und Juni 2025 wurde unter anderem das Projekt Ubadari UCC für BP Indonesien abgeschlossen.<ref>Erndtebrücker Eisenwerk meldet erneut Milliarden-Umsatz. In: Westfalenpost. 4. Dezember 2025, abgerufen am 27. April 2026.</ref>
2026 baute die EEW-Gruppe erstmals Monopile-Fundamente von Offshore-Windanlagen zurück. Dabei wurden nicht verwendete Fundamente aus den 2025 eingestellten US-Vorhaben demontiert.<ref>Stephen Dunne: EEW launches wind decommissioning strategy. In: Renews. 6. Februar 2026, abgerufen am 27. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="iwr.de"> Tripods für Offshore-Windpark Global Tech I werden aufgestellt. Int. Wirtschaftsforum Regenerative Energien, 17. September 2012, abgerufen am 11. Dezember 2015. </ref> <ref name="eewspc.com"> EEW SPC. (PDF; 2,1 MB) In: Wind-Kraft Journal. 2004, abgerufen am 11. Dezember 2015. </ref> </references>
Koordinaten: 50° 58′ 51,4″ N, 8° 13′ 48,5″ O
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