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Echtes Federgras

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Echtes Federgras
Datei:Stipa pennata ss. orig. sl27.jpg

Echtes Federgras (Stipa pennata)

Systematik
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Pooideae
Tribus: Stipeae
Gattung: Federgräser (Stipa)
Art: Echtes Federgras
Wissenschaftlicher Name
Stipa pennata
L.

Das Echte Federgras<ref name="Conert2000" /><ref name="FloraWebArt" /> (Stipa pennata), Grauscheiden-Federgras oder der Flunkerbart<ref name="deutsch2" /> ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae). Es bildet 40 bis 70 Zentimeter hohe Halme und bis zu 33 Zentimeter lange, dicht mit langen Haaren besetzte Grannen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Illustration Stipa pennata0.jpg
Illustration des Echten Federgrases (Stipa pennata) (links) und Stipa capillata (rechts)<ref name="Illustration" />
Datei:Stipa pennata ss. orig. sl2.jpg
Stängel mit Laubblatt und Blatthäutchen
Datei:Stipa pennata ss. orig. sl4.jpg
Pinselartig behaarte Laubblattspitze
Datei:Stipa pennata - Le Caylar fg09.jpg
Blütenstand
Datei:Stipa pennata ss. orig. sl8.jpg
Deckspelzen mit Haarzeilen

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Das Echte Federgras ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die dichte Horste bildet. Die aufrechten Halme sind durch zwei bis vier Knoten gegliedert, sind 40 bis 70 Zentimeter hoch und sind unter der Rispe rau.<ref name="Conert2000" /><ref name="grassbase" />

Die wechselständig an den Halmen angeordneten Laubblätter sind in Blattscheide und -spreite gegliedert. Die Blattscheiden sind kahl oder mehr oder weniger dicht etwa 0,1 Millimeter lang behaart. Die Ränder im oberen Teil der Blattscheide sind manchmal kurz bewimpert. Die Blatthäutchen der Erneuerungssprosse bilden einen 1 bis 2 Millimeter langen, häutigen Saum, die Blatthäutchen der Halmblätter sind 3 bis 5 Millimeter lang. Die fadenförmigen Blattspreiten sind blaugrün und erreichen Längen von bis zu 50 Zentimeter und Durchmesser von 0,5 bis 1 Millimeter. Zumindest an der Spitze junger Blätter befindet sich ein Büschel von bis zu 3 Millimeter langen, abstehenden Haaren. Die Spreitenunterseite ist meist kahl und glatt, im unteren Teil jedoch manchmal rau oder kurz behaart.<ref name="Conert2000" /><ref name="grassbase" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit ist im Mai und Juni.<ref name="Conert2000" /><ref name="grassbase" /> Der an der Basis in der obersten Blattscheide steckende, zusammengezogene, etwa 10 Zentimeter lange, elliptische rispige Blütenstand setzt sich aus fünf bis neun Ährchen zusammen. Die Ährchen sind einblütig, lanzettlich und ohne Granne meist 30 bis 50 und selten bis 70 Millimeter lang. Die Hüllspelzen sind untereinander gleich, bleibend, gelb, fünf- bis siebennervig und so lang wie die Ährchen. Die Blütchen sind zusammen mit dem 3 Millimeter langen und dicht behaarten Kallus 15 bis 18 Millimeter lang und etwa 1,4 Millimeter breit. Das obere Ende des Kallus ist krallenförmig gebogen, stechend und kahl. Die Deckspelze ist fünfnervig, 15 bis 20 Millimeter lang, beinahe stielrund und zeigt sieben Reihen von kurzen Haaren. Die am Rand liegenden Haarreihen enden (3 bis) 4 bis 5 Millimeter unter der Ansatzstelle der Granne; die mittlere Reihe überragt die benachbarten um etwa 2 Millimeter. Die Granne ist 25 bis 33 Zentimeter lang, der obere Teil ist dicht mit 5 bis 6 Millimeter langen Haaren besetzt. Die Vorspelze ist linealisch, zweinervig und so lang wie die Deckspelze. Die Staubbeutel sind 5 bis 6,5 Millimeter lang.<ref name="Conert2000" /><ref name="grassbase" />

Als Früchte werden 12 bis 15 Millimeter lange, spindelförmige Karyopsen gebildet.<ref name="Conert2000" /><ref name="grassbase" />

Chromosomensatz[Bearbeiten]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 44.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen[Bearbeiten]

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Echten Federgrases reicht von Mittel-, Nord-, Süd- und Osteuropa bis nach Nordafrika, und in Asien bis in den Kaukasusraum, nach Sibirien, nach Pakistan, in die Mongolei und nach China.<ref name="grassbase" />

Es kommt in lückigen Steppenrasen, an felsigen Hängen und in lichten Wäldern auf sommertrockenen, warmen, basenreichen, häufig kalkhaltigen, flachgründigen, nährstoffarmen steinigen oder seltener sandigen Böden vor. Es handelt sich um eine Lichtpflanze und einen Wärmezeiger.<ref name="Conert2000" /> Sie ist eine Charakterart des Verbands Festucion valesiacae.<ref name="Oberdorfer2001" /> Sie steigt am Rifferhorn bei Zermatt bis in eine Höhenlage von 2700 Meter auf.<ref name="Conert1992" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1 (sehr trocken), Lichtzahl L = 5 (sehr hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).<ref name="InfoFlora" />

Ökologie[Bearbeiten]

Vorlage:Hinweisbaustein Das Echte Federgras ist ein Hemikryptophyt. Die Früchte werden durch den Wind ausgebreitet und bohren sich bei Aufnahme von Wasser durch eine Drehbewegung der Granne selbst in den Boden.<ref name="Aichele2011" />

Systematik[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Stipa pennata erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 78.<ref name="POWO" /><ref name="Tropicos" /> Der Gattungsname Stipa wurde von Linné eingeführt, ohne dass Vertreter der Gattung zuvor mit diesem Namen bezeichnet wurden; mit dem spätlateinischen Wort stipa wurde ein Stab zum Abstützen von Amphoren bezeichnet.<ref name="Gen_Gat" /> Das Artepitheton pennata stammt ebenfalls aus dem Lateinischen und bedeutet „gefiedert“; es verweist damit auf die langhaarigen Grannen der Art.<ref name="Gen_Art" />

Synonyme für Stipa pennata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind unter anderen Stipa anomala Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.P.A. Smirn., Stipa appendiculata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Celak., Stipa austriaca Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Beck) Klokov, Stipa borysthenica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Prokudin, Stipa disjuncta Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Klokov, Stipa gallica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Steven) Celak., Stipa joannis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Čelak., Stipa lejophylla Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.P.A.Smirn., Stipa oligotricha Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Moraldo, Stipa sabulosa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Pacz.) Sljuss., Stipa tauricola Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Celak., Stipa veneta Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Moraldo.<ref name="POWO" />

Das Echte Federgras (Stipa pennata) ist eine Art aus der Gattung der Federgräser (Stipa) in der Tribus Stipeae, in der Unterfamilie Pooideae innerhalb Familie der Süßgräser (Poaceae).<ref name="GRIN" />

Stipa pennata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. gehört nach FloraWeb zu einer Artengruppe (Stipa pennata agg.), zu der in Deutschland noch folgende Arten mit ihren Unterarten gerechnet werden: Sand-Federgras (Stipa borysthenica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Klokov ex Prokudin), Weichhaariges Federgras (Stipa dasyphylla Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Cernjaev ex Lindem.) Trautv.), Zierliches Federgras (Stipa eriocaulis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Borbás), Gelbscheidiges Federgras (Stipa pulcherrima Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.K. Koch), Rossschweif-Federgras (Stipa tirsa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Steven).<ref name="FloraWebArtengruppe" />

Je nach Autor gibt es wenige Unterarten:<ref name="POWO" />

  • Stipa pennata subsp. ceynowae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Klichowska & M.Nobis: Sie wurde 2017 aus Polen erstbeschrieben.<ref name="POWO" />
  • Stipa pennata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. subsp. pennata: Sie kommt vom Europa bis zur Mongolei und bis Pakistan vor.<ref name="POWO" />
  • Stipa pennata subsp. sabulosa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Pacz.) Tzvelev: Sie kommt vom östlichen Mitteleuropa bis zur Mongolei und zum nordwestlichen Iran vor.<ref name="POWO" />

Verwendung und Schutz[Bearbeiten]

Datei:Stipa pennata (5743342277).jpg
Federgräser (Stipa pennata agg.) im Wind

Die Haargrannen werden manchmal als Bettfüllung verwendet. Gefärbte Grannen werden im Alpenland<ref name="Klapp1974" /> und in Ungarn, wo das Echte Federgras häufig ist, als Hutschmuck verwendet. In Deutschland wurden Pflanzenexemplare gewerbsmäßig zu Trockensträußen verarbeitet, was stellenweise zur Ausrottung dieser Art geführt hat.<ref name="Aichele2011" /> Das Echte Federgras ist in Deutschland durch die BArtSchV besonders geschützt.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /><ref name="Aichele2011" />

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Joachim Conert: Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen. Parey, Berlin 2000, ISBN 3-8263-3327-6, S. 542–543.
  • Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler, Mark Bachofer: Unsere Gräser. Über 400 Farbzeichnungen. Aktualisierte 12. Auflage. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-440-12573-1, S. 104.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Stipa pennata bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Stipa pennata L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWebArt"> Stipa pennata L., s. str., Echtes Federgras auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FloraWebArtengruppe"> Stipa pennata agg., Echtes Federgras (Artengruppe) auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Conert2000"> Hans Joachim Conert: Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen. Parey, Berlin 2000, ISBN 3-8263-3327-6, S. 542–543. </ref> <ref name="Conert1992"> Hans Joachim Conert: Familie Poaceae. S. 412–415. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band I, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1992, ISBN 3-489-52020-3. </ref> <ref name="deutsch2"> Deutscher Name nach Fischer, Oswald, Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol, S. 1150. </ref> <ref name="Illustration"> Illustration nach Otto Wilhelm Thomé: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, 1885, Gera. </ref> <ref name="Aichele2011"> Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler, Mark Bachofer: Unsere Gräser. Über 400 Farbzeichnungen. Aktualisierte 12. Auflage. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-440-12573-1, S. 104. </ref> <ref name="grassbase"> W. D. Clayton, M. Vorontsova, K. T. Harman, H. Williamson: Stipa pennata. In: GrassBase - The Online World Grass Flora. Kew, Royal Botanical Gardens, abgerufen am 12. August 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Gen_Gat"> Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7 (Nachdruck von 1996). S. 611 </ref> <ref name="Gen_Art"> Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 467, 611 (Nachdruck von 1996). S. 467. </ref> <ref name="Klapp1974"> Ernst Klapp: Taschenbuch der Gräser. Erkennung und Bestimmung, Standort und Vergesellschaftung, Bewertung und Verwendung 10. Auflage. Paul Parey, Berlin u. a. 1974, ISBN 3-489-53110-8, S. 173. </ref> <ref name="POWO"> Datenblatt Stipa pennata bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Michael Koltzenburg: Stipa. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 321.</ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Echtes Federgras (Stipa pennata) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien