Elizabeth Strout
Elizabeth Strout (* 6. Januar 1956 in Portland, Maine) ist eine US-amerikanische Schriftstellerin, die im Jahr 2009 für ihren Roman Mit Blick aufs Meer (englischer Originaltitel: Olive Kitteridge) den Pulitzer-Preis für Romane erhielt.
Leben[Bearbeiten]
Elizabeth Strout absolvierte ein Englischstudium am Bates College, das sie 1977 mit dem Bachelorexamen abschloss. Nach einem Studienaufenthalt in Oxford studierte Strout Rechtswissenschaften an der Syracuse University und schloss dieses Studium 1982 mit dem juristischen Doktorexamen ab.<ref>Elizabeth Strout Biography</ref> Daneben absolvierte sie dort auch ein Studium im Fach Gerontologie und begann nach Abschluss des Studiums mit dem Verfassen von Kurzgeschichten für die Zeitschriften New Letters, Redbook und Seventeen.
Sie veröffentlichte 1998 mit Amy and Isabelle ihren ersten Roman, der 1999 mit dem Los Angeles Times Book Prize für das beste Erstlingswerk ausgezeichnet wurde und von einer Mutter-Tochter-Beziehung in Massachusetts und der Liebe der minderjährigen Tochter zu ihrem Mathematiklehrer handelt. 2001 wurde der Stoff von Lloyd Kramer mit Elisabeth Shue und Hanna R. Hall in den Rollen der ‚Isabelle Goodrow‘ und ‚Amy Goodrow‘ als Fernsehfilm inszeniert.
Nach ihrem Roman Abide with me (2005) hatte sie mit Olive Kitteridge (2007) ihren bislang größten literarischen Erfolg. Für diesen Roman über die lebensbejahende, in Maine lebende pensionierte Mathematiklehrerin ‚Olive Kitteridge‘ erhielt sie 2009 den Pulitzer-Preis für Romane sowie 2010 den Premio Bancarella. Ebenfalls im Jahr 2010 erschien die deutsche Übersetzung Mit Blick aufs Meer von Sabine Roth. Der Roman wurde 2014 von Lisa Cholodenko als Miniserie Olive Kitteridge mit Frances McDormand in der Hauptrolle verfilmt.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Profil ( vom 29. Oktober 2014 im Internet Archive) bei labiennale.org (abgerufen am 2. September 2014).</ref> Im Oktober 2019 veröffentlichte Strout eine Fortsetzung unter dem Titel Olive, Again.
Der Lebensweg von ihrer Protagonistin ‚Lucy Barton‘, der zuerst in Die Unvollkommenheit der Liebe (2016) dargestellt wird, findet eine Fortsetzung in drei Folgeromanen Alles ist möglich (2020), Oh William! (2021) und Am Meer (2024). In einem Monodrama, das 2018 im Bridge Theatre in London und später auf dem Broadway aufgeführt wurde, verkörperte die Schauspielerin Laura Linney die Figur von Lucy Barton.<ref>Andrew Gans: What Did Critics Think of My Name Is Lucy Barton, Starring Laura Linney? In: Playbill. 7. Juni 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 9. Juli 2023; abgerufen am 13. Juni 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit war Strout auch Dozentin für Kreatives Schreiben an der Colgate University sowie der Queens University of Charlotte in North Carolina.
Strout ist seit 2011 in zweiter Ehe mit James Tierney verheiratet, der von 1981 bis 1991 Maine Attorney General war.<ref>Harvard Law School: James E. Tierney | Harvard Law School. In: harvard.edu. hls.harvard.edu, abgerufen am 2. April 2016.</ref> Sie hat eine Tochter aus einer früheren Beziehung, die Dramatikerin Zarina Shea.<ref>Karen Heller: Elizabeth Strout has ‘millions of stories to tell’. In: Washington Post. 22. September 2022, abgerufen am 8. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Strout lebt in New York City und Maine.
Auszeichnungen[Bearbeiten]
2016 erhielt Strout in Italien den Premio Malaparte. 2018 wurde ihr für Alles ist möglich (Band 2 der Lucy-Barton-Romane) der Story Prize verliehen. Strout gewann auch The Los Angeles Times Art Seidenbaum Award for First Fiction und den Chicago Tribune Heartland Prize.<ref>2017/18 Winner & Finalists</ref><ref>Elizabeth Strout Wins The Story Prize for ANYTHING IS POSSIBLE</ref> 2022 wurde sie in die American Academy of Arts and Letters gewählt.<ref>2022 Newly Elected Members – American Academy of Arts and Letters. Abgerufen am 1. April 2022.</ref> Ebenfalls 2022 wurde ihr der Siegfried Lenz Preis für ihr bisheriges Gesamtwerk zuerkannt.<ref>Elizabeth Strout erhält Siegfried Lenz Preis, wdr.de, 30. Juni 2022, abgerufen am 30. Juni 2022.</ref> Denn Strout verstehe es, so die Jury, auf denkbar knappe Weise menschliche Verhaltensweisen zu bündeln und zeige „Niedertracht und Hilflosigkeit ihrer Akteure sowie deren Sprachlosigkeit und Traurigkeit darüber, was im Leben verpasst wurde“.<ref>Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Juli 2022, S. 12.</ref> Zweimal wurde Strout schon für den britischen Booker Prize vorgeschlagen und mehrere ihrer Bücher finden sich auf der Spiegel-Bestsellerliste. Auch ihr neuer Roman Am Meer hat sich 2024 gleich auf der SPIEGEL-Bestsellerliste Hardcover Belletristik platziert.<ref>Elizabeth Strout landet weiteren SPIEGEL-Bestseller</ref>
Werke[Bearbeiten]
- Amy and Isabelle. Random House, New York 1999, ISBN 0-375-50134-7.
- Amy & Isabelle. Übersetzung Margarete Längsfeld. Piper, München 2000, ISBN 3-492-04200-7.
- Abide with me. A Novel. New York: Random House, 2005, ISBN 1-4000-6207-1 (Titel nach einem englischen Kirchenlied).
- Bleib bei mir. Übersetzung Sabine Roth. München: Luchterhand, 2014, ISBN 978-3-630-87445-6.
- Olive Kitteridge. Random House, New York 2007, ISBN 978-1-4000-6208-9.
- Mit Blick aufs Meer. Übersetzung Sabine Roth. Luchterhand, München 2010, ISBN 978-3-630-87330-5.
- The Burgess Boys: A Novel. Random House, New York 2013, ISBN 9781400067688.
- Das Leben, natürlich. Übersetzung Sabine Roth und Walter Ahlers. Luchterhand, München 2013, ISBN 978-3-630-87344-2.
- My Name Is Lucy Barton. Random House, New York 2016, ISBN 9781400067695.<ref>Erica Wagner: Fairy tale of New York, in: Financial Times, 14. Februar 2016, S. 11.</ref>
- Die Unvollkommenheit der Liebe. Übersetzung Sabine Roth. Luchterhand, München 2016, ISBN 978-3-630-87509-5.
- Anything is Possible. Random House, New York 2017, ISBN 9780812989403.
- Alles ist möglich. Übersetzung Sabine Roth. Luchterhand, München 2020, ISBN 978-3-442-71900-6.
- Olive, Again. Random House, New York 2019, ISBN 9780812996548.
- Die langen Abende. Übersetzung Sabine Roth. Luchterhand, München 2020, ISBN 978-3-630-87529-3.<ref>Gabriele von Arnim: „Ein Monster namens Unglück“, Rezension auf deutschlandfunkkultur.de vom 18. März 2020, abgerufen am 19. März 2020.</ref>
- Oh William! Viking, London 2021, ISBN 978-0-241-50817-6.
- Oh William! Übersetzung Sabine Roth. Luchterhand, München 2021. ISBN 978-3-630-87530-9.<ref>Christoph Schröder: Elizabeth Strouts Roman "Oh, William!". Eine Rezension. Abgerufen am 10. Januar 2022.</ref>
- Lucy by the Sea. Random House, New York 2022, ISBN 978-0-593-44606-5.
- Am Meer. Übersetzung Sabine Roth. Luchterhand, München 2024. ISBN 978-3-630-87748-8.<ref>Rezension von Elizabeth Strouts Roman „Am Meer“. 28. Februar 2024, abgerufen am 11. Juni 2024.</ref>
- Tell Me Everything. Random House. New York 2024, ISBN 978-0-593-44609-6.
- Erzähl mir alles. Übersetzung Sabine Roth, Luchterhand, München 2026, ISBN 978-3-630-87749-5.<ref>Neuer Roman der Pulitzer-Preisträgerin: „Eigentlich passiert ungeheuer viel“ – Christoph Schröder über Elizabeth Strouts „Erzähl mir alles“, swr.de vom 30. März 2026, abgerufen am 21. April 2026</ref>
Rezeption[Bearbeiten]
Der Bestseller Mit Blick aufs Meer wurde auch im deutschsprachigen Raum von der Kritik wohlwollend aufgenommen. Martin Halter beschrieb den Roman in der FAZ als warmherzig, anrührend, lebensklug, aber nie sentimental oder weltfremd.<ref>Martin Halter: Es ist nicht gerecht, aber gut. FAZ, 23. Juli 2010, abgerufen am 21. August 2017.</ref> Eva Menasse lobte die ineinander verwobenen Episoden des Buches als eine kunstvolle Mischung aus Humor und Tragik.<ref>Eva Menasse: Amerikas obstkuchensüßes Leben. ZEIT, 15. Juli 2010, abgerufen am 21. August 2017.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Elizabeth Strout im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Elizabeth Strout im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
- Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Elizabeth Strout bei Perlentaucher
- Vorlage:IMDb/1
- Werke von Elizabeth Strout bei Open Library
- Der Kosmos von Elizabeth Strout von Andrea Gerk, Deutschlandfunk, Büchermarkt, 1. Juli 2026 (6:24 Minuten).
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Strout, Elizabeth |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanische Schriftstellerin |
| GEBURTSDATUM | 6. Januar 1956 |
| GEBURTSORT | Portland, Maine |
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