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Steppenkerzen

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Steppenkerzen
Datei:Eremurus Shelford 2.JPG

Eremurus ×isabellinus ‘Shelford’-Hybriden

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
ohne Rang: Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Affodillgewächse (Asphodelaceae)
Unterfamilie: Asphodeloideae
Gattung: Steppenkerzen
Wissenschaftlicher Name
Eremurus
M.Bieb.

Steppenkerzen (Eremurus)<ref name="FoC" /><ref name="Safar2009" />, auch Wüstenschweif, Lilienschweif, Kleopatranadel genannt, sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Asphodeloideae innerhalb der Familie der Affodillgewächse (Asphodelaceae). Die 45<ref name="FoC" /><ref name="Safar2009" /> bis 59<ref name="WCSP" /> Arten sind hauptsächlich in West- bis Zentralasien verbreitet.<ref name="FoC" /> Einige Sorten von einigen Arten werden als Zierpflanzen in Parks und Gärten verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Eremurus-robustus-flower-close.JPG
Blüte im Detail der Riesen-Steppenkerze (Eremurus robustus)
Datei:Eremurus himalaicus Pustynnik himalajski 2010-06-20 02.jpg
Kapselfrucht der Himalaja-Steppenkerze (Eremurus himalaicus)

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Steppenkerzen-Arten sind ausdauernde, krautige Pflanzen, die meist Wuchshöhen von 80 bis 200 Zentimetern erreichen.<ref name="FoC" /> Sie bilden oft Horste. Als Überdauerungsorgane bilden sie vertikale, kurze, kräftige Rhizome, die am oberen Ende von Blattbasen umgeben sind, manchmal sind auch die Fasern der alten Blattbasen noch vorhanden. Die vielen Wurzeln sind relativ lang, dick und fleischig.<ref name="FoC" />

Die Laubblätter sind in grundständigen Rosetten angeordnet. Die einfachen Blattspreiten sind linealisch.<ref name="FoC" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Endständig ist je Pflanzenexemplar ein unverzweigter, aufrechter Blütenstandsschaft vorhanden, der auf dem größten Teil seiner Länge keine Blätter besitzt, aber Hochblätter am oberen Ende.<ref name="FoC" /> Viele gestielte Blüten stehen über jedem Tragblatt dicht, traubigen Blütenstände zusammen, die bei einigen Arten sehr hoch sind. Meist verlängert sich der Blütenstandsschaft bis zur Fruchtreife, so dass die Früchte weiter auseinander stehen. Die häutigen Tragblätter besitzen winzig gesägte, ausgefranste oder bewimperte Ränder und lange, dünn zugespitzte obere Enden.<ref name="FoC" />

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und dreizählig.<ref name="FoC" /> Die sechs, freien oder nur an ihrer Basis verwachsenen Blütenhüllblätter stehen glockenförmig, röhrig oder becherförmig zusammen. Die Blütenhüllblätter besitzen ein, drei oder fünf Nerven.<ref name="FoC" /> Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden. Die Staubfäden sind dünn oder verbreitern sich zu ihrer Basis hin. Die Staubbeutel sind dorsifix nahe ihrer Basis; diese Basis besitzt bis zu 0,5 Millimeter lange Anhängsel.<ref name="FoC" /> Drei Fruchtblätter sind zu einem oberständige, dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen. Der relativ lange und dünne Griffel ist haltbar und auch noch bei der Frucht auffällig. Die Narbe ist sehr klein.<ref name="FoC" />

Die mehr oder weniger kugeligen, dreifächerigen Kapselfrüchte öffnen sich fachspaltig (= lokulizid) und enthalten je Fruchtfach mehrere Samen.<ref name="FoC" /> Die Samen sind unregelmäßig dreikantig, manchmal mit Flügeln an den Kanten.<ref name="FoC" />

Ökologie[Bearbeiten]

Ähnlich wie bei den verwandten Asphodelus-Arten meiden Rinder Eremurus-Arten, sodass sie auch in stark beweideten Gebieten eine Überlebenschance haben.<ref>Jānis Rukšāns: Buried Treasures: Finding and Growing the World's choicest Bulbs. Portland, Timber Press, 2007, 190.</ref>

Datei:Eremurus alaicus (5546699412).jpg
Eremurus alaicus
Datei:Eremurus himalaicus2C2000.jpg
Himalaja-Steppenkerze (Eremurus himalaicus)
Datei:Eremurus robustus Pustynnik olbrzymi 2010-05-29 04.jpg
Riesen-Steppenkerze (Eremurus robustus)
Datei:Эрему́рус замечательный (лат. Eremúrus spectabílis).jpg
Ansehnliche Steppenkerze (Eremurus spectabilis)
Datei:Eremurus bungei.jpg
Schmalblättrige Steppenkerze (Eremurus stenophyllus subsp. stenophyllus)
Datei:Eremurus thiodanthus (1).jpg
Eremurus thiodanthus

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Eremurus wurde 1819 durch Friedrich August Marschall von Bieberstein in Flora Taurico-Caucasica, Band 3, S. 269<ref name="Bieberstein1819" /> aufgestellt.<ref name="FoC" /><ref name="Tropicos" /><ref name="WCSP" /> Typusart ist Eremurus spectabilis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.M.Bieb.<ref name="Tropicos" /> Schon 1810 hatte Bieberstein in Centuria plantarum rariorum Rossiae meridionalis: praesertim Tauriae et Caucasi iconibus descriptionibusque illustrata. Pars I. Typis Academics, Charkoviae, Tafel 61 die Bezeichnung verwendet „Eremurus“. Synonyme für Eremurus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.M.Bieb. sind: Ammolirion Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kar. & Kir., Henningia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kar. & Kir.

Die etwa 59 Arten gedeihen hauptsächlich in den kalten Hochebenen Zentral- und Westasiens. Außerdem reicht das Verbreitungsgebiet noch östlich bis China und westlich bis in die Türkei und in die Ukraine.

Die Gattung Eremurus umfasst folgende Arten und Hybriden:<ref name="WCSP" />

Datei:Stamps of Uzbekistan, 2002-04.jpg
Illustration von Eremurus hilariae auf Briefmarke aus Usbekistan

Nutzung[Bearbeiten]

Von wenigen Arten werden die Rhizome oder die Laubblätter gegessen.<ref name="PFAF" />

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> <ref name="Tropicos"> Eremurus bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="PFAF"> Einträge zu Eremurus bei Plants For A Future, abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Bieberstein1819"> Friedrich August Marschall von Bieberstein: Flora Taurico-Caucasica, Band 3, 1819, S. 269. eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2: Arten und Sorten, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7. </ref> <ref name="FoC"> Chen Xinqi (陈心启 Chen Sing-chi), Nicholas J. Turland: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 24: Liliaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2000, ISBN 0-19-515208-5. Eremurus Marschall von Bieberstein - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Safar2009"> Kosar Naderi Safar, Shahrokh Kazempour Osaloo, Mahdi Zarei: Phylogeny of the genus Eremurus (Asphodelaceae) based on morphological characters in the Flora Iranica area. In: Iranian Journal of Botany, Volume 15, 2009, S. 27–35.PDF PDF. </ref> </references>

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Kosar Naderi Safar, Shahrokh Kazempour Osaloo, Mostafa Assadi, Mahdi Zarei, Maryam Khoshsokhan: Phylogenetic analysis of Eremurus, Asphodelus, and Asphodeline (Xanthorrhoeaceae-Asphodeloideae) inferred from plastid trnL-F and nrDNA ITS sequences. In: Biochemical Systematics and Ecology, Volume 56, 2014, S. 32–39. doi:10.1016/j.bse.2014.04.015

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Steppenkerzen (Eremurus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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