Erich Ryneck
Erich Hans Paul Ryneck (* 18. November 1899 in Rixdorf;<ref>Geburtsregister StA Rixdorf, Nr. 3165/1899</ref> † 7. April 1976 in Berlin-Steglitz<ref>Sterberegister StA Steglitz von Berlin, Nr. 1365/1976</ref>) war ein deutscher Kommunalpolitiker (SPD). Er war von 1946 bis 1948 Bezirksbürgermeister von Pankow im sowjetischen Sektor von Berlin.
Leben[Bearbeiten]
Ryneck war ein Sohn der SPD-Politikerin Elfriede Ryneck, die in der Weimarer Republik Abgeordnete im Reichstag sowie Preußischen Landtag war, und des Verlagsmitarbeiters Emil Ryneck. Er selbst studierte nach dem Abitur an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg und schloss als Ingenieur ab. In den 1920er-Jahren arbeitete er im Landesarbeitsamt der preußischen Provinz Brandenburg. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er 1933 gemaßregelt und aus seiner Tätigkeit im öffentlichen Dienst entlassen.<ref name="Mayer94">Bernhard Meyer: Sozialdemokraten in der Entscheidung. Biographien und Chronologie. Edition Luisenstadt, Berlin 1994.</ref>
Ryneck war mit Erna Bresemann (* 20. Juni 1900) verheiratet, mit der er gemeinsam drei Kinder hatte: Peter (* April 1933), Jutta (* 27. März 1934), die spätere Juristin und Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, und Brigitte (* 15. Februar 1940). In der Zeit des Berufsverbots kümmerte er sich um die Kinder und den Haushalt, während seine Frau als Kellnerin arbeitete, um den Lebensunterhalt der Familie zu finanzieren. Später wurde er in der Rüstungsindustrie dienstverpflichtet.<ref name="Bio">Karin Deckenbach: Jutta Limbach</ref>
Nach Kriegsende 1945 wurde Ryneck Leiter des Heiz- und Maschinenamtes beim Bauamt Pankow. Ab April 1946 war er geschäftsführender Vorsitzender des Kreisvorstandes Pankow der SPD, die aufgrund des Viermächte-Statuts in Berlin auch nach der Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED fortbestand.<ref name="Mayer94"/> Am 20. Oktober 1946 fanden in ganz Berlin die ersten demokratischen Wahlen zu den Bezirksvertretungen seit 1933 statt. Als Ergebnis wurde der von der SPD nominierte Erich Ryneck von Dezember 1946 bis Dezember 1948 Bezirksbürgermeister des Bezirks Pankow.<ref>Geschichte Rathaus 6. 1945 Die schweren Nachkriegsjahre (1945–1949). Bezirksamt Pankow, abgerufen am 15. Oktober 2014.</ref> Nach dem Krieg besuchte der Sohn Peter die Schulfarm Insel Scharfenberg. Da Ryneck ein Gegner der Vereinigung von SPD und KPD zur SED gewesen war, befürchtete er in Ost-Berlin Repressionen und übersiedelte deshalb in den Amerikanischen Sektor nach Berlin-Lichterfelde.<ref name="Bio" />
Literatur[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
- Vorlage:Deutsche Biographie/core
- Jutta Limbach im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Wilhelm Kubig (1921–1924) | Hans Meißner (1925–1944) | Bernhard Ahmels (1944–1945) | Bruno Mätzchen (1945–1946) | Erich Ryneck (1946–1948) | Otto-Heinz Gahren (1948–1950) | Hermann Selbach (1950–1951) | Martin Dietrich (1951–1952) | Frieda Weiß (1953–1961) | Gerhard Kirschbaum (1961–1971) | Horst Ansorge (1971–1981) | Hans Walter (1981–1988) | Heinz Mohn (1988–1989) | Uwe Hauser (1989–1990) | Nils Busch-Petersen (1990) | Harald Lüderitz (1990–1992) | Jörg Richter (1992–1999) | Gisela Grunwald (1999–2001)
Seit dem 1. Januar 2001 ist der Bezirk Pankow Teil des neuen Bezirks Pankow.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ryneck, Erich |
| ALTERNATIVNAMEN | Ryneck, Erich Hans Paul (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (SPD) |
| GEBURTSDATUM | 18. November 1899 |
| GEBURTSORT | Rixdorf |
| STERBEDATUM | 7. April 1976 |
| STERBEORT | Berlin-Steglitz |