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Erwin Jutzet

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Datei:Erwin Jutzet.jpg
Erwin Jutzet, 2012

Erwin Jutzet (* 7. Mai 1951 in Freiburg im Üechtland; heimatberechtigt in St. Silvester; † 29. November 2025<ref name="blick">Der Freiburger SP-Politiker Erwin Jutzet (†74) ist verstorben. In: Blick.ch. 29. November 2025, abgerufen am 30. November 2025.</ref>) war ein Schweizer Jurist und Politiker (SP). Er war Grossrat und Staatsrat des Kantons Freiburg sowie Nationalrat. 2011 amtete er als Freiburger Staatsratspräsident.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Erwin Jutzet studierte Rechtswissenschaften in Freiburg und schloss 1975 mit dem Lizentiat ab. Er arbeitete als Jurist im kantonalen Departement für Gemeinden und Pfarreien. 1979 erwarb er das Anwaltspatent. Er war Gerichtsschreiber am Bezirksgericht See, Vizepräsident des Arbeitsgerichts und Handelsregisterführer. 1981 wurde er Bundesgerichtsschreiber (zuerst in der öffentlich-rechtlichen, dann in der zivilrechtlichen Abteilung). 1984 eröffnete er seine Anwaltskanzlei in Freiburg. Er war Ersatzrichter am Kantonsgericht und am Bundesgericht.<ref name="biografie">Erwin Jutzet auf der Website des Staatsrates des Kantons Freiburg, abgerufen am 30. November 2025.</ref><ref name="srf.ch"/>

Politik[Bearbeiten]

Von 1981 bis 1995 war er Mitglied des Grossen Rates des Kantons Freiburg, von 1988 bis 1994 Präsident der SP-Fraktion und 1995 Präsident des Grossen Rates.<ref name="blick" /> Er setzte sich erfolgreich dafür ein, dass Deutsch und Französisch als gleichberechtigte Amtssprachen anerkannt werden; seine Motion führte 1990 zur Revision des Sprachenartikels der Freiburger Kantonsverfassung.<ref name="srf.ch">Ehemaliger Freiburger SP-Staatsrat Erwin Jutzet gestorben. In: SRF.ch. 29. November 2025, abgerufen am 30. November 2025.</ref>

In den Nationalratswahlen im Oktober 1995 wurde er in den Nationalrat gewählt und in den Wahlen 1999 und 2003 wiedergewählt. Er war 1995–2003 und 2005–2007 Mitglied der Kommission für Rechtsfragen und 1999–2007 Mitglied der Aussenpolitischen Kommission (Präsident 2003 bis 2005). 2003–2007 gehörte er der Gerichtskommission der Vereinigten Bundesversammlung an, die er 2005–2007 präsidierte. Nach seiner Wahl in den Staatsrat des Kantons Freiburg trat er per 4. März 2007 aus dem Nationalrat zurück; für ihn rückte Liliane Chappuis nach. Nationalratspräsidentin Christine Egerszegi-Obrist würdigte in ihrer Verabschiedung im Rat sein Engagement: «Erwin Jutzet machte sich vor allem einen Namen als Aussenpolitiker. Er war Präsident der Delegation, die für die Beziehungen zur Efta und zum Europäischen Parlament zuständig ist. In den ersten beiden Jahren dieser Legislatur amtierte er als Präsident der Aussenpolitischen Kommission und trug als solcher dazu bei, den Weg zu den Bilateralen II zu ebnen. In dieser Zeit traf er sich mit so interessanten Persönlichkeiten wie Kofi Annan oder Javier Solana, dem hohen Vertreter für die gemeinsame Aussen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union. Seinem Interesse an Afrika – Erwin Jutzet hat als Anwalt zahlreiche Afrikaner vertreten – ist es zuzuschreiben, dass er eine Delegation angeführt hat, welche Mosambik besucht hat, wo die Schweiz in der Entwicklungszusammenarbeit tätig ist.»<ref>Mitteilungen der Präsidentin. In: Amtliches Bulletin der Bundesversammlung. Abgerufen am 7. Juni 2026.</ref>

Von 2007 bis 2016 war er Mitglied des Staatsrats und Vorsteher der Sicherheits- und Justizdirektion. Er war zuständig für verschiedene Gesetzesentwürfe, u. a. für Gesetze über die Videoüberwachung, für den Bevölkerungsschutz, über die Feuerpolizei, über die Prostitution, über die Entwicklungszusammenarbeit, über die Integration der Migrantinnen und Migranten und die Rassismusprävention. 2011 war er Staatsratspräsident.<ref name="biografie" />

Privates[Bearbeiten]

Jutzet lebte in Schmitten. Er war verheiratet und Vater von vier Kindern. Er starb im November 2025 im Alter von 74 Jahren an einem Herzstillstand<ref>Der Staatsrat erfuhr mit Trauer vom Hinschied von Erwin Jutzet, alt Staatstat, am 29. November 2025, in seinem 75. Lebensjahr. In: FR.ch, 29. November 2025, abgerufen am 1. Dezember 2025 (Medienmitteilung).</ref>.

Literatur[Bearbeiten]

  • Georges Andrey, John Clerc, Jean-Pierre Dorand et Nicolas Gex: Der Freiburger Staatsrat: 1848–2011. Geschichte, Organisation, Mitglieder. Editions La Sarine, Freiburg im Üechtland 2012, ISBN 978-2-88355-153-4.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references/>

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