Zum Inhalt springen

Eugen Freund

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Eugen Freund 2014.jpg
Eugen Freund 2014

Eugen Freund (* 15. April 1951 in Wien) ist ein ehemaliger österreichischer Journalist (ORF) und Politiker (SPÖ). Von 2014 bis 2019 war er Mitglied des Europäischen Parlaments.

Leben[Bearbeiten]

Im Alter von sechs Wochen übersiedelte Eugen Freund mit seinen Eltern nach Kärnten, wo sein Vater im gemischtsprachigen Gebiet eine Stelle als Gemeindearzt in Sankt Kanzian am Klopeiner See antrat. Nach der Volksschule besuchte er ab 1961 in Klagenfurt das Bundesrealgymnasium am dem er 1970 maturierte. Anschließend folgten bis 1974 verschiedene nicht abgeschlossene Studien (Medizin, Geschichte und Theaterwissenschaften) an der Universität Wien.<ref>Eugen Freund auf der Website des österreichischen Parlaments, abgerufen am 11. September 2026.</ref><ref>Aussage von Eugen Freund in der Sendung Wir sind Kaiser am 18. Juni 2009 (online: speciaIagent: eugen freund bei wir sind kaiser auf YouTube, 19. Juni 2009, abgerufen am 11. September 2026 (Laufzeit: 7:53 min).).</ref> Noch während des Studiums begann er 1972 seine journalistische Laufbahn, unter anderem im Zusammenhang mit dem Ortstafelstreit, erste Artikel erschienen in der Kärntner Tageszeitung. Danach war Freund zwei Jahre ständiger freier Mitarbeiter beim Nachrichtenmagazin profil.

Im Jahr 1974 wechselte er in die innenpolitische Redaktion des ORF-Hörfunks, 1978 holte ihn der damalige Außenminister Willibald Pahr als Pressesprecher in sein Ministerium. Im Jahr danach übersiedelte Freund nach New York, wo er sich im Presse- und Informationsdienst der Republik Österreich unter Peter Marboe um eine Neupositionierung des Österreich-Images in den USA bemühte. Diese Tätigkeit übte er bis 1984 aus. Zurückgekehrt nach Wien arbeitete er eineinhalb Jahre als freier Journalist und Filmemacher und hielt Lehrveranstaltungen an den Publizistik-Instituten der Universität Wien und der Universität Salzburg.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Eugen Freund (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive). Kurzbiografie in kundendienst.ORF.at.</ref>

Von 1986 bis 2013 war er beim ORF-Fernsehen. Die Nachrichtensendung ZIB 2 moderierte er in den Jahren 1986/87, in der innenpolitischen Redaktion arbeitete er von 1987 bis 1989, als Beitragsgestalter und Moderator war er von 1989 bis 1995 für die ORF-Informationssendung Auslandsreport tätig. 1995 und 1998–2001 wurde er vom ORF als Korrespondent und Bürochef in Washington, D.C. eingesetzt. Unmittelbar vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001 kehrte Eugen Freund aus den USA nach Österreich zurück und veröffentlichte im selben Jahr sein erstes Buch Mein Amerika. An diesem 11. September moderierte er mit Hannelore Veit die ZIB-Spezial zu den Terroranschlägen. Kurz nach 15 Uhr begonnen, von Veit als kurze Sondersendung anmoderiert, entwickelte sich die Sendung mit einer Dauer von 42 Stunden 52 Minuten 51 Sekunden zur längsten Live-Berichterstattung in der Geschichte des ORF.<ref>Hannelore Veit und Eugen Freund zu „42 Stunden 52 Minuten 51 Sekunden – 9/11 im ORF-Newsroom“. Sendung Hinter den Schlagzeilen in ORF 2, 11. September 2026, abgerufen am 11. September 2026.</ref>

In den Jahren 2004 bis 2007 arbeitete Freund in der außenpolitischen Redaktion des Hörfunks. Im Juni 2007 wechselte er zum Fernsehen zurück und war als Sonderkorrespondent und Analytiker außenpolitischer Ereignisse tätig. Seit Jänner 2010 moderierte er auch das Weltjournal. Im Zuge seiner international journalistischen Tätigkeit mit Beiträgen für Zeitungen und Magazine<ref>Zeitungen und Magazine, für die Eugen Freund tätig war: Österreich: Der Standard, Die Presse, profil, Format. Deutschland: Die Zeit, Vogue Deutschland. Schweizer Weltwoche und in den USA die Washington Post.</ref> war Eugen Freund auch als Vortragender mit dem Schwerpunkt USA, als Moderator (englisch, deutsch) politischer Diskussionen und als gelegentlicher Gastgeber von Opern-Matineen im Stadttheater Klagenfurt tätig. Im Dezember 2008 wurde Eugen Freund von Juroren der vom Bundesvorstand des Deutschen Journalisten-Verbandes herausgegebenen Fachzeitschrift Journalist zum „Auslandsjournalisten des Jahres“ gekürt.<ref name="DerStandard-20090130" />

Als Vertretung von Gerald Groß moderierte er von Anfang Mai bis August 2011 die ZIB 17 und gemeinsam mit Hannelore Veit die tägliche Haupt-ZIB um 19:30 Uhr. Nachdem Groß den ORF Ende September 2011 verlassen hatte, wurde er dessen Nachfolger. Am 31. Dezember 2013 moderierte er das letzte Mal die Zeit im Bild, bevor er aus dem ORF ausschied.<ref>„ZiB“-Staffelübergabe von Freund an Hazivar zum Jahreswechsel. In: Salzburger Nachrichten. 31. Dezember 2013, abgerufen am 11. September 2026.</ref> Vom ORF wurde Freund gegen seinen Willen mit 62 Jahren in Frühpension geschickt.<ref>ORF: Machtkampf um ZIB-Star. Der ZiB-Moderator soll Sonntag in die Frühpension. Wrabetz stoppt das nun. In: oe24.at. 7. November 2013, abgerufen am 11. September 2026: „Wrabetz wird Freund, dem Vernehmen nach, vorschlagen, dass er bis Ende des Jahres weiter moderieren solle – sein Resturlaub würde ihm in dem Fall ausgezahlt werden. Freund selber will, berichten ORF-Kollegen, allerdings noch bis Ende 2014 Anchorman der Zeit im Bild bleiben.“</ref><ref>Ida Metzger: Eugen Freund ganz privat. In: Kurier.at. 19. Januar 2014, abgerufen am 11. September 2026 (Paywall): „‚… Und vergessen Sie nicht, den Ausweis abzugeben‘[…] Ich wollte mit 62 nicht in Pension gehen.“</ref>

Im Jänner 2014 wurde bekannt, dass Eugen Freund die Liste der SPÖ bei der EU-Parlamentswahl 2014 anführen wird.<ref>EU-Wahl: Eugen Freund wird SPÖ-Spitzenkandidat. In: Der Standard. 13. Januar 2014, abgerufen am 11. September 2026.</ref> Im Oktober 2014 ist er der SPÖ beigetreten, nachdem seine Parteilosigkeit von SP-Organisationen kritisiert worden war.<ref>Parteimitglied: Eugen Freund ist SPÖ beigetreten. In: Der Standard. 14. Oktober 2014, abgerufen am 11. September 2026.</ref> Während seiner Tätigkeit im EU-Parlament und dabei vorwiegend im Außenpolitischen Ausschuss sowie im Sicherheits- und Verteidigungs-Unterausschuss<ref>Eugen Freund in der Abgeordnetendatenbank des Europäischen Parlaments (8. Wahlperiode), abgerufen am 11. September 2026.</ref> betonte Freund immer wieder die Notwendigkeit einer starken, gemeinsamen EU-Außenpolitik. Nach der Europawahl in Österreich 2019 schied er aus dem Europäischen Parlament aus.

In der Funktionsperiode vom 1. Jänner 2022 bis zum 31. Dezember 2023 war Eugen Freund Mitglied des Beirats der Gemeinwohlstiftung COMÚN des Ehepaars Veronika und Sebastian Bohrn Mena, einer auf ökologischen und sozialen Wandel ausgerichteten Bürgerstiftung.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Über uns (Memento vom 9. Januar 2024 im Internet Archive). Website der Stiftung Común, hier Abschnitt Organisation: „Ehemalige Beiräte in der Funktionsperiode 1.1.2022 bis 31.12.2023 waren: […], Eugen Freund, […], Lena Schilling und Josef Weidenholzer.“</ref>

Privates[Bearbeiten]

Eugen Freund ist verheiratet und Vater einer Tochter und eines Sohnes. Sein Großvater war Helmrich Lambrecht, der 1961 die Privatsternwarte in St. Kanzian errichtet hat. Nach dessen Tod ging die Anlage in den Besitz seines Enkels Eugen und war eine Zeit lang stillgelegt. 2009 wurde die Sternwarte vom dem aus diesem Anlass gegründeten Verein International Astronomical Association Zauchen (IAAZ) revitalisiert und umfangreich renoviert. Seither wird die Anlage von der IAAZ seither als Helmrich-Lambrecht-Sternwarte betrieben und werden Führungen angeboten.<ref>Die Helmrich-Lambrecht-Sternwarte: Geschichte. In: Sternwarte Sankt Kanzian. IAAZ – International Astronomical Association Zauchen (Hrsg.), abgerufen am 11. September 2026.</ref>

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • Mein Amerika. Verlag Wieser, Klagenfurt 2001, ISBN 978-3851293661.
  • Präsident Obama. Der lange Weg ins Weiße Haus. Wieser, Klagenfurt 2008, ISBN 978-3851298185.
  • Brennpunkte der Weltpolitik. Wie alles mit allem zusammenhängt. Kremayr & Scheriau, Wien 2010, ISBN 978-3218008105
  • Zeit in Bildern. Vier Jahrzehnte fotografisch dokumentiert. Kremayr & Scheriau, Wien 2011, ISBN 978-3218008266.
  • Der Tod des Landeshauptmanns. Kremayr & Scheriau, Wien 2013, ISBN 978-3218008778.
  • Haben schon alle abgestimmt. Kremayr & Scheriau, Wien 2019, ISBN 978-3-218-01184-6.
  • Bleib schön sitzen. Wieser Verlag, Klagenfurt 2021, ISBN 978-3-99029-455-0 (Autobiographie).
  • Zeitgeschichte(n) aus 50 Jahren: Berichte, Interviews, Vorträge. Verlag, Klagenfurt 2022, ISBN 978-3-99029-557-1.
  • Die Festplatte. Ein Kriminalroman. Verlag, Klagenfurt 2024, ISBN 978-3-99029-639-4.
  • Das Spiel mit dem Dritten Weltkrieg. Wie Europa und die USA auseinanderdriften. Verlag, Klagenfurt 2025, ISBN 978-3-99029-701-8.

Hörbücher[Bearbeiten]

  • Der Tod des Landeshauptmanns. Sprecher: Eugen Freund, Matthias Euba, Mono Verlag, Wien 2013, ISBN 978-3-902727-41-1.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Eugen Freund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein