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Evonik Industries

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Evonik Industries AG

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Logo Evonik 2020.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000EVNK013
Gründung 14. September 2006 (als RAG Beteiligungs-AG)<ref name="gruendung2006">Auf dem Weg zu Evonik Industries. Evonik Industries AG, abgerufen am 27. September 2026.</ref>
Sitz Essen, Deutschland Deutschland
Leitung
  • Christian Kullmann (Vorstandsvorsitzender; Aufgaben seit 1. September 2026 interimistisch von Claus Rettig wahrgenommen)
Mitarbeiterzahl 31.053 (31. Dezember 2025)
Umsatz 14,069 Mrd. Euro (2025)<ref name="bericht2025">Finanz- und Nachhaltigkeitsbericht 2025. (PDF) Evonik Industries AG, 2026, abgerufen am 27. September 2026.</ref>
Branche Chemische Industrie
Website www.evonik.com
Stand: 31. Dezember 2025

Evonik Industries AG ist ein börsennotiertes Chemieunternehmen mit Schwerpunkt Spezialchemie und Sitz in Essen. Zum Geschäft gehören unter anderem Additive, Katalysatoren, Kunststoffe, Wasserstoffperoxid und Futtermittelzusätze.<ref name="struktur">Struktur. Evonik Industries AG, abgerufen am 27. September 2026.</ref> Der Konzern ging aus den nicht zum Steinkohlenbergbau gehörenden Aktivitäten der RAG hervor. Diese wurden 2006 in der RAG Beteiligungs-AG zusammengefasst, die seit September 2007 Evonik Industries heißt.<ref name="gruendung2006" /> Größter Aktionär ist die RAG-Stiftung, die nach eigenen Angaben am 25. September 2026 rund 43,8 Prozent der Aktien hielt.<ref name="rag-basf2026">RAG-Stiftung: RAG-Stiftung zu einer möglichen Übernahme der Evonik durch BASF. In: EQS News. RAG-Stiftung, 25. September 2026, abgerufen am 27. September 2026.</ref> Über ihre Evonik-Beteiligung erzielt die Stiftung Erträge, die zur Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben des früheren Steinkohlenbergbaus beitragen.<ref name="rag-kapitalanlagen" />

Datei:RWE Tower Essen 2014.jpg
Evonik-Tower in Essen

Geschäftstätigkeit und Konzernstruktur[Bearbeiten]

Evonik stellt überwiegend chemische Produkte her, die von anderen Unternehmen weiterverarbeitet oder ihren Erzeugnissen zugesetzt werden. Das operative Geschäft ist in die Segmente Custom Solutions, Advanced Technologies und Infrastructure gegliedert.<ref name="struktur" /> Die beiden Segmente Custom Solutions und Advanced Technologies wurden mit Wirkung zum 1. April 2025 eingeführt; die bisherige Divisionsebene entfiel.<ref name="reorganisation">Schlanker und differenzierter: Evonik mit neuer Konzernstruktur. Evonik Industries AG, 13. Dezember 2024, abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Geschäftssegmente und ausgewählte Produkte beziehungsweise Tätigkeiten<ref name="struktur" />
Segment Produkte und Tätigkeiten
Custom Solutions Additive für Beschichtungen, Kleb- und Dichtstoffe, Polyurethanschäume und Schmierstoffe; Katalysatoren sowie Inhaltsstoffe für Kosmetik, Reinigungsmittel und pharmazeutische Produkte
Advanced Technologies Hochleistungskunststoffe, Vernetzungsmittel, Wasserstoffperoxid, Siliciumdioxid und Futtermittelzusätze
Infrastructure Standortbezogene Dienstleistungen in Marl und Wesseling sowie das Geschäftsgebiet Oxeno mit C4-Chemikalien

Für 2025 wies der Konzern 98 Produktionsstandorte in 27 Ländern aus. Der Anteil des außerhalb Deutschlands erzielten Umsatzes betrug 82 Prozent. Die regionale Umsatzverteilung entfiel zu 48 Prozent auf Europa, den Nahen Osten und Afrika, zu 29 Prozent auf Nord- und Südamerika zusammen und zu 23 Prozent auf Asien-Pazifik.<ref name="bericht2025" />

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgängerunternehmen[Bearbeiten]

Die Chemieaktivitäten des Konzerns gehen unter anderem auf Degussa, Goldschmidt, Hüls, Röhm, Stockhausen und SKW Trostberg zurück. Goldschmidt wurde 1847 in Berlin gegründet, die Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt vormals Roessler, später Degussa, 1873 in Frankfurt am Main. Röhm & Haas entstand 1907 in Esslingen. Die Chemischen Werke Hüls bauten ab 1938 in Marl ein Werk für synthetischen Kautschuk auf. 1999 fusionierten Degussa und Hüls zur Degussa-Hüls AG; 2001 wurde diese mit SKW Trostberg zur Degussa AG zusammengeführt.<ref name="vorgaenger">Evonik Industries – mehr als 150 Jahre Kompetenz in der Chemie. Evonik Industries AG, abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Degussa in der Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Die damalige Degussa war an der Übernahme jüdischen Eigentums im Rahmen der sogenannten Arisierung beteiligt, verarbeitete geraubte Edelmetalle und setzte während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter ein. 1998 beauftragte sie den Historiker Peter Hayes mit der Untersuchung ihrer Geschichte von 1933 bis 1945.<ref name="degussa-ns">Degussa in der NS-Zeit. Evonik Industries AG, abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Degussa hielt 42,5 Prozent an der Deutschen Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch); weitere Anteilseigner waren die I.G. Farben mit ebenfalls 42,5 Prozent und Goldschmidt mit 15 Prozent. Degesch war an Entwicklung und Vermarktung von Zyklon B beteiligt, das die SS auch für den Massenmord in Vernichtungslagern einsetzte. Die Produktion erfolgte in Dessau und Kolín, der Verkauf unter anderem über Heerdt & Lingler und Tesch & Stabenow.<ref name="frankfurt-ns">Heike Drummer, Jutta Zwilling: Der IG Farben-Konzern und seine Beteiligung an NS-Verbrechen. In: Frankfurt 1933–1945. Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, 1. Januar 2011, abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Entstehung des Konzerns[Bearbeiten]

Zwischen 2003 und 2006 erwarb die RAG die Degussa vollständig. Zusammen mit den Beteiligungen an Steag und RAG Immobilien bildete diese den nicht zum Steinkohlenbergbau gehörenden Teil des Konzerns.<ref name="entstehung">Die Entstehung von Evonik Industries. Evonik Industries AG, abgerufen am 27. September 2026.</ref> Am 14. September 2006 entstand dafür die RAG Beteiligungs-AG. Sie wurde am 12. September 2007 in Evonik Industries AG umbenannt.<ref name="gruendung2006" />

Ende 2007 ging Evonik aus dem Besitz der RAG in den der 2007 gegründeten RAG-Stiftung über.<ref name="entstehung" />

RAG-Stiftung und Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben[Bearbeiten]

Die Verselbständigung der nicht zum Steinkohlenbergbau gehörenden RAG-Geschäfte und die Gründung der RAG-Stiftung standen im Zusammenhang mit dem geplanten Rückzug aus der Steinkohlenförderung. 2007 wurde vereinbart, die subventionierte Förderung in Deutschland bis Ende 2018 zu beenden.<ref name="bmf-ewigkeitsaufgaben">Die RAG-Stiftung: Sichere Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben. In: Monatsbericht September 2022. Bundesministerium der Finanzen, September 2022, abgerufen am 27. September 2026.</ref> Die in Evonik gebündelten Chemie-, Energie- und Immobiliengeschäfte bildeten eine wirtschaftliche Grundlage des Stiftungsmodells: Dividenden, Erlöse aus dem Verkauf von Evonik-Anteilen und daraus erwirtschaftete Kapitalerträge sollten zur Finanzierung der nach dem Ende des Bergbaus verbleibenden Verpflichtungen beitragen.<ref name="entstehung" />

Seit 2019 finanziert die RAG-Stiftung die Ewigkeitsaufgaben des früheren Steinkohlenbergbaus an Ruhr und Saar sowie in Ibbenbüren.<ref name="bmf-ewigkeitsaufgaben" /> Die Mittel stammen aus den Erträgen ihrer Beteiligungen, darunter Evonik, sowie weiterer Kapitalanlagen. Evonik ist damit eine Ertragsquelle der Stiftung, nicht der mit der Durchführung der bergbaulichen Nachsorge beauftragte Betrieb.<ref name="rag-kapitalanlagen">Kapitalanlagen. RAG-Stiftung, abgerufen am 27. September 2026.</ref> Die operative Umsetzung übernimmt die RAG Aktiengesellschaft in Zusammenarbeit mit Wasserverbänden.<ref name="rag-ewigkeitsaufgaben">Ewigkeitsaufgaben. RAG-Stiftung, abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Als Ewigkeitsaufgaben werden hierbei Bergbaufolgen bezeichnet, die auf unabsehbare Zeit technische Maßnahmen und laufende Ausgaben erfordern. Im Finanzierungsmodell der RAG-Stiftung werden drei Aufgabenbereiche unterschieden: Grubenwasserhaltung, Poldermaßnahmen und Grundwasserreinigung. Davon abzugrenzen sind insbesondere die Regulierung einzelner Bergschäden und die Sicherung stillgelegter Schächte, für die die RAG gesondert aufkommt.<ref name="bmf-ewigkeitsaufgaben" />

Bei der Grubenwasserhaltung wird weiterhin zufließendes Wasser in den ehemaligen Grubengebäuden kontrolliert und, soweit erforderlich, abgepumpt. Dies dient insbesondere dazu, den Kontakt salz- und eisenhaltigen Grubenwassers mit höher gelegenen, zur Trinkwassergewinnung genutzten Grundwasservorkommen zu verhindern. Die Aufgabe bedeutet nicht, sämtliche Grubenräume dauerhaft trockenzuhalten; nach behördlicher Genehmigung kann das Grubenwasser bis zu festgelegten Niveaus ansteigen.<ref name="rag-ewigkeitsaufgaben" />

Die Poldermaßnahmen betreffen bergbaubedingt abgesunkene Gelände, aus denen das Wasser nicht mehr im natürlichen Gefälle abfließt. An der Emscher, der Lippe und ihren Nebenläufen müssen deshalb unter anderem Pumpwerke und Deiche betrieben beziehungsweise unterhalten sowie Gewässerabschnitte angepasst werden. Damit werden der Wasserabfluss und der Schutz tiefer liegender Siedlungsflächen vor Vernässung und Überflutung aufrechterhalten.<ref name="eglv-flussgebietsmanagement">Flussgebietsmanagement. Emschergenossenschaft und Lippeverband, abgerufen am 27. September 2026.</ref> Zur Finanzierung durch die RAG-Stiftung gehören die bergbaubedingten Maßnahmen; dies ist nicht mit der gesamten Gewässerunterhaltung oder dem gesamten ökologischen Umbau der Emscher gleichzusetzen.<ref name="rag-ruhrgebiet">Ruhrgebiet. RAG-Stiftung, abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Die Grundwasserreinigung betrifft insbesondere belastete Flächen ehemaliger Kokereien und anderer bergbaulicher Betriebe. Verunreinigtes Grundwasser wird abgefangen und behandelt, um eine weitere Ausbreitung der Schadstoffe zu verhindern; die Wirkung der Maßnahmen wird überwacht.<ref name="rag-ewigkeitsaufgaben" />

Bei Bergehalden ist zwischen Sanierung und Sicherung, allgemeiner Landschaftspflege sowie besonderen langfristigen Umweltmaßnahmen zu unterscheiden. Die allgemeine Pflege und Unterhaltung ist nicht pauschal mit den drei genannten Ewigkeitsaufgaben gleichzusetzen. Für 2021 von der RAG übernommene Halden übernahm beispielsweise der Regionalverband Ruhr diese Pflege und Unterhaltung.<ref name="rvr-halden2021">RVR übernimmt die ersten acht Halden von der RAG. Regionalverband Ruhr, 22. Januar 2021, abgerufen am 27. September 2026.</ref> Zugleich können an Halden langfristige Nachsorgepflichten verbleiben: Für die Halde Graf Moltke ordnete die RAG 2024 die laufende Grundwassersanierung sowie die Grundwasser- und Haldenbrandüberwachung ausdrücklich ihren Ewigkeitsaufgaben zu.<ref name="rag-grafmoltke2024">Graf Moltke: Sanierung des Haldenbrands geht in die zweite Runde. RAG Aktiengesellschaft, 18. Dezember 2024, abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Die Satzung der RAG-Stiftung sieht neben dem Halten von Evonik-Aktien auch deren Veräußerung vor. Mehrerlöse aus der Verwertung des früheren Beteiligungsbereichs gegenüber dem Erwerbspreis sind nach § 3 Absatz 4 zur Erfüllung der Verpflichtungen aus dem Erblastenvertrag bestimmt.<ref name="rag-satzung">Satzung der RAG-Stiftung. RAG-Stiftung, abgerufen am 27. September 2026 (Insbesondere Präambel sowie § 2 und § 3; Fassung unter Berücksichtigung der Beschlussfassung vom 1. September 2008).</ref> Für den Fall, dass das Stiftungsvermögen nicht ausreicht, gewährleisten Nordrhein-Westfalen und das Saarland die Finanzierung der Ewigkeitslasten; bei einer Inanspruchnahme der Länder ist eine Beteiligung des Bundes zu einem Drittel vereinbart.<ref name="wd-ewigkeitslasten2024">Förderung von Rohstoffen und Energiegewinnungsanlagen: Ewigkeitslasten. (PDF) In: Sachstand WD 5 – 3000 – 041/24, S. 4–5. Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, 25. März 2024, abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Veränderungen der Beteiligungen und Geschäftsfelder[Bearbeiten]

Die zunächst ebenfalls zum Konzern gehörenden Energie- und Immobiliengeschäfte wurden schrittweise abgegeben. 2011 übernahm das Stadtwerke-Konsortium Rhein-Ruhr 51 Prozent an Steag. Im August 2014 vereinbarten die Beteiligten den Verkauf der übrigen 49 Prozent für rund 570 Millionen Euro.<ref name="steag2014">KSBG übernimmt STEAG vollständig von Evonik. Evonik Industries AG, 29. August 2014, abgerufen am 27. September 2026.</ref> Das Immobiliengeschäft wurde 2012 mit den Aktivitäten der THS in Vivawest zusammengeführt.<ref name="entstehung" /> Den verbliebenen Vivawest-Anteil von 10,3 Prozent veräußerte Evonik im Juni 2015 an die RAG Aktiengesellschaft.<ref name="vivawest">Evonik verkauft verbliebenen Vivawest-Anteil an RAG Aktiengesellschaft. Evonik Industries AG, 30. Juni 2015, abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Zum 1. Juli 2013 schloss Evonik Betriebsführungsverträge mit der Infracor GmbH in Marl und der Industriepark Wolfgang GmbH in Hanau ab.<ref name="abschluss2013">Jahresabschluss der Evonik Industries AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2013. (PDF) Evonik Industries AG, 2014, abgerufen am 27. September 2026.</ref> Im März 2014 vereinbarte der Konzern den Verkauf des Hautschutzgeschäfts Stoko Professional Skin Care an die britische Deb Group.<ref name="stoko">Evonik verkauft Stoko Skin Care. Pharma+Food, 24. März 2014, abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Im Juli 2019 wurde der Verkauf des Methacrylatgeschäfts an Advent International abgeschlossen.<ref name="methacrylat">Evonik schließt Verkauf des Methacrylat-Verbunds ab. Evonik Industries AG, 1. August 2019, abgerufen am 27. September 2026.</ref> Das ausgegliederte Geschäft wurde unter dem Namen Röhm GmbH fortgeführt.<ref name="roehm2019">Röhm wird eigenständiges Unternehmen. Röhm GmbH, 1. August 2019, abgerufen am 27. September 2026.</ref> Ende Juni 2023 übernahm die International Chemical Investors Group (ICIG) den Standort Lülsdorf sowie das zugehörige Cyanurchloridgeschäft in Wesseling.<ref name="luelsdorf">Evonik hat Standort Lülsdorf an ICIG übergeben. Evonik Industries AG, 3. Juli 2023, abgerufen am 27. September 2026.</ref> Zum 31. August 2024 verkaufte Evonik auch das Superabsorbergeschäft mit rund 1.000 Beschäftigten an ICIG.<ref name="sap2024">Evonik completes sale of superabsorbents business to ICIG. Reuters, 2. September 2024, abgerufen am 27. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Restrukturierung und Stellenabbau[Bearbeiten]

Im Juni 2026 kündigte Evonik an, das seit 2023 laufende Sparprogramm Evonik Tailor Made fortzuführen. Auf den bis Ende 2026 vorgesehenen Abbau von rund 2.800 Stellen sollte von 2027 bis 2029 ein weiterer Abbau von etwa 3.200 Stellen folgen, davon rund 2.150 in Deutschland. Vorstandschef Christian Kullmann begründete die Maßnahmen mit schwachem Wirtschaftswachstum und verschärftem internationalen Wettbewerb.<ref name="abbau2026">Evonik führt Effizienzprogramm „Tailor Made“ fort. Evonik Industries AG, 18. Juni 2026, abgerufen am 27. September 2026.</ref><ref name="dlf2026">Chemiekonzern Evonik streicht weitere 3.200 Stellen. Deutschlandfunk, 19. Juni 2026, abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Zugleich kündigte Evonik an, das Polyestergeschäft bis Ende 2027 einzustellen. Davon waren nach den Unternehmensangaben Produktionsaktivitäten in Witten, Marl und Shanghai betroffen.<ref name="abbau2026" />

Börse und Eigentumsverhältnisse[Bearbeiten]

Im Juni 2008 vereinbarten von CVC Capital Partners beratene Fonds den Erwerb von 25,01 Prozent der Evonik-Aktien von der RAG-Stiftung für rund 2,4 Milliarden Euro.<ref name="cvc2008">CVC acquires 25.01 percent stake in Evonik AG. CVC Capital Partners, 3. Juni 2008, abgerufen am 27. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach mehrfach verschobenen Börsenplänen wurden die Aktien am 25. April 2013 erstmals an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Der Börsennotierung waren Privatplatzierungen bei institutionellen Anlegern vorausgegangen; ein öffentliches Zeichnungsangebot gab es nicht.<ref name="boerse2013">Nach drei Fehlversuchen: Die Börse begrüßt Evonik. n-tv, 25. April 2013, abgerufen am 27. September 2026.</ref> CVC verkaufte seine restlichen Anteile im Mai 2016.<ref name="cvc2016">CVC macht Kasse bei Evonik: Finanzinvestor steigt aus, Evonik knickt ein. manager magazin, 24. Mai 2016, abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Das Grundkapital ist in 466 Millionen auf den Namen lautende Stückaktien eingeteilt. Die Aktie wird im Prime Standard gehandelt und gehört dem MDAX an.<ref name="aktie">Aktie. Evonik Industries AG, abgerufen am 27. September 2026.</ref> Die RAG-Stiftung bezifferte ihre Beteiligung am 25. September 2026 auf rund 43,8 Prozent.<ref name="rag-basf2026" />

Übernahmeinteresse von BASF (2026)[Bearbeiten]

Am 25. September 2026 berichteten Medien über das Interesse von BASF an einer Übernahme von Evonik.<ref name="basf-reuters2026">Matthias Inverardi, Patricia Weiss: Germany's BASF approaches Evonik to create global chemicals giant. In: Reuters. 25. September 2026, abgerufen am 27. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Evonik bestätigte, von BASF unverbindlich kontaktiert worden zu sein. Dabei ging es um ein mögliches freiwilliges öffentliches Angebot zum Erwerb aller Evonik-Aktien. Evonik erklärte zugleich, zu diesem Zeitpunkt fänden keine Gespräche statt.<ref name="evonik-basf2026">Evonik Industries AG bestätigt unverbindliche Ansprache durch die BASF SE zu einem möglichen Übernahmeangebot. In: EQS News. Evonik Industries AG, 25. September 2026, abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Die RAG-Stiftung teilte am selben Tag mit, ebenfalls von BASF wegen eines möglichen Übernahmeangebots angesprochen worden zu sein.<ref name="rag-basf2026" /> BASF bestätigte Sondierungen mit Evonik und der RAG-Stiftung und bezeichnete deren weiteren Verlauf und Ergebnis als offen.<ref name="basf-sondierungen2026">BASF bestätigt Sondierungen zu einer möglichen Übernahme von Evonik. BASF SE, 25. September 2026, abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Sponsoring und Beteiligung an Borussia Dortmund[Bearbeiten]

Die Sponsoringbeziehung zu Borussia Dortmund begann 2006, zunächst unter dem Namen RAG.<ref name="bvb2014">BVB and Evonik launch international campaign: “Our success story is set to continue”. Evonik Industries AG, 27. Juni 2014, abgerufen am 27. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Verträge über das Trikotsponsoring endeten mit der Saison 2024/25. Evonik vereinbarte anschließend eine bis zum 30. Juni 2030 laufende Zusammenarbeit als sogenannter Champion Partner.<ref name="bvb2025">Vodafone wird neuer Trikot-Hauptsponsor von Borussia Dortmund. Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, 26. Mai 2025, abgerufen am 27. September 2026.</ref> Neben dem Sponsoring ist Evonik an der börsennotierten Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA beteiligt. Zum 30. Juni 2025 betrug der Anteil 8,20 Prozent.<ref name="bvbanteile">Grundkapital und Aktionärsstruktur. In: Geschäftsbericht 2024/2025. Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, 26. September 2025, abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Parteispenden[Bearbeiten]

Evonik leistete unter anderem die folgenden vom Deutschen Bundestag veröffentlichten Großspenden an politische Parteien:

Ausgewählte veröffentlichte Einzelspenden, keine Gesamtsumme aller Parteispenden
Zeitraum SPD CDU Beleg
September 2014 90.000 Euro 70.000 Euro <ref name="spenden2014">Parteispenden über 50.000 Euro – Jahr 2014. Deutscher Bundestag, abgerufen am 27. September 2026.</ref>
November 2017 80.000 Euro 80.000 Euro <ref name="spenden2017">Veröffentlichung von Spenden, die im Einzelfall die Höhe von 50.000 Euro übersteigen. Drucksache 19/1144. (PDF) Deutscher Bundestag, 12. März 2018, abgerufen am 27. September 2026.</ref>
November 2018 80.000 Euro 80.000 Euro <ref name="spenden2018">Parteispenden über 50.000 Euro – Jahr 2018. Deutscher Bundestag, abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Finanzierung durch die Europäische Investitionsbank[Bearbeiten]

Am 12. März 2024 schlossen Evonik und die Europäische Investitionsbank eine Finanzierungsvereinbarung über 500 Millionen Euro. Sie betrifft Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsausgaben für den Zeitraum 2024 bis 2027. Die EIB beschreibt die Entwicklung von Produkten und Verfahren mit geringerer Umwelt- und Klimabelastung als Ziel des finanzierten Programms.<ref name="eib2024">Evonik Next Generation Innovation RDI (Projekt 20230717). Europäische Investitionsbank, abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Auseinandersetzung um die EEG-Umlage[Bearbeiten]

2021 berichtete der Spiegel über mögliche EEG-Nachforderungen gegen Evonik bis zu einer Milliarde Euro; das Unternehmen widersprach.<ref name="spiegel2021">Frank Dohmen: Die Milliarden-Abzocke beim Strom. Der Spiegel, 29. Oktober 2021, abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Bei der EEG-Umlage waren unter anderem sogenannte Scheibenpachtmodelle umstritten, mit denen Strom als umlagebegünstigte Eigenerzeugung behandelt wurde. Die Bundesregierung erklärte im April 2021 allgemein, ob solche Modelle eine zulässige Nutzung gesetzlicher Privilegien oder eine missbräuchliche Umgehung darstellten, müsse anhand der konkreten Vertragsgestaltung im Einzelfall beurteilt werden.<ref name="eeg-bundestag">Eigenstromregelungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz. Deutscher Bundestag, 21. April 2021, abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Evonik Industries – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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