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Fabasoft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Fabasoft AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000785407
Gründung 1988
Sitz Linz, Osterreich Österreich
Leitung
  • Helmut Fallmann
  • Oliver Albl
  • Matthias Wodniok
Mitarbeiterzahl 505 (Geschäftsjahr 2025/26)
Umsatz 90 Mio. Euro (Geschäftsjahr 2025/26)<ref name="gb2526">Fabasoft Geschäftsbericht 2025/2026. Fabasoft AG, abgerufen am 24. August 2026.</ref>
Branche Softwareentwicklung
Website www.fabasoft.com
Stand: 5. Juni 2026

Fabasoft (eine Abkürzung aus Fallmann Bauernfeind Software) ist ein österreichischer Softwarekonzern mit Sitz in Linz, der Software für die Bereiche digitale Geschäftsprozesse (Enterprise-Content-Management, E-Akte, Personalakte, Dokumentenmanagement), Enterprise Search und Wissensmanagement (Semantische Suche, Big Data) und unternehmensübergreifende Zusammenarbeit und Geschäftsprozesse in der Cloud entwickelt und vertreibt, insbesondere für öffentliche Auftraggeber (E-Government) und Wirtschaftsunternehmen mit hohen Compliance-/Sicherheitsanforderungen.<ref name="gb2016-16">Geschäftsbericht 2022/2023, PDF, 18 MB, Seite 3-14, auf fabasoft.com, eingesehen am 18. Juli 2023</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Datei:Fabasoft Headquarter Linz.jpg
Fabasoft Konzernzentrale Linz

Helmut Fallmann und Leopold Bauernfeind gründeten das Unternehmen 1988.

Die Aktien der Fabasoft AG notieren seit dem 1. Oktober 1999 im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse.<ref>Fabasoft-Aktie, finanzen.at (mit älteren Börsennachrichten).</ref>

Im November 2013 stellte das Unternehmen mit der Fabasoft Cloud einen Cloud-Dienst für Unternehmen vor, dessen Daten in Rechenzentren in Österreich, Deutschland und der Schweiz gespeichert werden.<ref name="futurezone-cloud">Florian Christof: Fabasoft stellt neue Cloud-Lösung für Unternehmen vor. In: futurezone.at. 14. November 2013, abgerufen am 24. August 2026.</ref>

Im Mai 2019 übernahm Fabasoft 60 % der Anteile an der Münchner Xpublisher GmbH, einem Hersteller von Redaktions- und Publishingsoftware.<ref name="standard-xpublisher">Fabasoft übernimmt Mehrheit an deutscher Software-Firma Xpublisher. In: Der Standard. Abgerufen am 24. August 2026.</ref> Bis Ende 2025 erhöhte Fabasoft die Beteiligung auf 95 %.<ref name="gb2526" />

Dem Wunsch des Unternehmens, nahe der Universität ein neues Firmengebäude zu errichten, wozu ein Grundstück mit der Größe von 11.000 Quadratmeter umgewidmet werden müsste, erteilte 2020 nach heftiger Kritik mehrerer politischer Parteien im Stadtrat die Stadt Linz eine Absage.<ref>Gelände für Fabasoft wird nicht umgewidmet auf ORF vom 25. Februar 2020, abgerufen am 25. Februar 2020.</ref>

Mitgründer Leopold Bauernfeind legte sein Vorstandsmandat mit 30. Juni 2022 nieder, Helmut Fallmann übernahm den Vorstandsvorsitz. Dem Vorstand gehören seither auch Oliver Albl (zuständig für die technische Entwicklung) und Matthias Wodniok an.<ref name="ooen-bauernfeind">Ende einer Ära bei Linzer Software-Urgestein. In: Oberösterreichische Nachrichten. 9. Juni 2022, abgerufen am 24. August 2026.</ref><ref name="im-bauernfeind">Fabasoft-Mitbegründer verlässt Vorstand. In: Industriemagazin. 9. Mai 2022, abgerufen am 24. August 2026.</ref>

Im September 2022 erwarb Fabasoft die Mehrheit an der Berner Software- und Technologiefirma 4teamwork AG, die mit der Fabasoft Schweiz AG zur Fabasoft 4teamwork AG zusammengeführt wurde.<ref name="netzwoche-4teamwork">Fabasoft übernimmt Berner Dienstleister 4teamwork. In: Netzwoche. 6. September 2022, abgerufen am 24. August 2026.</ref> Später wurde die Gesellschaft in Fabasoft Schweiz AG umfirmiert.<ref name="gb2526" />

Im Oktober 2024 kaufte die zu diesem Zweck gegründete Tochtergesellschaft Hon24 Immobilien GmbH das bis dahin gemietete Bürogebäude am Unternehmenssitz in der Linzer Honauerstraße zu einem Kaufpreis von rund 15 Millionen Euro.<ref name="volksblatt-gebaeude">Softwarehersteller Fabasoft erwirbt Bürogebäude in Linz. In: Oberösterreichisches Volksblatt. Abgerufen am 24. August 2026.</ref><ref name="gb2526" />

Unternehmensstruktur[Bearbeiten]

Die Fabasoft AG mit Sitz in Linz ist die Obergesellschaft der Unternehmensgruppe und nimmt die Konzernverwaltung wahr.<ref name="gb2526" /> 42,90 % der Aktien hält die Fallmann & Bauernfeind Privatstiftung der Firmengründer, die übrigen 57,10 % befinden sich im Streubesitz.<ref name="gb2016-16" /> Der Konzern ist an zehn Standorten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA vertreten und arbeitet mit Vertriebs- und Umsetzungspartnern in weiteren Ländern zusammen.<ref name="gb2526" /><ref>Patrick Dax: Fabasoft-Chef: Der Wettbewerb mit den USA ist nicht verloren. In: Kurier. 26. Februar 2026, abgerufen am 24. August 2026.</ref>

Im Geschäftsjahr 2025/26 erzielte der Konzern mit 505 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 90 Millionen Euro.<ref name="orf-gj2526">Fabasoft steigerte Gewinn um ein Fünftel. In: ORF.at. 5. Juni 2026, abgerufen am 24. August 2026.</ref> Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lagen bei 26,5 Millionen Euro, was 29,4 % des Umsatzes entsprach.<ref name="orf-gj2526" />

Unternehmen der Gruppe[Bearbeiten]

Zur Unternehmensgruppe gehören unter anderem:<ref name="gb2526" />

  • Mindbreeze GmbH, Linz: Software für Enterprise Search und künstliche Intelligenz. Die Fabasoft AG hält 85,5 % der Anteile.
  • Fabasoft Xpublisher GmbH, München: Redaktions- und Publishingsysteme. Die Fabasoft AG hält 95 % der Anteile.<ref name="standard-xpublisher" />
  • Fabasoft Schweiz AG, Bern: Software für Schweizer Behörden. Die Fabasoft AG hält 70 % der Anteile.<ref name="netzwoche-4teamwork" />
  • Fabasoft Talents GmbH, Linz: Software für mobiles Lernen und die digitale Personalakte.<ref name="tt-knowledgefox">Jakob Steinschaden: Linzer Fabasoft übernimmt Mehrheit des Learning-Startups KnowledgeFox. In: Trending Topics. 1. Februar 2022, abgerufen am 24. August 2026.</ref>
  • Hon24 Immobilien GmbH, Linz: Eigentümerin des Bürogebäudes am Unternehmenssitz.<ref name="volksblatt-gebaeude" />

Produkte[Bearbeiten]

Fabasoft stellt neben der Fabasoft eGov-Suite, einer Software für E-Government, weitere cloudbasierte Produkte für dokumentenintensive Geschäftsprozesse her. Das Unternehmen betreut Kunden in den Bereichen der Bundes- und Landesverwaltungen,<ref name="egov">Die bayerische Polizei löst ihre Kriminalfälle mit Austria-Software, in eGovernment Computing.de (abgerufen am 13. Juni 2013).</ref><ref name="egov2">eAkte beim Magistrat Wien, in eGovernment Computing.de (abgerufen am 12. Juni 2013).</ref> der Kommunen, Interessenvertretungen und privaten Unternehmen. Seine cloudbasierten Produkte fasst das Unternehmen unter der Bezeichnung Fabasphere zusammen.<ref name="orf-gj2526">Fabasoft steigerte Gewinn um ein Fünftel. In: ORF.at. 5. Juni 2026, abgerufen am 24. August 2026.</ref>

Die E-Government-Software ermöglicht das Einbringen von Anträgen über das Internet, elektronische Geschäftsfallbearbeitung und den elektronischen Austausch von Dokumenten zwischen Verwaltung und Bürger sowie revisionssichere Archivierung.<ref name="wz1">Rekordergebnis für die Linzer Computerfirma Fabasoft, in: Wiener Zeitung online (Abgerufen am 10. Juni 2013).</ref> Im Jahr 2001 erhielt das Unternehmen von der Republik Österreich gemeinsam mit dem Bundesrechenzentrum und IBM den Zuschlag zur Einführung des elektronischen Aktes ELAK im Bund,<ref name="dö1">Der elektronische Akt | Das Projekt ELAK im Bund, digitales.oesterreich.gv.at (abgerufen am 10. Juni 2013).</ref> der mittlerweile auch von 8 von 9 Bundesländern<ref>Erfolgreiche elektronische Aktenbearbeitung | Fabasoft. Abgerufen am 23. Oktober 2025.</ref> und in Gemeinden verwendet wird.

Mit der Fabasoft Cloud bietet das Unternehmen einen Cloud-Dienst für die Ablage von Dokumenten und die Abwicklung dokumentenbezogener Geschäftsprozesse an. Kunden können dabei zwischen Rechenzentrumsstandorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz wählen.<ref name="cw-dms2015">Annette Stadler: Sechs DMS-Cloud-Lösungen im Vergleich. In: Computerwoche. 26. November 2015, abgerufen am 24. August 2026.</ref><ref name="cci-cloud2021">Thomas Joos: Sichere Cloud-Speicher aus Deutschland und der EU – Teil 5. In: CloudComputing-Insider. 16. November 2021, abgerufen am 24. August 2026.</ref>

Im Enterprise-Content-Management-Bereich wird MoReq2-zertifizierte Software zum Erfassen, Verwalten und Archivieren von Dokumenten angeboten sowie für die Automatisierung von Geschäftsprozessen.<ref name="MoReq">Fabasoft, moreq2.eu – Folio weltweit erstes Produkt mit bestandener MoReq2 Zertifizierung - Medienecho (englisch; abgerufen am 7. April 2010).</ref>

Weitere Produkte sind Fabasoft Approve für das Dokumenten- und Qualitätsmanagement in der Industrie, Fabasoft Boards für digitales Sitzungsmanagement,<ref>Erweiterung um KI-Funktionen. In: Kommune21. 22. Juni 2026, abgerufen am 24. August 2026.</ref> Fabasoft Contracts für das Vertragsmanagement, Fabasoft Dora für das Auslagerungsmanagement von Finanzunternehmen,<ref>2.500 Stunden Zeitersparnis pro Jahr: SV Informatik digitalisiert Vertragsprozesse mit Fabasoft. In: IT Finanzmagazin. 9. März 2026, abgerufen am 24. August 2026.</ref> Fabasoft OneGov für die Geschäftsverwaltung von Schweizer Behörden und Fabasoft Talents für die digitale Personalakte sowie Xpublisher als Redaktions- und Publishingsystem.<ref name="gb2526" /><ref name="standard-xpublisher" /> Fabasoft Approve wird unter anderem von Siemens Energy für Dokumenten- und Freigabeprozesse in Verbindung mit SAP-Systemen eingesetzt.<ref name="cio-siemensenergy">Bernd Reder: Siemens Energy verbannt E-Mail-Chaos aus SAP-Freigaben. In: CIO. 17. März 2026, abgerufen am 24. August 2026.</ref>

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im Mai 2013 erhielt Fabasoft für eine gemeinsam mit der Daimler AG umgesetzte Cloud-Anwendung den EuroCloud-Deutschland-Award.<ref name="futurezone-award">Fabasoft und Mindbreeze erhalten Auszeichnungen. In: futurezone.at. 25. Mai 2013, abgerufen am 24. August 2026.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />