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Fairfieldit

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Fairfieldit
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Fairfieldit aus der Foote Lithium County Mine, Kings Mountain (North Carolina), USA (Größe: 2,9 cm × 2,5 cm × 1,5 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Ffd<ref name="Warr" />

Chemische Formel
  • Ca2Mn2+(PO4)2·2H2O<ref name="IMA-Liste" />
  • Ca2(Mn2+,Fe2+)[PO4]2·2H2O<ref name="StrunzNickel" /><ref name="Lapis" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Phosphate, Arsenate und Vanadate
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VII/C.12a
VII/C.17-030

8.CG.05
40.02.02.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem triklin
Kristallklasse; Symbol triklin-pinakoidal; 1
Raumgruppe P1 (Nr. 2)Vorlage:Raumgruppe/2<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 5,79 Å; b = 6,57 Å; c = 5,51 Å
α = 102,2°; β = 108,7°; γ = 90,3°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 1<ref name="StrunzNickel" />
Häufige Kristallflächen {001}, {010}, {100}, {110}, {111}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 3,5<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 3,08 bis 3,11; berechnet: 3,095<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit vollkommen nach {001}, gut nach {010}, deutlich nach {110}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bruch; Tenazität uneben; spröde<ref name="Handbookofmineralogy" />
Farbe farblos, weiß, grünlichweiß, hellgelb<ref name="Handbookofmineralogy" />
Strichfarbe weiß<ref name="Handbookofmineralogy" />
Transparenz durchsichtig<ref name="Handbookofmineralogy" />
Glanz Perlglanz, schwacher Diamantglanz<ref name="Handbookofmineralogy" />
Kristalloptik
Brechungsindizes nα 1,633 bis 1,640<ref name="Mindat" />
nβ 1,641 bis 1,650<ref name="Mindat" />
nγ 1,652 bis 1,660<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,019 bis 0,020<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig positiv
Achsenwinkel 2V = 86° (gemessen); 86 bis 88° (berechnet)<ref name="Mindat" />

Fairfieldit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im triklinen Kristallsystem mit der idealisierten chemischen Zusammensetzung Ca2Mn2+(PO4)2·2H2O<ref name="IMA-Liste" /> und ist damit chemisch gesehen ein wasserhaltiges Calcium-Mangan-Phosphat. Da bei natürlich vorkommendem Fairfieldit jedoch meist ein geringer Anteil des Mangans durch Eisen ersetzt (substituiert) ist, wird die Formel in verschiedenen Quellen auch mit Ca2(Mn,Fe)[PO4]2·2H2O<ref name="StrunzNickel" /><ref name="FleischerBack" /> angegeben.

Fairfieldit entwickelt isometrische bis kurzprismatische Kristalle bis rund drei Zentimeter Größe<ref name="Handbookofmineralogy" /> mit schwachem Diamantglanz auf den Oberflächen, findet sich aber auch in Form blättriger bzw. lamellarer sowie faseriger oder radialstrahliger Mineral-Aggregate. In reiner Form ist Fairfieldit farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterbaufehlern oder polykristalliner Ausbildung kann er aber auch weiß erscheinen und durch Fremdbeimengungen eine grünlichweiße oder hellgelbe Farbe annehmen, wobei die Transparenz entsprechend abnimmt.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde Fairfieldit im Steinbruch „Fillow“ (Branchville) bei Branchville im Fairfield County des US-Bundesstaates Connecticut und beschrieben 1879 durch George Jarvis Brush und Edward Salisbury Dana. Sie benannten das Mineral nach dem County, in dem seine Typlokalität liegt.

Das Typmaterial des Minerals soll in der Mineralogischen Sammlung der Yale University in New Haven (Connecticut) unter den Katalog-Nr. 3.3118 und 3.3123 zu finden sein.<ref name="Handbookofmineralogy" /> Allerdings wird der Aufbewahrungsort vom Typmineral-Katalog der International Mineralogical Association (IMA) nicht bestätigt.<ref name="IMA-Typmineralkatalog" />

Klassifikation[Bearbeiten]

Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Fairfieldit zur Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort zur Abteilung der „Wasserhaltige Phosphate, Arsenate und Vanadate ohne fremde Anionen“, wo er als Namensgeber die „Fairfieldit-Reihe“ mit der System-Nr. VII/C.12a und den weiteren Mitgliedern Cassidyit, Collinsit, Messelit, Anorthoroselith (ehemals Roselith-β, Roselith-Beta) und Talmessit innerhalb der „Fairfieldit-Roselith-Gruppe“ (VII/C.12) bildete.

Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. VII/C.17-30. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies ebenfalls der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, ohne fremde Anionen“, wo Fairfieldit zusammen mit Roselith die „Fairfieldit-Roselith-Reihe“ (VII/C.17) und den weiteren Mitgliedern Anorthoroselith (ehemals Roselith-β, Roselith-Beta), Brandtit, Cassidyit, Collinsit, Gaitit, Hillit, Messelit, Nickeltalmessit, Parabrandtit, Rruffit, Talmessit, Wendwilsonit und Zinkroselith bildet.<ref name="Lapis" />

Auch die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Fairfieldit in die Abteilung der „Phosphate usw. ohne zusätzliche Anionen; mit H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und dem Stoffmengenverhältnis vom Phosphat-, Arsenat- bzw. Vanadatkomplex zum Kristallwassergehalt, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit großen und mittelgroßen Kationen; RO4 : H2O = 1 : 1“ zu finden ist, wo es ebenfalls als Namensgeber die „Fairfielditgruppe“ mit der System-Nr. 8.CG.05 und den weiteren Mitgliedern Cassidyit, Collinsit, Gaitit, Hillit, Messelit, Nickeltalmessit, Parabrandtit, Anorthoroselith und Talmessit bildet.

Die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Fairfieldit ebenfalls in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung der „Wasserhaltige Phosphate etc.“ ein. Hier ist er zusammen mit Cassidyit, Collinsit, Gaitit, Hillit, Messelit, Nickeltalmessit, Parabrandtit, Anorthoroselith und Talmessit in der „Fairfieldit-Untergruppe (Triklin: P1)“ mit der System-Nr. 40.02.02 innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit A2+(B2+)2(XO4) × x(H2O)“ zu finden.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Fairfieldit kristallisiert triklin in der Raumgruppe P1 (Raumgruppen-Nr. 2)Vorlage:Raumgruppe/2 mit den Gitterparametern a = 5,79 Å; b = 6,57 Å; c = 5,51 Å; α = 102,2°; β = 108,7° und γ = 90,3° sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Datei:Fairfieldite-624239.jpg
Radialstrahliger Fairfieldit auf Matrix aus dem Cigana Claim, Conselheiro Pena, Doce valley, Minas Gerais, Brasilien

Fairfieldit bildet sich als akzessorischer Bestandteil in granitischen Pegmatiten. Als Begleitminerale können unter anderem Apatit, Diadochit, Dickinsonit, Eosphorit, Jahnsit, Mitridatit, Muskovit, Quarz, Rhodochrosit, Rockbridgeit, Stewartit, Strunzit sowie eine Vielzahl anderer Fe–Mn-Phosphate auftreten.

Als seltene Mineralbildung konnte Fairfieldit nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei bisher rund 80 Fundorte dokumentiert sind (Stand 2023).<ref name="MindatAnzahl" /> Neben seiner Typlokalität Steinbruch „Fillow“ im Fairfield County (Connecticut) trat das Mineral in den Vereinigten Staaten noch in der Midnight Owl Mine und im White Picacho District im Yavapai County in Arizona, am Chief Mountain im San Diego County in Kalifornien, im Clay Canyon bei Fairfield im Utah County in Utah sowie an mehreren Orten in verschiedenen Countys in Maine, New Hampshire, North Carolina und South Dakota zutage.

In Deutschland wurde Fairfieldit bisher nur am Hennenkobel (Hühnerkobel) im Bayerischen Wald und bei Hagendorf (Waidhaus) im Oberpfälzer Wald in Bayern entdeckt.

In Österreich fand man das Mineral bisher nur bei einem Spodumen-Versuchsabbau am Brandrücken, etwa 2 km südwestlich der Weinebene auf der Koralpe in Kärnten (siehe auch Bergbau in Kärnten) und der ebenfalls bisher einzige bekannte Fundort in der Schweiz ist das Pontetal bei Brissago TI im Kanton Tessin.

Weitere Fundorte liegen unter anderem in Argentinien, Australien, Brasilien, China, Finnland, Iran, Italien, Kanada, Marokko, Namibia, Polen, Portugal, Russland, Schweden, Spanien und Tschechien.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • George J. Brush, Edward S. Dana: On the mineral locality in Fairfield County, Connecticut, with the description of two additional new species. Second Paper. In: American Journal of Science and Arts. Band 17, 1879, S. 359–368 (rruff.info [PDF; 490 kB; abgerufen am 20. Mai 2022]).
  • Fanfani, A. Nunzi, P. F. Zanazzi: The crystal structure of fairfieldite. In: Acta Crystallographica. B26, 1970, S. 640–645, doi:10.1107/S0567740870002893.
  • Sasha Herwig, Frank C. Hawthorne: The topology of hydrogen bonding in brandtite, collinsite and fairfieldit. In: The Canadian Mineralogist. Band 44, 2006, S. 1181–1196 (rruff.info [PDF; 3,4 MB; abgerufen am 20. Mai 2022]).

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Fairfieldite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="FleischerBack"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Fairfieldit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 25. Dezember 2023. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Typmineralkatalog"> Catalogue of Type Mineral Specimens – F. (PDF 633 kB) Commission on Museums (IMA), 9. Februar 2021, abgerufen am 20. Mai 2022. </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Mindat"> Fairfieldite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 25. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="MindatAnzahl"> Localities for Fairfieldite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 25. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> </references>