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Eosphorit

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Eosphorit
Datei:Eosphorite-195235.jpg
Bräunlicher Eosphorit aus Itinga, Jequitinhonha-Tal, Minas Gerais, Brasilien (Größe: 4,5 cm × 2,8 cm × 2,4 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Eos<ref name="Warr" />

Chemische Formel Mn2+Al[(OH)2|PO4]·H2O
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Phosphate, Arsenate und Vanadate
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VII/D.07
VII/D.14-020

8.DD.20
42.07.01.02
Kristallographische Daten
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol orthorhombisch-dipyramidal; 2/m2/m2/m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe Cmce<ref name="RG_ehem_Ccma"> Die ehemalige Bezeichnung dieser Raumgruppe lautete Ccma. </ref> (Nr. 64)Vorlage:Raumgruppe/64<ref name="Gatta" />
Gitterparameter a = 6,9263 Å; b = 10,4356 Å; c = 13,5234 Å<ref name="Gatta" />
Formeleinheiten Z = 8<ref name="Gatta" />
Zwillingsbildung nach {100} und {001}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 5
Dichte (g/cm3) gemessen: 3,06 bis 3,08; berechnet: 3,04<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit undeutlich nach {100}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bruch; Tenazität uneben bis schwach muschelig<ref name="Handbookofmineralogy" />
Farbe farblos, weiß, rosa, bräunlich (auch grünlich<ref name="Klockmann" />)
Strichfarbe weiß
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Glanz Glasglanz, Fettglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nα 1,628 bis 1,644<ref name="Mindat" />
nβ 1,648 bis 1,673<ref name="Mindat" />
nγ 1,657 bis 1,679<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,029 bis 0,035<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig negativ
Achsenwinkel 2V = gemessen: 45 bis 50°; berechnet: 54 bis 66°<ref name="Mindat" />
Pleochroismus sichtbar: x = gelb, y = rosa, z = hellrosa bis farblos<ref name="Mindat" />

Eosphorit ist ein eher selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der idealisierten chemischen Zusammensetzung Mn2+Al[(OH)2|PO4]·H2O<ref name="Gatta" />, ist also ein wasserhaltiges Mangan-Aluminium-Phosphat mit zusätzlichen Hydroxidionen.

Eosphorit bildet mit Childrenit (Fe2+Al[(OH)2|PO4]·H2O) eine Mischkristall-Reihe, daher ist bei natürlich gebildetem Eosphorit meist ein geringer Anteil des Mangans durch Eisen ersetzt (substituiert), weshalb die Formel in verschiedenen Quellen auch mit (Mn,Fe)Al[(OH)2|PO4]·H2O<ref name="StrunzNickel" /> angegeben wird.

In reiner Form ist Eosphorit farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterbaufehlern oder polykristalliner Ausbildung kann er aber auch weiß erscheinen und durch Fremdbeimengungen eine rosa bis bräunliche Farbe annehmen, wobei die Transparenz entsprechend abnimmt. Auf der Strichtafel hinterlässt er jedoch immer einen weißen Strich. Das Mineral entwickelt kurz- bis langprismatische Kristalle, die eine Länge von bis zu 20 Zentimetern<ref name="Handbookofmineralogy" /> erreichen können und deren Oberflächen einen glas- bis fettähnlichen Glanz aufweisen. Meist sind die Kristalle zu radialstrahligen bis kugeligen Mineral-Aggregaten gruppiert, ebenso kann das Mineral auch in derben, massigen Aggregaten auftreten.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde Eosporit im Steinbruch Branchville im Fairfield County des US-Bundesstaates Connecticut und beschrieben 1878 durch George Jarvis Brush und Edward Salisbury Dana, die das Mineral in Anlehnung an seine überwiegend rosa Farbe nach dem altgriechischen Wort {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) [Eosphoros] („Bringer der Morgendämmerung“) für den Morgenstern benannten (siehe dazu auch Eos, griechische Göttin der Morgenröte und Mutter des Morgensterns)

Das Typmaterial des Minerals wird in der Mineralogischen Sammlung der Yale University in New Haven (Connecticut) (USA) unter den Registernummern 3.3231 und 3.5847 aufbewahrt.<ref name="Handbookofmineralogy" /><ref name="IMA-Typmaterialkatalog" />

Da der Eosporit bereits lange vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und bezeichnet den Eosporit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral.<ref name="IMA-Liste" /> Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Eosporit lautet „Eos“.<ref name="Warr" />

Klassifikation[Bearbeiten]

Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Eosphorit zur Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate, Vanadate“ und dort zur Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, Arsenate und Vanadate mit fremden Anionen“, wo er gemeinsam mit Childrenit in der „Childrenit-Reihe“ mit der Systemnummer VII/D.07 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/D.14-020. Dies entspricht ebenfalls der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, mit fremden Anionen“, wo Eosphorit zusammen mit Childrenit und Ernstit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VII/D.14 bildet.<ref name="Lapis" />

Auch die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Eosphorit in die Abteilung „Phosphate usw. mit zusätzlichen Anionen; mit H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und dem Stoffmengenverhältnis der zusätzlichen Anionen zum Phosphat-, Arsenat- bzw. Vanadatkomplex. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit ausschließlich mittelgroßen Kationen; (OH usw.) : RO4 = 2 : 1“ zu finden, wo es zusammen mit Childrenit und Ernstit die „Childrenitgruppe“ mit der Systemnummer 8.DD.20 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Eosphorit die System- und Mineralnummer 42.07.01.02. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen mit (AB)5(XO4)3Zq × x(H2O)“ in der „Childrenitgruppe“, in der auch Childrenit, Ernstit und Sinkankasit eingeordnet sind.

Modifikationen und Varietäten[Bearbeiten]

Als Childro-Eosphorit wird ein Mischkristall aus Childrenit und Eosphorit bezeichnet, bei dem das Mischungsverhältnis 1 : 1 beträgt. Beschrieben wurde diese Varietät aus Hagendorf nahe der Marktgemeinde Waidhaus in Bayern.<ref name="Rösler" />

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Eosphorit bildet sich üblicherweise sekundär in einigen phosphathaltigen granitischen Pegmatiten. An seiner Typlokalität Branchville trat das Mineral in Paragenese mit Dickinsonit, Lithiophilit, Rhodochrosit und Triploidit auf. In verschiedenen Steinbrüchen nahe Newry im Oxford County des US-Bundesstaates Maine fand sich Eosporit allerdings auch vergesellschaftet mit Albit, Apatit, Beryllonit, Cookeit, Hydroxylherderit und Turmalin.

In Deutschland fand man Eosporit bisher nur am Hennenkobel (auch Hühnerkobel), bei Erbendorf-Hopfau und bei Hagendorf/Waidhaus in Bayern sowie an den Greifensteinen nahe Ehrenfriedersdorf in Sachsen.

Als eher seltene Mineralbildung kann Eosphorit an verschiedenen Fundorten zum Teil zwar reichlich vorhanden sein, insgesamt ist er aber wenig verbreitet. Als bekannt gelten bisher (Stand 2013) rund 120 Fundorte.<ref name="MindatAnzahl" /> Bekannt aufgrund außergewöhnlicher Eosphoritfunde ist unter anderem die Grube „João Modesto dos Santos“ in der Gemeinde Mendes Pimentel im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais, wo gut ausgebildete Kristalle von bis zu 10 Zentimeter Länge zutage traten.<ref name="Dörfler" />

Weitere Fundorte liegen unter anderem in Afghanistan, Argentinien, Australien, Brasilien, Finnland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Kasachstan, Mosambik, Namibia, Pakistan, Portugal, Russland, Ruanda, Schweden, Spanien, Tschechien, Uganda und in weiteren Bundesstaaten der USA.<ref name="Fundorte" />

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Eosphorit kristallisiert orthorhombisch in der Raumgruppe Cmce<ref name="RG_ehem_Ccma"> Die ehemalige Bezeichnung dieser Raumgruppe lautete Ccma. </ref> (Raumgruppen-Nr. 64)Vorlage:Raumgruppe/64 mit den Gitterparametern a = 6,9263 Å; b = 10,4356 Å und c = 13,5234 Å sowie 8 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="Gatta" />

Verwendung[Bearbeiten]

Datei:Eosphorite cut.jpg
Einige rosafarbene, geschliffene Eosphorite aus Brasilien

Eosphoritkristalle sind nur selten qualitativ hochwertig und mit einer Mohshärte von 5 auch nicht hart genug für eine kommerzielle Verwendung als Schmuckstein. Für Sammler werden sie dennoch gelegentlich in verschiedenen Schliffformen angeboten.<ref name="Schumann" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Eosphorite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Dörfler"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Eosphorit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 20. Juni 2025. </ref> <ref name="Gatta"> </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="IMA-Liste"> Vorlage:IMA-Liste </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Typmaterialkatalog"> Catalogue of Type Mineral Specimens – E. (PDF 132 kB) Commission on Museums (IMA), 9. Februar 2021, abgerufen am 20. Juni 2025 (Gesamtkatalog der IMA). </ref> <ref name="Klockmann"> </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Mindat"> Eosphorite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 20. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="MindatAnzahl"> Localities for Eosphorite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 20. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Rösler"> </ref> <ref name="Schumann"> Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. 16., überarbeitete Auflage. BLV Verlag, München 2014, ISBN 978-3-8354-1171-5, S. 234. </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Eosphorite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 20. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>