Felines Fibrosarkom
Das feline Fibrosarkom ist ein bösartiger, zu den Weichteilsarkomen gehörender Tumor bei Hauskatzen (felin von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), der vor allem in der Unterhaut auftritt und vom Bindegewebe ausgeht. Der häufigste Auslöser sind chronische Entzündungsreaktionen an Impf- und Injektionsstellen. Hier sind alle Altersklassen und Hauskatzenrassen betroffen, am häufigsten tritt dieser Tumor bei 6 bis 11 Jahre alten Katzen auf. Es gibt aber auch Weichteilsarkome die durch das feline Sarkomvirus (FeSV) verursacht werden und vor allem bei jungen Katzen auftreten. Eine dritte Gruppe sind solche, bei denen weder ein Zusammenhang mit einer Injektion noch mit dem FeSV besteht. Jeder Unterhautknoten der länger als 3 Monate bestehen bleibt, größer als 2 cm ist und innerhalb eines Monats gewachsen ist, sollte bei Katzen als Verdachtsfall für ein Fibrosarkom eingestuft werden („3-2-1-Regel“). Insbesondere die injektionsbedingten Fibrosarkome verhalten sich sehr aggressiv und wachsen in das umliegende Gewebe ein. Sie bedürfen bei der Katze einer radikalen chirurgischen Entfernung mit begleitender Strahlen- und eventuell auch Immuntherapie, andere Behandlungsformen sind bislang nicht zielführend.
Definition[Bearbeiten]
Ein Fibrosarkom ist eine zu den mesenchymalen Tumoren gehörende bösartige Neubildung, es geht also von Zellen aus, die ursprünglich aus dem embryonalen Bindegewebe (Mesenchym) hervorgehen.<ref name="Brannick" details="S. 342" /> Das Fibrosarkom gehört zu den Weichteilsarkomen, nach der spindelförmigen Gestalt der Tumorzellen zu den Spindelzelltumoren. Es ist ein aggressiver, infiltrativ wachsender Tumor mit hoher Rezidivrate und einer Metastasierungsrate zwischen 10 und 24 %.<ref name="Weber" />
Ursachen[Bearbeiten]
Injektionsassoziierte Sarkome[Bearbeiten]
Injektionsassoziierte Sarkome ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), FISS) sind meist Fibrosarkome und entstehen durch eine chronische Entzündungsreaktion an einer Injektionsstelle, die zu einer Entartung (maligne Transformation) des Gewebes führt. Die Entzündung löst eine vermehrte Bildung von Wachstumsfaktoren aus und aktiviert Onkogene. Freie Radikale und Stoffwechselprodukte können zu Erbgutschäden und Mutationen führen. In einer Studie wurde auch das Enzym Cyclooxygenase-2 in FISS nachgewiesen, welches die Bildung von Arachidonsäure-Abkömmlingen wie Prostaglandin E2 induziert. Auch der NF-κB-Signalweg und/oder der JAK-STAT-Signalweg 3 könnten an der Tumorgenese beteiligt sein. Der genaue Entstehungsmechanismus ist jedoch, trotz intensiver Forschung, bislang nicht entschlüsselt. Da nur wenige Katzen ein FISS entwickeln, wird eine genetische Prädisposition vermutet.<ref name="Hartmann" /> Auch Fremdkörper oder Traumen können zu solchen entzündlich bedingten Tumoren führen, beispielsweise die Verwendung von nichtresorbierbarem Nahtmaterial oder die Implantation eines Transponders zur Kennzeichnung.<ref name="Hartmann" /><ref name="Weber" />
Besonders häufig entstehen injektionsassoziierte Fibrosarkome an Impfstellen, seltener an Injektionstellen, an denen langwirksame Glucocorticoide, Insulin oder Antibiotika appliziert wurden. Bei Verwendung von Impfstoffen mit Impfverstärkern (Adjuvanzien) wurden in den Makrophagen der Tumorumgebung häufig diese Adjunvanzien nachgewiesen, ein direkter Zusammenhang mit der Tumorentstehung konnte experimentell aber nicht bestätigt werden. Injektionsassoziierte Tumoren treten vor allem in der Unterhaut (alle Katzenimpfstoffe werden dorthin verabreicht) und an den bevorzugten Impflokalisationen (zwischen den Schulterblättern, seitliche Rumpfwand, Oberschenkel) auf.<ref name="Kessler2022" details="S. 350" /><ref name="Aupperle" /> Sie sind durch ein exzessives Wachstum von Fibroblasten und Myofibroblasten gekennzeichnet<ref name="Weber" /> und verhalten sich aggressiver als andere Fibrosarkome.<ref name="Couto" /> An Injektionsstellen können aber auch andere Sarkome wie Osteosarkome, Chondrosarkome und Rhabdomyosarkome auftreten, die ebenfalls zu den FISS gehören, aber deutlich seltener als Fibrosarkome sind.<ref name="Carneiro" /> Injektionsassoziierte Sarkome kommen nahezu exklusiv bei Katzen vor,<ref name="Rupasinghe" /> für andere Tierarten wie Frettchen oder Haushunde gibt es nur vereinzelte Fallberichte.<ref name="Hartmann" />
Die injektionsassoziierten Fibrosarkome sind histologisch durch spindelförmige Zellen mit unterschiedlicher Zellgestalt (Pleomorphie), mehrkernige Riesenzellen und eine knöcherne oder knorpelige Metaplasie gekennzeichnet. Die Zellteilungsrate (Mitoserate) ist meist hoch und Zelluntergangsgebiete (Nekrosen) sind häufig. Dabei neigt der Tumor weniger zur Ausbildung von Fernmetastasen, die dann meist in die Lunge, seltener in die regionären Lymphknoten oder Bauchorgane absiedeln. In der Mehrzahl der Fälle wächst der Tumor lokal infiltrativ in das umgebende Gewebe hinein.<ref name="Hartmann" /> Die Ausbildung einer Pseudokapsel gibt ihm dabei häufig den Anschein einer guten Abgrenzung zum umliegenden Gewebe, Ausläufer des Tumorgewebes reichen aber entlang der Faszien weit über die Pseudokapsel hinaus.<ref name="Aupperle" />
Nicht-Injektionsbedingte Sarkome[Bearbeiten]
Bei nicht-Injektionsbedingten Sarkomen ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), FNISS) ist eine vorherige Injektion unwahrscheinlich oder zumindest nicht ermittelbar. Sie treten an allen Körperstellen auf. Man nimmt an, dass sie durch spontane genetische Veränderungen entstehen. Auch die FNISS wachsen infiltrativ, die Pleomorphie ist pathohistologisch aber weniger ausgeprägt und Entzündungsinfiltrate und Nekrosen sind seltener.<ref name="Aupperle" />
Neben der Lokalisation an Rumpf und Gliedmaßen kommen Fibrosarkome auch in der Maulhöhle vor. Der Entstehungsmechanismus ist dort ebenfalls unklar, eine Beteiligung von Viren kann aber ausgeschlossen werden.<ref name="Eickhoff" />
Virusbedingte Sarkome[Bearbeiten]
Weichteilsarkome können auch durch das zur den Retroviren gehörende feline Sarkomvirus (FeSV) ausgelöst werden. Typischerweise treten die virusbedingten Fibrosarkome an mehreren Körperstellen gleichzeitig auf und es sind vor allem junge und jugendliche Katzen betroffen.<ref name="Aupperle" /><ref name="Raskin" details="S. 54" /> FeSV-induzierte Sarkome sind meist wenig differenziert und neigen früh zu Metastasen in die Lunge und andere Organe. Sie wachsen noch schneller und invasiver als die anderen Fbrosarkome. Sie können sich aber auch als große Solitärtumoren darstellen, die sich spontan wieder zurückbilden.<ref name="Kessler2022" details="S. 45" />
Häufigkeit[Bearbeiten]
Sarkome sind bei Katzen die häufigsten Tumoren mit einem Anteil von 42 %.<ref name="Rupasinghe" /> Das Fibrosarkom ist bei Katzen mit 15 bis 17 % der vierthäufigste Hauttumor<ref name="Raskin" details="S. 54" /><ref name="Ramirez" /> und stellt mit etwa 40 % aller Fälle die zweithäufigste bösartige Tumorform der Haut bei Hauskatzen dar.<ref name="Kessler2022" details="S. 350" /> Das erste als Impfreaktion entstandene Fibrosarkom bei Katzen wurde 1991 in den Vereinigten Staaten beschrieben,<ref name="Hendrick" /> dies fällt zeitlich mit dem verstärkten Einsatz von Tollwut- und FeLV-Impfstoffen in den Vereinigten Staaten zusammen.<ref name="Hartmann" /><ref name="Couto" /> Eine Übersichtsarbeit und Metaanalyse von 2026 ermittelte eine Häufigkeit von 8,8 Fälle auf 100.000 Impfungen.<ref name="Emdin" /> 2011 wurde erstmals ein solcher Tumor an der Implantationsstelle eines Mikrochips zur Tierkennzeichnung beobachtet.<ref name="Carminato" /> Es gibt keine Rasse- oder Geschlechtsdisposition.<ref name="Aupperle" />
Daten aus der Schweiz und eines großen Diagnostiklabors in Deutschland zeigen in den letzten Jahren eine Abnahme der Häufigkeit der Erkrankung, was mit dem zunehmenden Einsatz von Impfstoffen ohne Adjuvanzien zusammenhängen könnte.<ref name="Aupperle" /><ref name="Graf" /> Die Häufigkeit von FeSV-bedingten Sarkomen hat mit dem Rückgang der Häufigkeit von das Immunsystem schädigenden FeLV-Infektionen in den letzten Jahren ebenfalls abgenommen.<ref name="Raskin" details="S. 54" /><ref name="Aupperle" />
Fibrosarkome der Maulhöhle sind bei Katzen wesentlich seltener als Plattenepithelkarzinome und auch deutlich seltener als beispielsweise beim Hund, sie machen bei Katzen etwa 6 bis 17 % der oralen Tumoren aus. Betroffene Tiere sind im Mittel 10 Jahre alt.<ref name="Eickhoff" />
Beim Menschen sind Weichteilsarkome selten, sie machen nur etwa 1 % der bösartigen Tumorerkrankungen aus.<ref name="Ramirez" /> Das Fibrosarkom speziell hat dabei eine Inzidenz von 0,2 von 100,000 Fällen. Diese Seltenheit macht es schwer, geeignete Behandlungsstrategien für den Menschen zu entwickeln, weshalb Katzen hier als Modelltier dienen könnten. Während beim Menschen mittlerweile über 100 Arten von Weichteilsarkomen unterschieden werden, untergliedert man diese bei Katzen nach wie vor vor allem nach dem histologischen Bild. Neuere genetische Untersuchungen zeigten bei Katzen drei Untertypen von Fibrosarkomen.<ref name="Weber" />
Klinisches Bild und Diagnostik[Bearbeiten]
Klinisch zeigt sich ein Fibrosarkom als fester, nicht schmerzhafter Knoten in der Unterhaut, selten in der darunterliegenden Muskulatur. Er ist scheinbar gut abgegrenzt und meist schlecht verschieblich.<ref name="Hartmann" /> Zur klinischen Einschätzung kann die sogenannte „3-2-1-Regel“ angewendet werden. Jede Umfangsvermehrung die länger als 3 Monate bestehen bleibt, die größer als 2 cm ist und innerhalb eines Monats gewachsen ist, sollte als Verdachtsfall eingestuft werden.<ref name="Aupperle" /><ref name="Couto" /><ref name="ABCD" /> In der Computertomografie stellt sich der Tumor als örtlich begrenzte Umfangsvermehrung dar, die invasiv in die angrenzende Skelettmuskulatur einwächst und von heterogenem Gewebe umgeben ist.<ref name="Hartmann" />
Die Feinnadelbiopsie ist eine potenzielle Möglichkeit, den Tumor vor der chirurgischen Entfernung von anderen Unterhauttumoren oder Granulationsgewebe abzugrenzen. Allerdings lassen sich aus Fibrosarkomen mit einer Nadel häufig wenig oder gar keine Zellen gewinnen, so dass es kaum möglich ist, eine repräsentative und damit diagnostisch verwertbare Probe zu gewinnen. Zudem können Fibrosarkome zytologisch nicht sicher von anderen mesenchymalen Tumoren unterschieden werden.<ref name="Brannick" details="S. 386" /> Zytologisch stellt sich das Fibrosarkom mit großen, plumpen Zellen dar, die in ein kollagenes Bindegewebe eingebettet sind. Dabei können mehrkernige Riesenzellen vorhanden sein. Von den gutartigen Fibromen unterscheiden sie sich häufig durch eine ausgeprägte Pleomorphie und ein hohes Verhältnis zwischen Zellkern und Zellplasma.<ref name="Raskin" details="S. 54" />
Differentialdiagnostisch kommen neben Granulationsgewebe auch bösartige Nervenscheidentumoren, das anaplastische Sarkom mit Riesenzellen, bösartige Gefäßwandtumoren (malignes Hämangioperizytom) und Myxosarkome in Betracht. Eine definitive Diagnose ist nur durch eine histopathologische Untersuchung eines Gewebeschnitts möglich, wobei eine Immunhistochemie zur Klärung des Ursprungs der Zellen hilfreich ist.<ref name="Raskin" details="S. 55" /> Alle Fibrosarkome sind positiv für Vimentin, über 95 % zeigen eine positive Reaktion auf S-100-Proteine und 80 % sind negativ für Desmin.<ref name="Carneiro" />
Grading[Bearbeiten]
Für die Einteilung (Grading) anhand histopathologischer Merkmale zur Einschätzung der Prognose gibt es für den Menschen ein Klassifikationsschema, welches auch bei Hunden eingesetzt wird. Die Übertragung dieses Systems auf Katzen zeigte jedoch nur eine schlechte Übereinstimmung zwischen dem Grading und dem Ausgang der Erkrankung (Outcome).<ref name="Ramirez" />
2020 stellten Melanie J. Dobromylskyj und Mitarbeiter ein neues Einteilungssystem für Katzen vor. Hierbei wird anhand der Zahl der Mitosen in 10 Hauptgesichtsfeldern (HPF), des Größenanteils nekrotischer Gebiete und der subjektiv eingeschätzten begleitenden Entzündungsreaktion eine Einteilung in drei Grade vorgenommen, die signifikant mit den Überlebenszeiten korrelierte.<ref name="Dobromylskyj" /> Diese bedarf aber der weiteren Evaluierung in größeren Studien.<ref name="Aupperle" /><ref name="Ramirez" />
| Mitose-Score | Anzahl der Mitosen in 10 HPF |
|---|---|
| 1 | 0–9 |
| 2 | 10–19 |
| 3 | >18 |
| Nekrose-Score | prozentuale Nekrosefläche |
| 1 | keine |
| 2 | < 50 % |
| 3 | > 50 % |
| Entzündungsscore | periphere Entzündungsreaktion |
| 1 | gering |
| 2 | mild bis moderat |
| 3 | ausgeprägt |
| Histologischer Grad | Summe der Scorepunkte |
| I (low grade) | ≤ 3 |
| II (intermediate grade) | 4 oder 5 |
| III (high grade) | > 5 |
Behandlung[Bearbeiten]
Die einzige Möglichkeit der Therapie stellt bisher die chirurgische Entfernung des Tumors dar. Die alleinige Entfernung entlang der Pseudokapsel ergibt keine zufriedenstellenden Ergebnisse, da in ca. 70 % aller Fälle der Tumor wieder nachwächst.<ref name="Aupperle" />
Wesentlich bessere Erfolge erzielt ein radikales chirurgisches Vorgehen, bei dem nach allen Seiten mindestens 3, besser 5 cm Abstand zum tastbaren Tumor gehalten wird. In der Tiefe wird ebenfalls großzügig Gewebe entfernt (bei Bedarf Teile der Brustwand und sogar Rippen), mindestens über zwei Faszienebenen. Wichtig ist der „erste Schnitt“, das heißt eine vollständige Entfernung bei der ersten Operation verspricht den größten Erfolg.<ref name="Weber" /><ref name="Couto" /> Eine vorherige kontrastmittelverstärkte Computer- oder Magnetresonanztomographie ist zur Operationsplanung von Vorteil, der Tumor stellt sich bei diesen bildgebenden Verfahren häufig doppelt so groß dar wie der Tastbefund. Neuere Verfahren wie die Optische Kohärenztomographie können zur Visualisierung der Tumorausläufer hilfreich sein, sind in der Tiermedizin aber kaum verfügbar.<ref name="ABCD" /> Tritt der Tumor an Extremitäten auf, ist ihre Amputation meist die Therapie der Wahl. Als zusätzliche Therapie sind begleitende (adjuvante) Bestrahlungen möglich.<ref name="Aupperle" /> Die Strahlentherapie sollte bereits vor der chirurgischen Entfernung begonnen werden. Die Chemotherapie ist zur Begleitbehandlung weniger gut wirksam. Eine begleitende Immuntherapie war in einigen Studien hilfreich.<ref name="ABCD" />
Auf eine alleinige Chemotherapie oder Bestrahlung reagieren Fibrosarkome dagegen schlecht.<ref name="Weber" />
Die Prognose ist stark abhängig von der Vollständigkeit der chirurgischen Entfernung. Die Rezidivrate zeigt eine große Schwankungsbreite zwischen 11 und 80 % und die mittlere Überlebenszeit variiert zwischen 390 und 901 Tagen.<ref name="Weber" /> Selbst bei chirurgisch vollständiger Entfernung kann es in 50 bis 70 % der Fälle zu Rezidiven kommen, meistens innerhalb von drei Monaten und im Bereich der Operationsstelle. Bei vollständiger Entfernung mit anschließender Strahlentherapie kann eine Krankheitsfreiheit von 700 Tagen erreicht werden, bei unvollständiger Resektion kann trotz begleitender Bestrahlung schon nach 112 Tagen ein Rezidiv auftreten.<ref name="ABCD" /> Auch die Tumorgröße scheint für die Prognose eine Rolle zu spielen. Bei Tumoren, die kleiner als 2 cm sind und vollständig entfernt wurden, ist der Langzeiterfolg wesentlich besser. Bei bereits vorhandenen Metastasen ist die Behandlungsaussicht prinzipiell schlecht.<ref name="Couto" />
Vorbeugung[Bearbeiten]
Obwohl der genaue Mechanismus nicht bekannt ist, aber ein Zusammenhang mit Impfungen besteht, wird ein genereller Verzicht auf Schutzimpfungen bei Katzen in den aktuellen Leitlinien nicht empfohlen. Es sollten aber die empfohlenen Impfintervalle der Hersteller nicht unterschritten werden und der Umfang der Impfungen den individuellen Lebensumständen angepasst werden. Der Impfstoff sollte körperwarm, nur unter der Haut und nicht im Bereich von nur schwer zu operierenden Körperstellen wie zwischen den Schulterblättern oder an der seitlichen Brustwand verabreicht werden. Obwohl ein direkter Zusammenhang zwischen Adjuvanzien und Fibrosarkomen nicht definitiv bewiesen ist, treten bei Impfstoffen mit diesen Wirkstoffverstärkern diese Tumoren häufiger auf, weshalb Impfstoffe ohne Adjuvanzien empfohlen werden. Auch andere Wirkstoffe sollten, wenn möglich, bei Katzen nicht durch subkutane oder intramuskuläre Injektion verabreicht werden.<ref name="Hartmann" /><ref name="ABCD" />
Bei Katzen, die bereits ein impfassoziiertes Sarkom entwickelten, sollte dagegen auf weitere Schutzimpfungen verzichtet und durch Isolierung des Tieres und Hygienemaßnahmen das Ansteckungs- und Erkrankungsrisiko minimiert werden.<ref name="ABCD" />
Weblinks[Bearbeiten]
- GUIDELINE for Feline Injection-Site Sarcoma. European Advisory Board on Cat Diseases, 8. Februar 2024, abgerufen am 22. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), letzte fachliche Überprüfung 25. März 2026).
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="Brannick"> </ref> <ref name="Weber"> </ref> <ref name="Hartmann"> Katrin Hartmann, Herman Egberink, Karin Möstl, Diane D. Addie, Sándor Belák, Corine Boucraut-Baralon, Tadeusz Frymus, Albert Lloret, Regina Hofmann-Lehmann, Fulvio Marsilio, Maria Grazia Pennisi, Séverine Tasker, Etienne Thiry, Uwe Truyen, Margaret J. Hosie: Feline Injection-Site Sarcoma and Other Adverse Reactions to Vaccination in Cats. In: Viruses. Band 15, Nr. 8, 2023, S. 1708, doi:10.3390/v15081708, PMID 37632050 (mdpi.com). </ref> <ref name="Kessler2022"> Martin Kessler (Hrsg.): Kleintieronkologie: Diagnose und Therapie von Tumorerkrankungen bei Hund und Katze. 4., vollständig überarbeitete Auflage. Georg Thieme, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-13-241925-4. </ref> <ref name="Aupperle"> Heike Aupperle-Lellbach, Anna-Chiara Riedl, Angelika Drensler, Sandra Kühnel-Lawatsch: Fibrosarkome der Katze. In: Katzenmedizin. Nr. 30, September 2026, S. 6–14. </ref> <ref name="Couto"> C. Guillermo Couto: Vakzine-assoziiertes Sarkom bei Katzen, Injection Site Sarcoma (ISS). In: Innere Medizin der Kleintiere. 6. Auflage. Elsevier, Urban & Fischer, München 2023, ISBN 978-3-437-57043-8, S. 1277–1278. </ref> <ref name="Carneiro"> </ref> <ref name="Rupasinghe"> </ref> <ref name="Eickhoff"> Markus Eickhoff: Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde bei Klein- und Heimtieren. Enke, Stuttgart 2005, ISBN 3-8304-1038-7, S. 170–171. </ref> <ref name="Raskin"> </ref> <ref name="Ramirez"> </ref> <ref name="Hendrick"> </ref> <ref name="Emdin"> Fiona Emdin, Suzanne Garkay Naro, Peter M. Hoang, Kevin Antoine Brown, Nick Daneman, J. Scott Weese: The incidence of vaccine‐associated sarcomas in cats: a systematic review and meta‐analysis. In: Journal of Small Animal Practice. 2026, doi:10.1111/jsap.70176. </ref> <ref name="Carminato"> </ref> <ref name="Graf"> </ref> <ref name="Dobromylskyj"> </ref> <ref name="ABCD"> GUIDELINE for Feline Injection-Site Sarcoma. European Advisory Board on Cat Diseases, 8. Februar 2024, abgerufen am 22. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>