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Ferronickelplatin

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Ferronickelplatin
Datei:Ferronickelplatinum, Chromite-68413.jpg
Kleiner Ferronickelplatin-Nugget (Durchmesser 4 mm) aus der Region Ural, Russland
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1982-071<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Fnpt<ref name="Warr" />

Chemische Formel
  • Pt2FeNi<ref name="IMA-Liste" />
  • Pt(Ni,Fe)<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Elemente
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

I/A.15-040<ref name="Lapis" />

1.AG.40
01.02.04.03
Kristallographische Daten
Kristallsystem tetragonal
Kristallklasse; Symbol ditetragonal-dipyramidal; 4/m2/m2/m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe P4/mmm (Nr. 123)Vorlage:Raumgruppe/123
Gitterparameter a = 2,73 Å; c = 3,64 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 1<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 4,5 bis 5<ref name="Lapis" /> (VHN50 = 381–592, durchschnittlich 481<ref name="Handbookofmineralogy" />)
Dichte (g/cm3) nicht definiert
Spaltbarkeit fehlt<ref name="Lapis" />
Bruch; Tenazität duktil
Farbe silberweiß<ref name="Lapis" />
Strichfarbe nicht definiert
Transparenz undurchsichtig (opak)
Glanz Metallglanz

Ferronickelplatin ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Elemente (einschließlich natürliche Legierungen, intermetallische Verbindungen, Carbide, Nitride, Phosphide und Silicide)“ mit der chemischen Zusammensetzung Pt2FeNi<ref name="IMA-Liste" /> und ist damit chemisch gesehen eine natürliche Legierung, genauer eine Intermetallische Verbindung aus Platin, Nickel und Eisen im Verhältnis von 2 : 1 : 1.

Ferronickelplatin kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem, fand sich jedoch bisher nur in mikrokristalliner Form. Ferronickelplatin tritt verwachsen mit anderen Platingruppenmineralen als unregelmäßige, leicht gerundete oder traubige Körner von bis zu 4,5 mm Größe auf, wobei die monomineralischen Bereiche nur bis etwa 0,15 mm groß sind.

Ferronickelplatin ist in jeder Form undurchsichtig (opak) und zeigt auf den silberweißen Kornoberflächen einen metallischen Glanz.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde das Mineral in einer Seifenlagerstätte am Fluss Pekulnei im gleichnamigen Pekulnei-Gebirge in dem zu Russland gehörenden Autonomen Kreis der Tschuktschen. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch N. S. Rudaschewskij, A. G. Motschalow, Ju. P. Menschikow und N. I. Schumskaja ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), die es in Anlehnung an dessen chemische Zusammensetzung als Ferronickelplatin bezeichneten ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)).

Die Mineralbeschreibung und der gewählte Name wurden 1982 zur Prüfung bei der International Mineralogical Association eingereicht (interne Eingangsnummer der IMA: 1982-071<ref name="IMA-Liste" />). Diese erkannte den Ferronickelplatin noch im selben Jahr als eigenständige Mineralart an. Die Publikation der Neuentdeckung folgte im Jahr darauf im russischen Wissenschaftsmagazin Sapiski Wsessojusnogo Mineralogitscheskogo Obschtschestwa ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))<ref name="Rudashevsky-et-al" /> und wurde 1984 durch Pete J. Dunn et al. bei der Bekanntgabe der durch die IMA anerkannten Neuen Mineralnamen bestätigt.<ref name="Dunn-et-al" />

Das Typmaterial des Minerals wird im Staatlichen Montaninstitut in Sankt Petersburg unter der Katalog-Nr. 1306/1 aufbewahrt.<ref name="Handbookofmineralogy" /><ref name="IMA-Typmaterial-Katalog" />

Die seit 2021 von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Ferronickelplatin lautet „Fnpt“.<ref name="Warr" />

Klassifikation[Bearbeiten]

Da der Ferronickelplatin erst 1982 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der seit 1977 veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf dieser alten Systematik von Karl Hugo Strunz basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer I/A.15-040. In der Lapis-Systematik entspricht dies der Klasse der „Elemente“ und dort der Abteilung „Metalle und intermetallische Verbindungen“, wo Ferronickelplatin zusammen mit Bortnikovit, Chengdeit, Isoferroplatin, Nielsenit, Tetraferroplatin und Tulameenit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer I/A.15 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Ferronickelplatin ebenfalls in die Abteilung der „Metalle und intermetallischen Verbindungen“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen, die entsprechend ihrer verwandten Eigenschaften in Metallfamilien eingeteilt wurden. Ferronickelplatin ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „PGE-Metall-Legierungen“ zu finden ist, wo es nur noch zusammen mit Tetraferroplatin und Tulameenit die „Tetraferroplatin-Gruppe“ mit der Systemnummer 1.AG.40 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Ferronickelplatin die System- und Mineralnummer 01.02.04.03. Dies entspricht ebenfalls der Klasse und gleichnamigen Abteilung „Elemente“, wo das Mineral zusammen mit Potarit, Tetraferroplatin und Tulameenit in der „Tetraferroplatingruppe (Raumgruppe P4/mmm)“ mit der Systemnummer 01.02.04 innerhalb der Unterabteilung „Elemente: Platingruppenmetalle und -legierungen“ zu finden ist.

Chemismus[Bearbeiten]

Anhand von sechs Körnern in einem polierten Bereich ergab die Analyse mithilfe der Elektronenmikrosonde die chemische Zusammensetzung von 75,7–77,6 % Platin, 10,4–11,0 % Eisen, 10,2–11,7 % Nickel, 0,27–0,69 % Iridium und 0,33–0,36 % Kupfer, was einer empirischen Zusammensetzung von (Pt2.016Ir0.012)Fe0.983(Ni0.962Cu0.027) beziehungsweise der idealisierten Zusammensetzung Pt2FeNi entspricht. Analysen von weiteren vier Körnern ergaben variable, aber niedrige Gehalte an Ruthenium, Rhodium, Palladium und Cobalt. Aufgrund des variablen Cu-Ni-Gehaltes wird allerdings angenommen, dass Ferronickelplatin eine lückenlose Mischkristallreihe mit Tulameenit (Pt2FeCu) bildet.<ref name="Dunn-et-al" />

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Ferronickelplatin kristallisiert tetragonal in der Raumgruppe P4/mmm (Raumgruppen-Nr. 123)Vorlage:Raumgruppe/123 mit den Gitterparametern a = 2,73 Å und c = 3,64 Å sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

An seiner Typlokalität am Fluss Pekulnei fand sich das Mineral in den Schwermineralkonzentraten quartärer, alluvialer Ablagerungen zusammen mit Ultramafiten in einem Ophiolithband. Als Begleitminerale traten hier Cherepanovit, Chromit, Cooperit, Hollingworthit, Irarsit, Isoferroplatin, Laurit, Olivin, Rutheniridosmin, Sperrylith und Tetraferroplatin auf.

In Russland fand man Ferronickelplatin außer am Fluss Pekulnei noch in der Koriak-Kamtschatka-Faltzone im Fernen Osten sowie im Kytlym-Komplex und in der nahe gelegenen Platingrube Gosshakhta in der Oblast Swerdlowsk im Ural.<ref name="Fundorte" />

Weitere bisher bekannte Fundorte sind unter anderem der Nickelerz-Tagebau Loma Peguera etwa 11 km nordöstlich von Bonao in der Dominikanischen Republik, der Fluss Bir Bir nehe Yubdo in der äthiopischen Region Oromia, die Ophiolithe auf Île Ouen in der Gemeinde Le Mont-Dore in Neukaledonien, der Bushveld-Komplex in Südafrika und ein nicht näher benannter Fundpunkt nahe dem Nottingham Township im Chester County des US-Bundesstaates Pennsylvania.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Н. С. Рудашевский, А. Г. Мочалов, Ю. П. Меньшиков, Н. И. Шумская: Ферроникельплатина Pt2FeNi – Новый Минеральный вид. In: Записки Всесоюзного Минералогического Общества. Band 112, Nr. 4, 1983, S. 487–494 (rruff.info [PDF; 685 kB; abgerufen am 8. Juni 2024] englische Übersetzung: N. S. Rudashevsky, A. G. Mochalov, Yu. P. Men'shikov, N. I. Shumskaya: Ferronickelplatinum Pt2FeNi – a new mineral species. In: Zapiski Vsesoyuznogo Mineralogicheskogo Obshchestva).
  • Pete J. Dunn, Louis J. Cabri, James A. Ferraiolo, Joel D. Grice, John Leslie Jambor, Wolfgang Mueller, James E Shigley, Jacek Puziewicz, David A. Vanko: New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band 69, 11 und 12, 1984, S. 1190–1196 (rruff.info [PDF; 878 kB; abgerufen am 8. Juni 2024]).
  • Peter Bayliss: Revised unit cell dimensions, space group, and chemical formula of some metallic minerals. In: The Canadian Mineralogist. Band 28, 1990, S. 751–755 (rruff.info [PDF; 447 kB; abgerufen am 8. Juni 2024]).

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Ferronickelplatinum – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Dunn-et-al"> Pete J. Dunn, Louis J. Cabri, James A. Ferraiolo, Joel D. Grice, John Leslie Jambor, Wolfgang Mueller, James E Shigley, Jacek Puziewicz, David A. Vanko: New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band 69, 11 und 12, 1984, S. 1190–1196 (rruff.info [PDF; 878 kB; abgerufen am 8. Juni 2024]). </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Ferronickelplatin beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 8. Juni 2024. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> Ferronickelplatinum. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org [PDF; 50 kB; abgerufen am 8. Juni 2024]). </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Typmaterial-Katalog"> Catalogue of Type Mineral Specimens – F. (PDF 633 kB) Commission on Museums (IMA), 9. Februar 2021, abgerufen am 26. Dezember 2023. </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Rudashevsky-et-al"> Н. С. Рудашевский, А. Г. Мочалов, Ю. П. Меньшиков, Н. И. Шумская: Ферроникельплатина Pt2FeNi – Новый Минеральный вид. In: Записки Всесоюзного Минералогического Общества. Band 112, Nr. 4, 1983, S. 487–494 (rruff.info [PDF; 685 kB; abgerufen am 8. Juni 2024] englische Übersetzung: N. S. Rudashevsky, A. G. Mochalov, Yu. P. Men'shikov, N. I. Shumskaya: Ferronickelplatinum Pt2FeNi – a new mineral species. In: Zapiski Vsesoyuznogo Mineralogicheskogo Obshchestva). </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Ferronickelplatinum Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 26. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>