Nickel
| Eigenschaften | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Allgemein | |||||||||||
| Name, Symbol, Ordnungszahl | Nickel, Ni, 28 | ||||||||||
| Elementkategorie | Übergangsmetalle | ||||||||||
| Gruppe, Periode, Block | 10, 4, d | ||||||||||
| Aussehen | glänzend, metallisch, silbrig | ||||||||||
| CAS-Nummer | |||||||||||
| EG-Nummer | 231-111-4 | ||||||||||
| ECHA-InfoCard | 100.028.283 | ||||||||||
| Massenanteil an der Erdhülle | 0,015 % (22. Rang)<ref name="Harry H. Binder">Harry H. Binder: Lexikon der chemischen Elemente, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-7776-0736-3.</ref> | ||||||||||
| Atomar<ref>Die Werte für die Eigenschaften (Infobox) sind, wenn nicht anders angegeben, aus www.webelements.com (Nickel) entnommen.</ref> | |||||||||||
| Atommasse | 58,6934(4)<ref name="CIAAW">CIAAW, Standard Atomic Weights Revised 2013.</ref> u | ||||||||||
| Atomradius (berechnet) | 135 (149) pm | ||||||||||
| Kovalenter Radius | 124 pm | ||||||||||
| Van-der-Waals-Radius | 163 pm | ||||||||||
| Elektronenkonfiguration | [Ar] 3d8 4s2 [Ar] 3d9 4s1<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> | ||||||||||
| 1. Ionisierungsenergie | Vorlage:ZahlExp ≈ Vorlage:ZahlExp | ||||||||||
| 2. Ionisierungsenergie | Vorlage:ZahlExp ≈ Vorlage:ZahlExp | ||||||||||
| 3. Ionisierungsenergie | Vorlage:ZahlExp ≈ Vorlage:ZahlExp | ||||||||||
| 4. Ionisierungsenergie | Vorlage:ZahlExp ≈ Vorlage:ZahlExp | ||||||||||
| 5. Ionisierungsenergie | Vorlage:ZahlExp ≈ Vorlage:ZahlExp | ||||||||||
| Physikalisch<ref>Die Werte für die Eigenschaften (Infobox) sind, wenn nicht anders angegeben, aus www.webelements.com (Nickel) entnommen.</ref> | |||||||||||
| Aggregatzustand | fest | ||||||||||
| Kristallstruktur | kubisch flächenzentriert | ||||||||||
| Dichte | 8,908 g/cm³ (20 °C)<ref name="Greenwood">N. N. Greenwood und A. Earnshaw: Chemie der Elemente, 1. Auflage, VCH, Weinheim 1988, ISBN 3-527-26169-9, S. 1469.</ref> | ||||||||||
| Mohshärte | 4,0 | ||||||||||
| Magnetismus | ferromagnetisch | ||||||||||
| Schmelzpunkt | 1728 K<ref name="Ullmann">Derek G. E. Kerfoot: Nickel in Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry, Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim 2005, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden.</ref> (1455 °C) | ||||||||||
| Siedepunkt | 3003 K<ref name="Zhang_10.1021_je1011086">Yiming Zhang, Julian R. G. Evans, Shoufeng Yang: Corrected Values for Boiling Points and Enthalpies of Vaporization of Elements in Handbooks. In: Journal of Chemical & Engineering Data. 56, 2011, S. 328–337, doi:10.1021/je1011086.</ref> (2730 °C) | ||||||||||
| Molares Volumen | 6,59 · 10−6 m3·mol−1 | ||||||||||
| Verdampfungsenthalpie | 379 kJ·mol−1<ref name="Zhang_10.1021_je1011086" /> | ||||||||||
| Schmelzenthalpie | 17,7<ref name="Ullmann" /> kJ·mol−1 | ||||||||||
| Schallgeschwindigkeit | 4970 m·s−1 | ||||||||||
| Spezifische Wärmekapazität | 444<ref name="UniBochum">Ruhr-Universität Bochum, Institut für Werkstoffe: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/WaybackSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden..</ref> J·kg−1·K−1 | ||||||||||
| Austrittsarbeit | 5,15 eV<ref>Ludwig Bergmann, Clemens Schaefer, Rainer Kassing: Lehrbuch der Experimentalphysik, Band 6: Festkörper. 2. Auflage, Walter de Gruyter, 2005, ISBN 978-3-11-017485-4, S. 361.</ref> | ||||||||||
| Elektrische Leitfähigkeit | 13,9 · 106 S·m−1 | ||||||||||
| Wärmeleitfähigkeit | 91 W·m−1·K−1 | ||||||||||
| Chemisch<ref>Die Werte für die Eigenschaften (Infobox) sind, wenn nicht anders angegeben, aus www.webelements.com (Nickel) entnommen.</ref> | |||||||||||
| Oxidationszustände | −1, ±0, +1, +2, +3, +4 | ||||||||||
| Normalpotential | −0,257 V (Ni2+ + 2 e− → Ni) | ||||||||||
| Elektronegativität | 1,91 (Pauling-Skala) | ||||||||||
| Isotope | |||||||||||
| Weitere Isotope siehe Vorlage:Infobox Chemisches Element/Isotope | |||||||||||
| NMR-Eigenschaften | |||||||||||
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| Sicherheitshinweise | |||||||||||
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| MAK |
Schweiz: 0,5 mg·m−3 (gemessen als einatembarer Staub)<ref>Vorlage:SUVA-MAK</ref> | ||||||||||
| Toxikologische Daten | |||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | |||||||||||
Nickel ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Ni und der Ordnungszahl 28. Es zählt zu den Übergangsmetallen, im Periodensystem steht es nach der älteren Zählweise in der 8. Nebengruppe oder Eisen-Platin-Gruppe, nach der neueren in der Gruppe 10 oder Nickelgruppe.
Es ist ein silbriges, duktiles, ferromagnetisches Metall mit einem messingartigen Schimmer. Es ist bereits seit 1751 bekannt. Das Metall hat viele Anwendungen, hauptsächlich wird es für Legierungen genutzt. Es ist unter anderem ein wichtiger Bestandteil von Edelstahl. Nickel ist auch für seine Verwendung als Münzmetall bekannt, in den Vereinigten Staaten und Kanada werden die 5-Cent-Münzen schlicht „Nickel“ genannt. Auch wird Nickel in einigen Akkumulatoren verwendet.
Der weltweit größte Produzent von Nickel ist Indonesien. Das meiste Nickel wird aus Mineralen wie Pentlandit, Millerit und Nickelin gewonnen, das Metall kommt nur selten gediegen vor.
Geschichte[Bearbeiten]
Nickelhaltige Legierungen wurden schon seit dem Altertum verwendet. In Gerzeh (Ägypten) wurden Objekte aus nickelhaltigem Meteoreisen gefunden, die etwa 3200 v. Chr. hergestellt wurden. Es wird geschätzt, dass das Ausgangsmaterial 6–9 % Nickel enthielt.<ref>Thilo Rehren, T. Belgya, Albert Jambon, György Káli, Zsolt Kasztovszky, Zoltán Kis, Imre Kovács, Boglárka Maróti, Marcos Martinón‐Torres, Gianluca Miniaci, Vincent C. Pigott, Miljana Radivojević, L. Rosta, László Szentmiklósi, Zoltán Szõkefalvi‐Nagy: 5,000 years old Egyptian iron beads made from hammered meteoritic iron. In: Journal of Archaeological Science. 2013, Band 40, Nummer 12, S. 4785–4792 Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden..</ref> Einige Bronzen aus Syrien, Sumer und der Indus-Kultur enthalten Nickelgehalte von über einem Prozent. Nickelhaltige Bronzen wurden vor allem in Objekten gefunden, bei denen Härte und Festigkeit wichtig war, dies deutet auf eine bewusste Verwendung des Elementes hin.<ref>C. F. Cheng, C. M. Schwitter: Nickel in Ancient Bronzes. In: American Journal of Archaeology. 1957, Band 61, Nummer 4, S. 351–365 Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden..</ref><ref name="Rapp">George Rapp: Archaeomineralogy. 2. Auflage. Springer, 2009, ISBN 978-3-540-78593-4, S. 164.</ref> Kupfer-Nickel-Legierungen mit Nickelgehalten von >10 % sind in der Späten Bronzezeit aus Ḫattuša bekannt. Sie wurden wahrscheinlich durch Schmelzen von Chalkopyrit, der mit Pentlandit vergesellschaftet ist, hergestellt und für Schmuckstücke wie Nadeln, Anhänger oder Siegel verwendet.<ref name="Scott-Schwab">David A. Scott, Roland Schwab: Metallography in Archaeology and Art. Springer, 2019, ISBN 978-3-030-11265-3, S. 155–158.</ref><ref>Joseph W. Lehner, Andreas Schachner: The Organization of Metal Production at Hattuša: A First Assessment. In: Çiğdem Maner, Mara T. Horowitz, Allan S. Gilbert (Hrsg.): Overturning Certainties in Near Eastern Archaeology. Brill, 2017, ISBN 978-90-04-35357-2, S. 412.</ref> Aus dem Griechisch-Baktrischen und Indo-Griechischen Königreich im 2. Jahrhundert vor Christus sind Münzen der Könige Euthydemos II., Agathokles und Pantaleon bekannt, die aus Kupfernickel mit einem Nickelgehalt von bis zu 20 % bestehen.<ref name="Scott-Schwab"/>
Nachweisbar absichtlich mit Nickel legiertes Kupfer wurde erstmals in China hergestellt. Es handelte sich um eine Kupfer-Nickel-Zink-Legierung, die Baitong oder Paktong („weißes Kupfer“, im Westen auch „weiße Bronze“ und „Nickel-Silber“) genannt wurde und heutzutage als Neusilber bekannt ist. Die Herstellung erfolgte wahrscheinlich dadurch, dass ein Gemisch von Pentlandit und Kupfererzen mehrfach geröstet wurde und das entstandene Kupfernickel dann mit Zink legiert wurde. Wann Paktong erstmals hergestellt wurde, ist nicht bekannt, erste Hinweise darauf gibt es aus dem vierten Jahrhundert.<ref name="Scott-Schwab"/><ref>Jianjun Mei: The history, metallurgy and spread of Paktong. In: Bulletin of the Metals Museum. Band 24, 1995, S. 43–55 (online bei researchgate.net).</ref> Während der Ming-Dynastie (1368 bis 1644) wurde Paktong in größeren Mengen für Haushaltsgegenstände wie Schüsseln oder Teller verwendet. Ab dem späten 17. Jahrhundert wurde Paktong aus China auch nach Europa exportiert und dort für dekorative Gegenstände wie Kerzenständer oder Kaminroste verwendet. Die genaue Zusammensetzung der Legierung blieb in Europe jedoch lange unbekannt.<ref name="Huang">Chao Huang: Metallurgical knowledge transfer from Asia to Europe. In: Artefact. 2018, Band 8, S. 89–110, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden..</ref> Im Dschābir ibn Hayyān, einem auch als Johannes Geber bekannten Alchemisten des 8. Jahrhunderts, zugeschriebenen Werk, ist Harsini, eine dem Paktong ähnliche Legierung aus Kupfer und Nickel erwähnt, als Bestandteil eines Rezepts zur Herstellung des Steins der Weisen genannt.<ref>Allison Coudert: Der Stein der Weisen. Die geheime Kunst der Alchemisten. (Originalausgabe: Alchemy: the Philosopher’s Stone. 1980) Lizenzausgabe. Pawlak, Herrsching 1992, ISBN 3-88199-911-6, S. 35–36.</ref>
Im Jahr 1751 untersuchte Axel Frederic Cronstedt ein Erz, wahrscheinlich Nickelin (Kupfernickel), und entdeckte darin ein unbekanntes Metall. Er stellte zunächst das Oxid her und reduzierte es mit Kohle zum Metall.<ref>Axel Frederic Cronstedt: Rön och försök gjorde med en malm-art, från Los kobolt-grufvor i Färila socken och Hälsingeland. In: Kongliga Svenska vetenskapsakademiens handlingar. Band 7, 1751, S. 287–292.</ref><ref>Discoverer of Nickel: Axel Fredrick Cronstedt. In: Nature. 1965, Band 208, Nummer 5007, S. 229 Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden..</ref> Drei Jahre später benannte er das neue Metall nach dem Erz Kupfernickel als Nickel.<ref>Axel Frederic Cronstedt: Fortsättning af rön och försök, Gjorde Med en Malm-art från Los Kobolt Grufvor. In: Kongliga Svenska vetenskapsakademiens handlingar. Band 15, 1754, S. 38–45.</ref><ref>Paweł Miśkowiec: Name game: the naming history of the chemical elements—part 1—from antiquity till the end of 18th century. In: Foundations of Chemistry. 2022, Band 25, Nummer 1, S. 29–51, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden..</ref><ref name="Howard-White">F.B. Howard - White: Nickel - An historic Review. 1. Auflage, Routledge, 1963, ISBN 978-103-2-63883-6, S. 23–35.</ref> 1775 bestätigte Torbern Bergman die Entdeckung Cronstedts und stellte deutlich reineres Nickel her. Zudem konnte 1776 Gustaf von Engeström die Zusammensetzung des chinesischen Paktong als Nickellegierung bestimmen.<ref name="Huang"/> Viele physikalische Eigenschaften von Nickel wurden 1804 von Jeremias Benjamin Richter ermittelt.<ref>Jeremias Benjamin Richter: Beyträge zur Chemie der Metalle - Ueber das absolut reine Nickel, ein edles Metall, die Darstellung und besondere Eigenschaften desselben. In: Neues allgemeines Journal der Chemie. Band 3, Heft 3, S. 244–261 (online).</ref>
Der Name Kupfernickel entwickelte sich im 17. Jahrhundert im Erzgebirge und wurde 1694 erstmals von Urban Hjärne schriftlich verwendet. Er leitet sich möglicherweise von einer Bezeichnung für böse Geister oder einem anderen Namen des Teufels ab, die im Englischen noch als „Old Nick“ existiert. Dies beruht wahrscheinlich darauf, dass die Bergleute ähnlich wie beim Cobalt glaubten, dass böse Geister das wertvolle Silber durch ein wertloses Metall ersetzt haben und die arsenhaltigen Erze beim Abbau auch noch Gesundheitsschäden verursachten.<ref name="Howard-White"/>
Metallisches Nickel hatte lange Zeit keine große wirtschaftliche Bedeutung, bis in den 1870er Jahren die Verwendung von Nickel in Stählen entdeckt wurde und Theodor Fleitmann schmiedbares Nickel entwickelte. 1885 wurde der erste nickelhaltige Panzerstahl hergestellt und bald darauf für die Panzerung von Kriegsschiffen eingesetzt. Die anfangs wichtigsten Lagerstätten, in denen Nickelerze abgebaut wurden, lagen auf Neukaledonien und im Sudbury-Becken in Kanada.<ref>D. G. E. Kerfoot: Nickel. In: Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry. 7. Auflage, Vol. 24, 2012, S. 37–38, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden..</ref>
Vorkommen[Bearbeiten]
Nickel ist auf der Erde mit einem Anteil von 1,7 bis 1,9 % das fünfthäufigste Element.<ref name="EnzyclopediaGeochem">William L. Griffin, Mathieu Chassé: Nickel. In: William White (Hrsg.): Encyclopedia of Geochemistry. Springer, 2018, ISBN 978-3-319-39311-7, S. 980–983.</ref> Allerdings ist sein Anteil an der kontinentalen Erdkruste nur gering und beträgt nur etwa 84 ppm.<ref name="CRC">Vorlage:CRC Handbook</ref> Dies liegt daran, dass Nickel ein stark siderophiles (eisenliebendes) Element ist und daher bei der Entstehung der Erde große Mengen Nickel in den Erdkern gelangt ist, sein Gehalt wird auf etwa 5 % geschätzt. Auch der Erdmantel ist reich an Nickel, dementsprechend enthält besonders Olivin häufig viel Nickel, es kann hier auf Grund des ähnlichen Ionenradius Magnesium ersetzen. Da Nickel zudem chalkophil (schwefelliebend) ist, können sich in ultramafische Lavaschmelzen Nickelsulfide bilden, von denen Pentlandit das Wichtigste ist.<ref name="EnzyclopediaGeochem"/> zudem ist eine hydrothermale Bildung von Pentlandit möglich.<ref>Sebastian Staude, Manuel Scharrer, Gregor Markl, Isaac Simon, Katharina Pfaff, Thomas Monecke, Philippe Blanc: Hydrothermal Pentlandite (Ni,Fe)9S8 from Kambalda, Western Australia: Occurrences, Formation Conditions, and Association with Orogenic Gold. In: The Canadian Journal of Mineralogy and Petrology. Band 61, Nr. 2, 2023, S. 239–271, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden..</ref>
In Lateriten können durch Verwitterung höhere Konzentrationen an Nickel entstehen als in den Ausgangsgesteinen. Je nach Ausgangsgestein entstehen oxidische Erze wie nickelhaltiger Goethit, wasserhaltige Silikaterze wie Garnierit oder Népouit oder Ton-Silikatvorkommen wie nickelhaltiger Smektit. Nickel-Laterit-Erze enthalten über 1 % Nickel.<ref name="Butt" details="S. 269-276">C. R. M. Butt, M. Elias, A. Kadarusman, N. W. Brand: Nickel-Cobalt Laterite Deposits. In: Rob J. Bowell, Charles R. M. Butt (Hrsg.): Geology, Geochemistry and Formation of Supergene Mineral Deposits in Deeply Weathered Terrain. Springer, 2025, ISBN 978-3-031-75732-7.</ref> Nickellateriterze entstehen in humidem Klima mit Regenmengen von über 1000 mm jährlich und warmen Temperaturen. Zudem begünstigen ein flaches Relief und hoher Grundwasserspiegel die Bildung von lateritischen Nickelerzen. Dadurch bleibt das Nickel häufig am Ort zurück und es akkumuliert sich nur wenig.<ref name="Butt" details="S. 278-279"/> Die Lateritvorkommen bilden sich sowohl dadurch, dass aus den Ausgangsgesteinen leichter lösliche Elemente wie Magnesium gelöst werden als auch dadurch, dass Nickel ausgelaugt wird und in tieferen Schichten etwa von Goethit adsorbiert wird und sich anreichert.<ref name="Butt" details="S. 280-284"/>
Es ist eine Vielzahl von Nickelmineralen bekannt, wovon die häufigsten Sulfide oder Arsenide sind. Neben dem häufigsten, dem Pentlandit (Ni,Fe)9S8, zählen hierzu Millerit NiS, Gersdorffit NiAsS und Nickelin NiAs. Auch vom Nickelarsenat Annabergit Ni3[AsO4]2·8H2O sind diverse Fundorte bekannt. Außer in verschiedenen Verbindungen kommt Nickel gediegen sowie in einigen Legierungen wie Garutiit (Ni,Fe,Ir) und Awaruit FeNi3 vor. Insgesamt sind 2025 182 verschiedene Nickelminerale anerkannt.<ref>The mineralogy of Nickel. In: mindat.org, Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 27. Oktober 2025.</ref>
In der Natur reichert sich Nickel im Saft sogenannter Nickelbäume an. Dieser Baumsaft kann bis zu einem Viertel aus Nickel bestehen.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
Die beiden größten sulfidischen Nickellagerstätten sind zum einen Norilsk in Russland mit einer geschätzten Gesamtmenge an Nickel von 23 Millionen Tonnen und einem durchschnittlichen Nickelgehalt von 1,77 % und zum anderen Sudbury in Kanada mit 20 Millionen Tonnen Nickel und einem durchschnittlichen Nickelgehalt von 1,2 %.<ref>Anthony J. Naldrett: Magmatic Sulfide Deposits. Springer, 2004, ISBN 978-3-642-06099-1, S. 2–3.</ref> Große lateritische Vorkommen finden sich vor allem in Asien und Ozeanien (Indonesien, Philippinen, Neukaledonien), Südamerika und der Karibik (Brasilien, Kolumbien, Kuba, Dominikanische Republik), Australien, Griechenland, dem Balkan und dem Ural.<ref name="Butt" details="S. 276"/> Die größten bekannten Nickelvorkommen liegen in Indonesien und hier vor allem im Südosten Sulawesis, auf Halmahera, in Maluku und Papua Barat Daya.<ref>Dwi Nugroho Sunuhadi, Ernowo, Prima Muharam Hilman, Triswan Suseno: Availability of Indonesian nickel reserves and efforts to improve reserves resistance and its impact to economic growth. In: Mineral Economics. Band 37, 2024, S. 601–617, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden..</ref> 2025 schätzte die United States Geological Survey die indonesischen Nickelreserven auf 55 Millionen Tonnen.<ref>U.S. Geological Survey: Mineral Commodity Summaries, Januar 2025, abgerufen am 27. Oktober 2025.</ref> Da die indonesischen Nickellagerstätten überwiegend in Regenwaldgebieten liegen, hat die verstärkte Ausbeutung erhebliche Auswirkungen durch Abholzung und Zerstörung von Lebensräumen.<ref>Miftahul Jannah Nasution, Tugiyono, Samsul Bakri, Agus Setiawan, Murhadi, Christine Wulandari, Endro Prasetyo Wahono: The Impact of Increasing Nickel Production on Forest and Environment in Indonesia: A Review. In: Jurnal Sylva Lestari. Band 12, Nr. 3, 2024, S. 549–579, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden..</ref>
Nickel als Mineral[Bearbeiten]
Natürlich vorkommendes Nickel in seiner elementaren Form wurde erstmals 1967 durch Paul Ramdohr beschrieben<ref name="Fleischer">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> und von der International Mineralogical Association (IMA) als eigenständige Mineralart anerkannt (Interne Eingangs-Nr. der IMA: 1966-039).<ref>Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. (PDF; 3,6 MB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden. ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
Gemäß der Systematik der Minerale nach Strunz (9. Auflage) wird Nickel unter der System-Nr. 1.AA.05 (Elemente – Metalle und intermetallische Verbindungen – Kupfer-Cupalit-Familie – Kupfergruppe)<ref>Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. (PDF; 1,9 MB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. IMA/CNMNC, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden. ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden., Nickel S. 202).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> beziehungsweise in der veralteten 8. Auflage unter I/A.04b (Nickel-Reihe) eingeordnet. Die vorwiegend im englischsprachigen Raum verwendete Systematik der Minerale nach Dana führt das Element-Mineral unter der System-Nr. 01.01.11.05 (Eisen-Nickelgruppe).<ref>David Barthelmy: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
Als Typlokalität gilt die Halbinsel Bogota nahe Canala in der Nordprovinz von Neukaledonien, wo sich gediegen Nickel in Form idiomorpher kubischer Körner oder eingewachsener Würfel bis etwa 0,1 mm als Einschlüsse in Heazlewoodit sowie als „spinnenartige“ unregelmäßige Masse zwischen den Heazlewooditkörnern fand.<ref name="Fleischer" /> Als Begleitminerale können neben Heazlewoodit unter anderem noch Chalkopyrit, Chalkosin, Galenit, Godlevskit, gediegen Kupfer, Millerit, Orcelit, Pentlandit, Pyrit und Pyrrhotin auftreten.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Bisher sind rund 50 Fundorte für gediegenes Nickel dokumentiert (Stand 2018), so unter anderem in Australien, China, Kanada, Russland und den Vereinigten Staaten von Amerika.<ref name="Fundorte">Fundortliste für Nickel beim Mineralienatlas und bei Mindat</ref>
Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]
Für die Produktion von Nickel werden sowohl sulfidische Lagerstätten als auch Lateritvorkommen ausgebeutet. Während früher die Produktion aus Nickelsulfiden überwog, werden mittlerweile zu etwa 70 % lateritische Vorkommen für die Nickelproduktion abgebaut.<ref name="Zhang">Zhen-fang Zhang, Wei-bo Zhang, Zhen-guo Zhang, Xiu-fa Chen: Nickel extraction from nickel laterites: Processes, resources, environment and costs. In: China Geology. Band 8, Nr. 1, 2025, S. 187–213, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden..</ref> Sulfidische Erze werden überwiegend im Untertagebau, teilweise auch im Tagebau abgebaut, wobei das Gestein gesprengt wird, um das Erz zu lösen. Laterit wird fast ausschließlich im Tagebau gewonnen, wobei es direkt mit Baggern abgetragen werden kann.<ref name="DERA" details="S. 17–18">Michael Szurlies: Rohstoffrisikobewertung – Nickel. In: Deutsche Rohstoffagentur (DERA): DERA Rohstoffinformationen. Band 48, 2021, ISBN 978-3-948532-38-3.</ref>
Gewinnung aus sulfidischen Erzen[Bearbeiten]
Sulfidische Erze müssen zunächst vom Umgebungsgestein getrennt und die Konzentration von Nickel erhöht werden. Der Großteil des Gesteins wird mechanisch entfernt und die Erze durch Magnettrennung und Flotation angereichert. Vor allem in Kanada werden auch Pentlandit (Nickelerz), Chalkopyrit (Kupfererz) und Pyrrhotin (Eisenerz) voneinander getrennt. Dabei entsteht ein Konzentrat, dass typischerweise zu 5 bis 15 % aus Nickel und Kupfer besteht.<ref name="ullmann" details="S. 43–44">Derek G. E. Kerfoot: Nickel. In: Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, 2012, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden..</ref> Über 90 % aller Nickelsulfid-Konzentrate werden pyrometallurgisch weiterverarbeitet. Im ersten Schritt werden sie bei 600 bis 700 °C geröstet. Dabei reagieren Eisensulfide bevorzugt mit Sauerstoff unter Bildung von Schwefeldioxid und Eisenoxiden, wodurch bis zu 60 % des Schwefels aus dem Konzentrat entfernt werden kann.<ref name="ullmann" details="S. 45–47"/>
- <chem>3 Fe7S8 + 38 O2 -> Fe3O4 + SO2</chem>
Anschließend erfolgt das zweistufige Schmelzen des Erzes, um Eisen, weiteren Schwefel und Gangart zu entfernen und sogenannten Kupfer-Nickel-Feinstein (Matte) zu erhalten. Dazu werden Silikate zugesetzt und die Mischung auf 1200 °C erhitzt, so dass sie schmilzt. Im Gegensatz zum oxidierend wirkenden Rösten, findet das Schmelzen unter reduzierenden Bedingungen statt, so dass sich bevorzugt Eisen(II)-oxid bildet. Dieses reagiert mit dem Silikat zu Fayalit (FeSiO4).<ref name="ullmann" details="S. 47-48"/>
- <chem>3 Fe3O4 + FeS -> 10 FeO + SO2</chem>
- <chem>2 FeO + SiO2 -> FeSiO4</chem>
In der Schmelze bilden sich zwei unmischbare Schichten aus Schlacke (Fayalit und Gangart) und dem der Nickel-Kupfer-Sulfid-Schmelze, die durch Abstechen voneinander getrennt werden können. Für dieses primäre Schmelzen werden verschiedene Verfahren eingesetzt, wie Flammenöfen, elektrische Öfen oder das Schwebeschmelzverfahren.<ref name="ullmann" details="S. 47-48"/> Der zweite Schritt erfolgt in einem Konverter, mit dem Ziel, das restliche Eisensulfid zu entfernen. Hierzu wird Silikat zur Schmelze gegeben und Luft eingeblasen. Das Eisensulfid wird zum -oxid umgewandelt und als Fayalit verschlackt. Da die Schlacke größere Mengen Nickel und Kupfer hat, wird sie wieder beim primären Schmelzen eingesetzt. Es entsteht der Kupfer-Nickel-Feinstein, der zu 80 % aus Kupfer und Nickel, zu 20 % aus Schwefel und unter einem Prozent aus Eisen besteht.<ref name="ullmann" details="S. 52-53"/>
Um Nickel und Kupfer zu trennen, sind verschiedene Verfahren möglich. Veraltet ist der Orford-Prozess, bei dem unterschiedliche Löslichkeit von Kupfer- und Nickelsulfid in geschmolzenem Natriumsulfid ausgenutzt wurde. Stattdessen wird der geschmolzene Feinstein langsam abgekühlt. Dabei kristallisieren Kupfer- und Nickelsulfid getrennt voneinander aus. Ist durch die Kristallisation zu wenig Sulfid in der Schmelze, bildet sich eine magnetische Kupfer-Nickel-Legierung. Diese drei Phasen können durch Magnettrennung und Flotation voneinander getrennt werden. Das Nickelsulfid wird bei 1100 °C zu Nickeloxid geröstet, wobei Kupferreste durch Chlor entfernt werden können.<ref name="ullmann" details="S. 55-57"/>
Weiterhin werde verschiedene hydrometallurgische Verfahren für die Trennung genutzt. Hierzu zählen die Laugung mit Ammoniak unter Druck, die Laugung mit Schwefelsäure, die sowohl unter Druck als auch ohne möglich ist sowie die Laugung mit Chlor. Bei erstem wird der Feinstein mit einer ammoniakalischen Ammoniumsulfatlösung bei 80 bis 95 °C und 850 kPa ausgelaugt, wobei sowohl Kupfer als auch Nickel als Amminkomplexe in Lösung gehen. Das Kupfer kann als Kupfersulfid gefällt und abgetrennt werden. Anschließend wird der Nickel-Ammin-Komplex als Sulfat gefällt und mit Wasserstoff reduziert.<ref name="ullmann" details="S. 57-60"/>
- <chem>[Ni(H2O)4(NH3)2]SO4 + H2 -> Ni + (NH4)2SO4 + 4 H2O</chem>
Beim Auslaugen mit Schwefelsäure entstehen Nickelsulfat und Kupfersulfat, dieses wird durch metallisches Nickel, das im Ausgangsprodukt vorhanden ist, zu Kupfer reduziert. Wird Chlor genutzt, wird selektiv nur Nickel als Nickelchlorid gelöst, während das Kupfer als Kupfersulfid zurückbleibt.<ref name="ullmann" details="S. 51-63"/>
Gewinnung aus lateritischen Erzen[Bearbeiten]
Lateritische Nickellagerstätten können in drei Typen aufgeteilt werden, Limonit, Saprolith und Nontronit. Limonit weist geringe Nickel-, Magnesium- und Silikat-, dafür hohe Eisengehalte auf, im Saprolith ist es umgekehrt wenig Eisen, dafür viel Nickel, Magnesium und Silikat, Nontronit liegt dazwischen. Daher müssen unterschiedliche Verfahren je nach Ausgangserz eingesetzt werden. Limonit wird vor allem mit der Hochdruck-Säurelaugung (HPAL-Verfahren für high pressure acid leaching) aufgeschlossen. Bei diesem hydrometallurgischen Verfahren wird das zerkleinerte Erz bei 250 bis 270 °C und 4–5 MPa mit Schwefelsäure ausgelaugt. Dabei gehen Nickel, Cobalt, Eisen, Aluminium und Magnesium in Lösung.<ref name="Zhang" />
- <chem>NiO + H2SO4 -> NiSO4 + H2O</chem>
Eisen und Aluminium lassen sich durch Einstellen des pH-Wertes auf 2–2,5 als Oxide fällen und abtrennen. Nickel und Cobalt werden als Sulfide zu einem Zwischenprodukt gefällt, das weiter zu Nickel und Cobalt verarbeitet werden kann. Das Verfahren ist durch die notwendigen Bedingungen technisch anspruchsvoll und benötigt spezielle Materialien für die Ausrüstung. Zudem entstehen große Mengen Säureabfälle, die umweltgerecht entsorgt werden müssen.<ref name="Zhang" />
Das HPAL-Verfahren kann nur bei geringen Magnesiumgehalten wirtschaftlich durchgeführt werden, da sonst die Kosten für den Verbrauch an Säure zu stark steigen. Bei hohen Magnesiumgehalten wie im Saprolith kann eine Haldenlaugung durchgeführt werden. Diese ist zwar einfacher in der Umsetzung, hat aber auch einen sehr hohen Säureverbrauch, dauert lange Zeit und laugt Nickel in geringerem Maß und weniger selektiv aus als das HPAL-Verfahren. Stattdessen wird bei Saprolith häufig das pyrometallurgische RKEF-Verfahren (Rotary kiln-Electric Furnace, auf Deutsch Drehrohrofen-Elektroofen-Verfahren) genutzt, mit dem Ferronickel, eine Eisen-Nickel-Legierung mit >25 % Nickel für die Stahlherstellung, produziert wird. Bei diesem wird das zerkleinerte Nickelerz zunächst im Drehrohrofen bei 850–1000 °C erhitzt, zum einen um das Kristallwasser entfernt, zum anderen um einen Teil des Erzes, vor allem Nickel, mit Kohlenstoff zum Metall zu reduzieren.<ref name="Zhang" />
- <chem>NiO + C -> Ni + CO</chem>
Direkt im Anschluss wird die Mischung in einen auf 1500–1600 °C heißen elektrischen Ofen gefüllt, wobei die Erze schmelzen und auch das Eisen reduziert wird. Es entsteht zunächst eine Eisen-Nickel-Rohlegierung mit >8 % Nickel, die in einem Konverter zu Ferronickel mit >25 % Nickel raffiniert wird.<ref name="Zhang" />
Weitere Gewinnungsmöglichkeiten[Bearbeiten]
Eine umweltfreundliche Alternative zu den metallurgischen Gewinnungsverfahren ist das Bioleaching. Hierbei wird ausgenutzt, dass verschiedene Bakterien wie Acidithiobacillus ferrooxidans und andere Eisen und Schwefel oxidieren können. Dadurch entstehen bei der Oxidation von Pentlandit (Ni,Fe)9S8 lösliche Nickelionen.<ref>Anna Panyushkina, Maxim Muravyov: Biomining nickel for a greener low-carbon future: progress in bioleaching technologies and acidophilic microbiology. In: Reviews in Environmental Science and Bio/Technology. Band 24, 2025, S. 753–803, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden..</ref> Kommerziell wird das Verfahren in zwei Anlagen in Sotkamo in Finnland angewendet. In der ersten wird seit 2008 polymetallischer Schwarzschiefer mit einem durchschnittlichen Nickelgehalt von 0,27 % verarbeitet. Das Bioleaching wird als zweistufige Haldenlaugung mit einer primären Stufe von 12–14 Monaten und einer sekundären von 3,5 Jahren durchgeführt, wobei am Ende 99 % des Nickels aus dem Erz extrahiert werden kann. 2019 wurden so 27.468 Tonnen Nickel produziert.<ref name="BioleachingFinland" details="S. 210-213">Mariekie Gericke, John William Neale, and Pasi Määttä: Biomining in Finland: Commercial Application of Heap and Tank Bioleaching Technologies for Nickel Recovery. In: David Barrie Johnson, Christopher George Bryan, Michael Schlömann, Francisco Figueroa Roberto (Hrsg.): Biomining Technologies. Springer, 2023, ISBN 978-3-031-05382-5.</ref> In der zweiten Anlage wurde ein nickelreichen Konzentrat, das als Beiprodukt bei der Talkproduktion anfällt, verarbeitet. Das Bioleaching wurde in einem geschlossenen Tank als Reaktor durchgeführt, wobei die Reaktionszeit nur sieben Tage betrug. Das Konzentrat wurde in Form einer Suspension in konzentrierter Schwefelsäure in den Reaktor gefüllt und zusätzlich Kohlenstoffdioxid und Luft zum besseren Wachstum der Mikroorganismen eingeblasen. Es wurden 80 % des Nickels aus dem Konzentrat gewonnen. Die 2016 errichtete Fabrik wurde aber schon 2018 auf Grund zu niedriger Nickelpreise stillgelegt.<ref name="BioleachingFinland" details="S. 221–227"/>
Nickel kann gut recycelt werden. Es wird geschätzt, dass 2018 1,1 Millionen Tonnen Nickel aus sekundären Quellen wie Edelstahlschrotten, Magneten, Batterien, Katalysatoren sowie Schlämmen aus der Metallverarbeitung und Müllverbrennung gewonnen wurden. Mengenmäßig wurde vor allem Edelstahlschrott recycelt, hier ist die Trennung durch Magnetabscheidung auch sehr einfach. Die End-of-Life-Recyclingrate von Nickel lag 2010 bei 68 %.<ref name="DERA" details="S. 44–47"/>
Untersucht, aber bislang nicht kommerziell genutzt, wird die Verwendung von Manganknollen, unter anderem auch Nickel enthalten. Es wird geschätzt, dass alleine aus den Manganknollen der Clarion-Clipperton-Zone 274 Millionen Tonnen Nickel gewonnen werden könnten.<ref>Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe: Nickel - Informationen zur Nachhaltigkeit. 2021, S. 5 (online, pdf).</ref>
Gewinnung von Nickelmetall[Bearbeiten]
Ein Großteil des Nickels wird in Form von Ferronickel oder Nickeloxid, den sogenannten Class-II-Produkten verwendet. Um reines metallisches Nickel (Class I) zu erhalten, werden neben der Reduktion mit Wasserstoff vor allem elektrolytische Verfahren eingesetzt. Eine Möglichkeit ist es, Nickeloxid zunächst mit Kohle zu Rohnickel zu reduzieren und dieses als Anode in einer Elektrolyse einzusetzen. Als Kathode dient ein Nickelblech und Elektrolyt ist eine Nickelsulfat-Nickelchlorid-Lösung. Dabei geht das Nickel an der Anode in Lösung und schlägt sich an der Kathode als Reinmetall nieder. Edlere Bestandteile des Rohnickels wie Platinmetalle fallen als Anodenschlamm aus. Auch der Nickelfeinstein kann als Anode dienen, hier darf jedoch nicht zu viel Kupfer im Material sein und der Schwefelgehalt muss genau 15 % betragen.<ref name="ullmann" details="S. 65–67"/>
Im Elektrowinning-Verfahren wird keine nickelhaltige Anode eingesetzt, sondern Nickelsulfat- oder Nickelchloridlösungen aus Laugenverfahren werden elektrolysiert. Dabei werden an der Kathode Nickelionen zum Metall reduziert, an der Anode entsteht je nach Elektrolyt Sauerstoff oder Chlor.<ref name="ullmann" details="S. 69–70"/>
- <chem>2 NiSO4 + 2 H2O -> 2 Ni + 2 H2SO4 + O2</chem>
Eine Reaktion, mit der besonders reines (>99,97 %) Nickel dargestellt werden kann, ist das Mond-Verfahren. Diese Transportreaktion nutzt die Bildung und Zersetzung von Nickeltetracarbonyl aus Nickel und Kohlenstoffmonoxid bei unterschiedlichen Temperaturen aus, das sich bei niedrigen Temperaturen bildet und bei hohen zersetzt. Auch Eisen reagiert zum Eisenpentacarbonyl, was aber mit fraktionierter Destillation abgetrennt werden kann.<ref name="ullmann" details="S. 71–76"/>
- <chem>Ni_{(s)} {+} 4CO_{(g)} <=> Ni(CO)4_{(g)}</chem>
Produktionsländer[Bearbeiten]
2019 wurde weltweit Nickel in etwa 150 Bergbaubetrieben in 18 Ländern als Lateriterz und weiteren 100 Lagerstätten in 11 Ländern als sulfidisches Erz abgebaut.<ref name="DERA" details="S. 17–18"/> Das Land, in dem die weitaus größte Menge an Nickelerzen abgebaut wird, ist Indonesien. 2025 wurden hier 2,6 Millionen Tonnen Nickelerz produziert. Weitere wichtige Produktionsländer sind die Philippinen, Russland, Neukaledonien, Kanada, die Volksrepublik China, Brasilien und Australien. Insgesamt wurden 2025 3,9 Millionen Tonnen Nickelerze abgebaut.<ref name="USGS2026">Andrew A. Stewart: Nickel. U.S. Geological Survey: Mineral Commodity Summaries, Februar 2026, abgerufen am 6. Juni 2026.</ref> Indonesien produziert neben China auch die größte Menge Ferronickel, 2020 560.000 Tonnen. Nickelmetall wird vor allem in China, Russland, Australien und Norwegen produziert. Insgesamt wurden 2020 1,45 Millionen Tonnen Ferronickel und 743.000 Tonnen Nickelmetall hergestellt.<ref name="USGS2020">Andrew A. Stewart: Nickel. In: U.S. Geological Survey: 2021 Minerals Yearbook, Juni 2025, abgerufen am 6. Juni 2026.</ref>
| Land | 2025<ref name="USGS2026"/> | 2020<ref name="USGS2020"/> | 2015<ref name="USGS2019">Michele E. McRae: Nickel. In: U.S. Geological Survey: 2019 Minerals Yearbook, August 2024, abgerufen am 6. Juni 2026.</ref> | 2010<ref name="USGS2014">Peter H. Kuck: Nickel. In: U.S. Geological Survey: 2014 Minerals Yearbook, März 2018, abgerufen am 6. Juni 2026.</ref> | 2005<ref name="USGS2009">Peter H. Kuck: Nickel. In: U.S. Geological Survey: 2009 Minerals Yearbook, August 2011, abgerufen am 6. Juni 2026.</ref> | 2000<ref name="USGS2004">Peter H. Kuck: Nickel. In: U.S. Geological Survey: 2004 Minerals Yearbook, abgerufen am 6. Juni 2026.</ref> | 1995<ref name="USGS1999">Peter H. Kuck: Nickel. In: U.S. Geological Survey: 1999 Minerals Yearbook, abgerufen am 6. Juni 2026.</ref> | 1990<ref name="USGS1994">Peter H. Kuck: Nickel. In: U.S. Geological Survey: 1994 Minerals Yearbook, abgerufen am 6. Juni 2026.</ref> | 1985<ref name="USGS1989">William S. Kirk: Nickel. In: U.S. Geological Survey: 1989 Minerals Yearbook. S. 736–737, abgerufen am 6. Juni 2026.</ref> | 1980<ref>Peter G. Chamberlain: Nickel. In: U.S. Geological Survey: 1984 Minerals Yearbook. S. 681–682, abgerufen am 6. Juni 2026.</ref> |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2.600.000 | 771.000 | 129.600 | 300.800 | 135.000 | 98.200 | 88.183 | 68.300 | 40.327 | 53.276 | |
| 120.000 | 109.000 | 101.400 | 79.600 | 72.700 | 50.300 | 41.800 | 33.000 | 25.033 | 10.884 | |
| Datei:Flag of the Philippines.svg Philippinen | 270.000 | 328.372 | 415.021 | 169.312 | 26.636 | 17.388 | 15.075 | 15.800 | 28.152 | 47.104 |
| Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Neukaledonien | 140.000 | 199.375 | 193.199 | 131.309 | 111.939 | 126.041 | 119.905 | 85.100 | 72.378 | 86.574 |
| 45.000 | 169.344 | 225.227 | 170.100 | 188.900 | 166.500 | 98.467 | 67.000 | 85.739 | 74.307 | |
| 140.000 | 167.243 | 225.351 | 160.063 | 199.932 | 190.793 | 181.820 | 196.000 | 169.936 | 184.764 | |
| ||||||||||
| Datei:Flag of Brazil.svg Brasilien | 70.000 | 77.133 | 94.800 | 108.983 | 74.198 | 45.317 | 29.124 | 24.100 | 16.469 | 2271 |
| gesamt | 3.900.000 | 2.460.000 | 2.110.000 | 1.690.000 | 1.460.000 | 1.290.000 | 1.040.000 | 974.000 | 812.000 | 779.000 |
| Menge in Tonnen, Russland bis 1990 Teil der Sowjetunion, Werte von 2025 geschätzt | ||||||||||
| Land | 2020<ref name="USGS2020"/> | 2015<ref name="USGS2019"/> | 2010<ref name="USGS2014"/> | 2005<ref name="USGS2009"/> | 2000<ref name="USGS2004"/> | 1995<ref name="USGS1999"/> | 1990<ref name="USGS1994"/> | 1985<ref name="USGS1989"/> |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 115.800 | 132.074 | 92.208 | 112.600 | 98.700 | 58.321 | n.s. | 22.948 | |
| 176.000 | 236.700 | 159.000 | 95.100 | 50.900 | 38.900 | 27.500 | 22.493 | |
| 55.368 | 64.068 | 40.228 | 29.399 | 36.230 | 26.824 | 22.300 | 23.251 | |
| ||||||||
| Datei:Flag of Norway.svg Norwegen | 91.100 | 91.220 | 92.185 | 84.886 | 58.679 | 53.237 | 57.800 | 37.505 |
| 52.600 | 36.350 | 41.317 | 34.709 | 50.087 | 16.927 | 16,900 | 15.653 | |
| 35.177 | 38.804 | 31.650 | 37.127 | 37.976 | 35.156 | 26.800 | 17.796 | |
| 29.007 | 41.910 | 34.700 | 42.400 | 30.900 | 29.803 | 28.200 | 23.037 | |
| gesamt | 743.000 | 943.000 | 788.000 | 730.000 | 635.000 | 473.000 | 468.000 | 483.000 |
| Menge in Tonnen, Russland bis 1990 Teil der Sowjetunion, Kanada nicht aufgeführt, da nicht spezifiziert | ||||||||
Eigenschaften[Bearbeiten]
Physikalische Eigenschaften[Bearbeiten]
1. Stahlblech, 2. Elektroblech,3. Gussstahl, 4. Wolframstahl,
5. Magnetstahl, 6. Gusseisen, 7. Nickel, 8. Cobalt, 9. Magnetit<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
Nickel ist ein silbrig-weißes Metall, das mit einer Dichte von 8,91 g/cm³ zu den Schwermetallen zählt. Es ist mittelhart (Mohs-Härte 3,8), schmiedbar, duktil und lässt sich ausgezeichnet polieren. Nickel ist wie Eisen und Cobalt ferromagnetisch, wobei die Curie-Temperatur 354 °C beträgt.<ref name="Zhu">Ying Zhu, Ping Yu, Xiaofeng Jin, Ding-sheng Wang: Curie temperature of body-centered-tetragonal Ni. In: Journal of Magnetism and Magnetic Materials. 2007, 310, 2, S. e301-e303, doi:10.1016/j.jmmm.2006.10.240.</ref> Das Metall kristallisiert in einer kubisch-flächenzentrierten Kristallstruktur (Kupfer-Typ) in der Vorlage:Raumgruppe mit dem Gitterparameter a = 352,4 pm sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref>K. Schubert: Ein Modell für die Kristallstrukturen der chemischen Elemente. In: Acta Crystallographica. 1974, B30, S. 193–204, doi:10.1107/S0567740874002469.</ref> Diese Struktur behält es auch bei hohen Drücken bis mindestens 70 GPa bei. Eine weitere metastabile Modifikation mit kubisch-raumzentrierter Kugelpackung konnte in dünnen Schichten auf Eisen oder Galliumarsenid gewonnen werden. Sie besitzt mit 183 °C eine deutlich geringere Curie-Temperatur.<ref name="Zhu" /><ref>N. B. Brookes, A. Clarke, P. D. Johnson: Electronic and magnetic structure of bcc nickel. In: Phys. Rev. B. 1992, 46, S. 237–241, doi:10.1103/PhysRevB.46.237.</ref>
Die Zugfestigkeit von weichgeglühtem Nickel liegt bei 400–450 MPa bei einer Bruchdehnung zwischen 30 und 45 %. Die Härtewerte liegen um die 80 HB. Kalt verfestigtes Nickel, dessen Bruchdehnung unter 2 % beträgt, erreicht Festigkeiten bis 750 MPa bei Härtewerten um 180 HB. Reinnickelhalbzeuge mit 99 % Ni-Gehalt können kalt hochverfestigt werden.
Das Isotop 62Ni hat die höchste Bindungsenergie je Nukleon aller Isotope aller Elemente.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
Chemische Eigenschaften[Bearbeiten]
Nickel ist in kompakter Form bei Raumtemperatur gegen Luft, Wasser, Salzsäure und Laugen sehr beständig und nicht brennbar. Verdünnte Säuren greifen Nickel nur sehr langsam an. Gegenüber konzentrierten oxidierenden Säuren (Salpetersäure) tritt analog zum rostfreien Stahl Passivierung ein. Löslich ist Nickel in verdünnter Salpetersäure (ca. 10- bis 15-prozentig). Auch eine halbkonzentrierte Salpetersäure (ca. 30-prozentig) bewirkt noch merkliche Passivierung. Der häufigste Oxidationszustand ist +II, seltener werden −I, 0, +I, +III und +IV beobachtet. Im Nickeltetracarbonyl hat Nickel die Oxidationszahl 0. Nickel(II)-Salze lösen sich in Wasser unter Bildung von Aquakomplexen mit grünlicher Farbe.
Fein verteiltes Nickelpulver kann durch kurzzeitige Einwirkung einer Zündquelle leicht entzündet werden und brennt nach deren Entfernung weiter. Die Entzündungsgefahr ist umso größer, je feiner der Stoff verteilt ist.<ref name="GESTIS" /> Fein verteiltes Nickel reagiert mit Kohlenmonoxid bei 50 bis 80 °C zu Nickeltetracarbonyl, Ni(CO)4, einer farblosen, sehr giftigen Flüssigkeit. Diese dient als Zwischenprodukt zur Herstellung von reinstem Nickel nach dem Mond-Verfahren. Bei 180 bis 200 °C zerfällt Nickeltetracarbonyl wieder in Nickel und Kohlenmonoxid.
Isotope[Bearbeiten]
Nickel hat fünf stabile Isotope: 58Ni, 60Ni, 61Ni, 62Ni und 64Ni. Diese gehören zu den stabilsten Atomkernen überhaupt. Von allen Nukliden hat 62Ni die größte Bindungsenergie pro Nukleon (gefolgt von 58Fe und 64Ni) und die zweitkleinste Masse pro Nukleon (hinter 56Fe und vor 60Ni). Die Nukleosynthese von Nickel und Eisen durch Siliciumbrennen ist daher die letzte Phase der Kernfusionsreaktionen in Sternen, bei denen noch Energie freigesetzt wird.
Physiologie[Bearbeiten]
Der umstrittenen Essenzialität von Nickel steht die Existenz mehrerer Enzyme gegenüber, die im Normalfall Nickel enthalten, darauf aber nicht angewiesen sind, da dessen Rolle als Kation von anderen zweiwertigen Kationen übernommen werden kann. Im Menschen handelt es sich dabei um drei Proteine, von denen bekannt ist, dass sie Nickel binden:<ref>Suchergebnis UniProt Nickel/Mensch.</ref>
- alpha-Fetoprotein bindet Nickel, ist aber nicht darauf angewiesen, da kein Enzym
- Aciredukton-Dioxygenase, ein Enzym des Methionin-Salvage-Stoffwechselwegs, das üblicherweise Nickel oder ein anderes zweiwertiges Kation bindet<ref>UniProt Q9BV57</ref>
- Polyribonukleotid-5′-hydroxylkinase Clp1, die als Cofaktor Magnesium, Mangan oder Nickel benötigt<ref>UniProt Q92989</ref>
Für Pflanzen und verschiedene Mikroorganismen ist die Essenzialität von Nickel durch Isolierung mehrerer Enzyme (z. B. Urease, Co-F430), die Nickel im aktiven Zentrum enthalten, sowie durch Nachweis von Mangelerscheinungen in nickelarmer Umgebung, die sich durch Zusatz von Ni(II)-Salzen beheben lassen, gesichert.
In der Elektrophysiologie werden Nickel-Ionen dazu verwendet, spannungsaktivierte Calciumkanäle zu blockieren.
Gesundheitliche Probleme[Bearbeiten]
Nickel ist mit der Nickeldermatitis der häufigste Auslöser für Kontaktallergien: In Deutschland sind schätzungsweise 1,9 bis 4,5 Millionen Menschen gegen Nickel sensibilisiert.<ref name="schnuch">A. Schnuch, W. Uter, J. Geier, O. Gefeller: Epidemiology of contact allergy. An estimation of morbidity employing the clinical epidemiology and drug-utilization research (CE-DUR) approach. In: Contact Dermatitis 47(1), 2002, S. 32–39; PMID 12225411.</ref> Wegen daher geänderter Gesetzgebung sind Metalle und Legierungen, die mit der Haut in Kontakt kommen, seltener vernickelt. Etwa 10 % aller Kinder sind gegenüber Nickel sensibilisiert. Bei erneutem Kontakt mit dem Allergen können diese mit einer Kontaktallergie reagieren.<ref>BfR: Kontaktallergene in Spielzeug: Gesundheitliche Bewertung von Nickel und Duftstoffen (PDF; 178 kB), aktualisierte Stellungnahme Nr. 010/2012 des BfR vom 11. April 2012.</ref> Außerdem ist ein erhöhter Nickelgehalt in der Atemluft und im Trinkwasser ein Risikofaktor für eine Sensibilisierung gegen Nickel bei Kindern.<ref>Prevalence of nickel sensitization and urinary nickel content of children are increased by nickel in ambient air; PMID 21168833.</ref><ref>Allergenes Potenzial: Nickel im Trinkwasser.</ref>
Die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) von Nickel beträgt laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) 2,8 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht. 2019 hat die Arbeiterkammer Oberösterreich zwölf verschiedene Sojadrinks bei der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit untersuchen lassen. Die Werte lagen zwischen 0,25 (Dennree Soja Drink Natur) und 0,69 Milligramm pro Liter (Ja! Natürlich Bio Soja Drink). Bei der Sojamilch mit den höchsten Werten hat ein 30 Kilo schweres Kind bereits bei einem Viertelliter mehr als doppelt so viel Nickel aufgenommen wie von der EFSA empfohlen.<ref>[Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am 2019-05-28.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
Nickelmetall und viele Nickelverbindungen sind als krebserzeugend, keimzellmutagen (erbgutverändernd) und reproduktionstoxisch (fortpflanzungsgefährdend) – KMR – sowie als haut- und atemwegssensibilisierend eingestuft.
Das Einatmen anorganischer Nickelverbindungen ist mit einem erhöhten Krebsrisiko für Plattenepithelkarzinome der Lunge und der oberen Luftwege verbunden. Derartige bösartige Neubildungen werden in Deutschland bei berufsbedingter Exposition als Berufskrankheiten anerkannt (BK 4109).<ref>Jürgen Strutz, Olaf Arndt, Wolfgang Mann: Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. Thieme, 2001, ISBN 3-13-116971-0, S. 386.</ref>
Die aktuellen Einstufungen der verschiedenen Nickelverbindungen nach Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 und nach der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 905 sowie TRGS 907 können der GESTIS-Stoffdatenbank oder der Gefahrstoffliste<ref>Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA): Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) entnommen werden. Für Nickelmetall wurde 2015 ein Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) von 6 µg/m³ erstmals in der alveolengängigen Fraktion (A-Fraktion) und 2018 zusätzlich ein AGW von 30 µg/m³ in der einatembaren Fraktion (E-Fraktion) in der TRGS 900 veröffentlicht.<ref name=":0">Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV): Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
Nickel und seine Verbindungen können über den Atemtrakt, mit der Nahrung oder dermal aufgenommen werden. Die Allgemeinbevölkerung nimmt Nickel hauptsächlich über die Nahrung auf, die inhalative Belastung ist gering. Für arbeitsbedingt exponierte Personen ist die Aufnahme über den Atemtrakt meist der Hauptpfad. Zwar sind keine akut toxischen Effekte zu erwarten, jedoch können nach längerer Exposition insbesondere lungentoxische und nierentoxische Effekte auftreten; auch fruchtschädigende und atemwegssensibilisierende Effekte wurden beobachtet.<ref name=":0" />
Verbote[Bearbeiten]
Zur Eindämmung der Risiken einer Nickelempfindlichkeit und einer Wirkung als Allergen verlangte die Europäische Union 1994 von ihren Mitgliedstaaten Regelungen zur Begrenzung der Verwendung und des Inverkehrbringens von Produkten aus Nickel oder Nickelverbindungen, die unmittelbar und länger mit der menschlichen Haut in Verbindung kommen wie Ohrstecker, Armbanduhrgehäuse, Halsketten, Brillengestelle oder Reißverschlüsse als Teil der Bekleidung;<ref>Vorlage:CELEXSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden., die sogenannte Nickel-Richtlinie</ref> als Grenzwert war eine Nickelabgabe (Nickellässigkeit) von mehr als 0,5 Mikrogramm je Quadratzentimeter und Woche bestimmt, die auch bei einem beschichteten Erzeugnis aus Nickel nach zwei Nutzungsjahren nicht überschritten werden durfte. In Deutschland wurden diese Verbote durch die Bedarfsgegenständeverordnung für Bedarfsgegenstände, also Gegenstände mit Hautkontakt oder mit Lebensmitteln, umgesetzt und später durch Kennzeichnungsgebote ergänzt.<ref>Bei Inkrafttreten der BedGgstV 1992 waren zunächst nur Ohrstecker u. ä., die bis zur Epithelisierung im Wundkanal bleiben, ein verbotener Gegenstand nach § 3, Anl. 1 Ziff. 6. Kennzeichnungspflichten folgten in § 10 Abs. 6, Anl. 9. Aktuell (Stand Jan.2020) gültig sind noch die Höchstwerte der Nickellässigkeit bei gewerbsmäßigem Inverkehrbringen nach Anlage 5a zu § 6 BedGgstV. Verstöße hiergegen sind nach § 12 Abs. 3 in Verbindung mit § 59 LFGB strafbar. Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/WaybackSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden.</ref> Die Verwendung von Nickel und das Inverkehrbringen solcher Erzeugnisse ist in der Europäischen Union seit 2009 unmittelbar wirksam geregelt.<ref>Anhang XVII Nr. 27 zu Artikel 67 der Vorlage:EU-Verordnung, auch genannt REACH-Verordnung.</ref> Demnach gilt weiterhin der Grenzwert (Migrationslimit) von 0,5 μg/(cm² Woche), bei Stäben, die in die Haut gestochen werden (Ohrstecker, Piercings), jedoch nun von 0,2 μg/(cm² Woche). In der Praxis kann allerdings unklar sein, was „längerer“ Hautkontakt konkret bedeutet, etwa zur Beurteilung von Spielzeug, Nähnadeln oder Schreibstiften.<ref>Magdalena Köhler, Kugelschreiber kommen nicht nur vorübergehend mit dem Körper in Kontakt, Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart, 8. Juli 2016. Deutscher Verband der Spielzeugindustrie i. V., Mitgliederinfo zur Argumentation gegen die Marktüberwachungsämter vom 4. August 2015. Zur Praxis und insbes. zu Tätowierfarben: Peter Laux: Schmuck & Co, Nickel ist überall..., Bundesinstitut für Risikobewertung, 2014</ref>
Verwendung[Bearbeiten]
Nickel wird als Metall in geringen Mengen benötigt, der größte Teil der Produktion geht in die Produktion von nichtrostenden Stählen und Nickellegierungen. Nickel wird in vielen spezifischen und erkennbaren Industrie- und Konsumgütern verwendet, einschließlich Edelstahl, Alnico-Magneten, Münzen, wiederaufladbaren Batterien, E-Gitarrensaiten, Mikrofonkapseln, Plattierungen auf Sanitärarmaturen und speziellen Legierungen wie Permalloy, Elinvar und Invar. Es wird zum Beschichten und als Grüntönung in Glas verwendet.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Die Reserven an nach heutigen Gesichtspunkten abbauwürdigen Nickelvorkommen liegen zwischen 70 und 170 Millionen Tonnen. Gegenwärtig werden weltweit jährlich mehr als zwei Millionen Tonnen (2020: 2,5 Mio. Tonnen<ref name="usgs_2022">United States Geological Survey: Mineral Commodity Summaries — Nickel Data Sheet, S. 2</ref>) gefördert. Der Preis für Nickel unterliegt wegen Finanzmarktspekulationen zeitweise sehr hohen Preisschwankungen.<ref>Rohstoff-Welt.de » Analysen » LME-Nickel markiert neues Jahrestief, Volatilität kräftig gestiegen.</ref>
Verwendung als Metall[Bearbeiten]
Reines Nickelmetall wird in feinverteilter Form als Katalysator bei der Hydrierung ungesättigter Fettsäuren verwendet. Auf Grund seiner chemischen Beständigkeit wird Nickel für Apparate im chemischen Labor und der chemischen Industrie verwendet (z. B. Nickeltiegel für Aufschlüsse). Aus Nickelmetall werden Nickellegierungen, z. B. für Münzen, hergestellt.
Nickel dient als Überzugsmetall zum Korrosionsschutz („Vernickeln“) von Metallgegenständen: Wegen seiner vor Oxidation schützenden Eigenschaften werden Metalle (insbesondere Eisen) mittels galvanischer Technik für bestimmte technische Zwecke mit einer Nickelschicht überzogen.
Ebenfalls genutzt wurde das Metall früher zur Herstellung der Fassungen von Nickelbrillen.
Als Betastrahler wird das Nickelisotop 63Ni in Elektroneneinfangdetektoren in Gaschromatografen eingesetzt.
Verwendung als Legierung[Bearbeiten]
Nickel ist ein bedeutendes Legierungsmetall, das hauptsächlich zur Stahlveredelung verwendet wird. Der größte Teil des Nickels geht dorthin. Es macht Stahl korrosionsbeständig und erhöht seine Härte, Zähigkeit und Duktilität. Mit Nickel hochlegierte Stähle werden in besonders korrosiven Umgebungen eingesetzt. Der Edelstahl V2A (der Name entstammt der „Versuchscharge 2 austenitisch“ im Krupp-Stahlwerk, entspricht X12CrNi18-8) enthält 8 % Nickel neben 18 % Chrom, der Edelstahl V4A (Markennamen Cromargan oder Nirosta) 11 % neben 18 % Chrom und 2 % Molybdän.
Nickel ist ein ausgezeichnetes Legierungsmittel für bestimmte Edelmetalle und wird im Brandtest als Sammler von Elementen der Platinmetalle verwendet. Als solches ist Nickel in der Lage, alle sechs Platinmetalle, vor allem Platin und Palladium, vollständig, und Gold teilweise, aus Erzen zu sammeln.
Nickelschaum oder Nickelnetz wird in Gasdiffusionselektroden für alkalische Brennstoffzellen verwendet.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref><ref>Bidault, F., Brett, D. J. L., Middleton, P. H., Brandon, N. P.: [Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] Imperial College London, archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am 2011-07-20.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
Nickel und seine Legierungen werden häufig als Katalysatoren für Hydrierungsreaktionen verwendet. Raney-Nickel, eine feinteilige Nickel-Aluminium-Legierung, ist eine gebräuchliche Form, obwohl auch verwandte Katalysatoren verwendet werden, einschließlich Katalysatoren vom Raney-Typ.
Etwa 20 % des Nickels werden (in Deutschland) zur Herstellung von weiteren Nickellegierungen verwendet:
- Konstantan, eine Legierung aus 55 % Kupfer und 45 % Nickel, die über einen großen Temperaturbereich einen annähernd konstanten spezifischen elektrischen Widerstand besitzt. Sie wird vor allem für genaue Widerstände verwendet.
- Nickelbasis-Superlegierungen sind Legierungen speziell für den Einsatz bei hohen Temperaturen und unter korrosiven Medien. Sie finden zum Beispiel in Flugzeugturbinen und Gasturbinen von Kraftwerken Anwendung.
- Raney-Nickel, eine Nickel-Aluminium-Legierung, die ein wichtiger Katalysator für die Hydrierung organischer Verbindungen ist.
- Neusilber, eine Kupfer-Nickel-Zink-Legierung mit 10–26 % Nickelanteil, die besonders korrosionsbeständig ist und hauptsächlich für Bestecke und elektrotechnische Geräte verwendet wird.
- Monel, ebenfalls eine Kupfer-Nickel-Legierung mit etwa 65 % Nickel, 33 % Kupfer und 2 % Eisen, die sich durch besondere chemische Beständigkeit, unter anderem gegen Fluor, auszeichnet. Sie wird deshalb für Fluor-Druckgasflaschen verwendet.
- Austenitisches Gusseisen mit Kugelgraphit, ein sphärolithisches Sondergusseisen mit bis zu 20 % Nickel, für den Einsatz in korrosiver Umgebung und bei hohen Temperaturen.
Nachweis[Bearbeiten]
Die Nachweisreaktion für die in Wasser meist mit grüner Farbe löslichen Nickel(II)-salze wird in der quantitativen Analytik gravimetrisch sowie qualitativ im Kationentrenngang mit Dimethylglyoxim-Lösung (Tschugajews Reagens) durchgeführt. Nickelsalze werden zuvor gegebenenfalls durch Ammoniumsulfid als grauschwarzes Nickel(II)-sulfid ausgefällt und in Salpetersäure gelöst. Der spezifische Nachweis ist dann durch Reaktion mit Dimethylglyoxim in ammoniakalischer Lösung möglich. Dabei fällt das himbeerrote Bis(dimethylglyoximato)nickel(II) als Komplex aus:<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
<chem>Ni^2+ + 2C4H8N2O2 + 2H2O -> Ni(C4H7N2O2)2 v + 2H3O+</chem>.
Da Nickel aus ammoniakalischer Lösung mit Dimethylglyoxim quantitativ ausfällt, ist dieser Nachweis auch für die quantitative gravimetrische Nickelanalyse verwendbar. Aus ammoniakalischer Lösung kann auch mittels Elektrogravimetrie an einer Platinnetzelektrode eine quantitative Bestimmung erfolgen. Ähnlich anderen Schwermetallen wird Nickel heute meist durch Atomspektroskopie oder Massenspektrometrie auch im Ultraspurenbereich quantitativ bestimmt. Äußerst empfindlich ist die inverse Voltammetrie mit adsorptiver Anreicherung des Ni-Dimethyglyoxim-Komplexes an hängenden Quecksilbertropfen oder Quecksilberfilmelektroden.
Verbindungen[Bearbeiten]
Nickel kommt in Verbindungen hauptsächlich in der Oxidationsstufe +II vor. Die Stufen 0, +I, +III und +IV sind selten und meist instabil. Nickel bildet eine Vielzahl meist farbiger Komplexe.
Oxide[Bearbeiten]
Nickel(II)-oxid und Nickel(III)-oxid sind grüne beziehungsweise schwarze Feststoffe und werden zur Herstellung von Keramik, Gläsern und Elektroden verwendet. Außerdem werden sie als Katalysatoren für die Hydrierung organischer Verbindungen genutzt. Wie viele andere binäre Metalloxide ist Nickel(II)-oxid häufig nicht stöchiometrisch, was bedeutet, dass das Nickel-Sauerstoffverhältnis von 1:1 abweicht. Diese Eigenschaft geht mit einer Farbänderung einher, wobei das stöchiometrisch korrekte Nickel(II)-oxid grün und das nichtstöchiometrische Nickel(II)-oxid schwarz ist. Nickel(III)-oxid wirkt stark oxidierend und ist als Reinstoff unbekannt.<ref>Vorlage:Holleman-Wiberg</ref>
Halogenide[Bearbeiten]
Nickel(II)-chlorid ist ein gelber, stark hygroskopischer Feststoff, der als Farbstoff für Keramik und zur Herstellung von Nickelkatalysatoren dient. Neben der wasserfreien Form gibt es noch wasserhaltige Nickel(II)-chloride, z. B. das grüne Nickel(II)-chlorid-Hexahydrat, das aus wässrigen Nickelchloridlösungen auskristallisiert. Das wasserfreie Nickel(II)-chlorid hat eine trigonale Kristallstruktur vom Cadmium(II)-chlorid-Typ mit der Vorlage:Raumgruppe.<ref>A. F. Wells: Structural Inorganic Chemistry, Oxford Press, Oxford, Vereinigtes Königreich, 1984.</ref> Das Hexahydrat kristallisiert im monoklinen Kristallsystem in der Vorlage:Raumgruppe.<ref>J. Mizuno: The Crystal Structure of Nickel Chloride Hexahydrate, NiCl2 · 6 H2O, in: Journal of the Physical Society of Japan, 1961, 16 (8), S. 1574. Vorlage:Bibcode.</ref>
Nickel(II)-fluorid ist ebenfalls stark hygroskopisch und bildet gelbliche bis grüne tetragonale Kristalle. Im Gegensatz zu vielen Fluoriden ist es an der Luft stabil. Es kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem mit der Vorlage:Raumgruppe. Das Tetrahydrat kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der Vorlage:Raumgruppe.<ref>Jean D’Ans, Ellen Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. 3. Elemente, anorganische Verbindungen und Materialien, Minerale, Band 3. 4. Auflage, Springer, 1997, ISBN 978-3-540-60035-0, S. 640 (Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <#v=onepage eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.).</ref>
Weitere anorganische Nickelverbindungen[Bearbeiten]
Nickel(II)-hydroxid und Nickel(III)-oxidhydroxid dienen zur Speicherung elektrischer Energie in Nickel-Cadmium- und anderen Nickelakkumulatoren.
Nickel(II)-nitrat verwendet man in der Keramikindustrie als braunes Pigment, in der Färberei als Beizmittel, zum elektrolytischen Vernickeln, zum Gewinnen von Nickel(II)-oxid und zum Herstellen von reinem Katalysatornickel. Nickel(II)-nitrat ist ein starkes Oxidationsmittel und kommt gewöhnlich in Form seines Hexahydrates Ni(NO3)2 · 6 H2O vor.
Nickel(II)-sulfat und Ammoniumnickel(II)-sulfat werden bei der Galvanisierung (Vernickelung) verwendet. Nickel(II)-sulfat ist die technisch wichtigste Nickelverbindung. Es dient zur Herstellung von anderen Nickelverbindungen und Katalysatoren. Die wässrigen Lösungen von Nickel(II)-sulfat und Nickel(II)-chlorid werden zur galvanischen Abscheidung von metallischen Nickelschichten verwendet. Weiterhin wird es in der Färberei als Beizmittel und bei der Herstellung von Gasmasken verwendet.<ref>Eintrag zu Nickel(II)-sulfat. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>
Nickel(II)-carbonat kommt in mehreren Hydratformen vor. Es wird als Katalysator bei der Fetthärtung und zur Herstellung von Nickel(II)-oxid, keramischen Farben (Pigment) und Glasuren sowie beim Galvanisieren verwendet.<ref>Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> Es bildete ein trigonales Kristallsystem mit der Vorlage:Raumgruppe.<ref>Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie.</ref>
Nickel(II)-sulfid fällt aus ammoniakalischen, nicht jedoch aus sauren, nickelhaltigen Lösungen mit Ammoniumsulfid aus. Dadurch kann Nickel mit der Ammoniumsulfid-Gruppe im Kationentrennungsgang abgetrennt werden.
Das als Breithauptit bekannte Nickelantimonid ist ein metallisch glänzendes Mineral und hat eine helle kupferrote Farbe. Anwendung findet Nickelantimonid als Werkstoff in magnetischen Feldplatten, wo es zwischen magnetisch empfindlichen Schichten aus Indiumantimonid eingebracht wird. Magnetische Feldplatten ändern in Abhängigkeit von der magnetischen Flussdichte ihren elektrischen Widerstand und dienen als Sensor für Magnetfelder. Es bildet eine hexagonale Kristallstruktur in der Vorlage:Raumgruppe.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
Organische Nickelverbindungen[Bearbeiten]
Nickeltetracarbonyl Ni(CO)4 ist eine farblose, sehr giftige Flüssigkeit. Sie ist ein wichtiges Zwischenprodukt im Mond-Verfahren. Nickeltetracarbonyl war die erste entdeckte Metallcarbonyl-Verbindung.
Nickelkomplexe[Bearbeiten]
Nickel und dabei v. a. Nickel(II)-Ionen bildet viele, meist farbige Komplexe. Die Koordinationszahlen 6, 5 oder 4 sind am häufigsten. Bei schwachen, einzähnigen Liganden, beispielsweise Wasser, liegen sie meist als oktaedrische und paramagnetische High-spin-Komplexe mit Koordinationszahl 6 vor. Starke Liganden wie Cyanid bilden quadratisch-planare, diamagnetische Low-spin-Komplexe. Ebenfalls einen quadratisch-planaren Komplex bildet Dimethylglyoxim, da der Komplex zusätzlich durch Wasserstoffbrücken stabilisiert ist. Letzterer Bis(dimethylglyoximato)nickel(II)-Komplex ist für den nasschemischen Nickelnachweis von Bedeutung. Anionische Nickelkomplexe enden auf „-niccolat“.
Beispiele für Amminkomplexe sind der blaue Tetraamminnickel(II)- und violette Hexaamminnickel(II)-komplex. Beide Verbindungen erhält man durch Zugabe von Ammoniak zu Nickel(II)-salzlösungen:
- <chem>NiSO4 + 4NH4+ + 4OH- -> [Ni(NH3)4]SO4 + 4H2O</chem>
Durch Zugabe von Kaliumcyanid zu Nickel(II)-salzlösungen entsteht zunächst Nickel(II)-cyanid, das sich im Überschuss von Kaliumcyanid zu gelbem Kaliumtetracyanoniccolat(II) auflöst:
- <chem>Ni(CN)2 + 2KCN -> K2[Ni(CN)4]</chem>
Eine entsprechende Verbindung entsteht mit Kaliumthiocyanat. Eine sehr empfindliche Verbindung ist das Kaliumhexafluoroniccolat(IV) (K2[NiF6]). Mit einem starken Reduktionsmittel lässt sich aus Kaliumtetracyanoniccolat(II) der zweikernige Komplex K4[Ni2(CN)6] mit einwertigem Nickel herstellen. Daneben existiert eine Vielzahl von Komplexen mit organischen Liganden wie beispielsweise Ethylendiamin oder Anionen von Carbonsäuren.<ref>Wolfgang Glöckner: Die Komplexverbindungen, Aulis Verlag Köln 1962, S. 103–107.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Eberhard Auer, Siegfried Müller, Rainer Slotta: 250 Jahre Nickel. Vom „nickel“ zum „EURO“. Verlag Deutsches Bergbau-Museum, Reihe Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum Bd. 95, Bochum 2001, ISBN 3-921533-81-3.
- Vorlage:Holleman-Wiberg
- Harry H. Binder: Lexikon der chemischen Elemente – das Periodensystem in Fakten, Zahlen und Daten. Hirzel, Stuttgart 1999, ISBN 3-7776-0736-3.
- VDM-Magazin Nr. 708, Themenheft Nickel, November 2022
Weblinks[Bearbeiten]
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- Mineralienatlas:Nickel (Wiki)
- Reinstnickel >=99,9 % als Bild in der Sammlung von Heinrich Pniok
- Nickelpreisentwicklung als Diagramm (englisch)
- Medizinischer Text über Nickelmangel oder -überschuss im Körper der eesom AG, Bern (CH).
- Volker Mrasek: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Deutschlandfunk, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden. ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (auch Audio, MP3).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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