Friedrich Julius von Mützschefall
Friedrich Julius von Mützschefall (* 29. Januar 1693 in Klettenberg; † 5. August 1761 in Liegnitz) war ein preußischer Generalmajor, Chef des Garnisonsregiments Nr. 2 sowie Erbherr auf Klettenberg, Branderode, Liebenrode und Kleinwechsungen.
Leben[Bearbeiten]
Herkunft[Bearbeiten]
Seine Eltern waren der Hauptmann Bodo Heinrich von Mützeschfall (* 1652), Erbherr auf Klettenburg, Branderode, Liebenrode und Kleinwechsungen, und dessen Ehefrau Anna Marie, geborene von Campe aus dem Hause Kirchberg.
Militärlaufbahn[Bearbeiten]
Mützschefall ging 1711 in preußische Dienste und kam in das Infanterieregiment „von Dönhof“. Dort wurde er am 10. Juli 1716 Fähnrich, am 4. April 1721 Sekondeleutnant und am 16. Dezember 1728 Premierleutnant. Am 28. April 1729 wurde er in das Garnisonsbataillon „Raders“ versetzt. 1733 wechselte er als Hauptmann in Sachsen-Eisenachsche Dienste. In den Jahren 1733/35 nahm er am Rheinfeldzug teil, wo er 1734 Major wurde. 1738 wurde er Oberstleutnant und fürstlicher Kammerjunker. Von dort wechselte er am 2. Dezember 1741 zurück in preußische Dienste. Er kam als Oberstleutnant in das Garnisonsregiment „von Natalis“. Dort wurde er am 6. August 1742 Oberst und Chef des Regiments. 1744 wurde er mit dem Regiment nach Glatz versetzt, wo er am 29. August 1744 einrückte. Seine Vorgesetzten bemerkten positiv, dass es keine Desertationen gegeben hatte. Während des Zweiten Schlesischen Kriegs verblieb er in Glatz. Am 10. Januar 1746 wurden drei Kompanien nach Züllichau, fünf nach Cottbus, zwei nach Sommerfeld und die beide Grenadierkompanien nach Glogau verlegt. Am 14. August 1747 erhielt er Urlaub, um nach Bad Pyrmont zur Kur zu fahren.
Am 7. Mai 1753 ernannte ihn König Friedrich II. zum Generalmajor und verlieh ihm den Orden Pour le Mérite. Am 29. Juli 1755 wurde das Regiment um zwei Bataillone vergrößert. Zu Beginn des Siebenjährigen Kriegs war er in Glogau stationiert. Mützschefall bat um seine Dienstentlassung, die ihm zum 17. Februar 1759 gewährt wurde. Er starb am 5. August 1761 in Liegnitz.
Familie[Bearbeiten]
Mützschefall war zweimal verheiratet. Seine erste Frau war Katharina Julia von Oppen (1705–1739) aus dem Haus Gatersleben. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er 1740 Lucie Sophie von Witzleben (1712–1777). Er hatte Kinder aus beiden Ehen:
- Wilhelm Heinrich (1731–1755), Leutnant im Infanterie-Regiment Nr. 8<ref>Anton von Mach: Das zweite Infanterie- (Königs-) Regiment. Verlag Alexander Duncker, Berlin 1854, S. 8. Liste von Gefallenen</ref>
- Karl Christian Friedrich (1733–1803), Landrat im Kreis Oels, Herr auf Pluskau ⚭ 1768 Freiin Charlotte Sophie von Wechmar (1744–1803)
- Karl Friedrich (* 1737), Hauptmann im Infanterie-Regiment Nr. 36
- Dorothea Sophie (1739–1803) ⚭ N.N. von Gersdorf
- Bodo Ludwig (1742–1808), Major im Infanterie-Regiment Nr. 42, Herr auf Tschitstey (Tschistey), Sandewalde und Klein-Belsch (Kr. Wohlau) ⚭ Helene Karoline Angelike von Kessel und Zeutsch (1749–1813)
Literatur[Bearbeiten]
- Anton Balthasar König: Friedrich Julius von Mützschefall. In: Biographisches Lexikon aller Helden und Militairpersonen, welche sich in Preußischen Diensten berühmt gemacht haben. Band 3. Arnold Wever, Berlin 1790, S. 48 (Friedrich Julius von Mützschefall bei Wikisource [PDF]).
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Deutscher Uradel. 1922. Dreiundzwanzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 600 f. (Digitalisat)
- Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Band 1, Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, o. O. [Hamburg], o. J. [1937], DNB 367632764, S. 357, Nr. 374.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mützschefall, Friedrich Julius von |
| ALTERNATIVNAMEN | Mützschesahl, Friedrich Julius von; Mitzschesahl, Friedrich Julius von; Mitzeschesall, Friedrich Julius von; Mitschephal, Friedrich Julius von; Mützschefahl, Friedrich Julius von; Mützschefall, Friedrich Julius von |
| KURZBESCHREIBUNG | preußischer Generalmajor, Chef des Garnisonsregiments Nr. 2 |
| GEBURTSDATUM | 29. Januar 1693 |
| GEBURTSORT | Klettenberg |
| STERBEDATUM | 5. August 1761 |
| STERBEORT | Liegnitz |