Friedrich Linneweh
Hans Georg Friedrich Linneweh (* 22. September 1908 in Meine; † 29. Januar 1992 in München) war ein deutscher Kinderarzt und Hochschullehrer.
Leben[Bearbeiten]
Friedrich Linneweh, geboren in Meine im ehemaligen Landkreis Hannover, absolvierte ein Studium der Medizin an den Universitäten Graz und Würzburg, wo er von 1931 bis 1934 zusätzlich am Physiologisch-Chemischen Institut gearbeitet hatte. Das Studium schloss er 1934 in Würzburg mit dem Staatsexamen ab. Im selben Jahr wurde er zum Dr. med. promoviert. Im Juli 1935 wurde er Assistent von Georg Bessau an der Kinder-Universitätsklinik der Berliner Charité. Dort übernahm er eigenen Angaben zufolge die Hitlerjugendsprechstunde, „in der die von den HJ-Truppenärzten und BDM-Ärztinnen überwiesenen Jahrgänge aus dem gesamten Berliner Standort untersucht werden.“<ref> Sabine Schleiermacher, Udo Schagen: Die Charité́ im Dritten Reich. Zur Dienstbarkeit medizinischer Wissenschaft im Nationalsozialismus. Schöningh, Paderborn 2008, ISBN 978-3-506-76476-8, S. 124.</ref> Neben seiner Mitgliedschaft in der HJ beantragte Linneweh am 18. November 1937 die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 5.851.632).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/26051088</ref><ref name="Klee374">Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Frankfurt am Main 2007, S. 374.</ref> Er leitete das Kliniklabor, habilitierte sich 1940 in Berlin und begann im selben Jahr dort seine Lehrtätigkeit als Privatdozent an der Universität Berlin. Während des Zweiten Weltkrieges war er zudem Stabsarzt.<ref name="Klee374"/>
Nach Kriegsende übernahm er 1946 zunächst kommissarisch die Leitung der Kinderklinik der Universität Marburg, ab 1949 als außerordentlicher Professor. Von 1951 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1975 war er ordentlicher Professor für Kinderheilkunde in Marburg und Direktor der Universitäts-Kinderklinik.<ref name="Klee374"/> Später lebte er in München, wo er auch starb. Linneweh war Autor von Artikeln in Zeitschriften, Beträgen in Handbüchern und von Buchveröffentlichungen auf dem Gebiet der Kinderheilkunde.
Ab 1939 war er verheiratet mit der promovierten Marga Linneweh, geborener Eitel.<ref>August Ludwig Degener, Walter Habel: Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. Band 16. Berlin 1970, S. 769.</ref>
Ehrungen und Mitgliedschaften[Bearbeiten]
- Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (1963)<ref>Mitgliedseintrag von Friedrich Linneweh (mit Bild) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher LeopoldinaVorlage:Abrufdatum</ref>
- Ehrenmitglied der Schwedischen Pädiatrischen Gesellschaft (1964)
- Ehrenmitglied der Internationalen Medizinischen Gesellschaft Japans (1971)
- Korrespondierendes Mitglied der französischen, italienischen sowie schweizerischen Pädiatrischen Gesellschaft
- Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde (1978)
- Friedrich-Linneweh-Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Pädiatrie<ref name="Klee374"/>
Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]
- Die Physiologische Entwicklung des Kindes. Vorlesungen über Funktionelle Pädologie/Lectures on Functional Paedology. Springer, Berlin 1959.
- Die Prognose chronischer Erkrankungen. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960.
- Pädiatrie in der Praxis. 1961.
- Erbliche Stoffwechselkrankheiten. 1962.
- Fortschritte der Pädologie. 2. Auflage 1968.
- Aktuelle Probleme der Säuglingsernährung. Nestlé, Frankfurt am Main 1968.
Literatur[Bearbeiten]
- August Ludwig Degener, Walter Habel: Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. Bd. 16. Arani, Berlin 1970, ISBN 3-7605-2007-3, S. 769.
- Linneweh, Friedrich. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 769.
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Friedrich Linneweh im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Linneweh, Hans Georg Friedrich. Hessische Biografie. (Stand: 20. März 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Linneweh, Friedrich |
| ALTERNATIVNAMEN | Linneweh, Hans Georg Friedrich (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Pädiater und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 22. September 1908 |
| GEBURTSORT | Meine |
| STERBEDATUM | 29. Januar 1992 |
| STERBEORT | München |
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- Pädiater
- Mediziner (20. Jahrhundert)
- Hochschullehrer (Philipps-Universität Marburg)
- Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert)
- Absolvent der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
- NSDAP-Mitglied
- Deutscher
- Geboren 1908
- Gestorben 1992
- Mann
- Ehrenmitglied einer wissenschaftlichen Organisation
- Stabsarzt (Heer der Wehrmacht)