Gagfah
| Gagfah S.A.
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | GAGFAH Logo.svg | |
| Rechtsform | Société anonyme |
| ISIN | LU0269583422 |
| Gründung | 1918 |
| Sitz | Luxemburg |
| Leitung | Thomas Zinnöcker (CEO) Dieter H. Ristau (Verwaltungsratsvorsitzender) |
| Mitarbeiterzahl | 1.577 (2014)<ref name="gb2014" /> |
| Umsatz | 833,5 Mio. Euro (2014)<ref name="gb2014" /> |
| Branche | Immobilienwirtschaft |
Die Gagfah S.A. (Eigenschreibweise GAGFAH) mit Sitz in Luxemburg war die Dachgesellschaft für diverse deutsche Tochterunternehmen im Bereich der Immobilienwirtschaft. Hauptsitz der deutschen Tochterunternehmen ist Essen.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Hauptsitz Essen ( vom 19. November 2012 im Internet Archive)</ref> Die Konzernzentrale befindet sich in Mülheim an der Ruhr. Das Unternehmen gehört seit dem 11. März 2015 zur Vonovia (ehemals Deutsche Annington Immobilien Gruppe).
Mit einem Bestand von 144.452 (Stand 2014)<ref name="gb2014" /> Mietwohnungen und ca. 35.000 für Dritte verwaltete Wohnungen ist Gagfah eine der größten börsennotierten Wohnungsgesellschaften in Deutschland und war Mitglied des MDAX. Mehrheitsaktionär ist Vonovia mit einem Anteil von 93,42 %. Die restlichen 6,58 % sind in Streubesitz oder werden vom Unternehmen selbst gehalten. Das Delisting der Aktien von der Frankfurter Wertpapierbörse wurde am 15. April 2015 beschlossen und am 20. November 2015 erfolgte die Einstellung des Handels.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Gagfah – Aktionärsstruktur ( vom 6. März 2016 im Internet Archive)</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Die „Gemeinnützige Aktien-Gesellschaft für Angestellten-Heimstätten“ (GAGfAH) wurde im Oktober 1918 von 27 Angestelltenverbänden zum Zweck der Wohnraumversorgung für gesetzlich versicherte Angestellte in Berlin als gemeinnützige Aktiengesellschaft gegründet.<ref>Ulrike Haerendel: Kommunale Wohnungspolitik im Dritten Reich. ISBN 3-486-56389-0, S. 265 ff.</ref> Gemessen an der Kapitalbeteiligung hielt der Deutschnationale Handlungsgehilfen-Verband zum Zeitpunkt der Gründung die höchsten Anteile.<ref>Bundesverwaltungsgericht, Aktz. 8 C 7.07 vom 2. April 2008.</ref> Im Jahre 1920 waren bereits 1.060 Heimstätten im Bau, darunter 925 Einfamilienhäuser.<ref>Heimstätten für den Mittelstand. In: Der Bautechniker, Jahrgang 1920, S. 398 (online bei ANNO).</ref> In den Jahren von 1924 bis 1956 war der Architekt Arnold Knoblauch Vorstandsvorsitzender.
Nach der Machtübernahme durch das NS-Regime im Jahr 1933 und dem Verbot der Gewerkschaften ging die Gagfah in den Besitz der Deutschen Arbeitsfront über. Sie verkaufte die Gesellschaft Mitte der 1930er Jahre an die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte. Nach dem Zweiten Weltkrieg scheiterten alle Versuche der Angestelltengewerkschaften, im Zuge der Restitution von beschlagnahmten Gewerkschaftsvermögen die Gesellschaft zurückzuerhalten.<ref>Archiv der Vermögensverwaltung der ehemaligen DAG im Archiv der Vermögensverwaltung der ver.di, Berlin, Restitutionsakten Gagfah</ref> In der Rechtsnachfolge wurde die Gagfah von der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) übernommen. Infolge des Gesetzes zur Überführung der Wohnungsgemeinnützigkeit in den allgemeinen Wohnungsmarkt vom 25. Juli 1988 wurde der Gagfah mit Wirkung zum 1. Januar 1990 die Gemeinnützigkeit aberkannt.<ref>BGBl. 1988 I S. 1093, 1136.</ref>
Im Juli 2004 verkaufte die BfA ihre in der Gagfah gebündelten 81.000 Wohnungen (an 147 verschiedenen Standorten in Deutschland, davon allein rund 24.000 in Berlin) an das US-amerikanische Unternehmen Fortress zum Preis von rund 3,5 Milliarden Euro. Dies entsprach einem durchschnittlichen Preis von 43.000 Euro je Wohnung. Zu diesem Zeitpunkt beliefen sich die Verbindlichkeiten bereits auf 1,6 Milliarden Euro.
Im Juli 2005 folgte die Integration der NILEG Immobilien Holding aus Hannover. Bei einem Kaufpreis von rund 1,5 Milliarden Euro wechselten knapp 28.000 Wohnungen den Besitzer.<ref>Nileg-Verkauf an Fortress bringt Nord-LB Milliardensumme. In: Handelsblatt. 14. Juli 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. September 2015; abgerufen am 26. Februar 2011.</ref>
Im April 2006 wurde die WOBA Dresden mit ca. 48.000 Wohnungen und ca. 1320 Gewerbeeinheiten übernommen. Mit Wirkung zum 1. August 2006 wurde Burkhard Ulrich Drescher, einst Oberbürgermeister der Stadt Oberhausen, zum Vorsitzenden der Geschäftsführung der Gagfah sowie zum Mitglied des Verwaltungsrates ernannt<ref>Gagfah S.A.: Burkhard Ulrich Drescher wird neuer CEO der Gagfah/NILEG Immobiliengruppe. 25. Juli 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. Februar 2015; abgerufen am 12. April 2010.</ref> und hielt diese Position bis April 2009.<ref>Ad-hoc-Mitteilung der Gagfah S.A. gemäß § 15 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG). 6. April 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. Februar 2015; abgerufen am 14. Februar 2015.</ref>
Für den Börsengang wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft nach luxemburgischem Recht umgewandelt (Société Anonyme). Während des Börsenganges (IPO) lief die Zeichnungsfrist vom 10. bis 18. Oktober 2006 bei einer Bookbuilding-Spanne von 17 bis 19 Euro. Die Erstnotiz erfolgte am 19. Oktober 2006 zu einem Eröffnungskurs von 19 Euro.
Im Mai 2007 kaufte die Gagfah für 80,7 Millionen Euro weitere 920 Wohnungen und 71 Gewerbeobjekte, darunter rund 500 Wohnungen aus einem Paketverkauf der VGH Versicherungen, die dadurch Bestände der Landschaftlichen Brandkasse auflöste.
Die knapp 38.000 Wohnungen der WOBA Dresden, die die Gagfah Group übernahm, sollten wieder verkauft werden. Dieser Verkauf sollte wegen hoher Schulden und Geldnot der Gagfah zustande kommen.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Gagfah will Dresdner Wohnungen verkaufen ( vom 3. Mai 2012 im Internet Archive) In: mdr.de</ref> Die Konzernspitze teilte mit, dass im ersten Halbjahr 2012 wieder schwarze Zahlen geschrieben wurden, der Gewinn betrug 14,8 Millionen Euro.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Gagfah steigert operativen Gewinn nur geringfügig ( vom 16. August 2012 im Internet Archive) Financial Times</ref> Am 5. Februar 2013 wurde bekanntgegeben, dass der Verkaufsprozess beendet wurde und die Gagfah Group Eigentümer und Verwalter der Wohnungen in Dresden bleibt. Zudem wurde die Entscheidung verkündet, dass der Kredit für das WOBA-Portfolio in Höhe von etwa 1 Mrd. Euro refinanziert werden soll.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Pressemitteilung Gagfah S.A. vom 5. März 2013 ( vom 4. November 2013 im Internet Archive)</ref> Am 20. Februar 2013 wurde via Pressemitteilung der Gagfah S.A. veröffentlicht, dass die Gagfah Group die WOBA Finanzierung über 1,06 Mrd. Euro mit der Bank of America Merrill Lynch erfolgreich abgeschlossen hat.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Pressemitteilung GAGFAH S.A. vom 20. Februar 2013 ( vom 15. Februar 2015 im Internet Archive)</ref>
Am 26. September 2013 wurde die Pressestelle der Gagfah für ein hervorragendes Beispiel an Krisenkommunikation mit dem „Goldenen Apfel“ ausgezeichnet.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Pressestelle des Jahres 2013 ( vom 10. Juni 2015 im Internet Archive)</ref>
Am 10. Juni 2014 hat Fortress die letzten Gagfah-S.A.-Aktien verkauft und ist somit nach zehn Jahren aus dem Geschäft der Gagfah ausgestiegen.<ref name="hb-10014472">Reuters: Fortress steigt nach zehn Jahren bei Gagfah aus. In: handelsblatt.com. 10. Juni 2014, abgerufen am 14. Februar 2015.</ref>
Im Dezember 2014 wurde bekannt gegeben, dass Gagfah von der Deutschen Annington für 3,9 Mrd. Euro übernommen werden soll. Mit der Hauptversammlung am 30. April 2015 wurde die Umbenennung der fusionierten Unternehmens in Vonovia beschlossen.<ref name="hb-11055972">Reuters, dpa: Deutsche Annington will Gagfah übernehmen. In: Süddeutsche Zeitung. 1. Dezember 2014, abgerufen am 30. April 2023.</ref><ref>Start der Umfirmierung in Vonovia. In: bbu.de. BBU Verband Berlin – Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, 8. September 2015, abgerufen am 7. August 2026.</ref><ref>Claudia Lord: Nach Fusion mit Annington: GAGFAH heißt bald VONOVIA. In: bild.de. 19. März 2015, abgerufen am 7. August 2026.</ref>
Geschäftstätigkeit[Bearbeiten]
Im Jahr 2014 befanden sich Mietwohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von ca. 8.760.500 m² im Eigentum des Unternehmens. Der Großteil des Gebäudebestandes wurde zwischen 1950 und 1979 errichtet. Die durchschnittliche Mietdauer liegt bei knapp elf Jahren. Die Vermietungsquote beträgt fast 96 %. Das Portfolio enthält Immobilien in über 350 Städten und Standorten in ganz Deutschland. Größte Standorte waren am 31. Dezember 2014 Dresden (36.896 Wohnungen), Berlin (15.098 Wohnungen) und Hamburg (9.036 Wohnungen).<ref name="gb2014" />
Kritik[Bearbeiten]
Wie das Unternehmen in seiner Selbstdarstellung<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Mieterschutz. ( vom 7. September 2008 im Internet Archive) Homepage</ref> ausdrücklich hervorhebt, werden Mieterschutzregeln in sogenannten „Sozial-Chartas“ festgeschrieben. Nach Einschätzung des Deutschen Mieterbunds gehen diese Sozialchartas jedoch nicht über den gesetzlichen Mieterschutz nach BGB hinaus.<ref>openPR. Abgerufen am 18. Januar 2022.</ref> Kritiker werfen der Unternehmenspolitik vor, nur an kurzfristigem Erlös durch Verkauf interessiert zu sein und die Wohnungen zu vernachlässigen.<ref>Meike Schreiber: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Mieterschreck Gagfah. ( vom 31. Juli 2012 im Webarchiv archive.today) Financial Times Deutschland, 12. März 2010.</ref><ref name="SPON-753027">David Böcking: Immobiliengigant Gagfah: Dresden riskiert Kampf gegen die Heuschrecke. In: Spiegel Online. 24. März 2011, abgerufen am 14. Februar 2015.</ref> Die Stadt Dresden hatte Ende März 2011 beschlossen, Klage wegen Aushebelung der „Sozial-Chartas“ bezüglich der 2006 von der stadteigenen Wohnungsbaugesellschaft erworbenen Immobilien zu erheben und einen Schadenersatz in Höhe von 1,06 Mrd. Euro zu fordern.<ref>Presse: Gagfah – Stadt Dresden beschließt Klage. In: boerse.de. Abgerufen am 14. Februar 2015.</ref> Im März 2012 haben sich die Gagfah und die Stadt Dresden auf einen Vergleich geeinigt, der der Gagfah weitreichende Verpflichtungen auferlegt. Im Gegenzug werden sämtliche Verfahren fallengelassen.<ref name="dresden-0203501201">Landeshauptstadt Dresden und Gagfah legen Rechtsstreit bei und gehen Vergleich ein. In: dresden.de. Landeshauptstadt Dresden, 2. März 2012, abgerufen am 16. August 2015 (Pressemitteilung).</ref> Der Dresdner Stadtrat hat der Vergleichsvereinbarung zugestimmt.<ref>Dresdner Stadtrat stimmt dem Gagfah-Vergleich zu. In: immobilien-zeitung.de. 16. März 2012, abgerufen am 14. Februar 2015.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Günther Schulz: Die Angestellten seit dem 19. Jahrhundert. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2000. ISBN 3-486-55045-4.
Weblinks[Bearbeiten]
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Offizielle Website ( vom 10. Februar 2016 im Internet Archive)
- Frühe Dokumente und Zeitungsartikel zur Gagfah in den Historischen Pressearchiven der ZBW
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references responsive> <ref name="gb2014"> Gagfah S.A.: Consolidated Annual Report. (PDF; 3,6 MB) Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. September 2015; abgerufen am 3. April 2014. </ref> </references>
- Wikipedia:Seite mit Skriptfehlern
- Seiten mit TemplateStyles-Fehlern
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Infobox Unternehmen/Logoeinbindung
- Börsennotiertes Unternehmen
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wohnungsunternehmen
- Immobilienunternehmen (Luxemburg)
- Unternehmen (Essen)
- Unternehmensgründung 1918
- Vonovia
- Abkürzung
- Unternehmen im MDAX (ehemalig)