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General Slocum

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General Slocum
Datei:PS General Slocum.jpg
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Schiffsdaten
Flagge Vereinigte Staaten 45Datei:Flag of the United States (1896-1908).svg Vereinigte Staaten
andere Schiffsnamen Maryland (1904–1911)
Eigner Knickerbocker Steamship Company
Bauwerft Devine Burtis Jr., Brooklyn
Stapellauf 18. April 1891
Verbleib 1904 gesunken
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 76 m (Lüa)
Breite 11,4 m
Tiefgang (max.) 3,7 m
Verdrängung 1.281 t
 
Besatzung 22
Maschinenanlage
Maschine 1-Zyl.-Dampfmaschine
Höchst­geschwindigkeit 15 kn (28 km/h)
Propeller 2 Schaufelräder ⌀ 9,4 m
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl 3.000
Datei:General slocum burning.jpg
Die General Slocum brennend im East River

Die General Slocum war ein Raddampfer der New Yorker Knickerbocker Steamship Company, der am 15. Juni 1904 auf dem New Yorker East River in Brand geriet, dabei kamen 1021 der 1342 Personen an Bord ums Leben. Das Unglück stellt bis heute die größte zivile Schiffskatastrophe in den USA dar. Sie gilt als Hauptgrund für die Auflösung des New Yorker Deutschenviertels Kleindeutschland in den Folgejahren.

Das Schiff[Bearbeiten]

Der Auftrag zum Bau des Schiffes wurde am 15. Januar 1891 an den Schiffskonstrukteur Divine Burtis aus Brooklyn vergeben. Der Rumpf wurde aus Robinie, Amerikanischer Weiß-Eiche und Gelb-Kiefer gefertigt, während den Bau der Dampfmaschine W. & A. Fletcher in Hoboken übernahm.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref><ref>Smithsonian Magazine, Gilbert King: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).@1@2Vorlage:Toter Link/www.smithsonianmag.com (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> Der Stapellauf erfolgte am 18. April desselben Jahres.<ref name=":0">Jim Kalafus: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 21. Juni 2007; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).@1@2Vorlage:Toter Link/www.garemaritime.com (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> Das Schiff wurde nach dem Nordstaaten-General Henry Warner Slocum benannt.

Die General Slocum hatte drei Decks, das Hauptdeck mit dem Damensalon und dem Restaurant, das Promenadendeck mit der Lounge und als oberstes Deck das Hurricane-Deck.<ref name=":0" /> Eingesetzt wurde sie sowohl für einen planmäßigen Liniendienst zwischen New York City und Rockaway Beach im Bezirk Queens als auch für Ausflugsfahrten in und um die Stadt.

Der Schaufelraddampfer war für 3000 Passagiere zugelassen. Mit ihrer luxuriösen Ausstattung (Samtstühle, Auslegware, Gemälde) und den technischen Parametern galt die General Slocum in ihren ersten Jahren als Nonplusultra des New Yorker Ausflugsverkehrs, ehe sie von jüngeren und moderneren Schiffen deklassiert und von ihren Eignern vernachlässigt wurde. Die Slocum stand unter dem Kommando von Kapitän William van Schaick.<ref name=":4">Süddeutsche Zeitung: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 15. Juni 2004; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.@1@2Vorlage:Toter Link/www.sueddeutsche.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref>

Der Unfall[Bearbeiten]

Datei:Wreckage of the General Slocum (1904).jpg
Das Wrack der General Slocum

Bei den Passagieren am Tag des Unfalls handelte es sich überwiegend um Deutschamerikaner, Ausflügler der lutherischen St. Markus-Kirche im Stadtteil Kleindeutschland auf der Lower East Side (East 6th Street). Sie wollten an jenem Tag das Ende des Sonntagsschuljahres feiern. In New Yorks „Kleindeutschland“ lebten damals etwa 80.000 deutschstämmige Immigranten. Alljährlich wurde ein Schiff gechartert, um zu einem nahegelegenen Erholungspark, dem Locust Grove am Long Island Sound, zu fahren. Am 15. Juni 1904 waren mindestens 1388 Personen an Bord der General Slocum; das Schiff war für 350 $ gebucht worden.<ref name=":4" /> Der 15. Juni war ein Mittwoch, ein Werktag also, an dem die meisten Ehemänner zur Arbeit gingen, was die hohe Differenz der späteren Opferzahlen an Frauen und Kindern zu Männern begründet.

Um etwa 09:30 Uhr entdeckten Matrosen Feuer in einem u. a. mit Öl, Farben und sonstigen Betriebsstoffen gefüllten Laderaum, vermutlich durch ein unachtsam fortgeworfenes Streichholz entzündet.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 13. August 2021; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.@1@2Vorlage:Toter Link/www.welt.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref><ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 14. Juni 2004; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.@1@2Vorlage:Toter Link/www.berliner-zeitung.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> Das Feuer breitete sich rasch aus. Die Löschversuche scheiterten – unter anderem, weil die Feuerwehrschläuche verrottet waren und unter dem Wasserdruck platzten.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).@1@2Vorlage:Toter Link/www.nyhistory.org (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> Die Besatzung war außerdem im Umgang damit nicht geschult.

Datei:Victims of the General Slocum (1904).jpg
An Land gespülte Opfer

Der Kapitän wurde erst zehn Minuten nach Ausbruch des Feuers von der sich anbahnenden Katastrophe unterrichtet. Das Schiff befand sich zu diesem Zeitpunkt im Hell Gate. Dies ist die am schwierigsten zu befahrende Stelle des East River, bedingt durch gefährliche Strudel, die im Laufe der Jahrhunderte viele Schiffsunfälle verursacht haben. Daher war es dem Kapitän nicht möglich, das nahegelegene Ufer anzusteuern, und so gab er den Befehl, mit Volldampf voraus zu der etwa eine Meile entfernten Insel North Brother Island zu steuern.<ref name=":1">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Die nächstgelegenen Anlegestellen am East River kamen aufgrund der dortigen Öltanklager für eine Landung nicht in Betracht.<ref name=":2">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.@1@2Vorlage:Toter Link/www.dw.com (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> Zudem wurde das Feuer durch die erhöhte Geschwindigkeit und den herrschenden Gegenwind weiter angefacht.

Es stellte sich heraus, dass sich der Kork der Schwimmwesten aufgelöst hatte und diese dadurch unbrauchbar geworden waren.<ref name=":3">Ted Houghtaling: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).@1@2Vorlage:Toter Link/www.nyhistory.org (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> Die Rettungsboote konnten nicht zu Wasser gelassen werden, da sie mit Farbe am Schiffsrumpf festklebten. Aufgrund der Geschwindigkeit des Schiffes wäre es auch nicht möglich gewesen, sie zu wassern. Die Farbe bot dem Feuer zusätzliche Nahrung.<ref name=":1" />

Als das Schiff schließlich North Brother Island mit dem Quarantäne-Krankenhaus des New Yorker Hafens erreichte, brannte es fast auf ganzer Länge. Dort sprangen viele Passagiere ins Wasser, von denen viele ertranken, weil sie größtenteils Nichtschwimmer waren.<ref name=":3" /> Da zu diesem Zeitpunkt reger Schiffsverkehr auf dem East River herrschte, beteiligten sich viele Boote an dem Rettungseinsatz. Offiziell wurde die Opferzahl mit 1.021 angegeben.

Folgen[Bearbeiten]

Datei:Recovery of victims from the General Slocum.jpg
Helfer tragen die Leichen vom Unfallsort fort
Datei:TAG Slocum Memorial 01.jpg
Slocum Memorial
Datei:TAG Slocum Memorial 04.jpg
Slocum Memorial

In den folgenden Wochen wurden umfangreiche Untersuchungen über die Unfallursache angestellt. Der Kapitän des Schiffs, Captain Van Schaick, wurde neben sieben weiteren Personen aus Inspektion und der Reedereiverwaltung angeklagt und wegen Vernachlässigung der Brandbekämpfungs-Ausrüstung zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach fünf Jahren wurde er auf Betreiben von Präsident William H. Taft entlassen. Die übrigen Angeklagten, darunter die Manager der Reederei sowie der Prüfinspektor, der dem Schiff einen Monat vor der Katastrophe die Freigabe bescheinigt hatte, kamen ohne Strafe frei.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. New York Public Library, 11. Juni 2013; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).@1@2Vorlage:Toter Link/www.nypl.org (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref><ref name=":1" />

Die Sicherheitsbestimmungen für Dampfschiffe wurden danach deutlich verschärft. Präsident Theodore Roosevelt setzte am 23. Juni 1904 eine Kommission ein, die die Katastrophe untersuchen und Vorkehrungen empfehlen sollte, welche eine Wiederholung solch einer Tragödie verhindern würden.<ref name=":3" /> Sämtliche Dampfschiffe wurden daraufhin einer genauen Inspektion unterzogen, die zuständige Behörde United States Steamboat Inspection Service (USSIS) wurde komplett neu organisiert.

Der Unfall besiegelte zudem die Auflösung und den Zerfall des deutschen Viertels in New York City, Kleindeutschland.<ref name=":1" /> Zwar hatte sich diese Entwicklung bereits zuvor bemerkbar gemacht (zwischen 1860 und 1900 sank die Einwohnerzahl um 80 % von 60.000 auf 12.000), doch da fast jede Familie von Todesfällen betroffen war, wollten viele der Einwohner nicht durch die Omnipräsenz der Folgen an den Unfall erinnert werden.<ref name=":2" />

Die Überreste der General Slocum wurden geborgen, wieder aufgebaut und auf den Namen Maryland getauft. Dieses Schiff diente zeitweise als Kohlentender, bis es nach einem schweren Sturm am 4. Dezember 1911 sank.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);</ref>

Die letzte der etwa 400 Überlebenden des Brandes der General Slocum, Adella Wotherspoon, geborene Liebenow, aus Watchung in New Jersey, starb 2004 im Alter von 100 Jahren. Zum Zeitpunkt des Unfalls, bei dem auch ihre beiden Geschwister ums Leben kamen, war sie noch ein Säugling.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Rezeption[Bearbeiten]

1909 begann der Komponist Charles Ives die Tondichtung The General Slocum, die von D. G. Porter fertiggestellt wurde.

1915 drehte der Regisseur Raoul Walsh den Film Regeneration, in dem auch das Feuer auf der General Slocum vorkommt.

1922 ließ James Joyce seinen Roman Ulysses an einem einzigen Tag handeln, am 16. Juni 1904, an dem die Nachricht vom Schiffsunfall auch Irland erreichte. Joyce lässt seinen Helden Leopold Bloom angesichts der Schlagzeilen denken: „Alle diese Frauen und Kinder auf einem Ausflug verbrannt und ertrunken in New York. Holocaust.“ (All those women and children excursion beanfeast burned and drowned in New York. Holocaust.)<ref>James Joyce: Ulysses auf wikisource.org.</ref>

Im US-Film Manhattan Melodrama (1934) mit Mickey Rooney und Clark Gable bildet die Inszenierung des Brandes den Ausgangspunkt für eine Spielhandlung um Menschen, die als Kinder den Brand der General Slocum überleben und danach sehr unterschiedliche Lebenswege beschreiten.

Im Jahr 1998 drehte der deutsche Filmemacher Christian Baudissin, teils an Originalschauplätzen, die Dokumentation Die Slocum brennt!, in der auch Überlebende der Katastrophe zu Wort kommen.<ref>Vorlage:IMDb/1</ref>

Ein US-Dokumentarfilm entstand 2004 zum 100. Jahrestag des Unfalls unter dem Titel Fearful Visitation. New York’s Great Steamboat Fire of 1904.<ref>Fearful Visitation: The Great New York Steamboat Fire of 1904. Ankündigung der New-York Historical Society (englisch, PDF).</ref>

Ebenfalls zum 100. Jahrestag entstand das Dokudrama Ship Ablaze. The Tragedy of the Steamboat General Slocum. („Schiff in Flammen. Die Tragödie des Dampfers General Slocum.“) nach dem gleichnamigen Buch von Ed O’Donnell.<ref>Edward T. O’Donnell: Ship ablaze. The Tragedy of the Steamboat General Slocum. Broadway Books, New York 2003, ISBN 0-7679-0905-4.</ref>

Zum 120. Jahrestag erschien der Jugendroman Die Unerlöste (2024) von US-Autor J. G. Sandom erstmals in deutscher Übersetzung von Jörg Weese und mit einem Vorwort von Christian Baudissin.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.
  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.
  • Mare Nr. 55 „James Cook“, April/Mai 2006.
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Weblinks[Bearbeiten]

Commons: General Slocum – Sammlung von Bildern

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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