Zum Inhalt springen

Harald V.

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Harald V in 2025.jpg
König Harald V. (2025)

Harald V. von Norwegen (* 21. Februar 1937 auf Gut Skaugum, Asker; † 28. August 2026 in Oslo) war vom 17. Januar 1991 bis zu seinem Tod mehr als 35 Jahre lang König von Norwegen. Er war der dritte Monarch des Landes seit Auflösung der Union mit Schweden im Jahr 1905.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Datei:164. Prins Harald - no-nb digifoto 20160108 00336 bldsa pk kgl0036.jpg
Prinz Harald, 1940

König Harald V. entstammte dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, einer Nebenlinie des Hauses Oldenburg. Er war der Sohn König Olavs V. und Kronprinzessin Märthas von Norwegen, einer geborenen Prinzessin von Schweden. Er hatte zwei ältere Schwestern, Ragnhild und Astrid. Harald war der erste in Norwegen geborene norwegische König seit Olav IV. im Jahr 1370. Er wurde am 31. März 1937 in der Kapelle des Osloer Schlosses durch Bischof Johan Lunde evangelisch-lutherisch getauft. Seine Taufpaten waren König Haakon VII. und Königin Maud, Prinz Carl und Prinzessin Ingeborg von Schweden, seine vier Großeltern, sowie König Leopold III. von Belgien, Königinwitwe Maria von Großbritannien, König Georg VI. von Großbritannien und Kronprinzessin Ingrid von Dänemark.<ref>Saad719: Christening of King Harald V of Norway, 1937. In: The Royal Watcher. 31. März 2022, abgerufen am 21. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Nach der deutschen Invasion Norwegens im April 1940 flüchtete die Mutter mit dem dreijährigen Prinzen und seinen älteren Schwestern zunächst für vier Monate nach Schweden, bevor die Familie auf Einladung von Franklin D. Roosevelt in die Vereinigten Staaten emigrierte. Während der fünf Jahre der deutschen Besetzung Norwegens wuchs Harald in Bethesda (Maryland) auf und entwickelte eine sehr enge Bindung zu seiner Mutter, während sein im englischen Exil lebender Vater die Familie nur einmal im Jahr besuchte.<ref name="folketskonge" /> Nach Kriegsende kehrte er am 7. Juni 1945 nach Norwegen zurück. Er besuchte eine staatliche Volksschule, die Smestad skole, später die Oslo Katedralskole, wo er sein Examen artium (Abitur) ablegte.

Ab Ende 1956 absolvierte Harald den obligatorischen Militärdienst an der norwegischen Kavallerieschule und wurde nach dem anschließenden Besuch der Krigsskolen Offizier.<ref name="folketskonge" /> Als König Haakon VII. 1957 starb, wurde Prinz Haralds Vater, Olav V., König und er selbst Kronprinz. Bereits 1958 fungierte er als Kronprinzregent im Staatsrat während Abwesenheiten des Vaters.

Von 1960 bis 1962 studierte er Gesellschaftswissenschaften, Geschichte und Ökonomie am Balliol College in Oxford im Vereinigten Königreich.

Ehe und Familie[Bearbeiten]

Datei:Kronprins Harald og Sonja Haraldsen gifter seg.jpg
Hochzeit von Harald und Sonja in Osloer Dom, 1968

1959 lernte Kronprinz Harald die Kaufmannstochter Sonja Haraldsen kennen und führte über mehrere Jahre eine nicht-öffentliche Beziehung, wobei sich das Paar mehrfach trennte und wieder zusammenfand. Als die norwegische Presse 1964 begann, über die Beziehung zu berichten, war die einhellige Meinung, die Heirat mit einer bürgerlichen Frau bedeute das Ende der norwegischen Monarchie. König Olav V. verbreitete daraufhin eine Pressemeldung, eine bürgerliche Hochzeit seines Sohnes stehe nicht zur Debatte, und bestand gegenüber Harald auf eine traditionsgemäße Vermählung innerhalb des europäischen Hochadels. Als standesgemäße Braut war zeitweilig Prinzessin Irene von Griechenland angedacht.<ref>Fast-Königin + Romanzen "mit Dritten": Das bewegte Leben von Prinzessin Irene (†) in Bildern. 11. Mai 2026, abgerufen am 28. August 2026.</ref> Harald lehnte dies ab, was das Verhältnis zu seinem Vater über Jahre stark belastete, und erklärte, wenn er Sonja nicht heiraten dürfe, werde die norwegische Monarchie auch enden.<ref name="folketskonge" /> Nach neun Jahren erteilte König Olav schließlich seine Zustimmung, im März 1968 wurde die offizielle Verlobung bekannt gegeben und am 29. August 1968 heirateten Harald und Sonja Haraldsen im Osloer Dom.<ref>Anika Helm: Harald & Sonja von Norwegen: Ihre bewegende Liebesgeschichte. In: ADELSWELT.de. 19. Februar 2025, abgerufen am 23. August 2026.</ref>

Das Königspaar gehörte der evangelisch-lutherischen Norwegischen Volkskirche an. Es bekam zwei Kinder:

König Harald wurde fünffacher Großvater.<ref>König Harald V. von Norwegen. In: Histoires Royales. 18. August 2026, abgerufen am 23. August 2026.</ref>

Sein Sohn Haakon und dessen Ehefrau Mette-Marit, das Kronprinzenpaar, das nach Haralds Tod am 28. August 2026 die Nachfolge König Haralds und seiner Frau, Königin Sonja, antrat, sind seit dem 21. Januar 2004 die Eltern von Kronprinzessin Ingrid Alexandra, am 3. Dezember 2005 kam der erste Sohn des Kronprinzenpaares, Sverre Magnus, zur Welt. Haralds Tochter, Prinzessin Märtha Louise, gebar am 29. April 2003 ihre erste Tochter Maud Angelica Behn; am 8. April 2005 folgte Leah Isadora und am 29. September 2008 Emma Tallulah. Wie die Kinder der Schwestern des Königs tragen die Mädchen keine Titel als Prinzessinnen und führen auch nicht die Anrede Königliche Hoheit; Letzteres traf auch für das jüngste Kind Haakons, Prinz Sverre Magnus, zu.

Amtszeit und Volksnähe[Bearbeiten]

Datei:King Harald V in 1993 (cropped).jpg
König Harald V. bei der Eröffnung des Sametings 1993

Nach dem Tod seines Vaters am 17. Januar 1991 wurde Harald V. am selben Tag König von Norwegen, die kirchliche Segnung (Krönungen sind in Norwegen abgeschafft) erfolgte am 23. Juni 1991 im Nidarosdom. Sein Wahlspruch, wie auch der seines Großvaters und Vaters, lautete: Alt for Norge („Alles für Norwegen“). Haralds Vater war, unter anderem durch seine Rolle als Kronprinz im Zweiten Weltkrieg, äußerst beliebt gewesen. Es bestanden zunächst Zweifel, ob auch Harald eine derartige Zustimmung (etwa 90 % der Bevölkerung befürworteten unter seinem Vater die Monarchie) im Volk erreichen könne, doch entwickelte auch er sich zu einem sehr beliebten, als volksnah empfundenen Staatsoberhaupt, das schließlich sogar folkets konge (König des Volkes) genannt wurde.<ref name="folketskonge">Slik ble han folkets konge. NRK, 28. August 2026.</ref>

Ein einschneidendes Ereignis zu Beginn seiner Regentschaft war der Neujahrsorkan 1992, der schwere Verwüstungen an der norwegischen Westküste verursachte. Aufnahmen des neuen Königs, die ihn in Gummistiefeln und Daunenjacke in Schlamm und Trümmern zeigten, während er Geschädigten Mut zusprach, prägten nachhaltig sein Bild in der Öffentlichkeit und trugen zu seiner Beliebtheit bei.<ref name="TV2">Kong Haralds liv: Dette er øyeblikkene vi vil huske. TV2, 28. August 2026 (norwegisch).</ref>

König Haralds Auftreten nach den rechtsextremistischen Anschlägen in Norwegen 2011 und seine Ansprache bei der Gedenkzeremonie für die Opfer, bei der er sichtbar gegen Tränen ankämpfte, wurden als ein Symbol angesehen, warum eine überparteiliche Monarchie noch immer eine einende Kraft haben könne.<ref>15 år siden Utøya: – Kanskje den viktigste oppgaven de har. Nettavisen, 22. Juli 2026.</ref><ref name="TV2" />

Als ikonisch gilt in Norwegen auch die Rede des Königs anlässlich der Spätsommerfestes 2016, in der er die multikulturelle Gesellschaft betonte, die Norwegen ausmache, und ausdrücklich Einwanderer, unterschiedliche Religionen und sexuelle Orientierungen sowie funktionsbeeinträchtigte Menschen mit einbezog.<ref>Én million har sett kongens tale på Facebook. NRK, 1. September 2016 (norwegisch).</ref><ref name="TV2" />

«Med andre ord: Norge er dere. Norge er oss. Når vi synger ‹Ja, vi elsker dette landet›, skal vi huske på at vi også synger om hverandre. For det er vi som utgjør landet. Derfor er nasjonalsangen vår også en kjærlighetserklæring til det norske folk. Mitt største håp for Norge er at vi skal klare å ta vare på hverandre.»

„Mit anderen Worten: Norwegen seid ihr. Norwegen sind wir. Wenn wir ‚Ja, vi elsker dette landet‘ singen, müssen wir uns bewusst machen, dass wir dabei auch einander besingen. Denn wir sind es, die das Land ausmachen. Deshalb ist unsere Nationalhymne zugleich eine Liebeserklärung an das norwegische Volk. Meine größte Hoffnung für Norwegen ist, dass es uns gelingt, uns um einander zu kümmern.“

– Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Harald V.
Datei:H.M. Kongen taler (10345062316).jpg
Harald V. bei der Eröffnung des Sametingsgebäudes in Karasjok (2000)

Als eine seiner wichtigsten Aufgaben benannte König Harald seine Reisen durch Norwegen, die dazu dienten, direkt mit den Menschen in Kontakt zu treten. Er hatte sich zum Ziel gesetzt, in seiner Amtszeit alle 357 Kommunen Norwegens mindestens einmal offiziell persönlich zu besuchen.<ref>Vil besøke alle Norges kommuner – nå mangler kong Harald bare 25. NRK, 1. September 2022.</ref> Trotz seiner gesundheitlichen Beschwerden reiste er noch im August 2026 mit Königin Sonja durch zahlreiche Kommunen, der Besuch der letzten vier Kommunen war für Oktober 2026 vorgesehen.<ref>Kongeparet «runder Norge» i oktober. NRK, 17. August 2026 (norwegisch).</ref>

Besonderen Wert legte König Harald auch auf die Anerkennung und Bewahrung des kulturellen Erbes der Samen in Norwegen. In seiner Eröffnungsansprache an den Sameting 1997 erkannte er an, dass Norwegen ein Land zweier Völker sei und bat als erster norwegischer König um Verzeihung für das Unrecht, das den Samen durch den norwegischen Staat, insbesondere durch die Norwegisierungs-Politik (fornorsking), zugefügt worden war.<ref>Kong Harald er død – Sápmi sørger. Sagat, 22. August 20206 (norwegisch).</ref>

Erkrankung[Bearbeiten]

Datei:REUNIÓN CON EL REY DE NORUEGA HARALD V Y HAAKON MAGNUS, PRÍNCIPE HEREDERO DE NORUEGA. OSLO, 10 DE DICIEMBRE DE 2025. (54975098432) (cropped).jpg
König Harald V. (2025)

Anfang Dezember 2003 teilte das Königshaus mit, dass König Harald V. an Blasenkrebs erkrankt sei.<ref>Ingrid Raagaard: Norwegens König Harald hat Blasenkrebs - WELT. Abgerufen am 23. August 2026.</ref> Er wurde wenige Tage später im Radiumhospital operiert. Kronprinz Haakon übernahm vorübergehend bis April 2004 die Pflichten des Staatsoberhaupts. Im März 2005 gab das Königshaus bekannt, dass der König wegen einer subvalvulären Aortenstenose operiert werden musste.<ref>Anika Helm: König Harald: So geht es ihm nach der Herz-OP. In: ADELSWELT.de. 9. Oktober 2020, abgerufen am 23. August 2026.</ref> Erneut übernahm der Kronprinz bis Anfang Juni 2005 alle Aufgaben des Königs. Wegen seiner Erkrankungen reduzierte der König auf Anraten seiner Ärzte sein Arbeitspensum erheblich. Im Oktober 2020 bekam er wegen Atemproblemen eine neue Herzklappe.<ref>Norwegen: König Harald V. wird am Herzen operiert. In: Der Spiegel. 8. Oktober 2020, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 22. Oktober 2023]).</ref> Im Februar 2024 wurde ihm während eines Besuches in Malaysia ein Herzschrittmacher eingesetzt.<ref>Die Königin über die Erkrankung des Königs: Das war ein Schock. In: Verdens Gang. 25. Dezember 2024, abgerufen am 5. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Datei:King Harald V. Gedenken1.jpg
Gedenken an König Harald V., 2026

Tod und Staatsbegräbnis[Bearbeiten]

Am 17. August 2026 wurde er im Rikshospital in Oslo wegen einer hämolytischen Anämie stationär aufgenommen und später auch wegen einer bakteriellen Infektion behandelt.<ref>Jan Gebauer: König Harald ist tot – Haakon folgt auf den Thron. In: Kölnische Rundschau. 28. August 2026, abgerufen am 28. August 2026.</ref> Am 28. August 2026 starb Harald V. dort im Alter von 89 Jahren.<ref>Im Beisein seiner Familie: Norwegens König Harald V. ist tot. In: t-online.de. 28. August 2026, abgerufen am 28. August 2026.</ref><ref>Arne Bartram: Ältester Monarch Europas: Norwegens König Harald ist tot. In: tagesschau.de. 28. August 2026, abgerufen am 28. August 2026.</ref>

Am 9. September 2026 wurde Harald V. mit einem Staatsbegräbnis geehrt. Nach dem Trauergottesdienst im Osloer Dom, der durch den Vorsitzenden Bischof der Norwegischen Kirche, Olav Fykse Tveit, und die Bischöfin von Oslo, Sunniva Gylver, zelebriert wurde, wurde der Sarg mit militärischen Ehren zum Mausoleum in der Schlosskapelle der Festung Akershus geleitet,<ref>Norwegen nimmt Abschied von König Harald. Abgerufen am 9. September 2026.</ref> wo er schließlich in einem Sarkophag aus Olivin beigesetzt wurde.<ref>Norwegen: Sarg von König Harald V. ist grün – und nimmt auch CO₂ auf. In: Der Spiegel. 18. September 2026, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 18. September 2026]).</ref> Dem Sarg schritt Hans Majestet Kongens Garde voran. Ihm folgten in einem Trauerzug zunächst König Haakon VIII., König Carl XVI. Gustaf und König Frederik X., dann die norwegische königliche Familie und zahlreiche weitere Angehörige des regierenden und nicht mehr regierenden Adels, Staats- und Regierungschefs.<ref>ndr.de: Norwegen verabschiedet König Harald V. Abgerufen am 9. September 2026.</ref>

Aufgaben und Interessen[Bearbeiten]

Offizielle Aufgaben des Staatsoberhaupts[Bearbeiten]

Datei:George W. Bush, Laura Bush, King Harald and Queen Sonja of Norway 2005.jpg
König Harald V. (links) und Königin Sonja (rechts) zu Besuch bei George W. Bush und Laura Bush, Februar 2005

Das Königreich Norwegen ist eine konstitutionelle Monarchie mit stark parlamentarischen Zügen. Als König hatte Harald V. vorwiegend repräsentative und konstitutionelle Aufgaben. Regierungskabinette müssen vom amtierenden Regenten formell bestätigt beziehungsweise entlassen werden. Der Storting, das norwegische Parlament, muss laut norwegischer Verfassung jedes Jahr von ihm eröffnet werden, wobei er den Abgeordneten in einer Thronrede (Trontale) das politische Programm der Regierung, die laut der Verfassung in seinem Namen handelt, vorträgt. Im Anschluss an die Thronrede legt der König dem Parlament einen Bericht über den Zustand der Nation vor (Melding frå Kongen til Stortinget om Noregs rikes tilstand).

In der Regel tritt die norwegische Regierung jeden Freitag unter Vorsitz des Königs und in Anwesenheit des Kronprinzen im Staatsrat (Statsråd) zusammen. Getagt wird im königlichen Schloss zu Oslo. Dort werden dem König die Entschlüsse der Regierung vorgelegt, die er – gemäß der parlamentarischen Verfassungspraxis – immer mit seiner Unterschrift bestätigt, um ihnen Gültigkeit zu verleihen. Dabei verfügt das Staatsoberhaupt theoretisch über die Macht, gegen verfassungswidrige Beschlüsse der Regierung ein Veto einzulegen, doch hat sich kein norwegischer König seit dem Amtsantritt Haakons VII. jemals in die politische Entscheidungsfindung eingeschaltet.

Jede Woche empfängt der König außerdem den Ministerpräsidenten (Statsminister) in Privataudienz, ebenso den Außenminister (utenriksminister). Dabei wird er über die wichtigsten innen- und außenpolitischen Perspektiven des Landes informiert. Als formeller Oberbefehlshaber der Streitkräfte pflegte Harald enge Verbindungen zu den höchsten Offizieren des Heeres, der Luftwaffe und der Marine, er war selbst als Offizier ausgebildet. Er bekleidete den Rang eines Generals in Heer und Luftwaffe und eines Admirals der Marine.<ref name="altinget">Kong Harald (1937–2026): En samlende konge i en krevende brytningstid. Altinget, 28. August 2026.</ref> Bis zur Reform des Staatskirchenrechts 2012 war er auch das Oberhaupt der Norwegischen Kirche.<ref>Norwegen: Das Ende der Staatskirche - auf Raten. In: evangelisch.de. 25. Juni 2025, abgerufen am 28. August 2026.</ref>

Sportliches Engagement[Bearbeiten]

Datei:Harald V at the 1964 Winter Olympics (cropped).jpg
Harald V. bei den Olympischen Winterspielen 1964

Als Regattasegler vertrat König Harald V. Norwegen in mehreren Yachtsport-Wettbewerben. Er war Teilnehmer als Segler bei den Olympischen Spielen 1964, 1968 und 1972. Bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio war er zudem der Träger der norwegischen Flagge.<ref>Harald V. bei Segel-WM: Norwegens König macht Urlaub am Bodensee. Stuttgarter Nachrichten, 29. Juni 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 28. August 2026.</ref> Der Monarch war seit Jahrzehnten ein erfolgreicher Hochseesegler: 1987 wurde er Weltmeister mit seiner Yacht Fram X, 2005 gewann er in Schweden mit Fram XV die IMS-Europameisterschaft. Harald V. segelte in der sogenannten Non-Corinthian-Class mit einer Proficrew. Er segelte auch die 1938 gebaute 8mR-Yacht Sira als Steuermann.<ref>Lasse Johannsen: Weltmeisterschaft zu Ehren seiner Majestät. In: Yacht. 16. Mai 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. Dezember 2019; abgerufen am 10. Dezember 2019.</ref> Mit ihr wurde er 2008 in Hankø (Norwegen) Weltmeister. Bei der Weltmeisterschaft 2018 auf dem Bodensee belegte er mit Sira den dritten Platz<ref>Segelreporter: 8mR-WM: Gesamt-Titel geht nach Österreich – König Harald auf dem Klassen-Podium 9. Juli 2018, abgerufen am 17. September 2019.</ref> und beendete im Alter von 85 Jahren nach der Segelweltmeisterschaft 2022 seine Karriere als Sportsegler.

König Harald war zudem ein großer Fan und Unterstützer des Sports, insbesondere des Wintersports und setzte sich für die Vergabe der Olympischen Winterspiele 1994 nach Lillehammer ein. Er erhielt 2011 den Ehrenpreis der Sportgala (Idrettsgallaens hederspris) für sein Engagement und Verdienste um den norwegischen Sport und wurde 2025 Ehrenmitglied des Norwegischen Sportverbands.<ref>Idrettskongen. NRK, 28. August 2026.</ref>

Orden und Ehrenzeichen[Bearbeiten]

Benennungen[Bearbeiten]

Vorfahren[Bearbeiten]

König Harald V. war durch seine Mutter, Kronprinzessin Märtha, die 1954 an Krebs starb, mit dem schwedischen und dem belgischen Königshaus (der frühere König Albert II. war sein Cousin) und durch seine Großmutter, Königin Maud, mit dem britischen Königshaus verwandt; als Urenkel König Eduards VII. hatte er noch einen Rang in der britischen Thronfolge inne, er war der erste Nicht-Brite in der Thronfolge. Das heutige norwegische Königshaus ist eine (nicht thronfolgeberechtigte) Seitenlinie des dänischen Königshauses.

Durch verschiedene Heiraten seiner Vorfahren ergibt sich, wie man dem unten aufgeführten Stammbaum entnehmen kann, dass Harald über verschiedene Wege gleich drei Mal Ur-Urenkel des dänischen Königs Christian IX. war. Auch der schwedische König Karl XV. taucht zwei Mal als sein Ur-Urgroßvater auf. Im Normalfall hat ein Mensch sechzehn Ur-Urgroßeltern. Im Fall von König Harald waren es aber nur zehn, was auf zahlreiche innerfamiliäre Heiraten zurückzuführen ist (Ahnenverlust).

Ahnentafel König Harald V. von Norwegen
Ur-Urgroßeltern

König
Christian IX. (Dänemark)
(1818–1906)
⚭ 1842
Prinzessin
Louise von Hessen
(1817–1898)

König
Karl XV. (Schweden) (1826–1872)
⚭ 1850
Prinzessin
Luise von Oranien-Nassau (1828–1871)

Prinz
Albert von Sachsen-Coburg und Gotha
(1819–1861)
⚭ 1840
Königin
Victoria (Vereinigtes Königreich)
(1819–1901)

König
Christian IX. (Dänemark)
(1818–1906)
⚭ 1842
Prinzessin
Louise von Hessen
(1817–1898)

König
Oskar I. (Schweden) (1799–1859)
⚭ 1823
Prinzessin
Josephine de Beauharnais von Leuchtenberg (1807–1876)

Herzog
Wilhelm I. (Nassau) (1792–1839)
⚭ 1829
Prinzessin
Pauline von Württemberg
(1810–1856)

König
Christian IX. (Dänemark)
(1818–1906)
⚭ 1842
Prinzessin
Louise von Hessen
(1817–1898)

König
Karl XV. (Schweden) (1826–1872)
⚭ 1850
Prinzessin
Luise von Oranien-Nassau (1828–1871)

Urgroßeltern

König
Friedrich VIII. (Dänemark)
(1843–1912)
⚭ 1869
Prinzessin
Louise von Schweden
(1851–1926)

König
Eduard VII. (Vereinigtes Königreich)
(1841–1910)
⚭ 1863
Prinzessin
Alexandra von Dänemark (1844–1925)

König
Oskar II. (Schweden)
(1829–1907)
⚭ 1857
Prinzessin
Sophia von Nassau
(1836–1913)

König
Friedrich VIII. (Dänemark)
(1843–1912)
⚭ 1869
Prinzessin
Louise von Schweden
(1851–1926)

Großeltern

Norwegische Königskrone
König Haakon VII. (1872–1957)
⚭ 1896
Prinzessin
Maud von Großbritannien und Irland (1869–1938)

Prinz Carl von Schweden,
Herzog von Westgotland (1861–1951)
⚭ 1897
Prinzessin
Ingeborg Charlotte von Dänemark (1878–1958)

Eltern

Norwegische Königskrone
König Olav V. (1903–1991)
⚭ 1929
Prinzessin Märtha von Schweden (1901–1954)

Norwegische Königskrone
König Harald V. von Norwegen (1937–2026)

VorgängerAmtNachfolger
Olav V.König von Norwegen
1991–2026
Haakon VIII.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Harald V. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="parlament.gv.at"> Anfragebeantwortung. (PDF; 6,9 MB) Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952. In: parlament.gv.at. 23. April 2012, abgerufen am 28. August 2026. </ref> </references>

Vorlage:Hinweisbaustein