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Harpullia

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Harpullia
Datei:Starr 070302-4926 Harpullia pendula.jpg

Harpullia pendula

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)
Unterfamilie: Dodonaeoideae
Gattung: Harpullia
Wissenschaftlicher Name
Harpullia
Roxb.

Harpullia ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae). Die etwa 27 Arten sind vom Indischen Subkontinent über China, Indochina und Südostasien bis Malesien sowie Australien und auf pazifischen Inseln verbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Starr 061224-2894 Harpullia pendula.jpg
Blütenstand mit Blüten im Detail von Harpullia pendula.
Datei:Starr 001101-8001 Harpullia pendula.jpg
Fruchtstand und Laubblatt von Harpullia pendula.
Datei:Starr 070123-3571 Harpullia pendula.jpg
Offene Früchte von Harpullia pendula.

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Harpullia-Arten wachsen als Sträucher oder mittelgroße Bäume. Junge Pflanzenteile und Blüten besitzen einfache Haare und Stern- oder manchmal Drüsenhaare (Trichome, Indument), sie können einzeln oder zu mehreren zusammen stehen.<ref name="FMalesiana" /><ref name="FoC" /><ref name="FoNSWo" /><ref name="FoAo" />

Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und unpaarig gefiederte Blattspreite gegliedert. Bei manchen Arten sind Blattstiel und Blattrhachis geflügelt (beispielsweise Harpullia frutescens). Die meist wechselständig oder fast gegenständig an der Blattrhachis angeordneten ein bis neun Paare Fiederblätter sind oft ganzrandig, manchmal gezähnt. Bei Harpullia mabberleyana ist nur ein Fiederblatt vorhanden<ref name="Takeuchi2011" />. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.<ref name="FMalesiana" /><ref name="FoC" /><ref name="FoNSWo" /><ref name="FoAo" />

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Harpullia-Arten sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). End-, pseudoend- oder seitenständig stehen einzeln oder in thyrsenförmigen Gesamtblütenständen zusammengefasste, traubige Blütenstände. Bei einigen Arten liegt Kauliflorie vor, bei ihnen stehen die Blüten einzeln oder tuffweise zu mehreren direkt am Ast oder Stamm. Es sind relativ kleine Trag- und Deckblätter vorhanden.<ref name="FMalesiana" /><ref name="FoC" /><ref name="FoAo" />

Die funktional eingeschlechtigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf freien Kelchblätter überdecken sich dachziegelartig und sind haltbar oder fallen früh ab. Die Kelchblätter sind alle gleich oder die äußeren zwei sind etwas kleiner. Die fünf freien Kronblätter sind entweder etwas fleischig, fast keilförmig mit schmaler bis breiter Basis und zurückgebogenem oberen Ende, ohne Schuppen und etwas größer als die Kelchblätter oder sie sind fast pfriemlich, deutlich genagelt, innen mit zwei öhrchenähnlichen dünnen Schuppen und etwa doppelt solang wie die Kelchblätter. Der relativ kleine Diskus ist ganzrandig oder seltener fünflappig. In den männlichen Blüten sind fünf bis acht Staubblätter vorhanden; sie sind fast so lang wie die Kronblätter und in den Blütenknospen längsgefaltet. Die Staubfäden sind kahl. Die Staubbeutel sind ellipsoid. In den weiblichen Blüten sind die höchstens kurzgestielten, oberständigen, meist zwei-, drei- oder selten vierkammerigen Fruchtknoten kugel- oder eiförmig sowie seitlich abgeflacht und behaart. Jede Fruchtkammer enthält jeweils nur eine oder zwei hängende Samenanlagen. Der kurze oder lange, schlanke, gebogene und im oberen Bereich gedrehte Griffel ist im unteren Bereich behaart und besitzt Narbengewebe bis fast zu seiner Basis.<ref name="FMalesiana" /><ref name="FoC" /><ref name="FoNSWo" /><ref name="FoAo" />

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die die meist abgeflachten, meist zwei- oder drei-, selten bis zu vierfächerigen, lokuliziden Kapselfrüchte sind zwischen den Fruchtfächern eingekerbt, dabei sind die gerundeten Fruchtlappen je nach Art aufrecht oder ausgebreitet. Das Perikarp, die Fruchtwand, ist pergamentartig oder holzig hart. Bei Reife öffnen sich die Kapselfrüchte und enthalten ein oder zwei Samen je Fruchtfach.<ref name="FMalesiana" /><ref name="FoC" />

Die fast kugeligen, ellipsoiden oder eiförmigen Samen besitzen eine glänzende, schwarze, dünne, harte Samenschale (Testa).<ref name="FoAo" /><ref name="FMalesiana" /><ref name="FoC" /> Das Hilum bedeckt weniger als 1/6 des Samens. Oft besitzen die Samen einen weißen oder orangefarbenen, fleischigen Arillus. Der Arillus ist auf einen schmalen Ring um das Hilum beschränkt oder besteht aus einem basalen sarkotestaartigen Teil und einem oberen freien Teil der bis fast bis zum oberen Ende des Samens reicht.<ref name="FMalesiana" /><ref name="FoC" /><ref name="FoAo" /> Der Arillus besitzt keine Anhängsel. Der gekrümmte Embryo besitzt zwei fleischige Keimblätter (Kotyledonen).<ref name="FMalesiana" /><ref name="FoC" />

Chromosomensätze[Bearbeiten]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 30.<ref name="FoC" />

Ökologie[Bearbeiten]

Die Ausbreitung der Samen erfolgt hauptsächlich durch Vögel, vielleicht auch durch Säugetiere und Echsen.<ref name="FMalesiana" />

Vorkommen[Bearbeiten]

Die etwa 27 Harpullia-Arten kommen in Sri Lanka, Indien, im südöstlichen China, Malesien, Australien (acht Arten in Northern Territory, Queensland, New South Wales), Neukaledonien und Tonga vor.<ref name="FMalesiana" /><ref name="FoC" /> Die Gattung Harpullia entstand auf der Neuguinea-Australischen Platte und breitete sich von dort aus nach Neukaledonien und bis zum Südostasiatischen Festland.<ref name="Buijsen2003" /> Neuguinea ist mit 15 Arten das Zentrum der Artenvielfalt.

Die Harpullia-Arten gedeihen hauptsächlich im Unterholz von Primär- oder manchmal Sekundär-Regenwäldern, manchmal wachsen sie in niedrigen oder offenen Wäldern, gelegentlich in Savannen oder im Gebüsch von Küstendünen. Sie gedeihen in Höhenlagen von 0 bis zu 2000 Meter.<ref name="FMalesiana" />

Datei:Harpullia arborea 01.JPG
Laubblätter und Blütenstand von Harpullia arborea
Datei:Harpullia arborea 22.JPG
Früchte von Harpullia arborea
Datei:Harpullia hillii CBG.jpg
Laubblätter und Früchte von Harpullia hillii
Datei:Harpfrutescens.JPG
Laubblätter von Harpullia frutescens mit geflügelter Blattrhachis

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Harpullia wurde 1824 durch William Roxburgh in Flora Indica; or descriptions of Indian Plants, Volume 2, S. 441–442<ref name="biodiversitylibrary" /> aufgestellt. Typusart ist Harpullia cupanioides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Roxb.<ref name="tropicos" /><ref name="APNI" /> Die Gattungsname Harpullia ist vom indischen Trivialnamen Harpulli der Art Harpullia cupanioides abgeleitet.<ref name="FoAo" />

Die Gattung Harpullia gehört zur Unterfamilie Dodonaeoideae innerhalb der Familie Sapindaceae.<ref name="GRIN" />

Es gibt seit 2011 etwa 27 Harpullia-Arten:<ref name="GRIN" /><ref name="APNI" /><ref name="FMalesiana" /><ref name="CensusPNG" /><ref name="FoAo" />

Nutzung[Bearbeiten]

Harpullia cupanioides wird als Feuerholz und zur Produktion von Holzkohle verwendet und die Borke wird als Fischgift genutzt.<ref name="HarpulliaCupanioides" />

Harpullia arborea und Harpullia pendula (Trivialname Australian Tulipwood) werden in den Tropen als Zierpflanzen verwendet.<ref name="GRIN" />

Quellen[Bearbeiten]

  • Nianhe Xia & Paul A. Gadek: Sapindaceae: Harpullia, S. 7 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 12 – Hippocastanaceae through Theaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2007. ISBN 978-1-930723-64-1 (Abschnitte Beschreibung, Vorkommen und Systematik)
  • J. K. A. Müller: Pollen morphology and evolution of the genus Harpullia (Sapindaceae-Harpullieae), In: Blumea, Volume 31, Issue 1, 1985, S. 161–218.
  • J. R. M. Buijsen, Peter C. van Welzen & R. W. J. M. van der Ham: A phylogenetic analysis of Harpullia (Sapindaceae) with notes on historical biogeography, In: Systematic Botany, Volume 28, Issue 1, 2003, S. 106–17: doi:10.1043/0363-6445-28.1.10628.1.106 (zurzeit nicht erreichbar) Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Abschnitte Vorkommen und Systematik)
  • B. H. Wadhwa & Willem Meijer: Sapindaceae. In: M. D. Dassanayake (Hrsg.): A Revised Handbook to the Flora of Ceylon. Volume 12. CRC Press, 1998, ISBN 978-90-5410-270-0 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
  • S. T. Reynolds: Flora of Australia, Volume 25, 1985: Harpullia bei Flora of Australia online. (Abschnitte Beschreibung und Systematik)
  • Pieter W. Leenhouts & M. Vente: Harpullia, S. 598–614 - Volltext-Online, In: F. Adema, P. W. Leenhouts & P. C. van Welzen: Flora Malesiana, Series I, Spermatophyta: Flowering Plants. Volume 11, 3: Sapindaceae. Leiden, The Netherlands: Rijksherbarium. Hortus Botanicus, Leiden University, 1994. ISBN 90-71236-21-8 (Abschnitte Beschreibung, Vorkommen und Systematik)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="FoC"> Nianhe Xia & Paul A. Gadek: Sapindaceae: Harpullia, S. 7 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 12 - Hippocastanaceae through Theaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2007. ISBN 978-1-930723-64-1 </ref> <ref name="Buijsen2003"> J. R. M. Buijsen, Peter C. van Welzen & R. W. J. M. van der Ham: A phylogenetic analysis of Harpullia (Sapindaceae) with notes on historical biogeography, In: Systematic Botany, Volume 28, Issue 1, 2003, S. 106–17. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref> <ref name="FoNSWo"> G. J. Harden: Eintrag bei der Flora of New South Wales online. </ref> <ref name="FoAo">S. T. Reynolds: Flora of Australia, Volume 25, 1985: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Harpullia bei Flora of Australia online. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 19. Dezember 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.anbg.gov.au</ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="tropicos"> Harpullia bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="biodiversitylibrary"> William Roxburgh: Flora Indica; or descriptions of Indian Plants, Volume 2, 1824, S. 441–442 - Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.</ref> <ref name="APNI">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Datenblatt bei Australian Plant Name Index = APNI. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 29. Juni 2023 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.anbg.gov.au</ref> <ref name="CensusPNG"> Barry J. Conn, 2008: Harpullia beim Census of Vascular Plants of Papua New Guinea.</ref> <ref name="FMalesiana"> Pieter W. Leenhouts & M. Vente: Harpullia, S. 598–614 - Volltext-Online, In: F. Adema, P. W. Leenhouts & P. C. van Welzen: Flora Malesiana, Series I, Spermatophyta: Flowering Plants. Volume 11, 3: Sapindaceae. Leiden, The Netherlands: Rijksherbarium. Hortus Botanicus, Leiden University, 1994. ISBN 90-71236-21-8 </ref> <ref name="Takeuchi2011"> W. Takeuchi: Notes on Papuasian Sapindaceae: Harpullia mabberleyana sp. nov., Harpullia rhachiptera and Lepisanthes mixta, In: Edinburgh Journal of Botany, Volume 68, 2011, S. 1–9. doi:10.1017/S0960428610000247 </ref> <ref name="HarpulliaCupanioides"> Harpullia cupanioides bei asianplant.net. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Harpullia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien