Haus Kurl
Haus Kurl ist ein früheres märkisches Lehen in Dortmund, bis 1915 wurde sein Name noch Courl geschrieben. Es befand sich auf dem Gebiet des gleichnamigen Stadtteils Kurl, Kurler Straße 154 Ecke Plaßstraße. Das seit einem Brand im Oktober 2008<ref name="HusenKurl">Haus Kurl. auf Dein Tag in Husen Kurl vom 30. Mai 2010. Abgerufen am 5. Oktober 2013.</ref> verfallende und einsturzgefährdete Herrenhaus entstand nach einem Brand des Jahres 1905 an Stelle eines älteren Baues.<ref name="Sondermann">Die besessene Frau von Haus Kurl. In: Dirk Sondermann: Emschersagen. Von der Mündung bis zur Quelle. Henselowsky Boschmann Verlag, Bottrop 2006, ISBN 3-922750-66-4 (digital).</ref> Als ehemaliger Adelssitz, auf dessen Areal sich potentiell Denkmäler im Boden befinden oder befanden, wird das Gelände von Haus Kurl als Bodendenkmal unter der Nummer B 0014 in der Denkmalliste der Stadt Dortmund geführt. Am 22. September 2015 begann der Abbruch der Ruinen des Hauses Kurl.<ref>Haus Kurl wird abgerissen. Abgerufen am 4. Oktober 2015.</ref><ref>Hannah Schmidt: Inhaber lässt Haus Kurl abreißen. In: Westfälische Rundschau vom 22. September 2015, abgerufen am 14. Juni 2024.</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Nach der Darstellung des Kunsthistorikers Albert Ludorff gelangte Haus Kurl im 16. Jahrhundert als Erblehen an Dietrich von der Recke und nach dem Tod des Freiherrn Johan Wilhelm von der Recke (1703) nach längeren Erbstreitigkeiten im Jahr 1721 an dessen Schwester, von der Recke auf Schloss Heessen. Durch Erbschaft übernahmen 1775 die von Boeselager das Gut.<ref name="Ludorff" details="S. 40" /> Die Archivalien zum Rittergut Courl befinden sich auf Schloss Höllinghofen.<ref>Paul Wentzcke, Gerhard Lüdtke (Hrsg.): Minerva Handbücher, 2. Abteilung, Die Archive, Band 1, Verlag Walter de Gruyter, Berlin 1. Auflage 1932 (Nachdruck 1974), ISBN 3-11-001955-8, S. 437. (Vorschau in der Google-Buchsuche)</ref>
Beschreibung[Bearbeiten]
Das Areal von Herrenhaus und umgebendem Park erstreckt sich in einer Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 275 m und in eine West-Ost-Richtung von gut 150 m im Bereich zwischen Werimboldstraße, Kurler Straße und Greveler Straße. Noch zu Ende des 19. Jahrhunderts bestand es aus einer zweigeteilten Anlage, die von Gräften umgeben war, welche aus westlicher Richtung über einen Nebenzufluss der Alte Körne, einem Seitenarm des Körnebach gespeist wurden. Auf dem südlichen Teil des Geländes befanden sich zu diesem Zeitpunkt (1895) noch zwei Gebäude, ein L-förmiges Herrenhaus und ein Wirtschaftsbau. Die Gebäude wurden als unbedeutend bezeichnet.<ref name="Ludorff" details="S. 41">A. Ludorff: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Dortmund-Land.</ref> Nach einem Brand im Jahr 1905<ref name="Sondermann" /> wurde an deren Stelle ein zweigeschossiges Gebäude errichtet, das nach langem Leerstand und einem neuerlichen Brand im Oktober 2010 nur noch als Ruine bestand. 2015 kam es zum Abriss der Gebäudereste und zu Rodungen im Baumbewuchs des umgebenden, noch etwa 5000 m² großen verwilderten Parkareals.<ref> Ralf K. Braun: Haus Kurl: 5000 Quadratmeter mit Park- und Gartenbäumen gerodet / Verfahren eingeleitet. Abgerufen am 5. Oktober 2013.</ref> Dieses wird aktuell teilweise als Weidefläche genutzt.
Südlich der Werimboldstraße befindet sich die Katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist (erbaut 1733 bis 1738), über die, nach einer an der Südseite befindlichen Inschrift aus dem Jahr 1733, der damalige Besitzer von Haus Kurl, Johann Adolph von Recke auf Heessen, das Patronatsrecht ausübte.<ref name="Ludorff" details="S. 40 f" />
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Albert Ludorff: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Dortmund-Land (= Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Band 3). Hrsg. Provinzialverband der Provinz Westfalen, Verlag Ferdinand Schöningh, Münster 1895, S. 39–41.
Weblinks[Bearbeiten]
- Haus Kurl. auf wiki.genealogy.net, abgerufen am 5. Oktober 2013.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Koordinaten: 51° 33′ 29,6″ N, 7° 34′ 50,6″ O
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